8. Oktober 2009

Die Erste Sitzung

"Coaching ist ein Prozess, der dem Klienten dabei hilft, über Selbsterkenntnis (self awareness) und soziale Wahrnehmung (socaial awareness) eigene Ziele, Potentiale und Hindernisse zu erkennen und diese durch konkrete Handlungen und Verhalten zu erreichen oder zu überkommen."

Das ist in etwa die Definition, auf die sich unsere Arbeitsgruppe in einigte. Definitionen der anderen zwei Gruppen enthielten noch die Idee der Entfaltung (un-locking), die vielleicht etwas stärker als unser "Potential" zeigt, dass es beim Coaching vor allem darum geht, dass der Klient entdeckt, was er will und was er kann und wie er dahin kommt. "Werde, der du bist" wie Nietzsche sagt. Ein zuerst vages Gefühl entfaltet sich über Bewusstmachung zu einem Aktionsplan, wenn man so will. Weiter Stichworte, zum Thema was Coaching sei:

  • Coaching sei positiv: man gehe nicht davon aus, dass der Klient "gestört" oder "kaputt" sei
  • auf gleicher Augenhöhe
  • Herangehensweise passt auf viele Bereiche: Business, Privat, Sport, etc.
  • Grundannahme: Menschen kämpfen nicht gegen ihre eigenen Ideen an, aber gegen die von Autoritäten an sie herangetragen werden schon
Ziele
Die Zusammenkünfte der Gruppe finden von nun an jeden Mittwoch von 18:30 bis 21:45 statt. Die erste Sitzung war, wie man sich das vorstellt, von allgemeinen Worten und dem gegenseitigen Vorstellen all der Teilnehmer geprägt. Wir haben auch eine Art Verschwiegenheitsvereinbarung getroffen, damit sich jeder sicher fühlen kann und bereit ist, sich zu öffnen. Das hat Auswirkung auf die Art und Weise, wie ich hier öffentlich darüber Buch führen werde. Private Details, die sich einer Person zuordnen lassen, werde ich weglassen. Über das Kennenlernen hinaus ging es darum, was jeder einzelne sich von diesem Kurs erwartet und was wir denken, was Coaching sei. Dabei gab es einen interessanten Moment für mich, als jemand sagte, das Coaching bringe eine Person zu einem bestimmten Ziel. Das klingt sehr allgemein und wenig aufregend, hat mir aber die Parallele zum Bus (im Englischen: Coach) aufgezeigt, der auch einzelne Leute an ein Ziel (von A nach B) bringt. Um ernsthaft zu bleiben, hier die Stichworte, die gebracht wurden, als es darum ging, was wir uns erhofften:
  • Ein Diplom zum an die Wand nageln
  • Wissen und Werkzeuge, um Coaching proffesionell zu betreiben
  • Eine persönliche Entdeckungstour
    • Was mache eigentlich ich und will ich das wirklich?
    • Bin ich, wo ich sein will?
    • Eine Teilnehmerin sagte: "Im schlimmsten Fall bin ich nachher eine bessere Managerin."
Eine Übung
Eine interessante Übung, die wir machten, wollte ich noch erwähnen: Jeder suchte sich einen Partner, mit dem er zuvor noch nicht zusammengearbeitet hatte und setzte sich ihm/ihr gegenüber. Dann sollte man sich gegenseitig lediglich ansehen, ohne zu sprechen oder irgendwie anders zu handeln. Diese Übung wurde drei mal wiederholt, immer mit einem anderen Gedanken im Kopf:
  1. Diese Person ist ein Problem
  2. Diese Person hat ein Problem 
  3. Diese Person hat ein Problem  und kann es lösen
Eine sehr anstrengende Übung, wie sich jeder vorstellen kann: Jemand, den man nicht kennt, nur anzustarren.  Mein Gegenüber hielt es nicht immer ganz aus, sah ab und zu weg, grinste, wurde nervös. Ich hatte andere Tricks, z.B. auf die Stirn zu schauen. Beim dritten Mal war ich jedoch so erschöpft, dass ich im Kopf ganz leer war und nur noch starrte, ohne mich selbst zu beobachten. So eine Art leeres Bewusstsein.

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