22. Oktober 2009

Journal of Learning 01 (zweite Sitzung)

Das Ziel des "Journal of Learning" ist es, sich kritisch mit seiner Erfahrung in den Übungen oder den Sitzungen auseinander zusetzen. Es soll helfen, einen Schritt von den routinierten Verhaltensweisen zurück zu tun und sich bewusst selbst zu prüfen. Es ist wie eine persönliche Nachbesprechung, ein Schnappschuss von der Reise in Richtung einer hohen Qualifikation in allen Bereichen des Coachings.

15.10.2009

(a) Kurze Beschreibung des Sachverhalts (Situation, Teilnehmer, Vorkommnisse)
Eine Übung für 3 Personen, wobei A nur zuhören soll, B 5 Minuten über ein Thema reden muss und C die Situation nur beobachten soll. Dies war meine erste Begegnung mit einer Coaching-Situation, wo ich (B) als der Klient, A als Coach und C als Beobachter eingesetzt waren.
(b) Reflexionen während der Situation (Gedanken, Gefühle und Körper-Bewusstsein)

Ich hatte ein bisschen Sorge, dass ich nicht 5 Minuten lang sprechen könnte, ohne etwas gefragt zu werden und ohne dass jemand anderes zu mir spricht. In der Situation selbst fand ich mich jedoch schnell mit dem Gegenstand beschäftigt, über den ich sprach. Ich sprach über schwierige Kommunikation mit starken und konfrontativen Personen). Manchmal trieben meine Gedanken etwas davon und ich bemerkte, dass mich das Sprechen in den anderen Gruppen um uns herum störte. Ich fürchtete, dass meine Geschichte keinen Sinn machte, dass ich immer dasselbe sagte und konfus wurde. Manchmal fragte ich mich, ob der Coach überhaupt zuhörte.

(c) Spätere Einschätzung seiner selbst in der Situation

Was mich am meisten beeindruckte, war wie sehr ich als Klient anfing, Lösungen meines Problems zu produzieren, nachdem ich akzeptiert hatte, dass der Coach mir nicht anders helfen würde, als zuzuhören (eröffnet dem Klienten den Raum, selbst zu denken). Es ist erstaunlich, wie wenig es auf Seiten des Coaches braucht, der anderen Person das Gefühl zu geben, dass man aktiv zuhörte. Zuneigen, den anderen spiegeln, lächeln, nicken, oder den Kopf neigen - solche subtilen Bewegungen reichen aus. In Runde 2, als ich der Zuhörer/Coach war, wurde mir klar, dass die Geschichten von einem ganz banalen Thema ganz schnell zum eigentlichen Problem übergehen können: Der Klient spricht über seinen Garten und kommt darüber gannz schnell zum seinen Beziehungsproblemen).

(d) Genutzte Kenntnisse und Fähigkeiten, die die Arbeit entweder erleichtert oder behindert haben?

Was mir geholfen hat, war die auf Arbeit antrainierte Fähigkeit schnell und aus dem Stehgreif sinnvoll sprechen zu müssen, ohne allzu gut vorbereitet zu sein. In Runde 2, als ich Coach war, half es meiner Konzentration, dass ich mir bewusst über meine Körpersprache und meine allgemeine Konzentrationsschwäche war. Es gelang mir, mich zu konzentrieren und sein echtes Interesse an der Geschichte des Klienten aufzubringen. Seltsamerweise es half mir auch, mit einem Stift in der Hand herumzuspielen, während ich mich bewusst konzentrierte. Es half mir auch, meinen Gesichtsausdruck bewusst zu verwenden, vielleicht ein bisschen mehr, als ich es normalerweise mache.

(e) Erfahrungen aus dieser Situation

Vor allem habe ich gelernt, dass man mit bewusster Anstrengung Dinge tun kann, die man sonst für sehr schwer hält, z.B. mit meiner Meinung zurück zu halten oder den Klienten nonverbal zu ermutigen. Ich habe auch erfahren, dass nur zuhören sehr gut funktioniert, um den Klienten bei der Produktion eigener Lösungen zu unterstützen. Möglicherweise ist das nicht für alle Klienten gleichermaßen der Fall sein, für alle Kunden. Wichtig ist, darauf zu vertrauen, dass die Situation entfalten wird. Man muss den Klienten reden lassen, auch wenn der Ausgangspunkt der Geschichte sehr trivial klingt und nichts mit dem eigentlichen Problem zu tun zu haben scheint. Der Klient wird am ehesten selbst auf den Punkt kommen, wenn man ihm den Raum dazu gibt.

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