12. März 2010

Orientierungs-Orientierung (Coaching Magazin Ausgabe 1|2010)

Die Redaktion des Coaching Magazins hat sich entschieden, das Magazin komplett als Download zur Verfügung zu stellen. Das ist mutig, zukunftsweisend und steht dem Erfolg (einflussreich und gewinnbringend) hoffentlich nicht im Wege.

Ich bin noch nicht mit allem durch, konnte auch nicht alles durchhalten und bis zu Ende lesen, aber besonders beieindruckt hat mich das Gespräch zwischen Siegfried J. Schmidt und Walter Schwertl (Ss 52 ff). Schmidt kenne ich noch von der Lektüre über den radikalen Konstruktivismus während meiner Studienzeit. Diese Diskussion kam jedenfalls sehr meinem Bedarf an Theorie unter der Praxis nach, etwas das ich in der Coaching-Szene manchmal vermisse.


Interessant fand ich die Definition von Coaching als "Orientierungs-Orientierung mit persuasiven Elementen": "Wir können nicht instruktiv in die Gedanken anderer intervenieren; wir können nur versuchen, den anderen so zu orientieren, dass er sich selber in dem Sinne orientiert, den wir intendieren. Das ist das persuasive Element in jeder Kommunikation." Orientierungs-Orientierung finde ich als Gedanken des Konstruktivismus sehr gelungen (wenn auch als Wortgefüge sehr sperrig). Allerdings würde ich das Element des Persuasiven von mir als Coach weisen wollen. Ich mag in den meisten Kommunikationsituationen persuasive Absichten in dem Sinne haben, dass ich andere von meiner Vorstellung der Wirklichkeit überzeugen möchte. Aber gerade dadurch unterscheidet sich das Coaching enorm von anderen Kommunikationen. Der Klient wird nur dann Erfolge sehen, wenn nicht ich ihn von meinen Ansichten überzeuge, sondern er sich selbst überzeugt, also zu sich findet und nicht zu mir.

Oder ist das zu naiv gedacht?

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