21. Februar 2010

Website Geist & Gegenwart gelauncht

Heute will ich in eigener Sache bekanntgeben, dass ich meine Website Geist & Gegenwart gestartet habe. Diese Seite soll mir in Zukunft dazu dienen, zum einen weitere interessante Artikel zu veröffentlichen und zum anderen Anschluss an den deutschen Coachig-Markt zu finden.

Dieser Blog Logbuch Philosophie & Coaching war ein interessantes Experiment, das mir beim Start in die Tätigkeit als Coach geholfen hat. Als Plattform für zukünftige Unternehmenskommunikation ist er jedoch weniger geeignet. Ich werde diesen Blog vorerst online halten, um bei Bedarf über aktuelle Themen zu informieren.

7. Februar 2010

Den Mund halten!

Eine der schwierigsten Sachen beim Coaching ist, nicht zu viel zu reden. Beispielsweise habe ich bei meinen letzten zwei Coaching-Sitzungen die Cochees je gefragt, ob sie sich an einen Moment erinnern könnten, an dem sie sozusagen überglücklich waren. Beide Cochees überlegten erst lange und beim ersten Klienten hielt ich es nicht aus und sagte: "Bei mir zum Beispiel war es ein Moment, als ich auf einen Berg geklettert war..." Ich erzählte also, was mich wirklich glücklich macht. Darauf hin sagte Klient 1: "Ja, stimmt... Reisen macht mich auch glücklich." Somit hatte ich also die Richtung vorgegeben und dem Klienten erspart, selbst nachzudenken und sich seine wirklich wichtigen Momente zu vergegenwärtigen. Beim zweiten Klienten biss ich mir auf die Zunge, sagte nichts und bekam dafür nach einigem Nachdenken einen wirklich dem Klienten eigenen Moment geboten. Das hilft dem Klienten natürlich viel mehr, weil er sich dann mit seinen eigenen Gefühlen in Verbindung setzt und seine tieferen, vielleicht verschütteten Schichten erreicht.

6. Februar 2010

Exkurs: Entlastung und Bewusstsein

Im Kapitel "The Nature of Coaching" in Coaching for Performance nennt John Whitmore eine Lupe ein Beispiel dafür, wie wir unser Sehvermögen weit über das Normalmaß hinaus steigern können. Ebenso können wir unser Bewusstsein (im Sinne von Bewusstheit) steigern, also mehr von dem Wahrnehmen, was in uns und um uns herum vor sich geht.

Da stellt sich die Frage, warum wir eigentlich so gehemmt sind in unserer Wahrnehmung, warum es diese Schwelle gibt, die die meisten von uns vor den vielfältigen Informationen um uns herum abschirmt. Arnold Gehlen hat das in seinem anthropologischen Hauptwerk Der Mensch: Seine Natur und seine Stellung in der Welt in dem Konzept "Entlastung" beschrieben. Der Kerngedanke ist, dass all die Informationen zu verarbeiten, die wir nicht zum unmittelbaren Vorankommen im Leben benötigen, schlicht zu belastend ist. Unser Organismus hat sich also daran angepasst, ausschließlich die Informationen bewusst zu verarbeiten, die wir im Alltag benötigen. Alltag ist etwas, dass sich historisch gesehen äußerst schnell ändert, während die evolutionär ausgebildete Wahrnehmungshemmschwelle unserer Spezies sich da nicht so flott anpassen kann. Im Endeffekt kommen wir also beim Autofahren, in der Beziehung oder im Büro ganz gut zurecht mit dem, was wir so bewusst verarbeiten. Optimale Ergebnisse erzielen wir in allen Bereichen jedoch nur, wenn wir unsere bewusste Aufmerksamkeit auf neue Bereiche ausdehnen können.

Schuld und Angst: Vergangenheit - Jetzt - Zukunft

Beim Frühstück habe ich darüber nachgedacht, warum es für einige Menschen einfach zu sein scheint, frei von Schuldgefühlen und Angst zu leben, während andere davon geplagt sind, sich ständig zu fragen, ob sie gestern richtig gehandelt haben und welche Entscheidungen sie heute treffen müssen, damit morgen alles glatt geht.

2. Februar 2010

Studie zum deutschen Coaching-Markt

Der Lehrstuhls für Technologie- und Innovationsmanagement der Philipps-Universität Marburg hat im letzten Jahr die sogenannte Coaching-Studie vorgestellt. Hier eine Zusammenfassung von mir sehr interessant erscheinenden Punkten:
  • 8.000 Coachs in Deutschland, davon 53 Prozent Frauen.
  • durchschnittliche Stundensatz für ein Coaching: 150,29 EUR
  • Fachbücher schreiben ist das beste Marketing
  • 9% der Coachs glauben, dass ein psychologisches Studium für die Auswahl wichtig ist, in der Tat ist es so, dass 20% der Kunden es als Kriterium bewerten.
  • Eine Promotion halten immerhin noch 3% der Coachs für ein Auswahlkriterium, tatsächlich ist das aber keinem Kunden wichtig.
  • Auf eine kommunikationswissenschaftliche Zusatzausbildung achten 17% der Kunden, aber nur 7% der Coachs glauben, dass sie es tun.
  • Im internationalen Geschäftsumfeld scheinen Fremdsprachen doch wichtiger zu sein als Coachs denken (4%): 11% der Kunden finden Fremdsprachen als Zusatzqualifikation wichtig.
  • 45 Prozent der Kunden geben an, bis zu zehn Prozent ihres Budgets im Jahr für Coaching auszugeben
  • Wenn nach den Gründen gefragt wird, warum Kunden externes Coaching nachfragen steht an erster Stelle die persönliche Entwicklung oder individuelle Probleme.
Im Februar 2010 steht auf den Uni-Seiten immer noch eine leicht veraltete Information nach der die Studie im letzten Jahr bereits veröffentlicht worden sein soll. Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Dafür gibt es auf Haufe.de eine ganz gute und etwas ausführlichere Zusammenfassung.

 Aktualisierung
Die Ergebnisse der Studie sind hier veröffentlicht: Management von Coaching - Organisation und Marketing innovativer Personalentwicklungsdienstleistungen, erschienen 2009 beim Kohlhammer-Verlag.

Auszug aus dem VorwortCoaching boomt! Die Entwicklung des Coaching-Marktes in Deutschland ist beeindruckend. Längst wurden Kritiker abgestraft, die im Coaching nur einen kurzfristigen Modetrend sehen wollten. Coaching hat sich gegenwärtig zu einer breit akzeptierten und nachgefragten Personalentwicklungsmaßnahme für Mitarbeiter mit Führungsaufgaben entwickelt. Viele deutsche Unternehmen, darunter bekannte Großkonzerne wie Volkswagen, Daimler oder SAP, aber auch kleine und mittelständische Akteure, betrachten Coaching mittlerweile als integralen Bestandteil nicht nur der Personalentwicklung, sondern ihrer gesamten personalpolitischen Maßnahmen.

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