29. September 2013

Das Paradox unserer Freiheit

Worin besteht unsere Freiheit heute und wodurch ist sie bedroht?


Es ist ganz klar, dass wir politisch-gesellschaftlich gesehen in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte hin zu freiheitlichen Gesellschaften gemacht haben. Das gilt besonders für Europa und Nordamerika, aber in der Tendenz auch auf der ganzen Welt. Nicht zuletzt durch technologische Entwicklungen, wird es in einem globalen Dorf für totalitäre Regime und Despoten immer schwerer, den Austausch von Informationen zu kontrollieren und die Völker dumm und beherrschbar zu halten. Solche globalen Entwicklungen dauern aus der Perspektive eines Menschenlebens sehr lange; man erinnere sich, wie viel Zeit zwischen dem Beginn des Buchdrucks und Kants aufklärerischem Aufruf, die selbstverschuldete Unmündigkeit endlich abzulegen, vergehen musste. Also sollten wir vielleicht nicht allzu ungeduldig werden und erwarten, dass aus einer sogenannten Facebook-Revolution gleich eine freiheitliche Demokratie per Gefällt-mir-Button wird. Die wahren Fronten müssen über lange Jahre hin verhandelt und überwunden werden. Und wie ist es mit unserer individuellen Freiheit? Sind wir frei, weil uns niemand beherrscht und wir in jeder Hinsicht eine endlose Auswahl an Möglichkeiten haben?

The New Fred Meyer on Interstate on Lombard
Endlose Auswahl: Die Freiheit des Bürgers als Konsument (von Lyza via Flickr)

23. September 2013

Der ewige Gärtner und die endlose Kultivierung unserer Umwelt

Mögen Sie Bienen, Schmetterlinge, Igel und Füchse?

Meine Frau und ich sind gerade umgezogen. Aus dem durchmodernisierten und schicken Gohlis mit seinen Parklandschaften in Leipzigs Norden in den Süden beim Völkerschlachtdenkmal, wo alles noch etwas runtergekommen aussieht. Schon eine Weile hatten wir nach etwas gesucht, das etwas grüner war, vielleicht mit einem kleinen Garten dran. Gefunden hatten wir dann dieses alte alleinstehende Mehrfamilienhaus aus den dreißiger Jahren mit ganz verwilderten Gärten, Brombeersträuchern und alten Obstbäumen drum herum. Vor dem Haus eine Wiese mit Gras, Kräutern, kleinen Blumen und Brennesseln an den Rändern. Perfekt. Es wimmelte von Schmetterlingen, Libellen, Vögeln, Igeln und sogar die Füchse kamen hier am hellerlichten Tag aus dem Unterholz, um die runterfallenden Pflaumen zu verspeisen.

15. September 2013

Auch zur Bundestagswahl 2013 wieder: Dem Urnenpöbel ekelts!

Ich habe heute beim Wahlomat den Test gemacht und in jeder Frage gegen meine Überzeugung gestimmt. Es war schon etwas eklig, aber das Ergebnis hat überzeugt. Mir wurde empfohlen, die FDP zu wählen, die CDU kam auf Platz zwei.

Und wer könnte einem verübeln, wenn man die SPD nicht ins Herz schließen kann? Wer weiß denn nach Schröder, Hartz und deren Nachgeburt Steinmeier noch, wofür die überhaupt stehen? Soziale Kahlschlagpartei mit rotem Lippenstift? Oder erst die große Koalition: Wer könnte so ein gefesseltes und von allen Seiten vergewaltigtes Gebilde ernsthaft wollen? Was sonst? Rot-Rot-Grün, Schwarz-Gelb-Grün, Rot-Gelb-Grün? Da wird einem ja speiübel. Oder wie Georg Schramm die Stimmung der Wähler beschreibt: »Eine Melange aus Ekel, Überdruss und langer Weile.« Und das war bereits vor der vorletzten Bundestagswahl. Manche Dinge ändern sich einfach nicht.

Den ganzen Text - bereits aus dem Jahr 2009 - können Sie auf Kolumnen.de lesen >>

12. September 2013

Resonante Führung: Sich gegenseitig zum Klingen bringen

Die wirksamste Vorraussetzung effizienter Zussammenarbeit


Wissen Sie, was der Körper einer Geige oder eines Klaviers macht? Er schwingt mit und sorgt dafür, dass die auf den Saiten erzeugten Klänge widerhallen, latainisch: resonare. Hätte der Körper eines Instruments keine Resonanzfähigkeit, würde er also nicht schwingen, dann wären die Töne, die dort rauskämen, ziemlich dürftig. Dieses Bild kann man wunnderbar auf die Führung von Teams übertragen. In ihrem Buch Primal Leadership (Emotionale Führung) haben die Psychologen Richard Boyatzis, Daniel Goleman und Annie McKee eine Führung, die mit positiven emotionalen Signalen und Offenheit ein Team motiviert und mitreißt als resonant und jene Führung, die von Angst, Ärger und Unzugänglichkeit geprägt ist, als dissonant bezeichnet.

Auch negative Gefühle sind ansteckend

Resonante und dissonante Führung haben eines gemeinsam: Sie transportieren und übertragen die Grundhaltung der Führungskraft auf die Mitarbeiter. Als soziale Wesen neigen wir alle mehr oder weniger dazu, die Emotionen um uns herum zu spiegeln. Werden vor allem Gefühle wie Ärger, Misstrauen, Wut und Angst transportiert, dann entsteht Stress bei den Mitarbeitern. Wer zum Beispiel angebrüllt, bloß gestellt oder von der E-Mail seines Chefs runtergeputzt wird, der bekommt es mit einer Schwemme von Stresshormonen zu tun. Dieser Mechanismmus hatte im Laufe der Evolution nur einen Zweck: Zur Flucht oder zum Kampf bereit machen.

9. September 2013

Gefühle im Büro? Ohne geht's nicht!

Gedanken zur Psychologie der Emotionen am Arbeitsplatz


An was denkt man, wenn man von Gefühlen im Büro redet? An Liebe auf dem Schreibtisch etwa? Oder an Wutausbrüche des cholerischen Chefs? Oder an die gängigen Vorurteile, wie Frauen sind hysterisch und Männer gefühlskalt? An den gezielten Einsatz von Gefühlen in der Interaktion mit Kollegen denkt man dabei wohl nicht als erstes. Obwohl ja klar ist, dass ohne Emotionen auch auf der Arbeit gar nichts geht. Das steckt schon im Wort selbst, denn aus dem Lateinischen übersetzt, heißt emovere soviel wie etwas heraus bewegen. Der Gedanke liegt also nahe, dass man Emotionen braucht, um ein Unternehmen, ein Team oder auch nur sich selbst von einer Situation zur nächsten zu führen.

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