30. Oktober 2013

Wie (un)bewusst lebst Du eigentlich?

Mit mehr Bewusstsein zu einer höheren Lebensqualität

Erkennt sich jemand darin wieder? "Jeden Morgen als erstes den Computer anschalten. Nach der Arbeit sofort die Fernbedienung in die Hand nehmen und den Fernseher anmachen. Jedes Jahr der selbe Urlaubsort. Das selbe Essen. Der gleiche Sex. Alles verkommt zu einer einzigen großen Routine. Dein Gefühl für Entscheidungen geht verloren und Du hörst auf nachzudenken." Stephan Wießler, Trainer und Coach für Charisma und Motivation, erklärt in diesem Artikel, welche Vorteile ein bewusstes Leben für uns hat. Er zeigt uns einige Techniken, mit denen wir uns vergegenwärtigen können, wie unbewusst unser Alltag oft abläuft und andere, mit denen wir nach und nach bewusster leben können.

Bewusstsein, Selbstbewusstsein – was bedeutet das eigentlich? Überleg Dir mal, wie viele Aktionen Du am Tag unbewusst ausführst. Wie viele Handlungen finden automatisiert statt?

Pro und Contra Gewohnheiten

Sei es der Griff zur Chipstüte, das Einschalten des Fernsehers oder Computers rein aus Gewohnheit. Unser Gehirn speichert automatisierte Handlungen ab. Das hat viele Vorteile. Dadurch musst Du nicht jeden Tag über jede einzelne Handlung erneut nachdenken. Routinemäßige Handlungen sparen Energie. Du kommst dadurch mit weniger Stress durch den Alltag, da Du nicht bei jeder noch so kleinen Entscheidung lange abwägen musst.

Es hat aber genauso Nachteile. Die Verlockung ist groß, sich allzu leicht automatisch stattfindenden Prozessen hinzugeben. Du denkst dann nicht mehr nach, sondern tust einfach, was Du immer tust. Das kann soweit führen, dass Du gar nichts Neues mehr in Dein Leben bringst und abstumpfst.

Jeden Morgen als erstes den Computer anschalten. Nach der Arbeit sofort die Fernbedienung in die Hand nehmen und den Fernseher anmachen. Jedes Jahr der selbe Urlaubsort. Das selbe Essen. Der gleiche Sex. Alles verkommt zu einer einzigen großen Routine. Dein Gefühl für Entscheidungen geht verloren und Du hörst auf nachzudenken.

Was bringt mir ein bewussteres Leben?

Wenn Du dich in der Schilderung oben wieder erkennst, dann leg mal einen Stopp ein! Mach Dir bewusst, wie unbewusst Du lebst, das wird Dir gut tun. Welche Vorteile kann es haben, wenn Du mehr Bewusstsein in Dein Leben bringst?

  • Du steigerst Dein Selbstbewusstsein
  • Du steigerst Dein Selbstvertrauen
  • Du bringst Neues in Dein Leben und öffnest Dich für Abenteuer
  • Du weißt, warum du was machst und lebst dadurch zielgerichteter
  • Du folgst immer mehr Deinen eigenen Zielen und wirst insgesamt zufriedener
  • Du wirst interessanter für dich und deine Mitmenschen

Wenn Du etwas mehr Bewusstsein in Deinen Alltag bringen möchtest, dann empfehle ich Dir die folgenden Schritte. Mit etwas Übung erweiterst Du so nach und nach Dein Bewusstsein und kannst die oben genannten Vorteile immer mehr genießen.

1. Lerne Deine unbewussten Verhaltensweisen kennen!


Wenn Du mehr Bewusstsein in Dein Leben bringen möchtest, dann fange damit an, zu erkennen, wie viele Handlungen Du derzeit unbewusst ausführst. Fang an, Dich in Deinem Alltag zu beobachten. Schaue Dir quasi selbst zu bei dem, was Du tust.

Wie kommst Du morgens aus dem Bett? Stehst Du auf, weil Du musst oder weil Du willst? Was machst Du danach? Wie verläuft Dein Frühstück? Gibt es jeden Morgen dasselbe oder wechselt Du ab? Wie fährst Du zur Arbeit? Nimmst Du immer den selben Weg? Oder probierst Du auch mal andere Wege aus?

Gehe so den ganzen Tag durch und beobachte Dich dabei, was Du alles ganz automatisch machst. Konzentriere Dich auf alles, was Du tust. Schon dadurch alleine erweiterst Du Dein Bewusstsein ungemein. Mache das ein paar Tage und gehe dann nach und nach zu Schritt 2 über.

2. Führe mehr Handlungen ganz bewusst aus!


Nachdem Du Dich selbst beobachtet hast, fange langsam an, Deine unbewussten Handlungen zu ändern. Treffe bewusst Entscheidungen. Bringe Abwechslung in Deinen Alltag. Nimm einen anderen Weg zur Arbeit. Frühstücke etwas anderes. Treffe ganz bewusst Entscheidungen, was du tun wirst und wie Du es tun wirst. Bringe so dein Leben in eine Form, die du selbst wünschst.

3. Das Sahnehäubchen: Meditiere!


Um Dein Bewusstsein dauerhaft zu erweitern, empfehle ich Dir, regelmäßig zu meditieren. Mache das am besten jeden Tag. Zum Beispiel jeden Morgen nach dem Aufstehen für 15 Minuten. Mit der Zeit wirst Du feststellen, wie Du insgesamt bewusster und gelassener wirst.

Durch regelmäßiges Meditieren trainierst Du deinen Geist darauf, sich zu fokussieren und Deine Gedanken und Deine Aufmerksamkeit bewusst zu steuern. Du wirst dadurch klarer und fokussierter und lernst bewusster zu leben. Die ablenkenden Gedanken werden weniger und Du hast einfach insgesamt eine klarere Sicht auf die Dinge, die um Dich herum geschehen.

Wenn es dir gelingt, Dein Bewusstsein zu erweitern, wirst du dein Leben auf ein neues Level heben. Durch einen bewussten Lebensstil wirst Du Dir viel klarer über Dein gesamtes Leben, deine Wünsche und die Wege, sie zu verwirklichen. Du übernimmst die volle Verantwortung für alle Deine Taten und führst ein freieres und selbstbestimmteres Leben. Übe die einzelnen Schritte und bleibe dran. Du kannst davon nur profitieren.

Kommentare:

  1. Das ist ein aufgebürsteter alter Hut, den man sich schon im alten Indien, China oder Japan aufgesetzt hat. Würde man "Aufmerksamkeit" durch "Achtsamkeit" ersetzen und kämen die Tipps noch ein wenig "edler" daher, könnte der Autor auch Thích Nhất Hạnh oder der Dalai Lama sein. Vielleicht mit Ausnahme der "Bewusstseinserweiterung", da stünden eher Timothy Leary und/oder Stansilav Grof Pate.

    Wer einen "Charisma-Trainer" braucht, dem würde ich, hätte ich überhaupt Ratschläge zu vergeben, eher zu einem Gang zum Therapeuten raten. Und die grundsätzliche Frage ist ja auch, inwieweit eine vom vorgeschlagenen Programm unbeeindruckte Existenz sich so darstellt, wie sie vom abgebildeten Widerling des Bilds repräsentiert wird. Mit solcherart vormanipuliertem Bewusstsein sitzt vermutlich der Geldbeutel lockerer in der Tasche, weil man sich ja abgrenzen muss.

    (Ich glaube, ich schalte mal den Computer wieder ab :-))

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  2. Vielleicht einfach mal bewusst drauf achten, woher der ganze Zynismus und die Negativität kommen könnte :)

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    1. Vermutlich kommt die Skepsis (meinetwegen auch: der Zynismus) daher, dass mit der Auflösung historischer Bindungen (Religion wäre nur eine davon) ein Heer von Psycho-Aposteln sich für die ohne Zweifel entstandene Leerstelle interessiert. Das ist nicht per se schlecht, weil Hilfen durchaus sinnvoll sind. Das Problem fängt dort an, wo diese Hilfen auch fürs Arbeitsleben institutionalisiert werden, was im Klartext bedeutet: Menschen haben ihre allerprivatesten Charaktereigenschaften und emotionalen Eigenschaften offenzulegen. Das ist aus meiner Sicht ein viel größerer Verlust an Privatheit als das masssenweise Abhören von Telefongesprächen oder das Speichern solcher Metadaten durch Geheimdienste. Ich sehe die Skepsis gegen die ganze Psychowelle als einen konservativen Akt zur Bewahrung autonomer Subjekte, also ein Plädoyer fürs Positive.

      Und noch einen Satz zum Charisma: Ist vorstellbar, dass ein Charisma-Trainer einem Menschen wie Ralf Steger (dem SPD-Mann aus Schleswig-Holstein) Charisma antrainiert? Das möchte ich sehen :-)

      Übrigens: Der Hinweis auf den aufgebürsteten Hut ist kein Plädoyer gegen den Hut an sich, sondern nur dagegen, ihn als einen selbstgefertigten verkaufen zu wollen. So viel differenziertes Lesen könnte man schon erwarten :-)

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    2. Schlaue anonyme Meinungen haben, ist immer einfach, selbst mal was entgegenwerfen (jenseits eines "das gabs alles schon"-Kommentar), ist schwieriger. Aber Skepsis gegen Psychoapostel ist sicher gerechtfertigt. Vielleicht ist in dem Kontext auch der folgende Artikel interessant:

      Die Gefahr von Psycho-Kult, Coaching und Selbstoptimierung

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    3. Umgangssprachlich, sagt der schlaue Duden, sei ein Kommentar Anmerkung, ErklärŠung, Stellungnahme. Exakt das wurde oben getan.
      Und inhaltlich trifft der Kommentar sich durchaus mit dem verlinkten Artikel. Der Freud-Biograph Peter Gay hat zur Entdeckung des Ich im 19. JH. bzw. zu Beginn des 20. JH zwei schöne Bücher geschrieben (weil davon im verlinkten Artikel die Rede war): Die Macht des Herzens und Das Zeitalter des Doktor Schnitzler. Da kann man das noch einmal nachlesen ...

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  3. Meiner Meinung nach ist es egal, ob ich den gleichen Inhalt an anderer Stelle schon mal gehört oder gelesen habe. Die entscheidende Frage ist doch: macht es für mich einen Unterschied? Hat dieser Text bei mir etwas in eine positive Richtung bewirkt? Meine Erfahrung ist, dass ich bestimmte Dinge wieder und wieder hören oder lesen muss, bzw. mehrmal mit der Nase darauf gestoßen werden muss, damit sie dann irgendwann auch wirklich bei mir ankommen und ich beginne sie umzusetzen. Von daher nehme ich einen solchen Text immer nur als Anstupser, um mal wieder bei mir selbst hin zu schauen, was es da zu verändern bzw. verbessern gibt.

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  4. Begriffe und Sprüche nehmen seltsame Wege: "Erkenne dich selbst" scheint durch die Jahrhunderte nichts von seiner Faszination und Gültigkeit eingebüßt zu haben. Der Zwillingsspruch dagegen, der angeblich überm Eingang des delphischen Orakels daneben angebracht war, "Nichts im Übermaß", ist dagegen, wo nicht sowieso vergessen, in den großen Fad- und Langweiligkeitsverdacht geraten. Und nirgends lässt sich das Übermaß besser beobachten als im virulenten Selbsterforschungswahn, der im Lustvollen wie im Leidvollen nur sein "genug ist nicht genug" zu kennen scheint. Dass dabei die Frage: Was ist es eigentlich, was ich über mich wissen wollte? vollkommen aus dem Blick gerät, spielt ebensowenig eine Rolle wie das Paradoxon, dass die Grundlage von Selbsterkenntnis sich oft genug in Ratgebern wie "12 Tipps und Tricks, wie Sie ganz sie selbst sein können" anpreist. Und selbst wer es für einen Augenblick geschafft hat, sein Innenleben in voller Luzidität zu überschauen und in sich zu ruhen, hat selten genug die Chance, über diesen Augenblick hinaus in sich zu ruhen, da der Markt auch hier keinen Stillstand duldet. Wär's anders, hätte man auch wieder Zeit, sich um etwas anderes als sich selbst zu kümmern.

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