5. Februar 2012

Interview mit dem Stadtmagazin port01

In der Print-Ausgabe des Leipziger Stadtmagazins port01 ist ein Interview mit mir zu Geist und Gegenwart erschienen. Ich gebe es hier einfach mal im Wortlaut weiter, weil es schließlich um diesen Blog geht und das Interview bislang noch nicht in der Online-Ausgabe erschienen ist. Viel Spaß beim Lesen...

Zwischen Geist, Gegenwart und Boxen

Gilbert Dietrich ist Leiter der Personalabteilung von Unister, einer Leipziger Internetfirma, weitgereister Philosoph und Literaturwissenschaftler und pflegt mit Hingabe und persönlichen Erfahrungen aus dem Alltag den Blog www.geistundgegenwart.de. port01 Leipzig sprach mit ihm über sein Leben und seine Ziele, über den Blog, seine sportlichen Leidenschaften und über brüllende Fitnesstrainer ...

Seite 46 der Februar-Ausgabe vom port01
Hallo Herr Dietrich, vielen Dank für die Einladung zum Interview!
Gern, ich bin gespannt!

Gut, dann los. Die erste Frage, die sich mir stellt, ist die Vereinbarkeit einer leitenden Tätigkeit mit Zahlen, Daten und Fakten und einem philosophischen Blog.
Das ist eigentlich gar nicht so schwer. Als Leiter der Personalabteilung habe ich viel Kontakt zu den Mitarbeitern und unterstütze mit Coachings und Gesprächen. Das gibt mir die Möglichkeit, das menschliche Miteinander zu beobachten und viel darüber zu erfahren und das dann abends auf der Couch im Blog zu verarbeiten.

Woher kam denn die Idee für den Blog?
Den Blog gibt es schon seit gut einem Jahr. Während meiner Zeit bei Google in Irland habe ich eine Coachingausbildung absolviert. Allerdings war es für mich schwer, jeden Abend zum Kurs zu rennen und dann festzustellen, dass recht wenig Gelerntes übrig bleibt und sich in den Alltag transportieren lässt. Auch ist es im Kurs schwer, ständig mitzuschreiben, mitzudiskutieren und mitzudenken und das Ganze dann noch aufzuschreiben. In der Zeit entstand der Blog www.geistundgegenwart.de - eigentlich als Selbstreflektion und Umsetzung der Inhalte der Ausbildung geplant oder angedacht.

Welchen Umfang hat der Blog mittlerweile?
Schwere Frage, ich schätze über 150 Artikel zu allen möglichen Themen des Alltages und pro Woche kommen ein, zwei, drei dazu. Das sind Themen, die mich selbst beschäftigen und mit denen ich mich auseinandersetze. Außerdem ist er mittlerweile eine professionelle Plattform zum Austausch und ein paar andere Autoren haben sich bereits ebenfalls mit Artikeln beteiligt.

Welchen Stellenwert und Ziele hat der Blog für Sie persönlich?
Er hat für mich einen großen Stellenwert, er dient mir als Bearbeitungsinstrument von Ideen, manchmal für mich ganz allein, manchmal im Austausch mit anderen. Er ist auch eine Ergänzung und Weiterführung meiner Arbeit. Denn in unserer Gesellschaft kann heute niemand mehr bis 67 ein- und denselben Job tagaus und tagein langweilig ableisten. Vielleicht kann er langfristig gesehen auch mein Aushängeschild werden und eine Marke für ein weiteres Leben und Arbeiten als Coach.

Welche Aufgaben übernimmt ein Coach denn? Bisher kennt man ja nur brüllende Fitnesstrainer ...
Ein Coach im Speziellen ist jemand, der nicht direkt trainiert, sondern durch gezielte Fragen zur Selbsterkenntnis führt, also ein fragegeleiteter Entwicklungsansatz. Dieses Prinzip lässt sich in allen Bereichen des Lebens anwenden und man kann, ohne als Lehrer auftreten zu müssen, hilfesuchenden Menschen neue, selbstentdeckte Möglichkeiten aufzeigen.

Klingt sehr spannend, aber ehrlicherweise auch sehr theoretisch. Welchen Ausgleich finden Sie zum Gedankensport?
Seit meiner Jugend boxe ich regelmäßig als Amateur. Ironischerweise steht man einem guten Freund im Ring gegenüber und weiß genau, dass man dem ins Gesicht schlagen muss, um selbst nicht getroffen zu werden. Irgendwo muss die physische Energie ja hin. Nach dem Training bin ich extrem entspannt und kann mich dann abends auf der Couch geistig und körperlich aus gelastet wieder dem Blog widmen.

Na wenn das mal kein Ausgleich ist. Lassen wir die rohe Gewalt als Schluss stehen, wir drücken die Daumen für noch mehr Klicks und Interessierte am Blog! Vielen Dank fürs Mitmachen!
Gern, danke für das nette Interview!

Das Interview führte Marcus Busch.

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