| Alternative Geldanlagen |
Erkenne dich selbst. Der Rest kommt (fast) von allein.
31. Oktober 2011
Wie gutes Gewissen und Geld zusammenpassen
26. Oktober 2011
Das Impostor-Syndrom trifft immer die falschen
| Misunderestimated |
Überspitzt könnte man sagen, dass allzu oft diejenigen, die Geschicke dieser Welt lenken, die sich und ihre Fähigkeiten krass überschätzen. Erinnern wir uns zum Beispiel an G. W. Bush. Solche Menschen gehen unvernünftige Risiken ein und jagen den schnellen Kicks kurzfristiger Gewinne und Siege hinterher. Oft zum Schaden ganzer Staaten oder sogar der gesamten Welt. Sie sind natürlich nicht (immer) dumm, aber eben doch nicht so schnell und hell, wie sie selber denken. Man kann sie sicher nicht alle in eine Schublade stecken und behaupten, sie seien alle so oder so. Aber man kann sagen, was sie nicht sind: Nachdenkliche und auf Nachhaltigkeit bedachte Charaktere, die Risiken abwägen und sich um die Folgen ihres Handelns kümmern. Solche Leute würde man im Finanzrummel und der Politik Zauderer nennen.
24. Oktober 2011
Schicksal oder Eigenverantwortung?
Eine existentialistische Antwort
Der Existenzialsmus ist in vielerlei Hinsicht der erste große Versuch der Philosophie, das Wirklichkeitserleben (inklusive Angst, Glück, Sinsuche, Zweifel etc.) aus der Perspektive des Individuums zu betrachten. Der wichtigste Grundgedanke klingt bereits im Namen dieser Bewegung an: Das leiteinische ex sistere, aus dem unser Wort existieren wurde, bedeutet so viel wie ent-wickeln, auch heraus-stellen und deutet darauf hin, dass Mensch sein, kein statischer Zustand, sondern ein stetiger Fluss ist, eine Bewegung und Realisation von Potential.![]() |
| Viktor Frankl hat die existentialistische Philosophie für die Psychologie fruchtbar gemacht |
Besonders nach den zwei Weltkriegen wurde es Zeit, sich von der Vernunft als Faszination des technischen Fortschritts zu lösen, der vor allem Massenvernichtung gebracht zu haben schien. Die brennenden Fragen lagen jetzt im Bereich des Selbstverständnisses des Menschen. Wie waren die Grausamkeiten möglich? Das Individuum war in einer Masse von Menschen und Maschinen von sich selbst entfremdet. Das konnte nicht die wahre Existenz sein und die Frage drängte sich auf: Wie kann ein Mensch in diesem Szenario zurückfinden zu einem authentischen Leben? Die Antwort war das Selbst, zu dem eine Beziehung wieder hergestellt werden musste. Das Selbst muss gerade auch im Angesicht und voller Akzeptanz der Sinnlosigkeiten und Härten unseres Lebens verstanden werden. Ohne Selbstverständnis keine Ex-Istenz. Also auch keine Zufriedenheit durch Selbsterfüllung und damit kein Erfolg im Zusammenleben und Wirtschaften mit anderen. Der Zusammenhang zwischen Selbsterkenntnis und Erfolg unter Mitmenschen ist leicht erklärt: Wer sein Selbst nicht versteht, der kann sich erst recht nicht in andere und ihre Gefühlswelten hineinversetzen. Ohne diese Sinn schaffende soziale Interaktion wiederum, kann man schwer ein Konzept von der eigenen Identität entwickeln. In einer Art Spirale führt das zu Sinverlust und Angst, gefolgt von noch mehr Isolation und Paralyse.
21. Oktober 2011
Gunter Dueck: Professionelle Intelligenz
Erich Feldmeier rezensiert Gunter Duecks Professionelle Intelligenz: Worauf es morgen ankommt*
Der berüchtigte Graf Dracula des zeitgenössischen Managements hat wieder ein scharfsinniges Buch geschrieben. Zwischen Wollen und Tun ist ein Unterschied, deshalb schreibt er gleich zu Anfang: "Ich sage hier nicht, dass wir Altenpflege oder Bildung als reinen Service zum Lebens-Change-Management auffassen sollten. Wir tun es." Insofern schließt Professionelle Intelligenz an Duecks vorheriges Buch Homo Oeconomicus an, in welchem über viele Seiten hinweg das Geiz-Dilemma samt Schaden und Ruin, die uns daraus erwachsen, dargelegt wird.
So heißt es nun in der Professionellen Intelligenz: "Ich hoffe, die Werte der Welt schwingen wieder zurück... Erwarte ich das? Nein" (S. 69). Dass Duecks Buch Lean Brain Management (Zitat: "der Verzicht auf Intelligenz birgt enormes Einsparpotenzial") als Satire von 2006 heute nahezu in die Realität umgesetzt ist, zeigt, mit welcher Vehemenz der Wandel über uns kommt. Unsere (Arbeits-)Welt ändert sich, nicht nur Industrie, auch Dienstleistungs-Jobs verschwinden in der Automatisierung. Mit den herkömmlichen Kompetenzen kommen wir nicht mehr viel weiter. Die Aufforderung, sich doch bitte auf die neue Zeit der "Digital Natives" (siehe Piratenpartei) einzulassen und nicht als dauerhafter Exilant darin zu wohnen, ist insofern schlau.
Wieder einmal beschreibt Dueck die verschiedenen Menschen-Typen und X-Intelligenzen sehr ausführlich, diesmal anhand des Riemann-Modells der vier Grundängste von 1961, also längst bekannt! Es wäre an der Zeit, dass wir uns vermehrt mit solchen Persönlichkeits-Typen auseinanderzusetzen, um die Diversität unserer Spezies schätzen zu lernen und in professionelle Intelligenz zu übersetzen.
In ungewöhnlich schonungsloser und vielleicht verzweifelter Weise kritisiert er seine eigene Persönlichkeits-Gruppe, die INTJs (logisch-intuitive Introvertierte). Sie würden keine Schlüssel-Figuren, weil sie sich bequem im (Alters-)Zynismus verschanzten und dann in bitterster Verzweiflung hinter ihren Möglichkeiten weit zurückblieben (S. 31, 59, 242). "Ich habe einmal einen Test absolviert: INTJ. Mein Ergebnis haben nur etwa 1 % der Menschen... An der Mitteilung des Testergebnisses hing fast so etwas wie ein Beileidsschreiben... Nach aller Wahrscheinlichkeit ist keiner in Ihrer Umgebung so wie Sie. Sie haben große Phantasie und große Ideen, aber Sie werden nicht verstanden - GAR NICHT! Wenn es hart kommt, von niemandem. Tja, dieses Urteil habe ich im Alter von 40 Jahren erfahren... Ich arbeite nun seit 20 Jahren daran, verstanden zu werden...". Dass Dueck hier (wie in seinem früheren Buch Aufbrechen) vor allem "das System" kritisiert, wird deutlich, wenn er hervorhebt: "Diese Menschen sind durch alle Siebe des Bildungs-Systems gegangen und daher alle intelligent... aber unfähig" (S. 28 und 77). Das Urteil lautet auf Lebenslänglich - bis zur Rente. Man kann gar nicht oft und deutlich genug auf solche psychologischen Dispositionen und den Mangel an der Integration dieser Unterschiede hinweisen.Für mich ist das die Schlüsselstelle des Buches, denn (und man soll ja seine Leistung ruhig vermarkten), in meinem eigenen Buch (siehe Rezension hier) schrieb ich über die mangelnde Einsicht der rationalistischen Charaktere, sich mit Smalltalk und allen weiteren notwendigen Schritten des Kommunikations-Verhaltens zu beschäftigen: "Wir müssen also dringend zur Kenntnis nehmen, dass wir mit allem Recht der Welt – und der gebotenen Vernunft – »mit diesen Dingen nichts zu tun haben wollen«. Diese Einstellung wird jedoch, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, mit drastischer Armut nicht unter lebenslänglich bestraft" (Sonntags Reden, Montags Meeting, S. 154).
Das Urteils-Schicksal Lebenslänglich muss aber nicht Lebenslänglich lauten, denn: "Es gibt den grünen Daumen der Menschenbetriebskunde... Lieben wir doch heimlich die Theorien der unveränderlichen Charaktere und Gene? Die machen keine Arbeit" (S. 99).
In 'daily dueck 135' auf seinem Blog Sinnraum schreibt der Autor jedoch selbst über das Urteil Lebenslänglich in Bezug auf Charaktere und Gene. Das müssen z.B. "die Frauen" immer wieder erleben, die sich nach der sogenannten gläsernen Decke strecken und diese "nie" erreichen, aus denselben Gründen: Urteil lebenslänglich. Sie werden einfach von der sogenannten Mehrheit nicht verstanden. Eine Charakter-Änderung scheint plötzlich gar nicht so einfach, bei der Mehr- als auch bei der Minderheit. Vielleicht ist es gar sinnlos, Frauen zu besseren Männern zu erziehen? Herzensbetriebskunde müsste also neben Menschenbetriebskunde wesentlicher Bestandteil der Bildung werden, schreibt Dueck. Was bedeutet Bildung heute? Welche Fähigkeiten werden heute dringend gebraucht? Um diese Fragen dreht sich das ganze Buch.
Um eine Veränderung herbeizuführen bedarf es einer "schmerzhaften Aufwendung an Gehirnenergie". Die Macht der Gene für die Charaktere können bei allem Veränderungswillen nicht in einem Nebensatz weggewischt werden. Jede bewusste Entscheidung - bei 20.000 Entscheidungen täglich - gegen das unbewusste Verhalten im AUTOPILOT-Modus ist ein Problem. Spiel-theoretische Entscheidungen beim Verhalten des homo oeconomicus, finden auch im Gehirn der Affen statt, die sich vor 30 Mio. Jahren vom homo sapiens verabschiedet haben (siehe kurzzeitiges Belohnungssystem).
Wir haben jedoch keine 30 Mio. Jahre Zeit um uns über die Intelligenz der Affen emporzuschwingen, wir haben keine 2500 Jahre, bis alle Führungskräfte wissen, dass sie Sokrates für die Personalführung brauchen. Ja, wir haben keine 25 Jahre mehr, um die Externalisierung der Kosten auf die Natur mit allen Mitteln zu bekämpfen – bei 7 Mrd. Mitbewohnern. Wir verbrauchen derzeit 2 Erden, das geht weder mathematisch noch biologisch gut. Die Nachhaltigkeit und Entschleunigung als stille Sehnsucht der Idealisten abzutun (S. 66) wird der globalen Herausforderung nicht gerecht.
"Top-Experten und Introvertierte leiden körperlich, wenn sie 'angeben müssen'... Sie selbst würden bei einem Vermarktungsversuch vor Peinlichkeit sterben – und noch schlimmer: Sie nehmen sich kein Vorbild an denen, die sich gut vermarkten..." (S. 31, 59). Hieraus ergeben sich eine ganze Reihe an Fragen. Warum sollen Menschen sich quälen, um von Anderen verstanden zu werden? Sollten da nicht "die Anderen" sich etwas entgegenkommend verhalten? Warum sollten Menschen gegen ihre Berufung und Leidenschaft arbeiten, statt ihre jeweiligen Stärken gewinnbringend für die Menschheit einzubringen? Niemand möchte an einem Wettbewerb teilnehmen in einer Disziplin, in der man niemals punkten kann.
Der gesamte zweite Teil des Buches handelt von nichts anderem als von der Notwendigkeit individueller Erziehung. Gilt dieses Menschenrecht nicht auch für Minderheiten? Könnte es nicht möglich sein, dass sich "die Mehrheit" auch ändert, ein kleines bisschen vielleicht? Nein? Ich erhoffe, aber natürlich erwarte ich es nicht... Umso mehr ein Grund das als utopische Vision zu formulieren.
"Aufbrechen" heißt immer auch die Minderheiten zu HÖREN (siehe Rezension zu Susan Cains Still). Professionelle Intelligenz ist ein Buch, dem man unbedingt viele Leser wünscht, die sich daran stoßen und in Konsequenz neue, vielleicht vorerst verstörende Gedanken hervorbringen.
*Das Buch erschienen 2011 bei Eichborn. Erich Feldmeier hat unter anderem das Institut für Querdenkertum gegründet, aber auch die Wohnungsbaugenossenschaft Jung und Alt e.G. und ist als Lehrbeauftragter und Berater tätig.
20. Oktober 2011
Impostor-Syndrom: Krankheit oder Anstand?
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| Fake it till you make it! (gefunden auf These Americans) |
15. Oktober 2011
Die Ordnung des Geistes gegen Stress
13. Oktober 2011
Evolutionäre Aspekte unseres Entscheidungsverhaltens
Als Ergänzung zur Rezension seines Buches Sonntags Reden, montags Meeting hat der Autor Erich Feldmeier diesen Artikel geschrieben, der auf die evolutionären Wurzeln unseres Innovationsunvermögens eingeht. Aber lesen Sie selbst:
Menschen streben nach Einzigartigkeit und die ist in Zeiten der Globalisierung gar nicht so einfach zu erreichen, weil wir uns zunehmend mit den vielen anderen Menschen vergleichen. "Massenmedien mit ihrer Informationsflut... machen nämlich alle Teilnehmer am medialen Geschehen faktisch zu einer einzigen kompetitiven Gruppe. Man gerät als Medienkonsument - trotz besseren Wissens - in Wettbewerb" (1). Wer heute noch etwa ein wirklich bedeutender Bergsteiger sein will, muss man nicht nur alle 14 Achttausender besteigen, sondern da auch die steilen, sehr schwierigen und noch nicht begangene Routen gehen (2). Und wer kennt schon den zweiten Mann auf dem Mond? (3).
10. Oktober 2011
Wie Innovationen dennoch gelingen
| Ein Buch mit 7 Siegeln und 5 Schlüsseln |
Feldmeier macht sich daran, Antworten für diese Frage zu finden. Dieses Feldmeier'sche Finden ist ein abenteuerlicher und amüsanter Ritt durch die Geistesgeschichte, die Politik, Wissenschaft und Gegenwartskultur. Von Platon über Machiavelli bis zu Precht und Jamie Oliver kommen alle zu Wort. Da wird links und rechts mitgenomen, was am Wegesrand wächst. Schnipsel aus der Computerwoche genauso wie aus der Süddeutschen oder der ZEIT. Das Buch gleicht einem faszinierend (in 7 Siegel und 5 Schlüssel) geordneten Zettelkasten, in dem sich alles um die Fragen dreht: Warum handeln wir nicht vernünftig? Und: Wie kommen wir da wieder raus?
9. Oktober 2011
Warum klappt eigentlich rein gar nichts?
- Banken und Wirtschaft insgesamt scheinen trotz aller Mühen und bei Strafe des Untergangs dieses Systems nicht unter Kontrolle zu bringen sein.
- Globale Umweltschutzziele und Vereinbahrungen sind immer schon ein Lacher gewesen.
- Bekämpfung von Hunger, Krankheit und Armut. Müsste eigentlich machbar sein, kriegen wir aber nicht hin.
- Die versuchten Befriedungen und Demokratisierungen im Nahen Osten, in Afrika, Irak oder Afghanistan - da haben wir offenbar keine Chance. Selbst die Revolutionen in Nordafrika drohen im Kanonenrohr zu krepieren.
- auch im kleineren Rahmen, z.B. in der Innen- und Parteipolitik, läuft alles schief: Alle Parteien scheinen ständig irgendwelche Wahlen zu verlieren (außer gerade die Piraten und manchmal die Grünen); Bahnhöfe können weder gebaut noch verhindert werden, dasselbe gilt für Autobahnen und Stromtrassen; der DAX ist auf Talfahrt, genauso wie der Geschäftsklima-Index; seit Jahrzehnten scheitern wir mit der Gesundheits-, Verkehrs- und Bildungspolitik und so weiter und so fort.
8. Oktober 2011
Weniger und Kleiner!
Wie überleben wir das 21 Jahrhundert?
4. Oktober 2011
Umgang mit psychisch Gestörten vom Mittelalter an
2. Oktober 2011
Geschichte des antiken Gehirns
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| Alle Sinneseindrücke liefen im Herzen zusammen |
Der anatomische Aufbau des Gehirns war selbst den Medizinern der Antike ein Rätsel. Denn der menschliche Körper, auch der tote, war den Griechen und den Römern heilig und anatomische Sektionen von Leichen war undenkbar. Vielmehr obduzierte man Tiere, um von ihnen auf den Menschen zu schließen, oder auch mal eine Totgeburt, vielleicht auch heimlich mal eine Leiche. Das aber reichte nicht für eine Wissenschaft von der Anatomie des Menschen.
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Der folgende Artikel ist als ein Einstieg in das Thema für Interessierte und Betroffene gedacht. Er ist keine strikt wissenschaftlich-psyc...
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