16. Mai 2013

Motivation ist überbewertet

Warum die meisten Leute "trotz allem" gern zur Arbeit gehen


Verschiedene Studien bescheinigen uns, der arbeitenden Bevölkerung, einen kompletten Mangel an Motivation. Angeblich schleppen wir uns jeden Morgen zur Arbeit, die wir hassen. Jeder vierte habe "innerlich gekündigt", sagt die letzte Studie von Gallup.

Die Phrase von der innerlichen Kündigung ist in sich schon bescheuert, denn die Kündigung ist ein Akt, der nicht innerlich vollziehbar ist, sondern durch einen Kommunikationsakt mit mindestens einer weiteren Partei und/oder dadurch äußerlich vollzogen werden muss, dass wir nicht mehr zur Arbeit gehen. Wer diesen Akt nicht in aller Konsequenz vollzieht, hat also offenbar doch eine Motivation, an gewohnter Stelle in Lohn und Brot zu bleiben oder ist einfach zu träge, wirklich zu kündigen. Ich glaube nicht an die innere Kündigung, sondern daran, dass Menschen gemäß ihrer Persönlichkeitsdimensionen mehr oder weniger, auf jeden Fall aber ganz komplex motiviert sind, bestimmte Ziele zu verfolgen und Gegebenheiten zu tolerieren, sie zu formen oder ihnen aus dem Weg zu gehen. Was aber motiviert uns nun überhaupt?

Bundesarchiv Bild 183-1984-1102-002, Milchviehanlage Dittmannsdorf, Kollektiv

14. Mai 2013

Was willst du wirklich vom Leben? Finde es heraus!

Stephan Wießler ist Trainer und Coach für Charisma und Motivation. In seinen Coachings und Seminaren unterstützt er Menschen dabei, ihre Träume zu entdecken, zu verwirklichen und sich persönlich weiterzuentwickeln. Hier und jetzt zeigt er uns eine sofort anwendbare Methode, mit der wir in etwa einer Stunde herausfinden können, was wir wirklich im Leben wollen und wie wir es schritt für Schritt erreichen. Viel Spaß...

12. Mai 2013

Bildung und Technik für die moderne menschliche Seele

"Du kannst die beste Bildung genossen haben und doch geht dein Leben schief."

Der Philosoph Alain de Botton ist einer meiner "Gurus". In London hat er die "School of Life" gegründet, weil er festgestellt hat, dass wir viel in unseren Bildungseinrichtungen lernen, aber nicht das Wichtigste: Wir lernen nicht zu leben. In seiner Schule des Lebens kann man zwar kein Diplom bekommen, dafür kann man lernen, wie man besser liebt, erzieht, arbeitet, wie man dem Stress mit Ruhe begegnet, wie man mit seinen Ängsten umgeht, dem Tod begegnet und eben generell ein besseres Leben führt.

Wie haben es die Religionen geschafft, uns über Jahrtausende mit Sinnstiftung zu versorgen? (Temple in Seoul)

Auf der Konferenz Seoul Digital Forum in Korea sprach er über das, was wir in der Moderne vermissen: die Sinnhaftigkeit unserer Existenzen, Weisheit und emotionales Wissen. Er konfrontiert sein Publikum damit, dass viele Menschen zwar verheiratet sind, aber ihre Partner nicht (mehr) lieben und dass fast alle täglich zur Arbeit gehen, ohne eben diese Arbeit zu lieben. Dabei sind Liebe und Arbeit die zentralen Elemente unserer nodernen Gesellschaften. Das sind für ihn also die großen Probleme des modernen Lebens. in Konsequenz ruft er Samsung (also sozusagen den Hausherren dieser Konferenz) dazu auf, nicht nur schicke Telefone zu bauen, die der Kommunikation und Zerstreuung dienen, sondern an der Lösung dieser wahren und großen Probleme mitzuarbeiten: "Entwickeln Sie Applikationen, die uns dabei helfen, die großen Lebensfragen zu meistern und nicht lediglich einenader anzurufen oder im Internet zu surfen."

9. Mai 2013

Persönlichkeit zwischen Umwelt und Vererbung

In welchem Verhältnis prägen Vererbung auf der einen und Sozialisation oder zufällige Erlebnisse auf der anderen Seite unsere Persönlichkeit? Und welches sind die maßgeblichen Faktoren, die neben der Vererbung zur Ausprägung unserer Persönlichkeit führen?

4. Mai 2013

Reiss Profile: Was treibt dich an?

Selbsterfahrung mit dem Persönlichkeitstest von Steven Reiss


"Was macht die Menschen im Leben letztlich glücklich und zufrieden und damit dauerhaft leistungsfähig? Was ist für jeden einzelnen Menschen wirklich wichtig?"

16 Lebensmotive, die uns nach Steven Reiss antreiben

Die Frage nach dem Glück und den wirklich wichtigen Dingen in unserem Leben steht der Analyse meines Reiss Profiles voran, die Reiss Master Svenja Hofert mit mir durchgeführt hat. Und es ist eine gute Frage, eine die durch andere Persönlichkeitstests so deutlich nicht erfasst wird. So sehr ich MBTI oder Big Five als "Bestandsaufnahme" unserer individuellen und überdauernden Persönlichkeitsdimensionen schätze, so sehr bin ich überzeugt, dass ein ergänzender Blick auf die uns antreibenden Motive im Leben sinnvoll sein kann.

Anhand von 16 Lebensmotiven wird im Reiss Profile herausgearbeitet, was mich im Leben antreibt. Daraus könnte sich am Ende nicht nur ein enormer Zuwachs an Verständnis der eigenen Persönlichkeit ergeben, sondern auch eine neue Möglichkeit, eigene Entscheidungen - seien sie beruflicher oder privater Natur - zu überdenken. Die 16 Motive sind: Macht, Teamorientierung, Neugier, Anerkennung, Ordnung, Sparsamkeit/Sammeln, Ziel- und Zweckorientierung, Idealismus, Beziehungen, Familie, Status, Rache/Kampf, Schönheit (Eros), Essen, Körperliche Aktivität, Emotionale Ruhe.

Diese Motive erscheinen dem Laien (und auch manchem Psychologen) erst einmal ziemlich willkürlich zusammengewürfelt, sind aber laut Steven Reiss die grundlegenden 16 Motive, die alles menschliche Verhalten bestimmten, wie Reiss in über 6000 Interviews herausgefunden haben will. Kritiker halten gar die zugrunde liegenden Motivationstheorien aufgrund unzureichender empirischer Belege für wissenschaftlich gescheitert. Mehr noch: Reiss Profile funktionierten im Grunde wie Horoskope, denn die Motive seien so "vage formuliert, dass sich jeder heraussuchen kann, was auf ihn zutrifft und hat nach dem Test das Gefühl, seine Person sei präzise beschrieben worden" (Wikipedia).