26. Mai 2015

Wie das Prinzip Leistung unsere Kinder überfordert

Eine Rezension zu Burnout Kids von Erich Feldmeier

Dieses Buch (Burnout-Kids: Wie das Prinzip Leistung unsere Kinder überfordert) von Michael Schulte-Markwort ist ein Muss! Für alle! Schulte-Markwort thematisiert in seinem Buch die "Traumatisierung der Kriegsgeneration, die Bankrotterklärung des Schulsystems und die maximale Ökonomisierung bis in den letzten Familienwinkel hinein." Und dem Lektorat des Pattloch-Verlags gebühren 5 Sterne für das prägnante Nachwort, das eine schonungslose und überaus gelungene Zustandsbeschreibung unserer Gesellschaft liefert und eine großartige Zusammenfassung des Buches ist.

Schulte-Markwort stellt sich unmissverständlich in den Dienst der heutigen Jugend, die Kinder und Jugendlichen sind ihm ein echtes Anliegen. Aufgrund seiner langjährigen Berufserfahrungen in der Kinder- und Jugend-Therapie musste er zur Feder greifen. Er betont, daß er lange gezögert hat, dieses Buch zu schreiben, weil er glaubte nicht die richtigen Worte zu finden. Statt Hysterie, Anprangern und einseitige Schuldzuweisungen möchte er eine weitreichende und radikale Diskussion anstoßen ohne dabei pauschal (digitale) Medien, das Leistungs-Prinzip an sich oder gar 'den Kapitalismus' zu verteufeln. Er warnt vor Idealisierungen und romantischen Vorstellungen, etwa daß ‘früher alles besser’ war, denn - so der Autor - eine Idealisierung ist immer auch ein Abwehrmechanismus, und verhindert die Konfrontation mit der Realität.


Wie - das ist nicht Ihre Familie? (Bild gemeinfrei)

Kinder als Fieberthermometer unserer Gesellschaft

Das Dauergefühl der Zerrissenheit und Zersplitterung und das Gefühl, dass sie trotz oder gerade wegen ihrem Leistungs-Willen dem Erziehungsauftrag nicht gerecht werden zu können, macht Mütter, Väter und in der Folge ihre Kinder krank. Bei diesem fehlgeleiteten Leistungsprinzip handelt es sich um einen Massenwahn, dem wir alle hemmungslos verfallen sind. Schulte-Markwort spricht in diesem Zusammenhang von unseren Kindern als Fieberthermometer einer durchökonomisierten Gesellschaft. Das einzige was uns momentan dazu einfällt seien Wadenwickel. Eine Bankrotterklärung.

Schulte-Markwort liefert einige drastische Beschreibungen unseres Gesellschafts-Systems, die, konsequent zu Ende gedacht, zu einer Revolution in unserer Gesellschaft führen müssten. Er schildert die "alles durchdringende leistungsorientierte Ökonomisierung unserer Gesellschaft" und deren psychologische Wirkung auf Kinder und Jugendliche ohne einseitig oder ausfällig zu werden.

Die freiwillige Zielvereinbarung

"Leider drücken wir Anerkennung in Geld aus... Gier klingt negativ... und dennoch haben wir es mit einem kollektiven Phänomen zu tun, das zur Grundausstattung des Menschen gehört." (S. 247)

Schulte-Markwort gibt sich nicht der typischen Kapitalismus-Kritik hin, die einem anonymen nicht-greifbaren System die Schuld zuweist. Er entdeckt die Evolution, die Mechanismen der (Epi-)Genetik und Biochemie als die letztlichen Ursachen für unser 'Höher, Schneller, Weiter'. Die Gier nach Zufriedenheit, Leistungserfüllung und Anerkennung gilt nämlich genauso für alle biochemischen Vorgänge beim Essen, Shoppen, Drogen, Narzissmus.

"Wir alle haben uns daran gewöhnt, daß in ernsthaften Gesprächen über jährliche Ziel- und Leistungsvereinbarungen festgelegt wird, wie viel mehr Leistung wir bringen... Nun sind es ja keine bösen Wirtschaftswissenschaftler, die uns geschickt dazu bringen, alles in der Welt zu zählen und zu bewerten. Wir selbst sind es..." (S.149)

Das Wechselspiel zwischen Leistung und Anerkennung beschreibt er zum Beispiel mit einem schockierenden Zitat von einem 16jährigen Mädchen:

"Wir achten alle sehr auf unseren Körper, unser Gewicht. Hat man mal nach einem Familienwochenende zugenommen, sagt mindestens ein Mädchen so etwas wie: Na, dickes Wochenende gehabt? (...) Manchmal entscheidet der Blick in den Spiegel am Morgen darüber wie mein Tag wird… Ich bin sehr unglücklich mit meinem Körper, und ich kenne auch kein Mädchen, dem es anders geht." (S. 212)

Diesen neurobiologisch-psychologischen Teufelskreis der Versagensängste beschreibt er mit vielen weiteren Beispielen. Das Gefühl der ständigen Beschleunigung, das Leben im Hamsterrad schaukelt sich unerbittlich immer mehr auf.

"Das zentrale Lebensgefühl unserer Kids ist dadurch gekennzeichnet, daß sie damit leben müssen, nie wirklich allen Anforderungen gerecht zu werden..." (S. 90)

"Sie schreiben sich ihre Erschöpfung selbst zu und werfen sich vor, es liege daran, daß sie sich nicht genügend anstrengen..." (S. 64)

"Dadurch entsteht ein ständiges Gefühl des Nichtgenügens, Nichtgelingens... Diese Jagd ist gekennzeichnet von Unerreichbarkeit. Sie ist anstrengend und frustrierend und am Ende kommen alle mit leeren Taschen nach Hause..." ( 174)

"Unbefriedigte Gier ist stressig und erhöht die Geschwindigkeit im Hamsterrad." (S. 248)

Das Hamsterrad der unbefriedigten Gier führt zu Leere und Erschöpfung. In einem Kapitel widmet sich Schulte-Markwort den historischen Ursachen der Erschöpfung: die Traumatisierung der Großeltern-/Kriegsgeneration. Die "transgenerationale Weitergabe" von Schuld und "Verdrängung des Gefühlschaos" schlägt bis zur Enkelgeneration durch, eine kollektive Auswirkung auf individuelle Familienbiographien ist wahrscheinlich und lässt sich möglicherweise epigenetisch (1) herleiten.

Zum Schluß die eigentliche Sensation dieses Buches, die Revolution, von der wir eingangs sprachen. Schulte-Markwort spricht im Buch explizit vor allem von Mädchen, die an der Angst des Nichtgenügens scheitern. Diese chronisch-pathologische Versagensangst setzt sich nahtlos bis in die Müttergeneration fort. Das Buch ist somit ein in dieser Deutlichkeit und Dramatik noch nie dagewesenes Lehrstück in fehlgeleiteter Frauen- und Familienpolitik.

Ich leite ein Familienunternehmen

"Familien sind wie Unternehmen, in denen alles klappen muss. Maximale Organisation ist die Devise, und wenn jemand ausfällt, ist die Katastrophe da." (S. 262)

Die Katastrophe trifft indes nicht nur Frauen. So schreibt der Journalist Stefan Schulz aus eigener Erfahrung in der FAZ vom 08.01.14: "Die Idee, Arbeits- und Berufsleben balancieren zu können, ist ein sicherer Weg ins Unglück."

Und die Familienökonomin Susanne Seyda vom Institut für Wirtschaft in Köln, die an einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zur Berufstätigkeit von Frauen mitgewirkt hat, sagt: "Die Unzufriedenheit erwerbstätiger Frauen hat mich auch sehr überrascht." (2, 3) In diese Kerbe schlägt nun Schulte-Markwort vehement und wohlbegründet hinein.

"Ohne die unglaubliche Leistung der Mütter… würde 'in Sachen Kinder' nichts laufen... Es bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, als ihren Kindern ein Modell des erschöpften Ausgebranntseins vorzuleben. Das andauernde schlechte Gewissen der Mütter verstärkt den Kreislauf, der das Hamsterrad in den Köpfen der Kinder antreibt..." (S. 264)

"Mütter leben fast immer in dem Gefühl, ihren Kindern nicht wirklich gerecht zu werden. Sie versuchen, die unterschiedlichsten Interessen zu Hause – einschliesslich ihrer eigenen – unter einen Hut zu bekommen… Die Mütter geben alles, damit sich das Kind gut entwickeln kann. Wenn der erste Reflex einer Mutter auf Probleme beim Kind ist, die Ursachen dafür bei sich selbst zu suchen, erhöht das den Druck auf das Kind enorm. Kinder sind in einem guten Sinn sehr gehorsame, einfühlsame Wesen und wollen der Mutter auf keinen Fall Kummer und Sorgen bereiten. Im Gegenteil: Kinder versuchen alles, um ihre Mütter zu entlasten – allerdings geht das oft schief." (S. 193).

Womit Schulte-Markwort keinesfalls andeuten möchte, daß die Mütter daran Schuld haben! Sie seien in der Regel schließlich diejenigen, die unter großen Verzichtsleistungen und noch größeren Anstrengungen versuchen die Leerstelle des Vaters zu besetzen.
Genau hier knirscht und bricht das gesamte ‘System’ Bildung, Erziehung und Familienförderung. Solange Väter (und Mütter) berechtigte Bedenken haben, bei bornierten, beratungsresistenten Firmen wegen der Kindererziehungszeiten Karrierenachteile befürchten zu müssen, solange wird sich 'das kranke System' nicht leicht und auch nicht kurzfristig ändern lassen. Väter, das zeigen die Statistiken zweifelsfrei, sind dabei noch viel weniger bereit, Karrierenachteile hinzunehmen und zu 'verzichten'.

Genau deswegen hat sich 'das kranke System' der suggerierten Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei den Müttern ja erst entwickelt. Jeder Erfolg im Bereich Familienpolitik wird latent mit dem Slogan beworben: “Die Zeit, die ich für unser Kind brauche.” (4)

Die sog. Flexibilisierung der Arbeit geht gerade in höher qualifizierten Berufen einher mit massiv gestiegenen Reisezeiten (Projektarbeit, Dienstleistungen bei Beratungsfirmen). Es lässt sich erahnen, daß die notwendige zeitliche Flexibilisierung für die Familienarbeit im Dauerclinch mit den Anforderungen der beruflichen Flexibilisierung steht und somit im Alltag gar nicht so einfach umzusetzen ist.

Das viele Geld für Krippen wäre möglicherweise viel besser in die Väter investiert, so daß endlich auch sie ohne das Gefühl des Zerrissenseins Erziehungs-’Urlaub’ nehmen können bzw. dürfen. Die Stigmatisierung junger Frauen beim Einstellungsgespräch würde zudem entfallen, wenn wir davon ausgehen, daß Familienarbeit (nicht Hausarbeit) im Regelfall in vollem Umfang partnerschaftlich geteilt wird. Und Väter würden kraft eigener Erfahrung die Zerrissenheit, der Mütter und Kinder heute täglich ausgesetzt sind, hautnah erleben und in ihrem Umfeld für Veränderungen eintreten. Last not least ist es auch für Väter eine bereichernde Lebenserfahrung, Kinder auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden begleiten zu können und so die schönen Seiten der Kindererziehung wahrnehmen zu dürfen.

Schulte-Markwort sagt von sich selbst, daß er keineswegs perfekt ist und sich nicht anmaßen will, anderen vorgefertigte Patent-Lösungen aufzuzwingen:

"Während des Schreibens habe ich mich oft an die eigene Nase fassen müssen... Ich habe in den letzten Jahren verschiedene Modelle ausprobiert, wie ich mit dem täglichen Mail-Aufkommen, insbesondere den vielen Mails außerhalb der Arbeitszeit zurechtkomme... dann verlängert sich mein Arbeitstag regelmäßig auf 12 Stunden und ausführliche Mails beantworte ich am Sonntag. Ich bin für meine eigenen Kinder ein abschreckendes Beispiel.“ (S. 228)

Ein authentisches Vorbild mit eingestandenen Schwächen, das zeigt, wie schwer Veränderungen sind. Dem Buch sind viele Leserinnen und Leser zu wünschen. Und unseren Kindern und uns selbst schulden wir, dass wir endlich richtige Schlüsse aus unseren Einsichten ziehen.


  1. Epigenetik: Wie die Umwelt unser Erbgut beeinflusst
  2. Unzufriedenheit: Eigentlich Theoretisch Gleichberechtigt 
  3. Vereinbarkeit: Stefan Schulz
  4. Die Zeit, die ich für unser Kind brauche: Finde den Fehler

Kommentare:

  1. Eigentlich ist es sehr einfach: Jeder Mensch ist wertvoll, weil er Mensch ist.

    So sollte es zumindest sein. Würden Kinder einfach nur bedingungslos geliebt, so bekämen sie ein Urvertrauen mit auf den Weg, das sie später sicher auf beiden Beinen durchs Leben gehen ließe. Eine Gesellschaft, die Leistung überbetont, und das schon bei Kindern, macht das schwierig. Ein ganzes Leben lang niemals genug zu sein, und das aus einem inneren Gefühl heraus, das ist anstrengend. Zunächst kann es recht praktisch sein für einen Arbeitgeber, solche Mitarbeiter zu haben. Die hängen sich richtig rein, weil sie sich laufend was selbst beweisen müssen. Doch wenn dem keine Grenzen gesetzt sind, droht der Zusammenbruch. Es geht nicht darum, Leistung komplett zu verteufeln. Aber: Die Grenzenlosigkeit der Leistungsgesellschaft ist die eigentliche Gefahr – vor allem für Menschen, die kein "es ist genug" bzw. "ich bin (mir) genug" in sich tragen.

    Erschreckend finde ich, wie doch einige Eltern in diesem grenzenlosen Leistungsding mit drinhängen. Was man selbst überzeugt oder unhinterfragt lebt, das gibt man eben weiter. Alle reden von Wissen und Wissensgesellschaft und übersehen dabei, dass wir ein Defizit an Weisheit züchtet. Wie ein gutes Leben geht, wer sollte einem das erklären, wenn nicht die Eltern? Aber wenn die das schon selbst nicht hinkriegen?

    Ich finde, es gibt gerade schon Ansätze, die sich intuitiv dem ganzen Ding entgegen stellen. Da ist die Generation Y, die weniger arbeiten möchte. Da ist die Minimalismus-Bewegung, die nicht mehr jeden Mist kaufen möchte und sich fragt, was wirklich wichtig ist. Eine Revolution wird aus beiden nicht kommen, das verhindert der Individualismus. ("Ich möchte weniger arbeiten", vs "wir möchten weniger Arbeiten", bzw. minimalistisch: "was brauche ich" vs "was brauchen wir")

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    1. "Ich finde, es gibt gerade schon Ansätze, die sich intuitiv dem ganzen Ding entgegen stellen."

      Nachdem man mit lauter Strohmännern in der Argumentation gearbeitet hat und die Landkarte mit dem Gelände verwechselt hat, einen Ausweg aufzeigen: klassisch!

      Wer so denkt, sollte besser niemanden beraten, vor allem nicht therapeutisch: "Ein ganzes Leben lang niemals genug zu sein, und das aus einem inneren Gefühl heraus, das ist anstrengend."

      Weißt du eigentlich, was du da für einen Scheiß nutzt, wenn auch nur "intuitiv"? Das ist der härteste Bewusstseins-Dreck, den du Leuten kredenzen kannst! Ans innere Gefühl appellieren und, wenn da Unzulänglichkeit verspürt wird, einen Mühlstein umhängen. Aber hey, du meinst es ja gut und die armen Leute rennen ja im Hamsterrad. Warum nicht mit psychosomatischen Beschwerden menetekeln - das System bricht ja ohnehin zusammen, das unmenschliche!

      Wieviel Urvertrauen und Liebe doch aus einer Argumentation spricht, die das Stress-Leben weniger als Standard für den Rest verstanden wissen will, damit die Polemik funktioniert, wieviel Weisheit! Gott, wo kann ich unterschreiben für die Revolution? Aber sie wird ja verhindert durch den Individualismus! Oh nein!

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    2. Hey Anonym,

      immer schön freundlich und vor allem sachlich bleiben... Die Möglichkeit, hier anonym zu kommentieren ermögliche ich im Vertrauen auf die Vernunft der Leser und Kommentierenden hier. Anonym ist nicht dazu da, sich daneben zu benehmen.

      Wenn du irgend ein gutes Argument hast, dann stell es hier gern zur Debatte. Drück dich klar und deutlich aus, erkläre was du meinst und argumentiere vernünftig. Dann kann das wirklich alle weiter bringen.

      Wenn du nur rumpöbeln willst, dann sei wenigstens ehrlich und sag das.

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    3. Erich Feldmeier30. Mai 2015 um 08:37

      es geht ja tatsächlich nur um - fehlgeleitete- Leistung.
      Nicht so sehr Leistung macht uns krank, sondern Überforderung und ! Schlechtes Gewissen!
      Es ist m. E. ein ausgezeichnetes #gender - Buch.
      Schulte-Markwort betont, daß HöherSchnellerWeiter unser evolutionäres Erbe ist.

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    4. Nicht so sehr Leistung macht uns krank, sondern Überforderung und ! Schlechtes Gewissen!
      Soeben habe ich diesen Kommentar ein zweites Mal gelesen. Und jetzt stelle ich genau denselben Knackpunkt fest. Das schlechte Gewissen! Unbemerkt schleicht es sich ein.
      Morgen muss ich Erledigungen in der Stadt tätigen und werde gleich den nächsten Buchladen "mitnehmen", trotz der wenigen Zeit zum Lesen.

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  2. Hallo Anonym. Ich weiß nicht, was Dich in meinem kleinen Kommentar so aufgebracht hat. Eigentlich wollte ich meinen Kommentar zunächst gar nicht posten, weil die ganze darin genannte Thematik sehr viel mit meinem Inneren zu tun hat – und das leider nicht so, dass ich in irgend einer Form ein "Gewinner" wäre, eher im Gegenteil. Keine Sorge, ich berate niemanden therapeutisch. Vielleicht wäre es für Dich aber mal eine Idee, zum Profi zu gehen, wenn Dich eine simple Äußerung solcher Gedanken offenbar zu so einer heftigen Reaktion verleitet. (So, und bevor Du jetzt gleich das nächste Mal explodierst, tu mir den Gefallen und denk einfach mal zwei Minuten nach, über was Du Dich wirklich aufregst.)

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  3. Gute Einsichten! Allerdings sehe ich tatsächlich bereits einen starken Gegentrend, den To7 erwähnt hat:
    Es entwickelt sich auch eine Generation, die Freizeit und BEziehungen höher bewertet als ARbeit und materieller Wohlstand.
    Themen wie Minimalismus, Achtsamkeit, Körperbewußtsein sind ein Ausdruck davon....
    Jan

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    1. Klingt hoffnungsvoll. Ein Plus könnte dann der Abschied von Gifteleien (Gift) und Neid in der Gesellschaft sein. Ein Mehr an Leben.

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  4. Die überforderten Mütter, schreibt Schulte-Markwort, versuchen die "Leerstelle Väter" zu kompensieren, wohl wissend, besser ahnend, daß sie aus dieser Nummer schlecht rauskommen;
    was tun also, im Alltag?
    Hierzu hat @wilddueck mal wieder einen treffenden Artikel verfasst.
    Was 85 % der Frauern / Mütter wirklich wollen? Zuhause _und_ im Büro? Lesen Sie selbst!

    http://www.omnisophie.com/dd245-entlastungsstoehnen-ohne-erloesungshintergedanken-juli-2015/

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  5. Wo ist nur die Zeit geblieben? Aktueller Artikel zum Dauerthema: Vereinbarkeit von Familie und Beruf:
    http://www.sueddeutsche.de/leben/die-deutschen-und-ihre-zeit-schnell-schnell-schnell-1.2622371-2
    Zur "Leerstelle Väter":
    "Väter verbringen seit 2001 zehn Minuten mehr mit ihren Kindern - pro Woche.... ;-)
    vgl. auch: #Elchjagd Verbale Aufgeschlossenheit bei gleichzeitiger Verhaltensstarre:
    http://ed.iiQii.de/gallery/Querdenkerinnen/AM_annette_mennicke_de

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    1. Interessanter Artikel. Und lustig, wie aus solchen Mikey-Mouse-Zahlen schon ein "positver Trend" abgeleitet wird.

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  6. Was mir als erstes spontan dazu einfällt? Die Mitte ist weggebrochen. Es ist kein Hamsterrad mehr, es ist eine Zentrifuge. Das Credo: Wer einmal rastet der fliegt raus, der verliert bereits vorgestern den Anschluss. Ist man raus, landet man auf der Müllhalde der Arbeitssuchenden, die das nicht mehr mitmachen oder mitmachen können. Entweder Oder. Beides ist exakt das gleiche Dilemma. Die Raserei oder ein "scheintotes Leben" außerhalb der Gesellschaft und Befürchtungen, weil die soziale Sicherheit wegzubrechen droht. Vogel friss oder stirb. Und so lande ich wieder bei der Mitte, die weggebrochen ist, weil nur noch die Wahl zu bestehen droht, zwischen zwei Extremalternativen, die keine Alternativen sind. Alternativlos. Durchhalten mit "Erfolg" oder Absagen als "Versager" oder "Nicht mehr Könner". Das Buch ist interessant, weil ich ständig auf die Gesellschaft ein Auge werfe. Ich sehe es als krass an, weil es nichts mit Pessimismus zu tun hat. Keiner will das faule Ei sein. Das ist das Faule daran. Ich möchte das Buch lesen, denn ich schneide hier ja nur ganz oberflächlich etwas an. Zeit zum Lesen. Das ist es! Hat die jemand noch? Das JA zum NEIN ist ein unbezahlbarer Luxus. Ja dieser Luxus ist ein Affront. Ganz böse, was ich da sage. Oder?

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    1. "Das JA zum NEIN ist ein unbezahlbarer Luxus" Das ist ja wirklich ein toller Satz, den musste ich gleich auf Facebook posten. Ich fürchte, da haben Sie vollkommen Recht! Vielen Dank für diesen tollen Kommentar.

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  7. Ich möchte noch nachtragen, dass die Kinder die Kette in der Familie sind.

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