4. Juni 2011

Mittens 10 Regeln des Erfolgs

Wie man zum Gewinner wird von Jessica Hagy

Heute las ich einen Artikel von Steve Mitten, einem sehr erfolgreichen und anerkannten Coach aus den USA. Der Artikel heißt übersetzt Die 10 Gewohnheiten von besonders erfolgreichen (und äußerst) glücklichen Menschen. Natürlich macht mich so ein Artikel erst einmal stutzig: "Meine 10 Erfolgsgeheimnisse" - heißen so nicht die schlimmsten Ratgeber auf der Bestsellerliste der Bunten? Kann man es wirklich auf 10 Prinzipien runterbrechen? Natürlich nicht und das sagt Mitten auch selbst. Und er fügt hinzu, dass er diese 10 Eigenschaften einfach häufig bei den erfolgreichen Leuten, die er coacht, beobachtet hat. Ich finde das ehrlich und neige generell solchen empirischen Ansätzen zu. An der Beobachtung ist erst einmal nichts "falsch". Auf die Interpretation kommt es an. Daher fragte ich mich auch, was es überhaupt heißen soll "erfolgreich und glücklich"? In welcher Hinsicht denn? Ich finde, dass kann und muss jeder selbst für sich entscheiden und wenn die 10 beobachteten Prinzipien jemandem dabei helfen, seinen wie auch immer definierten Erfolg zu finden, dann ist das nur gut. Also las ich die 10 Prinzipien und fand die meisten auch noch sympathisch und bedenkenswert, selbst wenn man nicht auf den schnöden weltlichen Erfolg aus ist. Neugierig? Hier sind Mittens 10 Regeln...

  1. Kompetenz: Durch ständiges Hinzulernen richtig gut im eigenen Spezialgebiet werden
  2. Klarheit: Wissen, wer man ist, die eigenen Stärken nutzen und die nächsten Schritte kennen
  3. Mut: Risiken eingehen, etwas wagen, selbst wenn man droht an seine Grenzen zu stoßen
  4. Verbindlichkeit: Sich nicht abbringen lassen, verlässlich seinen Weg gehen, Hindernisse überwinden
  5. Organisationstalent: Die wichtigsten Dinge geregelt bekommen, Zeit gut zu planen, sich selbst schonen, auf Nachhaltigkeit angelegt sein
  6. Ambiguitätstoleranz: Veränderung lieben und kreativ gestalten, Veränderungs-Stress gering halten
  7. Mitgefühl: Andere fördern, gut behandeln, für sie sorgen
  8. Verbundenheit: Pflegen der mitmenschlichen Beziehungen; Intimität, Geduld, Vergeben, Gegenseitigkeit und Spaß kultivieren
  9. Aufrichtigkeit: Ehrlich, integer und bescheiden; seine eigenen Grenzen kennen 
  10. Berufung: Einen höheren Zweck finden, anstatt nur für die materiellen Dinge leben 

Schön oder? Ob diese 10 Punkte nun Erfolg und Glück bringen oder nicht, sie sind es einfach Wert, einmal durchdacht zu werden. Und wenn es nur ist, um sich das Leben etwas einfacher zu machen. Wenn ich so drüber sehe, würde ich sagen, ich bin bei 6 von den 10 Regeln schon gut dabei. Einige andere, wie z.B. Mut und Verbundenheit, will ich unbedingt noch stark ausbauen. Was sagen Sie? Bringen Ihnen diese 10 Punkte etwas?

Kommentare:

  1. 10 ALLGEMEINGÜLTIGE Prinzipien, in Hinsicht auf die "eigene" Definition von Glück und Erfolg?
    Die Definition und die Empfindung von "GLÜCK und ERFOLG" ist also selbstbestimmt, individuell - der Regelkatalog entspringt jedoch einem anderen Individuum, welches auch nur einen groben Zusammenhang zwischen den behandelten (gecoachten) Menschen und ihrem Dasein als erfolgsgeprägte und glückliche Personen darstellt. Eine Beobachtung also.
    Wie geht das mit der Aussage "in welcher Hinsicht für jeden selbstbestimmt" zusammen?
    Klar, die Sätze von 1 bis 10 sind erst einmal schön zu lesen - ist immer schön, wenn es Menschen gibt, die von sich behaupten könne aus diesem oder jenem Grunde - ich bin erfolgreich und glücklich!
    Diese Mencshen scheinen mir einen magischen Zugang zu einer anderen Sphäre zu besitzen. Meist ist der eben an Material und monetäre Masse und ein egozentriertes Selbstbild gebunden. Regeln oder Prinzipien die an "in welcher Hinsicht auch immer" gekoppelt sind, scheinen ein Verkaufsschlager zu sein.
    Die 10 Gebote aus dem Alten oder Neuen Testament konnte man sich aus der Institution Kirche schon vor der medialen Streuung ohne monetären Aufwand besorgen.
    Das Leben erscheint auch in Schriften als ständige Wiederholung in Anlehnung seiner Zeit. Es dauert ja verdammt lange, eh sich sinnvolle Erkenntnis ( die ALLE weiterbringt, in Gesellschaft gedacht) streut.
    Nr. 4 und Nr. 6 tragen eine seltsame Ambivalenz mit sich und Nr. 3 scheint mir kein guter Rat für ängstliche Menschen - das klingt sehr nach ZU GROSS! Nr. 2 - wer weiß schon zu jeder Zeit wer er ist, wer will das überhaupt wissen und wer kann den nächsten Schritt vorhersagen, ausser die Theorie und die Empirie. Die restlichen Regeln sind, so finde ich normale Angelegenheiten eines normalen Menschen - der auch, wenn nicht gleich Erfolg empfinden will oder muss, aber Momente des Glücks. Eine gute Beobachtung eines Umfeldes, das sich darin Einfügen und die Auseinandersetzung mit den sich darin befindenden Rolleninhabern ist eine relativ natürliche, aus sich selbst heraus leicht zu praktizierende Angelegenheit.
    Kommen wir mal wider zu uns selbst!

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  2. Vielen Dank für den Kommentar, unbekannte(r) Leser(in). Interessante Punkte, die man diskutieren muss. Nur eine Richtigstellung zu ihrem Satz:

    "ist immer schön, wenn es Menschen gibt, die von sich behaupten könne aus diesem oder jenem Grunde - ich bin erfolgreich und glücklich!"

    Andersherum war die Beobachtung von Steve Mitten: Er hat bei (nach seiner Definition) erfolgreichen und glücklichen Menschen diese 10 "Regeln" überdurchschnittlich häufig beobachtet. Er sagt also nicht, dass sie deswegen erfolgreich oder glücklich sind, sondern dass dort eine Korrelation zu bestehen scheint.

    "Meist ist der (Erfolg) eben an Material und monetäre Masse und ein egozentriertes Selbstbild gebunden." - Das scheint mir eine ziemlich negative Verallgemeinerung zu sein, die ich aus meinem Umfeld so nicht bestätigen kann.

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  3. Meine Annahme: Die Mehrzahl, die sich einem Coach anvertraut oder anvertraut wird, tut dies aus beruflichem Anlass. Nicht etwa um erfolglos zu bleiben - nein ERFOLGREICH und GLÜCKLICH sowieso. Schon die Feststellung und Publikmachung der 10 Prinzipien an erfolgreichen Personen ist doch die indirekte Festmachung und Kopplung zwischen Mensch und Erfolg oder bedingt zumindest die Annahme, dass dies in Zusammenhang steht.

    Ich finde das Wort ERFOLG ohnehin nicht sehr gelungen und noch seltsamer erscheint mir, dass fast immer das Glück daran gekoppelt ist. Es gibt kaum noch glückliche Menschen ohne Erfolg, so wird es jedenfalls kommuniziert.
    Erfolg sagt, dass es auch die Niederlage gibt, Erfolg tritt fast immer in Verbindung mit Erwerbsarbeit auf oder zumindest mit Arbeit generell. Niemand würde jemanden Erfolg wünschen, wenn er nur vor hat spazieren zu gehen. Erfolg bedeutet Kampf, bedeutet Wettbewerb, bedeutet andere hinter sich lassen - finde ich absolut nicht erstrebenswert.(S.Z.)

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  4. Man kann auch erfolgreich eine Beziehung führen oder ein Gespräch, man kann erfolgreich argumentieren. Und ja: Man kann auch in Beziehungen Scheitern, in Gesprächen, im Studium oder im Beruf. Das ist doch normal Erfolg und Scheitern gehören zum Leben und diese Unterschiede zu nivellieren oder zu tabuisieren hilft niemandem. Was hilft, ist Scheitern nicht zu stigmatisieren und als eine in jedem Leben vorkommende Größe zu sehen und damit umgehen zu können.

    Die oben genannten 10 Punkte sind in der Tat stark auf das "Berufsleben" gemünzt. Aber auch, das, so finde ich, ist legitim: Jemand will in ihrem oder seinem Beruf erfolgreich sein. Warum nicht? Die Wertung dazu im Zusammenhang mit dem eigenen Leben müssen wir schon jedem selbst überlassen.

    Ob das gesellschaftlich gesehen der richtige Weg ist, ist eine andere Frage. Das lässt sich nur an den Kriterien messen, die wir für eine gute Gesellschaft zugrunde legen. Da mögen deine Kriterien ganz erheblich von meinen abweichen oder auch nicht.

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