29. Juli 2011

Hochsensibilität und Introversion (Begriffsklärung)

Durch Jan, Blogger von Der rauhe Stein, wurde ich auf das Thema Hochsensibilität aufmerksam gemacht. Mich interessieren solche Konzepte, weil sie es schaffen, ziemlich komplexe Merkmale von vielleicht "unbeholfen" oder "merkwürdig" wirkenden Persönlichkeiten, in Worte zu fassen und von Stigmata zu befreien. Zu solchen hilfreichen Konzepten gehören auch Hochsensibilität und Introversion.

Persönlichkeiten sind immer komplizierte Schnittmengen 
Es fällt auf, dass diese beiden Konzepte eine gewaltige Schnittmenge haben und dass allenthalben Konfusion herrscht, was das eine und das andere ist. Deswegen will ich soweit ich kann aufklären, wie sich die Begriffe zueinander verhalten.

Vom Phänotyp her sind Hochsensibilität und Introversion nur schwer zu unterscheiden und auch die neurologischen Gemeinsamkeiten - soweit mir verständlich - sind groß. Unter den hochsensiblen Persönlichkeiten gibt es eine Mehrheit (ca. 70%) introvertierte. Eysenck meinte, dass das Gehirn introvertierter Menschen ein höheres Erregungspotential habe, so wie das hochsensibler Menschen. Das heißt sie benötigen und ertragen weniger externe Stimulanz und sie benötigen mehr Zeit, die Fülle an Informationen zu verarbeiten und zu speichern. Um einerseits der Reizüberflutung zu entgehen oder sich von ihr zu erholen und andererseits die Zeit zu finden, Informationen zu verarbeiten und zu speichern, ziehen sie sich eher aus gesellschaftlichen Kontexten zurück. Es erscheint also plausibel, dass hochsensible Menschen gleichzeitig introvertiert sind.

Um zu verstehen, warum Introversion und Hochsensibilität nicht dasselbe sein soll, muss man auf die Leute schauen, die zwar hochsensibel, aber nach gängiger Definition nicht introvertiert sind. Elaine N. Aron, auf die das Konzept Hochsensibilität zurück geht, hat genau das gemacht. Sie stand vor dem Problem, dass zwar alles darauf hindeutete, dass Introversion und Hochsensibilität dasselbe sind, aber rund 30% der von ihr getesteten hochsensiblen gleichzeitig als extravertiert getestet wurden.

Um das Dilemma aufzulösen, musste sie den Begriff von Introversion zuerst stark auf das Konzept "soziale Introversion" einengen. Sowohl C.G. Jung - auf dessen Theorien alle diese Persönlichkeitsmerkmale zurückgeführt werden - als auch jede moderne Auffassung von Introversion-Extraversion lehnen die Verengung auf das soziale jedoch ab.

Aron fand heraus, dass die hochsensiblen, die sich selbst als sozial extravertierte Menschen beschrieben und von psychologischen Tests darin bestätigt wurden, in besonders priveligierten und geschützten Umstände sozialisiert wurden. Sie erfahren gesellschaftliche Interaktion als Trost und Schutz gegen anderweitige Reizüberflutung. Jedoch selbst diese hochsensiblen extravertierten mit ihren vielen Freunden und der Leichtigkeit in sozialen Situatinen benötigten wie typischerwise alle introvertierten eine lange Zeit mit sich allein, um sich vom Trubel der Gesellschaft zu erholen.*1)

Mit anderen Worten: Hochsensible sozial extravertierte Menschen sind im Grunde typische introvertierte Persönlichkeiten, die es durch hilfreiche Umstände gelernt haben, sich sozial sehr aufgeschlossen zu verhalten. Das wiederum heißt, dass die soziale Introversion zwar ein naheliegendes und sehr häufiges, aber kein zwingendes Merkmal für introvertierte/hochsensible Menschen ist.

von Elaine N. Aron 
Die Unterscheidung zwischen Hochsensibilität und Introversion ist nur dann sinnvoll, wenn man Introversion immer als solziale Introversion versteht. Und dieses eingeschränkte Verständnis - so Aron - habe sich durchgesetzt. Aron meint, es mache keinen Sinn, den Begriff Introversion in seiner ursprünglichen und breiteren Bedeutung zu rehabilitieren. Sie möchte statt dessen "sensitive" (hochsensibel) etablieren. *2) Dem muss man entgegenhalten, dass Persönlichkeitstests wie MBTI das aber sehr wohl tun. Der Fokus hier ist eben nicht auf die sozialen Aspekte, sondern wie ein Individuum mit psychischer Energie umgeht. Andere Psychologen (z.B. Laney) geben sich große Mühe, Introversion differenzierter zu betrachten. Dahinter zurückzugehen und die Introversion wieder dem alten Stigma der sozialen Unzulänglichkeit auszuliefern, halte ich für wenig hilfreich. Man könnte natürlich völlig auf den Begriff Introversion verzichten, wenn man nicht die soziale Introversion meint und statt dessen immer von Hochsensibilität sprechen. Man könnte dann differenzieren und von Hochsensiblen mit sozialer Extraversion oder Introversion sprechen. Am Ende kommt es wie immer vor allem darauf an, sich erstens selbst zu kennen und sich damit zweitens in den anderen hineinzudenken oder -fühlen.


*1) Aron (Revisiting Jung’s concept of innate sensitiveness): "However, unlike the image of extraverts generally, these highly sensitive social extraverts still reported needing considerable ‘down time’ alone or at least in silence."
*2) Aron ("The Clinical Implications of Jung’s Concept of Sensitiveness"): "Thus what seemed confused in the research literature was the measuring of introversion. Research subjects were being compared and assigned to conditions on the basis of questions mainly about sociability, even though an equally or more important characteristic of introverts is their greater physical sensitivity and cognitive depth of processing. It seemed that any description or measurement of introversion should focus on this more fundamental biological and possibly genetic sensitivity rather than on sociability, which could be influenced as much by relationship history or current state of mind as by DNA. 
Hence Jung was right to describe innate introversion not in terms of sociability but as a preference to process information from the external world in a thoroughly subjective way. But his original meaning of introversion seemed lost. So I was gradually beginning to see that “sensitive,” what I now knew was Jung’s original term, might be necessary after all."

Literatur

  1. Elaine N. Aron: Revisiting Jung’s concept of innate sensitiveness [PDF]
  2. Elaine N. Aron: The Clinical Implications of Jung’s Concept of Sensitiveness [PDF]
  3. Jan (Der rauhe Stein), 29.07.2011: Hochsensibiliät/ Hochsensivität – eine Einführung (12.05.2013: inzwischen nicht mehr online).

Kommentare:

  1. Auch das noch. Bin also nicht nur ein INFP, sondern ein hochsensibler INFP: http://goo.gl/taKbZ

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  2. Super Artikel ! Vielen Dank für die Mühe, die Du Dir gemacht hast !

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  3. Ich bin noch ganz neu in der Materie "HSP - highly sensitive person". Eigentlich bin ich kein Freund von solchen Konzepten, denn es fördert m.E. nur das Schubladendenken, zumindest in unserer Gesellschaft. Deswegen bemühe ich mich, die Menschen so zu nehmen wie sie sind, ohne ihre Eigenheiten in Sammlerschubladen zu kategorisieren, die sie dann noch verstärken. Manchmal weiß man gar nicht so recht, ob nicht vielleicht sogar die Diagnose zuerst da war und dann das Auftreten der Merkmale... Zu solchen Phänomenen gibt es nicht nur eine Studie, und wer jemals falsch in die Schublade einer psychischen Krankheit gerutscht ist, kann ein Lied davon singen.

    Aber hier geht es ja nicht um eine Krankheit, sondern um ein Merkmal von Persönlichkeit, sowohl bei HSP als auch bei Intro-/Extrovertiertheit. Als Anhänger von Systemtheorien ist für mich Intro-/Extrovertiertheit allerdings eher eine Lösung auf Umweltreize, bestimmt persönlichkeitsabhängig, aber sicher auch sehr umweltabhängig. Zum Beispiel kann aus einer extrovertierten Person durch ein Trauma eine introvertierte werden, was aber auch zum Thema Hirnphysiologie, das immer mal wieder in dem Blog angeschnitten wird, passen würde, denn bei einem Trauma passieren auch unnormale Reaktionen im Gehirn als Antwort auf ein unnormales Ereignis und beeinflussen die Physiologie. Trotzdem sind Objektorientierung (nach außen) und Subjektorientierung (nach innen) aus meiner Sicht eher zwei Arten - die zwei Seiten einer Medallie -, mit der Welt "fertig zu werden", d.h. auf sie zu REAGIEREN, sich in ihr zu orientieren, was u.a. auch durch soziales Lernen angeeignet wird, aber auch, was sich als "Methode" bewährt.

    HSP ist für mich ein anderer Ansatz, weil es hier um physiologische und psychologische Komponenten des "Systems Mensch" geht, d.h. diese Menschen "FUNKTIONIEREN" insgesamt anders, sie nehmen Geräusche anders wahr, die ganzen Sinne sind anders ausgeprägt, das Denken ist anders vernetzt. Das finde ich sehr spannend, weil man es anscheinend nicht oder nur begrenzt lernen kann, sondern es tatsächlich angeboren zu sein scheint.

    Um nochmal auf die Abgrenzung zu kommen: Ich finde es leichter, es an extremen Beispielen zu erklären: Depressive Menschen sind i.d.R. introvertiert, es sei denn, sie sind manisch-depressiv. Es gibt Familienmuster, die weisen Introvertiertheit auf, ebenso das Gegenteil. Es ist ein Verhaltensrepertoire, dem persönliche und soziale Komponenten zugrunde liegen. Für mich scheint das Konzept HSP deshalb interessant, nochmal mit einem anderen Blick auf den Menschen schauen zu können, wie es zur Introvertiertheit kommt: Veranlagung? Familienmuster? Trauma? Hochsensibel? Dass bei Hochsensiblen die Introvertiertheit überwiegt, liegt auf der Hand, wenn jemand empfindlicher auf Umweltreize reagiert, dann braucht er Zeit/Raum diese verarbeiten. Also erscheint mir die Unterscheidung Introversion und Hochsensibilität immer sinnvoll.

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  4. Hallo Claudia Schmoll,

    ich verstehe, was Sie meinen und das Schubladendenken ist in der Tat eine Gefahr, die man dabei immer reflektieren muss. Das machen gute Coaches natürlich, wenn sie z.B. mit MBTI arbeiten. Für mich sind das Interpretationen, um eigene Potenziale zu erkennen und besser nutzen zu können.

    Nach Ihrer Auffassung sind Introversion/Extraversion lediglich sozial beobachtbare Verhalten. Leider hat sich dieses Verständnis im Zuge des genannten Schubladendenkens durchgesetzt (siehe letzter Absatz im Artikel). Das mag auch ein Grund dafür sein, warum Aron das eigentlich (unter Hinsicht auf Introversion) redundante Konzept HSP zu etablieren versucht.

    Mein Verständnis ist ein anderes. Demnach ist Introversion eine angeborene hirnphysiologische Besonderheit, auf die (plus Erlernetes etc.) das zu beobachtende Verhalten zurückzuführen ist. Das passt meiner Recherche nach auch hervorragend mit dem ursprünglich von C. G. Jung geprägten Begriff Introversion zusammen. Nach dieser Auffassung sind Introversion und Hochsensibilität ihren physiologischen Grundlagen nach dasselbe.

    Zur Depression sehe ich da gar keine Zusammenhänge - das kann extravertierte und introvertierte treffen. Jedoch ist richtig, dass jeder je nach Situation introvertiertes oder extravertiertes Verhalten zeigt. Wenn ich jedoch die hirnphysiologischen Strukturen eines introvertierten habe, dann werde ich viel häufiger und extremer introvertierte Verhaltensweisen zeigen, als extravertierte.

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  5. Hallo Gilbert,
    (ich sage jetzt einfach "Du", wenn das o.k. ist, weil altersmäßig dürften wir in etwa gleich sein, sonst bitte korrigieren)

    mir sind beide Konzepte neu: sowohl die physiologisch begründete Introversion wie die Hochsensiblität. Ich habe darüber auch nur wenig gelesen, meine Infos stammen bis jetzt von Deinem Blog, dem Buch "Zart besaitet" von Georg Parlow, der sich in der Hauptsache auf Aron und ein wenig Alice Miller bezieht (wenn es um Kinder geht) und ein paar Infos aus dem Netz. Im Moment bin ich also noch am Sammeln und Sortieren - und Komplexität aufbauen ;-)

    Von Deinem Standpunkt aus ist Introversion zunächst angeboren, wenn ich es richtig verstehe. Das würde bedeuten, ähnlich wie bei Linkshändern, dass ein Hang dazu da ist, die Welt aus dieser Sicht wahrzunehmen und auf sie zu reagieren, was wiederum in einer Art Persönlichkeitsprofil wie MBTI sichtbar zu machen ist. Das finde ich ganz interessant, ich merke nur für mich, dass ich mich daran stoße, dass es physiologisch begründbar sein muss, auch wenn ich verstehen kann, dass wenn man darunter leidet, man gern wissen wollte warum. Ich habe eher Sorge vor dem, was passiert, wenn man anfängt, diese Daten festzuhalten und auszuwerten - vielleicht bin ich da ein Pessimist, was den "gläsernen Patienten" und seine Folgen anbelangt.

    Dass die Hochsensibilität wirklich außerordentlich passend zu Jungs sensitiven Introvertierten passt, gebe ich Dir recht. Ich komme trotzdem hier mit dem Begriff "hochsensibel" besser zurecht, weil er m.E. mehr umfasst, die Persönlichkeit komplexer beleuchtet - aber, wie gesagt - ich stehe am Anfang meiner Recherchen und ich kenne auch nicht die Komplexität eines MBTI. Was mir vielleicht auch an der Begrifflichkeit HSP mehr zusagt, ist die Vermeidung von zwei Polen, wie sie bei intro- vs. extravertiert dargestellt wird.

    Zur Depression gesprochen, so wird in der gemeinen Psychopathologie die Melancholie den Formen der Depression zugeordnet, und wenn ich das, was ich bisher bei Dir gelesen habe, richtig interpretiere, dann siehst Du einen Zusammenhang zwischen Melancholie und Introversion? Das hieße wiederum die Neigung zu diesem Krankheitsbild, ob leichte Melancholie oder "ordentliche" Depression könnte also mitunter auch von der Hirnphysiologie abhängen.

    Ich finde es ein unglaublich spannendes Thema, bin vielleicht manchmal ein streitbarer / kritischer Geist, wenn ich mich auf die Suche begebe und mehr wissen will und freue mich auf neue Erschließungen von Puzzleteilchen Introversion vs. Hochsensiblität auf Deinem Blog!

    Herzlich, Claudia

    P.S. Die nächste Frage stellt sich bei mir auch zum Bezug zu Autismus und dessen Formen?!

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  6. Hallo Claudia! Ich bin wirklich glücklich, dass du hier so interessante und zutreffende Fragen und Beobachtungen hinterlässt. Ich bin auch neu auf dem Gebiet und wahrscheinlich einfach fasziniert von der Entdeckung des eigenen Ichs in verschiedenen Kategorien. Ich versuche dabei im Auge zu behalten, dass es sich hier um Sprache handelt, die die Phänomene unsere Welt (und Psychen) nur unzulänglich abbilden kann.

    Melancholie interessiert mich auch, weil es auch aus einer ganz alten Typenlehre kommt. Und es stimmt, man kann oft Bereiche dieser Typenlehren übereinanderlegen (als nächstes kucke ich mal auf Riemans Grundformen der Angst, ich glaube der Schizoide passt zum Introvertierten ;).

    Generell haben für mich Typenlehren nichts mit Krankheiten wie Depression zu tun. Statistisch mag es Auffälligkeiten geben, z.B. zwischen introvertierten und depressiven. Aber Depression hat doch eine Reihe ganz anderer Ursachen, als "einfach nur" eine kompliziertere und tiefere Verarbeitung von Reizen.

    Wie gesagt: Das ist hier alles Sprache und damit nur ein Versuch der Interpretation. Den Dingen einen Namen geben, damit man die Gefahr bannt.

    Lass mich teilhaben, wenn du weiteres herausfindest!

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  7. Die Depression kommt daher, daß man kreuz unglücklich ist. Wo soll all das Missverstanden-werden auch hin? Raus in die Welt geht nicht, also komprimieren, tief verstecken und versuchen zu verdrängen.
    Der Mechanismus, der diese komplexe Gedankenwelt erst möglich macht, wirkt unter bestimmten Voraussetzungen wie Gift für die Seele.
    Das ist der Unterschied zu extrovertierten Charakteren, die können den Schmerz kanalisieren (durch heulen, prügeln, etc. Hat jeder seine eigene Methode). Es dauert bei Extrovertierten zwar länger, aber depressiv werden sie genau so.

    Warum?
    Weil das selbst empfundene Unglück schuld ist.
    Jeder ist mal unglücklich. Das geht auch normalerweise wieder vorbei. Aber manchmal isses eben schon zu spät. Bei Introvertierten verstärken sich auch kurze Phasen ins unerträgliche.

    qed:
    Depression ist kausal von Umständen abhängig, da reicht auch ein ganz kurzer Moment.
    Das gilt universell für alle Menschen, hier macht eine Persönlichkeitsdifferenzierung keinen Sinn. Es ist nur eine Frage wie lang die Zeitachse ist. Der Rest sind unterschiedliche Abwehrmechanismen.

    Zu HS geb ich vielleicht morgen meinem Senf, es ist zu spät für weitere Gedankenspiele ;-)

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  8. Ich meine, wenn ich den Artikel von Claudia Schmoll richtig verstanden habe, das dies absolut nichts mit Schubladendenken zu tun hat-im Gegenteil- dafür steht ja der Artikel oben mit (Begriffserklärung),das hier nicht katalogisiert, sondern aufgeklärt wird.
    Ich zähle mich auch zu den introvertierten Menschen, sehe dies keinesfalls als Manko, sondern als Vorteil. Ich halte Menschen in der Masse nur sehr begrenzt aus und bin deswegen auch gerne mit eher "ruhigen" Menschen beisammen und tausche mich auch gerne mit ihnen aus. Dies aber auch nur begrenzt, und am liebsten auch über's net.
    Ich würde mich auch als "hochsensibel" bezeichnen, weil man eben seine Umwelt ganz "anders" wahr nimmt. Ich meine damit, mit all seinen "Feinheiten". Heute profitiere ich von meiner Persönlichkeit, doch als Kind und junger Mensch, noch dazu in den 70er Jahren, war das nicht so leicht. Es ist sehr wichtig und ich finde es auch nötig, das dies mehr in der Öffentlichkeit publik wird und in den Schulen als Unterrichtsfach angeboten wird.
    Vielen Dank für diesen Artikel, lg. aus Wien

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    1. Danke, Traude Aouida! Inzwischen würde ich diesen Artikel vielleicht etwas anders schreiben. Für Hochsensibilität muss zur Introversion noch etwas anderes kommen. Mein im Moment hoch gehandelter Kandidat ist eine Prise Neurotizismus. Denn das ist so eine Art Alarmauslöser. Wer nach dem Big Five hoch im Neurotozismus ist, der nimmt alarmierende Signale schneller und deutlicher wahr. Kommt dann noch eine Prise Introversion hinzu, ist die hochsensible Person perfekt. Soweit meine Vermutung. Muss ich noch drüber nachdenken und lesen. Bald hoffentlich mehr dazu.

      Übrigens bin ich sehr dankbar für ihre Schilderung zu den Schwierigkeiten mit der Persönlichkeit beim Aufwachsen und dass es inzwischen leichter ist, die eigene Persönlichkeit zu akzeptieren, ja zu lieben. Das ist bei Introversion (und auch Neurotizismus) ein bekanntes und tröstliches Phänomen.

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    2. Danke für diese Antwort, Gilbert! Ich habe es eigentlich ganz aus meiner Sicht dargelegt, und weniger aus wissenschaftlicher Sicht, das will ich mir nicht anmaßen.
      Es war für mich sehr interessant diesen Artikel zu lesen und mich "dabei" in vielem wiederzuerkennen.
      Vielen Dank und Grüße aus Wien

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  9. wieso der Kniefall vor der "Wissenschaft"? Die doch nur extravertiert sein kann und Fakten zusammentragen - eine Fleißarbeit von vielen klugen, nachdenklichen Köpfen. Und was vielen einleuchtet, ist dann "Wissenschaft". Ich frage mich manchmal, ob ein anderer Mensch überhaupt die "Welt" genauso wahrnimmt wie ein anderer? Woher will man das wissen, wenn man nur Fakten beschreiben kann? Aber es entsteht Freude, wenn das Gefühl von Übereinstimmung mit einem anderen mal wahrgenommen wird. Gut, mir liegt das Sezieren von "den anderen" nicht so - wozu soll das gut sein? Für mehr Verständnis? Hoffen wir es. Ich meine aus eigener Erfahrung, dass ein "Sensitiver" sich notgedrungen introvertiert verhalten muss - Abschätzigkeit tut weh, Verständnislosigkeit und Zurücksetzung schmerzen. Ich denke oft an eine Schnecke: wenn man ihr auf die Fühler tippt, zieht sie sich sofort in ihr Schneckenhaus zurück. Aber sie wartet nur darauf, wieder hervorkommen zu können.

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