14. April 2012

Burnout: Warum gerade jetzt?

Auf meinen Artikel Burn-Out-Kultur, Selbstreflexion und Eigenverantwortung, in dem ich die Aspekte der Eigenverantwortung und der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen untersucht hatte, gab es einige sehr interessante und wichtige Reaktionen, z.B. von Markus Väth und Olaf Hinz, die die strukturellen Ursachen von Burnout betonten. Die Warnung davor, die "Schuld" für solche Überforderung beim Individuum zu suchen und als Gesellschaft business as usual zu machen, ist absolut notwendig.

Warum brennen wir gerade jetzt aus?
Trotzdem werde ich die Frage nicht los, warum sich psychische Probleme im Zusammenhang mit der Arbeit gerade jetzt epidemisch zu häufen scheinen. In einer Zeit, wo Hierarchien flach sind, sich die Arbeit humanisiert, immer besser dem Arbeitenden angepasst werden kann, in einer Zeit, wo bei Vorgesetzten angeblich immer stärker darauf geachtet wird, dass sie auch Führungskompetenzen haben. Warum in einer Zeit, wo die Sinnsuche auch am Arbeitsplatz erlaubt, ja wo kreative Selbstverwirklichung geradezu erwartet wird? Warum sind Erschöpfung, Burnout und Depression unsere großen Plagen im beginnenden 21. Jahrhundert?

10. April 2012

Nine to Five: Wann darf ich nach Hause gehen?

Meine ehemalige Cheffin Sheryl Sandberg ist zur Zeit wieder in aller Munde, weil sie jetzt plötzlich öffentlich entdeckt hat, dass ein normaler achtstündiger Arbeitstag OK ist. So lustig das ist, solche Sätze von absoluten Killer-Karriere-Frauen (Chief of Staff im Finanzministerium der Vereinigten Staaten, Vice President bei Google, Facebook COO) zu hören, so sehr habe ich mich doch in ihren Schilderungen wieder gefunden: Die heimliche Scham, wenn man seine Sachen pünktlich packt; die Blicke und Bemerkungen der anderen aushalten, die länger bleiben; die spät abends und ganz früh morgens gesendeten E-Mails, um den anderen zu sagen, dass man noch arbeitet, auch wenn man schon zu Hause ist. Warum schämen wir uns und machen solche lächerlichen Dinge?

3. April 2012

Lars von Trier: Melancholia

Eine Rezension des Films Melancholia von Lars von Trier
Am Wochenende habe ich den Film Melancholia gesehen. In Ankündigungen wird der Film als Weltuntergangsdrama oder gar als Science Fiction bezeichnet. Denn ein fremder Planet - Melancholia - nähert sich der Erde aus der finsteren Leere des Weltalls, rauscht an ihr vorbei und wird durch die Erdgravitation in eine Kurve gezwungen, in der beide Planeten letztendlich kollidieren.

2. April 2012

Wechselwirkungen von Bewusstein und Kreativität

Der folgende Artikel erschien zuerst auf den Blog Der rauhe Stein (inzwischen offline) unter dem Titel Die Hemmer und Verstärker unserer Kreativität. Ich habe mir die Frage gestellt: Was fördert oder hemmt eigentlich unsere Kreativität und in welchem Zusammenhang steht das zu unserem Bewusstsein? Wenn Sie sich das ganze Blabla sparen wollen, können Sie auch gleich die 10 Tipps für mehr Kreativität lesen.

Kreative Visualisierung: Teilhabe an Bewusstsein und Kreativität

1. April 2012

Nietzsches große Gesundheit

Schuldgefühle jenseits von gut und böse

Nietzsche war krank: Augenschmerzen, Migräne, Magenschmerzen, Schlaflosigkeit und Depressionen quälten ihn die längste Zeit seines kurzen Lebens. Etwa ein Viertel dieses Lebens verbrachte er dann auch noch in geistiger Umnachtung. Er hatte nur etwa 30 Jahre um etwas zu schaffen. Und was für 30 Jahre das waren! Die Werke Siegmund Freuds, Carl Gustav Jungs, Jean-Paul Sartres, Michel Foucaults oder Thomas Manns wären ohne Nietzsches Wirken auf undenkbare Weise ärmer, jedenfalls anders ausgefallen. Was machte Nietzsche so einflussreich und was kann man heute von ihm fürs Leben lernen?

Hans Olde: Der kranke Nietzsche auf dem Balkon der Villa Silberblick, Sommer 1899 (Wikipedia)

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