22. Oktober 2012

Die schizoide Persönlichkeitsstörung

Der folgende Artikel ist als ein Einstieg in das Thema für Interessierte und Betroffene gedacht. Er ist keine strikt wissenschaftlich-psychologische Betrachtung und dient weder Diagnose- noch Therapiezwecken. Tipps zu weiterführender Literatur zum Thema gibt es in meiner Bibliothek unter Bücher speziell für Schizoide empfohlen

Sichere Distanz und emotionale Kälte (Dark Silence in Suburbia)

Der Artikel Schizoid - die Angst vor dem Ich-Verlust  ist der bei weitem meist gelesene und kommentierte Artikel auf Geist und Gegenwart. Das zeigt, dass es trotz der Seltenheit der schizoiden Persönlichkeitsstörung (weniger als ein Prozent Betroffener in der Bevölkerung) einen enormen Bedarf an Aufklärung gibt. Und es freut mich einerseits, dass Leser diesen Artikel hilfreich finden (siehe all die Kommentare dort), andererseits möchte ich nicht, dass sie ihn als Grundlage zur "Eigendiagnostik" nehmen, nur weil sie sich in ihm wiedererkennen. Denn dieser Artikel ist ein eher persönlicher Bericht meiner Lektüre von Fritz Riemanns Grundformen der Angst (wo gründlich auf die schizoide Disposition eingegangen wird) und wie mich die daraus erworbenen Erkenntnisse über mich selbst als leicht schizoide und introvertierte Persönlichkeit durch Höhen und Tiefen meines Lebens begleitet haben. In dem Artikel ging es auch weniger um Persönlichkeitsstörungen, als um die Disposition des Schizoiden. Zwischen der Disposition, also einer Art Veranlagung, und einer Störung liegen enorme graduelle Unterschiede. Deswegen möchte ich heute genauer untersuchen, wo eine schizoide Persönlichkeitsstörung anfängt und wie man mit ihr lebt.

Was ist eine schizoide Persönlichkeitsstörung?

Im Grunde eine Definitionsfrage. Festzuhalten ist aber erst einmal, dass eine Störung erst dort relevant wird, wo sie Leidensdruck beim Individuum verursacht, ein normales gesellschaftliches Leben nicht ermöglicht, zu großen Nachteilen und zur Verschlechterung des gesundheitlichen Zustands führt. Das führt nun bei einer schizoiden Persönlichkeit schon in das Herz der Problematik: In den meisten Fällen ist eine schizoide Persönlichkeit allein kein Problem für den Betroffenen, denn er (oder sie) zieht es einfach vor, ein zurückgezogenes Leben zu führen und leidet nicht unter der mangelnden sozialen Integration. Das wird erst da zum Problem, wo die Person immer wieder von außen vermittelt bekommt, sie sei nicht normal, dumm, unfähig etc. Durch solche Zuschreibungen entstehen Ängste und damit ganz neue Störungen zwischen Persönlichkeit und Umwelt. Aber was sagen Psychologen zur Frage, wann eine schizoide Persönlichkeitsstörung vorliegt? Für psychologische Erkrankungen gibt es verschiedene Klassifikationssysteme, zum Beispiel das DSM-IV oder das ICD-10. Beide führen die schizoide Persönlichkeitsstörung und listen Kriterien auf. Eine Störung liegt laut dieser Kataloge dann vor, wenn vier der aufgeführten Kriterien bei einer Person zutreffen. Das DSM-IV listet sieben Kriterien auf und beschreibt die Störung als "ein tiefgreifendes Muster, das durch Distanziertheit in sozialen Beziehungen und eine eingeschränkte Bandbreite des Gefühlsausdrucks im zwischenmenschlichen Bereich gekennzeichnet ist." Das ICD-10 listet folgende acht Kriterien für eine schizoide Störung auf:

  • Wenige oder gar keine Tätigkeiten bereiten Freude 
  • Emotionale Kühle, Distanziertheit oder abgeflachter Affekt
  • Reduzierte Fähigkeit, warme, zärtliche, Gefühle für andere oder Ärger auszudrücken 
  • Erscheint gleichgültig gegenüber Lob oder Kritik von anderen 
  • Wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen mit anderen Menschen
  • Bevorzugt solche Aktivitäten, die alleine durchgeführt werden 
  • Übermäßige Inanspruchnahme der Gedanken durch Fantasien 
  • (Wünscht) keine engen Freunde oder vertrauensvollen Beziehungen
  • Deutlich mangelhaftes Gespür für geltende soziale Normen und Konventionen (Normenverstöße geschehen unabsichtlich)

Wichtig ist noch einmal zu verstehen, dass sich Schizoide nicht krank fühlen, sondern eher unverstanden, gezwungen und beengt. Am liebsten möchten sie, dass man sie in Ruhe lässt. Auch wenn man sich den Katalog durchliest, fällt auf, dass schwerwiegende Symptome anderer - eben schwererer - psychischer Erkrankungen wie der Schizophrenie* fehlen, also etwa Wahrnehmungsstörungen oder Wahnvorstellungen. Schizoide Persönlichkeitsstörungen werden daher auch eher am unteren Ende der behandlungsbedürftigen Persönlichkeitsstörungen gesehen. Wie oben bereits angedeutet, muss und kann die Störung selbst kaum behandelt werden. Von Medikation wird abgeraten, es sei denn begleitende Depressionen oder andere Erkrankungen erfordern medikamentöse Behandlung. Psychotherapien werden von Betroffenen in der Regel auch nur dann aufgesucht, wenn andere Störungen aus interpersonellen Konflikten oder gesellschaftlichen Erwartungen heraus auftreten. Welche Verhaltensweisen sind es aber, die mit den gesellschaftlichen Erwartungen nicht konform gehen?

Teufelskreise für schizoide Persönlichkeiten
Als herausragendes Merkmal wäre die Unerträglichkeit der Nähe anderer Menschen zu nennen, die schizoide Menschen empfinden. Wo Beziehungen eingegangen werden, sind sie zweckmäßig, aber in der Regel nicht von Vertrauen oder "normal" erwartbaren Gefühlen begleitet. Beziehungen werden von Schizoiden als beengend, einschränkend und belastend empfunden, wenn sie die festgezogenen Grenzen des Ichs bedrohen. Das heißt jedoch nicht, dass sich Schizoide nicht nach zwischenmenschlichen Beziehungen und Liebe sehnen. Der Weg dahin ist jedoch so anstrengend, Energie zehrend und mit Stoplerfallen gesäumt, dass er gemieden wird. Das daraus resultierende Vermeidungsverhalten und die starke Unsicherheit (grenzend an Symptome der selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung) vermindern die Fähigkeit zur Emotionalität noch weiter, weil sie die Übung im Umgang mit anderen hemmen.

Die Distanz der Schizoiden wird von anderen als emotionale Kälte wahrgenommen, unterstützt durch die oft auch eingeschränkte Mimik und Gestik. Kommt es zu zwischenmenschlichen Beziehungen machen Schizoide es ihren Partnern durch ihre Distanziertheit auf der einen und ihre Verletzlichkeit und Überempfindlichkeit auf der anderen Seite mit unter sehr schwer. Stress auf beiden Seiten ist oft die Folge und eine Rückkehr zum Alleinsein oft der einzig gesehene Ausweg. Sexuellen Beziehungen kann das emotionale Element fehlen, sodass sie wie ein Pflichtübung wahrgenommen werden.

Zum eigenen eingeschränkten Ausdruck von Gefühlen kommt eine mangelnde Fähigkeit hinzu, die Gefühle anderer zu verstehen. Diese Probleme werden größer, je stärker sich die Person zurückzieht. Daraus folgen auch die Schwierigkeiten, Normen, Werte und den eigenen Stand in der Gesellschaft einzuschätzen. Das ist den Schizoiden oft auch sehr bewusst und führt zu einer großen Unsicherheit, der sie sich durch weitere Distanz zu entziehen versuchen. Schizoide können durchaus sehr empfindlich für Signale aus ihrer Umwelt sein und versuchen diese natürlich auch zu deuten. Dabei kann es zu Fehlinterpretationen und verzerrten Realitätswahrnehmungen kommen, die aber bei Schizoiden nicht so weit gehen wie bei schizotypischen, paranoiden Störungen oder Psychosen*, wo Verfolgungswahn und Aggression drohen.

Ursachen für schizoide Störungen
Es ist nicht ganz klar, welche Ursachen zu solch einer Disposition führen. Es werden zum Teil vererbte Anlagen vermutet, aber vor allem eine emotionale Vernachlässigung während der frühen Kindheit angenommen. Eine normale Ausprägung der Kontakt- und Emotionsfähigkeit wurde demnach während der frühen Kindheit nicht gefördert, sondern durch fehlenden Schutz und mangelnde Fürsorge behindert. Interessanterweise wird auch von hochgradig angeborener Sensibilität ausgegangen, die als eine Komponente die Entwicklung einer solchen Störung begünstigt. Hier könnte es Überschneidungen mit der Frage nach Hochsensibilität und Introversion geben.

Wie nun leben?
Was können schizoide Persönlichkeiten tun? Kann oder muss man ihnen helfen? Können sie sich selbst helfen? Wichtig ist es im Privaten wie auch bei der Arbeit, Schizoiden ihren Raum zu geben, sie nicht zur Geselligkeit oder Teamarbeiten zu zwingen. Schizoide können durch die große Fähigkeit zur autonomen Arbeit absolute Virtuosen auf ihrem Gebiet werden, wenn man sie entsprechend fördert und nicht zwingt. Für Schizoide selbst gilt natürlich die Selbsterkenntnis und die positive Annahme ihrer selbst als das A und O. Sie dürfen sich nicht dem gesellschaftlichen Druck zur "Normalität" beugen, sondern müssen ihre Welt gemäß ihrer eigenen Bedürfnisse einrichten und dabei - wenn immer möglich - Bewältigungsstrategien erarbeiten, die ihnen Wege in die Gesellschaft ermöglichen, wenn gewünscht. Nicht zu unterschätzen ist hier auch das Internet mit seinen Foren, die durchaus einen ersten Zutritt zu geschützten Räumen bieten können.

Therapien können helfen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Also: Wie gehe ich mit mir selbst um, was muss ich im Umgang mit anderen beachten? Sie sind in der Regel kurz und lösungsorientiert, um zum Beispiel akute Stress- oder Angstzustände zu bewältigen. Gruppentherapien sind von Natur aus schwierig für Schizoide, denn sie wollen ja solche Situationen mit anderen meiden. Ist jedoch ein Vertrauensverhältnis mit der Garantie etabliert, so sein zu dürfen, wie man ist, dann kann gerade das helfen, sich in den Umgang mit anderen einzuüben und die Scheu abzulegen. Wenn es schizoiden Personen gelingt, Netzwerke aufzubauen, in denen sie sich sicher und wohl fühlen, dann kann ihre Störung gelindert werden und das Leben reicher.

Ich würde mich freuen, wenn Betroffene und psychologisch entsprechend geschulte in den Kommentaren von ihren Erfahrungen berichten und uns ihre Bewältigungsstrategien mitteilen.


*An diesen Stellen erfolgte am 31.12.2012 eine Korrektur, da ursprünglich von Persönlichkeitsstörungen gesprochen wurde, wo es sich jedoch um Psychosen wie Schizophrenie handelt.

Viele Informationen zu diesem Text habe ich aus den Arbeiten Schizoide Persönlichkeitsstörung von Prof. Dr. med. Volker Faust und Die schizoide Persönlichkeitsstörung: Störung oder autonome Persönlichkeit? (Nico Jung, Frank Lüdicke, Michelle Oehme). In einer Literaturliste habe ich Bücher zusammengestellt, die ich den hier interessierten Leser empfehlen will: Bücher speziell für Schizoide empfohlen.

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Kommentare:

  1. Selina Sehnsuchtsvoll28. Oktober 2012 um 21:57

    Hallo Gilbert,

    ich bin vor ein paar Wochen auf diese wunderschöne Seite, die viele Interessensgebiete von mir vereint, gestoßen, und bin seitdem immer wieder hier. Nun also mein erster Kommentar.

    Ich bin selbst Psychologin und sehr introvertiert und empfindsam. Eine Zeit lang hat mich auch das Thema Schizoidie sehr beschäftigt und ich habe mich gefragt, inwiefern diese "Störung" auf mich selbst zutrifft. Mittlerweile denke ich, dass die Abgrenzung von Schizoidie und hoher Introversion schwierig ist und für mich persönlich ist auch nicht relevant, wie genau man das Kind nun nennt. "Irgendwie anders" fühle ich mich seit Jahren und das wird wohl auch immer so bleiben. Für mich ist das aber nichts rein Defizitorientiertes, das ich mit dem Begriff "Persönlichkeitsstörung" labeln will, denn meine gefühlte Andersartigkeit beinhaltet auch großen inneren Reichtum.
    Was die Betrachtungsweise von "Persönlichkeitsstörungen" betrifft, bin ich von Peter Fiedlers Einstellungen sehr angetan und kann die Lektüre von "Integrative Psychotherapie bei Persönlichkeitsstörungen" sehr empfehlen. Fiedler regt zunächst zu einer positiveren, ressourcenorientierteren Sicht dieser sogenannten "Störungen" an und stellt anschließend auf einem Achsenmodell anschaulich dar, welche Komponenten menschlicher Existenz bei der jeweiligen "Störung" ins Ungleichgewicht geraten sind. Bei der schizoiden "Störung" liegt ein hohes Maß an Rationalität und Unabhängigkeit zulasten von Emotionalität und intimen Beziehungen vor. Fiedler empfiehlt hier therapeutische Ansätze, die auf eine erhöhte Erfahrungsoffenheit abzielen. Man könnte das Therapiezielt wohl auch als verbesserte Fähigkeit, in sich reinzuhören, die "innere Stime" i.S. von Bedürfnissen und Impulsen besser wahrzunehmen und sich dementsprechend zu verhalten, anstatt in starre, unflexible Handlungsmuster zu verfallen, die jeglichen spontanen Impuls ignorieren.

    Ich selbst meditiere seit mehreren Jahren täglich und kann sagen, dass dieses tägliche Training des bewussten Wahrnehmens und Akzeptierens dessen, was aus dem Inneren kommt, zu deutlich positiven Veränderungen in meinem Leben geführt hat.

    Herzliche Grüße
    Selina Sehnsuchtsvoll

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    1. Diese Antwort trifft mich so sehr ins Herz, dass ich mir wünsche genau SIE als Psychologin gehabt zu haben - als Kind und als Erwachsener. Besonders der Hinweis, das wie immer die Welt und die Wissenschaft es betitelt - niemand erwähnt jemals diesen "großen inneren Reichtum" der einfach Realität ist und der andeutet das man genauso viel wenn nicht sogar mehr zu geben hat und vielleicht ist es auch mal am Empfänger seinen Wellenbereich zu ändern. Es kommt immer darauf wie sehr einem etwas oder jemand wert ist. MfG

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    2. Guten Abend, es ist wirklich schön, hier auf dieser Seite mehr Informationen zu erhalten von Betroffenen und Mit"leidenden"! Vor einiger Zeit hat meine Mutter die Diagnose bekommen. Für mich als Tochter war dies im ersten Augenblick ein Schock, dann jedoch erleichternd, da wir seit langem wussten, dass unsere Mutter psychische Probleme hat neben ihrer Depression. Natürlich verstehe ich, dass ich an ihrer Seite bleiben soll, und sie unterstützen muss. Allerdings geht sie weder regelmäßig zur Therapie, noch redet sie mit uns darüber. Unser Vertrauensverhältnis ist quasi nicht mehr existent. Von ihrer Seite kommt nichts - nahezu kein Kontakt; wenn dann geht dieser von mir aus. Sie zeigt einfach kein Interesse. Ich weiß einfach nicht, wie ich es schaffen soll, stumpf weiterzumachen, obwohl es mich selbst auffrisst! Irgendwann hilft der Gedanke auch nicht mehr:" Du weißt, sie kann nicht anders..." Unsere Familie ist deswegen komplett zerrüttet. Ich melde mich inzwischen aus Pflichtgefühl ihr gegenüber (ja, das ist hart...), aber es ist sooooooooo niederschmetternd, keinerlei Rückmeldung oder Interesse gezeigt zu bekommen. Ich gönne ja jedem seinen benötigten Freiraum, aber... ich habe als Tochter doch auch ein Anrecht auf ein bisschen mütterliche Fürsorge? Wie soll ich damit umgehen, dass meine eigene Mutter nichts dergleichen zeigen kann? Wie soll ich stur an ihrer Seite verharren, ohne daran selbst zu zerbrechen? Das konnte mir bisher noch niemand sagen...

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  2. Selina Sehnsuchtsvoll28. Oktober 2012 um 22:05

    PS: Ich habe gerade kurz die Arbeit von Jung, Lüdicke und Oehme überflogen und finde sie ehrlich gesagt nicht sonderlich gelungen. Sie stellt meiner Meinung nach das Phänomen zu einseitig defizitorientiert dar und die Dynamik, die dieser Persönlichkeitsstruktur zu Grunde liegt, wird meinem Eindruck nach nicht deutlich. Wenn man sich intensiver mit Persönlichkeits"störungen" beschäftigen will, führt meiner Meinung nach kein Weg an Fiedler vorbei (der taucht bei Jung et al. nicht mal in der Bibliographie auf).
    Aber nein, Fiedler bezahlt mich nicht dafür, dass ich Werbung für ihn mache ;-), er hat mich einfach überzeugt.

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    1. Hallo Selina,

      vielen Dank für die schönen Kommentare, auch für das Lob und die Einschätzung der zitierten Arbeit. Fiedler kenne ich noch nicht, ich werde mal die Augen offen halten und bei Gelegenheit reinlesen.

      Ich teile die Ansicht, dass das "In-sich-rein-Hören" und auch Meditation hervorragende Wege sind, sich selbst kennen und akzeptieren zu lernen. Ich denke auch, dass meine Introversion ein Geschenk ist, dass ich - seit ich es als solches identifiziert habe - nicht missen möchte.

      Beste Grüße,

      Gilbert

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    2. Habe ich das gerade richtig verstanden, Herr Dietrich? Sie schreiben über Persönlichkeitsstörungen und haben den Fiedler nicht gelesen? Das ist DAS Standard-Werk. Das ist so, als würden Sie über das Christentum referieren wollen, ohne die Bibel gelesen zu haben. Das zeugt von mangelnder Kenntnis und unzureichender Recherche. Der "Riemann" allerdings ist ein in mehrerer Hinsicht fragwürdiges, empirisch schwieriges, oberflächliches Werk, das eher populär angelegt ist. *räusper* Sie sollten unbedingt mal Ihre wissenschaftlichen Prioritäten überdenken.

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    3. Unnötiger kommentar

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    4. @Anonym: "Sie schreiben über Persönlichkeitsstörungen und haben den Fiedler nicht gelesen?"
      Heißt das, man darf nicht über ein Thema öffentlich nachdenken, wenn man nicht alle bisherigen fremden (allgemein anerkannten) Gedanken kennengelernt hat? Und wenn man sich solche eigenen Gedanken macht, muss man seine wissenschaftlichen Prioritäten überdenken?
      Haben nicht zu allen Zeiten gerade eigene Gedanken, selbst an der Mainstream-Wissenschaft vorbei, die Wissenschaft vorangebracht?

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    5. Genauso ist es! Gewisse Standardwerke sind zu lesen, bevor man seinen Senf abgibt. Es ist nicht schwer, darauf zu kommen, welche Werke gelesen werden sollten. Einfach in eine Unibibliothek gehen und dort unter Psychologie schauen. Da steht der Fiedler, der Riemann allerdings nicht, da wissenschaftlich fragwürdig und für die akademische Ausbildung irrelevant. Allenfalls angehende Psychotherapeuten, die sich tiefenpsychologisch ausbilden lassen, werden sich mit Riemann beschäftigen (müssen). Man sollte sich nicht beleidigt fühlen, darauf hingewiesen zu werden, deutliche Literaturdefizite zu haben. Wirkliches Interesse merzt vorhandene Defizite aus. Das Gegenteil würde auf das Festhalten an Vorurteilen verweisen.

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    6. Absolut korrekt! Ich hatte mich ja oben schon für den Tipp bedankt und erkenne keine Beleidigung. Inzwischen ist es aber so, dass der Artikel etwas Staub angesetzt hat und ich mein Interesse vorerst daran verloren habe, das Thema weiter zu verfolgen. Ich bin auch kein Psychologe, sondern habe lediglich mich selbst beobachtet und mir mit dem damals zuhandenen Materialien versucht, einen Reim darauf zu machen.

      Diese Literaturdebatte mal beiseite - denn das ist wirklich uninteressant - stellt sich ja bei jedem Text trotzdem die Frage, ob er nicht auch ohne Fußnoten und Referenzen (gewissermaßen als Versuch, Essay) in sich stimmig und relevant ist. Anders gefragt: Wie genau hat meiner Selbstbeobachtung die vorhergehende Lektüre des Fiedlers gefehlt?

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  3. Selina Sehnsuchtsvoll29. Oktober 2012 um 23:36

    Hallo Gilbert,

    nachdem ich meine Introversion mittlerweile akzeptiert habe und sie sogar wertschätze, beschäftigt mich in letzter Zeit vermehrt eine andere Eigenschaft, die wohl irgendwie damit zusammenhängt und der Du (Sie? Ich bin jetzt einfach mal so frei...;-) ) auf dieser Seite auch eine eigene Kategorie widmest, nämlich die Melancholie. Ich fange gerade erst an, mehr darüber zu lesen und bin im Zuge meiner Recherche u.a. auf "Die hohe Kunst der Melancholie" von Mariela Sartorius gestoßen. Nach den ersten 30 Seiten kann ich das Buch bisher sehr empfehlen und ich denke, es wird mir helfen, meine melancholischen Anteile besser zu akzeptieren und auch hier den bereichernden Aspekt immer mehr wertschätzen zu lernen.

    Herzliche Grüße
    Selina

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    1. Hallo Selina, danke für den Buchtipp. Kenne ich noch nicht. Lass mich gern mehr dazu wissen, wenn du willst. Kannst auch eine Rezension schreiben. Viele Grüße und alles Gute!

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    2. Tach Selina und Gilbert,
      lesen hilft Nachzudenken, hilft Nachdenken wirklich dabei nicht melancholisch zu sein?
      Die Melancholie zeigt nur das man noch Gefühle hat.
      Ich denk dabei meistens immer das ich nach Hause will, auch wenn ich zu Hause bin.
      Laruso

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    3. Hallo Laruso! Melancholie ist absolut ok! Gefühle und Sehnsucht auch. Ich hoffe, du findest dein Zuhause immer wieder!

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    4. Empfehle folgendes Lied
      Kraftklub: "Ein bißchen Melancholie"

      Wieso bin ich allein?
      Wieso weiß die Welt nicht wie ich heiß?
      Wieso lieg ich in einer Badewanne voller Selbstmitleid?

      Ein bisschen Melancholie ist manchmal ok.
      Ein bisschen traurig sein und den Grund nicht verstehn.
      Ein bisschen depressiv, aber trotzdem entspannt.
      Denn glückliche Menschen sind nicht interessant!

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  4. Schizoide Persönlichkeitsstörung ist nicht,daß mann gern mal alleine ist.Wie oben steht,sehnt man sich schon nach Liebe,aber es ist so anstrengend und beschwerlich sie zu erreichen.Ich bin Betroffener und mache seit einiger Zeit wieder eine Therapie und führe wegen anderer zusätzlicher Probleme Protokoll,was ich in gewissen Situationen fühle.Es ist so beschwerlich.Ich kann die Gefühle nicht spüren oder identifizieren.Nach 5 Minuten bin ich schon erschöpft,wenn ich darüber grüble.Dabei bin ich als Mathematiker daran gewöhnt über noch komplexere Dinge viel länger nachzudenken.

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    1. Hallo! Ich glaube, was ich habe, ist keine SPS, sondern schozoide Persönlichkeitsstruktur. Da die Abgrenzung sehr schwer ist, würde mich interessieren, welche Therapie von der Form her du machst und ob du eine Therapiesitzung gut aushalten kannst. Konntest du schon irgenwelche Erfolge verbuchen? Ich stehe vor einem Dilemma, ob ich eine Therapie machen soll oder nicht. Einerseits könnte die Therapie mir vielleicht helfen, andererseits fürchte ich vor der engen Zusammenarbeit mit dem Therapeut/der Therapeutin.

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    2. Hallo, ich selbst habe keine Therapie gemacht und weiß nicht, ob der Leser zuvor noch darauf antworten wird. Falls nicht, will ich einen Tipp geben: Ein Versuch ist so eine Therapie sicher wert. Dabei würde ich darauf achten, jemanden zu kontaktieren, der sich mit schozoide Persönlichkeitsstrukturen auskennt. So ein Therapeut wird immer auch wissen, welche speziellen Herausforderungen mit schozoider Persönlichkeitsstruktur einhergehen und ganz gewiss darauf achten, dir nicht zu nahe zu treten und dir den Freiraum zu lassen, den du benötigst. Denn die Furcht vor zu enger Zusammenarbeit mit den Therapeuten, liegt ja auf der Hand.

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    3. An Anonym, hey
      Offenheit und Ehrlichkeit sind die Tugenden die man beim Psychologen braucht und wenn es dir nicht gefällt oder kein Vertrauen entsteht kannst du die Therapie jederzeit abbrechen und kein Psychologe wird dich dafür verurteilen. Erzähle einfach wie du dich bei ihr oder ihn fühlst.
      Versuchs einfach!

      Gruss Wolf

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  5. Ich bin seit einiger Zeit mit einem, wie ich stark vermute, schizoidem Mann "liiert". Es ist ein ständiges Auf und Ab zwischen uns. Es gibt Zeiten, in denen alles gut ist und dann wieder Momente, in denen er den Kontakt komplett abbricht bzw. es versucht und nach einiger Zeit dann doch wieder die Nähe sucht. Immer dasselbe Muster...Er ist ein toller Mann, plagt sich jedoch mit enormen Selbstzweifeln, kann nur mäßig Gefühle äussern oder meine Gefühlswelt verstehen. Er möchte einerseits, dass ich bei ihm bin, hat aber mit fast 40 Jahren noch nie mit einer Frau zusammen gelebt. Er sucht dann immer "Fehler" bei der entsprechenden Partnerin, warum es nicht geht. Er weiß mittlerweile aber auch, dass es ganz allein an ihm uns seiner scheinbaren Unfähigkeit liegt und nicht an der jeweiligen Frau. Das Schlimme ist, dass er in "schlechten Phasen" sehr beleidigend, herablassend und fast schon verachtend zu mir ist. Im Nachgang tut es ihm leid. Man könnte meinen, er ist in einem Rausch und weiß am Tag danach nichts mehr bzw ein anderer in ihm hat diese Worte gesprochen. er entschuldigt sich, ist lieb wie immer und das Muster nimmt seinen Lauf. er beendet die Beziehung immer wieder mit der Begründung, mir nicht mehr weh tun zu wollen. Kurze Zeit danach sind wir wieder beieinander. Ich weiß mir nicht mehr zu helfen! Ich beschäftige mich intensivst mit dem Thema weil er sich eigentlich nach Zweisamkeit und einer "normalen Beziehung" sehnt aber den Weg dazu nicht findet. Ich liebe diesen Mann und möchte ihm helfen. Er denkt bereits über eine Therapie nach weil er selbst weiß, das etwas nicht stimmt. Derzeit möchte er allerdings wieder den Kontakt abbrechen und ich weiß mittlerweile nicht mehr, was ich tun soll. Ihn hängen lassen möchte ich allerdings keinesfalls! Auch wenn er mir schon unendliche Schmerzen bereitet hat und ich eigentlich am Ende meiner Kräfte und Nerven bin. Ich hoffe auf Denkanstöße bzw Hilfe Ihrerseits...

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    1. Hallo und vielen Dank für Ihre Geschichte! Es ist ein schwieriges Feld und intensive Beschäftigung mit dem Thema über das Internet und Lektüre sind sicher ein erster Schritt, können aber nur begrenzt helfen. Abgesehen davon, dass ich selbst kein Fachmann, sondern nur interessierter Laie und Betroffener bin, kann man auch keine Ferndiagnosen oder gar -therapien durchführen. Meine Empfehlung: Nutzen Sie die Energien Ihres Partners, wenn er wieder einmal darüber nachdenkt, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Unterstützen Sie das und bieten Sie Hilfe an (Sie könnten gemeinsam gehen), aber achten Sie darauf, dass es unter Umständen wichtig sein kann, dass Ihr Partner die Entscheidung selbst trifft, nicht gedrängt wird und evtl. auch die Distanz zu anderen benötigt, wenn er Hilfe in Anspruch nimmt. Mit besten Grüßen!

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    2. Könnte aber auch Borderline Persönlichkeitsstörung. Diese on/off Beziehungen kenne ich von mir.
      Im einem Moment das anhimmeln des Partners, dann nur ein falsches Wort von ihm und ich flippe erst aus und trenne mich dann im Streit.

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    3. hallo ich habe das gleiche Problem es hört sich an als wären wir mit der gleichen Person zusammen er hat mit mir streit angefangen an Heiligabend um nicht hier sein zu müssen weil mein ältester sohn sich auch angekündigt hat das war ihm zuviel seitdem bekomme ich schuldzuweisungen das er wheinachten alleine verbringen musste aber er war derjenige der sich zurück gezogen hat er beleidigt mich und sieht nicht das er mich damit verletzt hat seit zwei tagen habe garnichts mehr gehört ich kenne ihn zwei jahre und wir waren bis jetzt 3mal getrennt ich liebe diesen mann über alles und weiss auch nicht weiter

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  6. Hallo Gilbert,
    tolle Seite, wirklich lesenswert!
    Nur eine kleine Anmerkung: Die Stelle mit der "schizophrenen Persönlichkeitsstörung" finde ich sachlich nicht korrekt. Klinisch wird i.d.R. zwischen Neurosen, Persönlichkeitsstörungen und Psychosen unterschieden. Die Schizophrenie gehört definitionsgemäß zu den Psychosen. Die Realitätswahrnehmung ist gestört. Schizoide (wie auch die anderen) Persönlichkeitsanteile hat jeder Mensch (so etwas läßt sich auch bei Riemann finden), nur eben in unterschiedlicher Ausprägung. Nehmen diese überhand, kann man von einer schizoiden Neurose sprechen, bzw. persönlichkeitsbestimmenden schizoiden Anteilen. Eine Persönlichkeitsstörung besagt per definitionem (siehe ICD), dass die Liebes- und Arbeitsfähigkeit hierdurch beeinträchtigt ist, es besteht somit ein Krankheitswert (auch nicht im abwertenden Sinne, sondern vielmehr hinsichtlich des Leidensdruckes und der Behandlungsbedürftigkeit). Eine Schizophrenie ist wie gesagt die klassische Psychose, im Internet findet sich genug darüber, ich spare mir daher Ausführungen. Eine paranoide und schizophrene Persönlichkeitsstörung gibt es (zumindest in der klinischen Kategorie) nicht. Bei einer manifesten Parnoia (nicht nur einzelnen Verfolgungs- oder Wahnideen) sowie bei der Schizophrenie befinden wir uns bereits im Bereich der manifesten Psychosen.

    Dies alles nicht, um unnötig zu dozieren, sondern nur um eine kleine Unsauberkeit beheben zu helfen.

    Eine Psychiaterin

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    1. Hallo und vielen Dank für diese Korrektur! Ich werde das oben so anmerken. Beste Grüße!

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  7. Hallo,

    Bei mir wurde 1992 zu ersten mal die Diagnose Emotional-Instabile-PS gestellt, die bis heute noch Bestand hat. Durch sehr viel Selbstbeschäftigung mit mir bzw. meiner "Seele" über die vielen, vielen Jahren bin ich heute zum Schluß gekommen an einer Schizoiden-PS zu leiden.
    Dass ich Jahrelang immer wieder regelmäßig zu meinem Psychiater gehe (wegen der Medikamente) sowie immer auf der Suche nach einem "geeigneten" Psychotherapeuten bin, läßt sich wohl eher der BPS zuschreiben.
    In meinen vielen Psychiatrieaufenthalten viel mir in den Entlassberichten immer wieder der Satz "wenig Schwinungsfähig" "mangelnde Emphatie" oder ich würde über meine Probleme berichten als seien sie nicht meine eigenen...

    Meine Frage: gibt es eine Art "Überleitung" von der Schizoiden PS zur BPS? können diese beiden P.-Störungen überhaupt bei einem Patienten gleichzeitig vorkommen, oder ist dies aus Psychiatrischer Sicht überhaupt nicht Möglich und muss komplett ausgeschlossen werden? Die Schizoide PS wurde bei mir in den vielen Kliniksaufenthalten diagnostiziert, - jedoch die BPS, Depression & Soziale Phobie. Vielleicht lag es auch nur einfach daran dass ich meine Schizoide PS Störung immer wieder versucht hab zu überspielen und Ärzte nicht primär auf meine Schizoiden Symptome eingegangen sind ?

    Danke für's lesen!
    Joe

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    Antworten
    1. Hallo Joe, ich habe nicht ausreichend psychiatrische Kenntnisse, um deine Fragen guten Gewissens zu beantworten. Aber ganz generell: Vergiss nicht, dass Ärzte Diagnosen anhand von Klassifikationssystemen stellen, in denen Symptome aufgelistet werden. Wenn die beobachteten Verhaltensweisen oder die Schilderungen des Betroffenen ausreichend passen, dann können auch mehr als nur eine Diagnose "zutreffen", ohne dass der Betroffene deswegen gleich zwei, drei oder vier verschiedene "Störungen" hat. Kann jemand mit mehr Fachwissen, hier etwas hinzufügen?

      Danke und viele Grüße!

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  8. Ich möchte zunächst einmal erstmal nur Danke sagen.
    Dies ist eine tolle Seite.
    Du hast mich mit deiner offenen Art angesprochen.
    Deine Artikel und Analysen sind sehr sehr hilfreich für mich gewesen.
    Mein Leben lang hab ich gewußt das erwas nicht stimmt und habe unaufhaltsam nach Lösungen gesucht. Von Seite der Psychologen war nicht oder kaum ein Ansatz zu finden der mir weitergeholfen hat. Ich muß dazu sagen ich hab 28 Jahre lang gesoffen und bin nun 19 Jahre trocken.
    Ich bin vor 5 Jahren auf das Buch von Riemann gestoßen "Grundformen der Angst", das mich erstmals einen großen Schritt weitergebracht hat.
    Durch Zufall bin ich vor 1 Woche auf deine Seite gestoßen und schlagartig, Schuppen von den Augen fallend, wurde mir klar was mir fehlt. Ich bin eine schizoide Persönlichkeit.

    Vielen vielen Dank

    gez. Wolf

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    Antworten
    1. Danke, Wolf, für deine Komplimente!

      Ich würde aber davon abraten, sich aufgrund von solchen Beschreibungen wie meinen, selbst zu "analysieren". Besser ist, du sprichst mal mit professionellen Psychologen. Psychotherapie kann man in Deutschland erstatten lassen.

      Viele Grüße,

      Gilbert

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    2. nein, ich bleib dabei
      nosce te ipsum
      ich habe mich erkannt
      u. a. bin ich Drogen und Suchtberater
      habe eine psychartische Ausbildung
      aber Du hast natürlich Recht
      schon geschehn, habe Psychotherapeut
      am gleichen Tag kontaktiert

      ist doch schön das es so Menschen
      wie Dich gibt, einfach nur schön

      danke nochmals vielmals
      ich melde mich

      viele Grüsse

      Wolf

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  9. Guten Tag,

    ich bin 35 Jahre alt, weiblich, im Beruf stehend (Sozialpädagogin), habe ein gutes Gespühr für Menschen, ihre Gefühle, Ängste, Absichen etc. und kann diese Stärke in meinem Beruf auch gut gebrauchen und einsetzen. Ich führe ein "ganz normales Leben", bin auch attraktiv würde ich jetzt mal so behaupten, auch intelligent. Außerhalb des Berufs bin ich jedoch ein Einzelgänger. Persönliche Kontakte fallen mir sehr schwer, obwohl ich ja beruflich erfolgreich bin und wegen meiner Fachkenntnisse geschätzt werde. Sobald es jedoch um mich selbst geht, wird es sehr schwierig. Ich werde schüchtern und gehemmt, kann keinen Blickkontakt aufnehmen, alles in mir zieht mich in mich selbst zurück. Ich habe sogar von einem sehr mutigen Mann erfahren, der sehr selbstbewusst ist, dass er Angst hatte mich anzusprechen, weil ich so unnahbar wirkte, zu unnahbar für ihn. Auf der anderen Seite bin ich auch sehr gerne alleine, kann dann alles viel intensiver wahrnehmen, und es gibt nur wenige Menschen, die mich selbst, also privat und nicht beruflich-wirklich interessieren. Private zwischenmenschliche Kontakte gibt es in meinem jetzigen Leben nur mit viel räumlicher und zeitlicher Distanz.

    Jetzt mache ich mir langam Gedanken, und frage mich ob mit mir vielleicht etwas nicht stimmt, bzw. was mit mir nicht stimmen könnte. Ich suche nach Informationen und bin auf diese Seite gestoßen.

    Herzlichen Dank für die Infos und die Kommentare auf dieser Seite!

    Susi

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  10. Hallo. Ich heisse Caro und bin 16 Jahre alt.
    Ich hatte in meiner Kindheit nie liebe erfahren - richtig ! Man nennt es in der fachsprache "emotionale Verwahrlosung".....
    Ich glaub schon das ich eine schizoide PKS habe und das ist scheisse. Was soll ich blos tun ?

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    1. Hallo Caro! Wenn du dir Sorgen um deinen Psyche und Persönlichkeit machst, dann wäre es ein gute Idee, damit mal zu einem Psychologen zu gehen und darüber zu sprechen. Das ist keine Schande, sondern eine Gelegenheit, mehr zu erfahren und zu sehen, was man tun kann, dass es einem gut geht. Alles Gute dir auf deinem Weg!

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    2. hallo Gilbert,
      dem 16-jaehrigen wuerde ich nicht raten zu einem Psychologen zu gehen - sondern eher Ruhe wuenschen in den unruhigen Jahren des Aufwachsens! Ansonsten viele schoeneanregungen von der Seite!
      Danke!

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  11. Hallo Gilbert. Ich stehe seit 3Jahren mit einem Mann in Kontakt , der schizoid ist. Anfangs ließ er noch Gefühle zu und offenbarte sich mir. Nach einer ungünstigen Formulierung von mir schaltete er plötzlich auf kalt und unnahbar um und spricht von dem immer gleichen Muster das er nicht mehr kann und will... Dem Fühlen allgemein spricht er seinen Sinn ab.
    Ich kann es einfach nicht glauben dass er so gar nichts mehr für mich fühlt.
    Das sagt er auch nicht , sondern eher dass ihm die Kräfte fehlen. Ich gerate in ungute Auseinandersetzungen mit ihm, weil ich wirklich nicht immer nur sachlich kommunizieren kann. Ist es denn möglich, dass er so gar nichts mehr fühlt ? Ist es so tief verdrängbar ??? Was kann ich nur tun um wieder Zugang zu ihm zu bekommen ? Geht das nur noch auf therapeutische Art ?
    Ich mag ihn sehr und möchte ihm nicht lästig werden . Komme mir schon ziemlich penetrant vor weil ich immer wieder hoffnungsvoll Kontakt suche, den er dann an einer extrem kurzen Leine hält und alles Persönliche abwimmelt .Trotzdem spüre ich dass ich dass ihm nicht gleichgültig bin.
    Gibt es aus Deiner Sicht eine optimale Art , wie ich mit ihm umgehen kann , ohne ihn zu bedrängen ??
    Bin40 er auch.
    Sandra

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    1. Hallo Sandra,

      Gefühle - die, die du meinst - empfinden ist eine Übungssache. Wenn man von dieser Übung früh ferngehalten oder gar abgeschreckt wurde, wird es später immer schwieriger, Gefühle zu empfinden. Es kann schon sein, dass du mit deinen Mitteln am Ende bist. Einer Leserin, die den Artikel Schizoid - die Angst vor dem Ich-Verlust ähnlich kommentierte, schrieb ich:

      Ich kenne deinen Partner nicht und kann also auch nicht sehen, was seine Gründe für sein Verhalten sind. Wenn er selbst darunter leidet, sollte er Hilfe suchen.

      Ich fürchte, du kannst nicht viel mehr tun, als ihm seinen Freiraum zu geben. Aber niemand kann von dir verlangen, an der Beziehung zu leiden. Wenn es deine Lebensqualität zu sehr beeinträchtigt, musst du die für dich besten Konsequenzen ziehen.


      Viel mehr kann ich zu deinen Fragen eigentlich auch nicht sagen.

      Ich wünsch dir alles Gute auf deinem Weg, vergiss dich selbst nicht und bleibe offen für die Leute um dich herum, die deine Gefühle wollen!

      Viele Grüße,

      Gilbert

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  12. hallo
    ich finde den text recht informativ.
    habe selbst eine schizoide pks und will dämnäst eine thrapie machen,
    was ich allerdings schon seit mohnaten planne ohne wirklich vorran zu kommen!
    ich sehe die pks nich wirklich als qual odaer änliches, mir get es einfach super wenn ich alleine bin und meine ruhe habe!
    da ich mich persönlich so weit abschotte das ich nur zu einkaufen einmal die woche vor die tür gehe.
    komme persönlich mit menchen sehr schwer zurecht und sehe sie eigendlich eher als eine art von krankheit, mit dem system komme ich genau so wenig klar und flüchte mich daher in andere welten ob im meinem kopf tv oder spiele is eigendlich egal haupsache nicht auf dieser welt!
    sry wegen der rechtschreibung bin auch leckastenicker!
    mfg

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    1. ohne dir jetzt nahe zu treten, aber du solltest erst mal an deiner Legasthenie, also an deiner Lese- und Rechtschreibschwäche arbeiten. Um überhaupt mit Menschen in den Kontakt zu treten ist eine gute Umgangssprache in Schrift und Form unverzichtbar. Wobei die meisten Menschen eh schon (Analphabeten) sind und probleme haben sich anständig zu artikulieren :)
      Tröste dich, ich komme mit den meisten Menschen auch nicht klar und distanziere mich enorm, aber das liegt nicht an meiner selbst, sondern eher daran dass ich mich höherwertig(er) einstufe als viele anderen und ich mich auf intellektuelle Art & Weise mit den meisten "Nicht" unterhalten kann ! Da haben aber die anderen ein Problem mit - und nicht Ich. Also lasse ich es sein, und denke mir meinen Teil.... ;)
      Die meisten Menschen sind mir zu primitiv & dumm. So wird man dann auch zum Außenseiter. Aber lieber einsam & alleine, als mit einer Handvoll "Narren" ! oder?
      Gute Besserung !
      greets

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    2. Sich anderen Menschen gegenüber höherwertig fühlen, ist dasselbe wie Minderwertigkeitsgefühle, beidem liegt ein schwaches Selbstwertgefühl zugrunde nur der Erste wird wahrscheinlich nie dahinter kommen.weil er nicht die Selbsterkenntnis anwendet, sondern den Selbstbetrug

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  13. Und aus welchem Antrieb hast Du vor, eine Therapie zu machen?
    Und : auch Du bist ein Mensch.............

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  14. Hallo,

    Kurze Frage - gibt es irgendwelche Therapieformen die einem bei der SP-Störung helfen können? Anlaufstellen, Selbsthilfegruppen etc.?

    Mit dieser Diagnose fühle ich mich zur Zeit komplett Un- und missverstanden von meiner Umgebung. Die halten mich Alle für ein Psychophaten vor dem man sich hüten soll. Es hagelt Ablehnung ohne Ende.
    Aber ich kann nicht raus aus meiner Haut und mich komplett verändern.
    Brauche aber dazu dringend Hilfe.

    Danke fürs lesen,

    Joe

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    1. Ein Psychologe ist immer erst mal ein guter Ansprechpartner. Der kann auch die geeigneten Therapieformen und -gruppen empfehlen. Ich bin mir nicht sicher, wie viel Selbsthilfegruppen bei diesem Thema überhaupt bringen.

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    2. Danke erst mal Gilbert.
      Dass mit den Gruppen stimmt. In Selbsthilfegruppen hab ich mich schon immer irgendwie "komisch" und hinterher schlecht gefühlt.
      Vielleicht ist man als Schizoider überhaupt nicht Gruppenfähig.
      Ich gehe seit letztem Jahr in eine Borderline-Gruppe - weil ich auch diese Diagnose hab. Im letzten Meeting hab ich von meiner Schizoiden PS erzählt - das hätte ich besser bleiben lassen. Man hat mit angeraten die Gruppe zu verlassen und mir eine andere Gruppe zu suchen. Wie ich mich gefühlt habe kann man sich denken...
      Sind wir wirklich so schlimme Menschen???

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  15. geiler scheiß! :) Bin selbst schizoid und habe mich wiedergefunden :D

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  16. Brauchen Personen mit solch einer Störung unbedingt eine Theraphie? Oder brauchen sie nicht unbedingt eine, weil sie sich ja selber sehr wohl fühlen. Sind solche Menschen quasi "krank" und müssen therapiert werden?

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    1. Nein ! Eher Personen die nichts mehr kennen ausser "facebook" ! diese sollten dringender therapiert werden, meiner Meinung nach. Die haben nämlich auch schon jegliche Kontrolle des realen Lebens verloren. Und sind genauso unfähig (wie eine schizoide Persönlickeitsstörung) einen stink normalen Satz oder ein Gespräch zu führen geschweige denn sich zu Artikulieren was sich überhaupt von einem wollen ! very bad...very Bad.

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  17. Hallo Forengemeinde !

    ich finde es ganz und gar nicht schlimm eine schizoide Persönlichkeit zu sein. Es gibt zudem sehr viele Indikatoren die einem zum Einzelgäner machen oder vielmehr werden lassen ?! Im Grunde will man nur kein Teil "Euerer Welt" sein (wenn Sie verstehen was ich damit meine) Die Gesellschaft ist völlig auseinander getriftet und auf geistiger Ebene totalitär geschrumpft. Man pflegt seine sozialen Kontackte ganz anders als noch vl vor ca. 15 Jahren ? Während immer mehr Menschen ihre Interessen und zwischen-menschlichen Beziehungen auf diversen "sozialen Netzwerken" im Internet ausleben, gehen die realen Kontackte schnell verloren. Das ist "ein Indiz" dafür, zu vereinsamen. Natürlich zwingt dass den einen oder anderen in die Knie um die Äußerung zu machen: "Okay ?! wenn "Meine Freunde" den direkten Weg zu mir abschneiden....werde ich dem ganzen entfliehen und jeden weiteren Zugang zu mir vermeiden ggf. anpassen"!
    Dann stellt sich nämlich ganz schnell das Gefühl ein "niemanden mehr wichtig" zu sein. Aber das ist nicht das Endergebnis dass man unbedingt selbst wählt oder sich herbeisehnt, und darauf keinen Einfluss hat. facebook ist z.b. nur eines der gängigsten Plattformen heute für perfekte Selbstinszinierung & Selbstdarstellung. Denn ein vorgegaugeltes Leben ist wie ein Mensch der schizoiden Persönlichkeit Tür an Tür. Jeder lebt in seiner eigenen Welt die versponnen zu sein scheint. Nur mit dem Unterschied dass Wahrheit & Lüge nicht aufeinander treffen. Ein Schizoider lebt genauso wie er ist- eben im Rückzug ohne Gefühle auszudrücken und Freunde zu zeigen. Ein facebookabhängiger lügt sich in die eigene Tasche, und gibt vor, was er letzteren "nicht ist" ! Und das vl. auch ohne Gefühlsausdruck und Freunde ?!?
    Kontacktarmut und die nur sehr wenig ausgeprägte emotionale Bindung zu den Menschen selbst - ist vielmehr das Armutszeugnis einer verwahrlosten Gesellschaft heutzutage ! Im Grunde kann man jeden eine "schizoide" Persönlichkeit(störung) zumuten/ordnen.

    Lg

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  18. vielmehr sollte die Frage lauten : Ob eine Schizoide Persönlichkeitsstörung nicht daher rührt, es mit einer "kranken Gesellschaft" aufnehmen zu müssen. Wenn ich mir gewisse Leute ansehe, nehme ich schon automatisch Abstand, und bin froh mit diesen Personen nichts zu tun haben zu müssen. Die machen den Mund auf, und es kommt ein Schwall an unnützen Wissen. Weit über eine Milliarde Menschen sind mittlerweile an einem Social Network gebunden, und das liefert natürlich endlos Gründe dafür, sich zu hinterfragen: Ob diese Leute nicht an einer Psychose oder Schizophrenie leiden ? Völlig an der realität vorbeigeschossen. Aber wir wissen wo es Hilfe gibt. Wir nehmen sie nur nicht in Anspruch (...)

    MfG
    Guilia

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    1. Nach meinen Erfahrungen nimmst du - oft mit nachträglicher Reue - auch von Freunden und Vertrauten Abstand. Es betrifft also eigentlich alle Leute, egal ob Fremde oder Vertraute.
      Dass so viele Leute ins Internet "flüchten" liegt meiner Meinung nach daran, dass sie daran gewöhnt sind. Die moderne Technik hat unser Leben sehr verändert, teils zum Guten, teils zum weniger Guten. Außerdem ist der Druck in der Gesellschaft sehr hoch, und wenn einige Leute mit diesen Druck nicht klar kommen bzw. sogar überwältigt werden, dann finde ich es naheliegend, ein Fluchtmittel zu finden. Da bietet sich das anonyme, "freie" Internet eben sehr gut an... manche nehmen Drogen. Alles diesselbe Ursache.
      Das ist jedenfalls meine Meinung dazu. Glaube ich...

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  19. Ja, ich denke, es ist so. "Es nicht mit dieser kranken Gesellschaft aufnehmen zu müssen..." das klingt plausibel. Ich beneide die Menschen manchmal, die so easy mit dem ganzen Zivilisationsabfall klarkommen. Schon als Teenager habe ich mir gewünscht, nicht so viel denken und verstehen zu müssen. Geholfen hat es nichts. Ich halte mich nicht für klüger, ich bin nur hochsensibel.
    Nur, mich stört, dass hier manche sich so hoch über andere stellen. Sicher, es wirkt furchtbar dumm, wenn man sich so umschaut in der Welt. Aber dieses Phänomen hat es doch seit Menschengedenken gegeben. Es ist wohl ein "Merkmal" der "Erfindung Mensch" und treibt an zum Nachdenken, zur Entwicklung und hoffentlich Erlösung - irgendwann. Ohne Widerstand keine Weiterentwicklung.
    Es wirkte weniger demotivierend, wenn die "Hochintelligenten" ihr Wissen wohlwollend zur Verfügung stellten, als sich ins Aus zu katapultieren und den "Dummen" das Feld zu überlassen. Wie das aussehen soll, davon habe ich leider auch keine Idee. Stehe selbst mit einem Bein im Aus...
    Grüße, w,42

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  20. wenn ich mir all diese jungen Menschen ansehe, vor allem die mit Hochschulreife, die hierherkommen an den Unis um zu studieren, wie bescheuert und dumm sie oft rüberkommen, wird mir so einiges bewußt wie sehr die verwahrlosung unter uns Menschen schon vorangeschritten ist.
    Und bilden sich auch noch ein, sie seien die Elite unter uns die Weissheit mit den Löffeln gefressen zu haben ! NEIN DANKE !
    Ich habe die Nase von dieser Gesellschaft gestrichen voll ! :(

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    1. Ich hatte schon als Kind den Wunsch, das zu ändern... die Gesellschaft zurück zu einem vernünftigen, lebenswerten Niveau zu bringen. Gleichzeitig hatte ich immer die Angst, all meine Mühen wären letzendlich für umsonst gewesen... ich kann mit anderen Menschen nicht umgehen. Ich weiß nicht, wie ich ihnen erklären soll, dass es doch ein viel besseres Leben gäbe...
      Und deshalb ziehe ich mich zurück. Antworte auf keine Fragen, wegen der Angst, es könnte alles nur noch schlimmer machen.
      Und doch fühle ich mich schrecklich, nicht aktiv dagegen etwas zu tun...
      (Danke, dass du diese Worte liest...)

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    2. Du sprichst mir aus der Seele. Die Leute wollen es ja auch gar nicht. Sie sind zufrieden damit, fremdbestimmt durchs Leben zu gehen und sich jeden Tag auf's Neue selbst zu belügen.
      Genau wie du wusste ich auch lange nicht wie ich damit umgehen soll, fange aber langsam an es zu akzeptieren und mein leben auf meine Bedürfnisse umzustellen. Es hilft, auch wenn es ein Recht einsames Leben ist. Mein Wissen werde ich aber bewahren, und wenn es Menschen gibt denen ich damit helfen kann, habe ich schon ganz viel dazu beigetragen, die Welt besser zu machen.

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    3. Danke.
      Dass muss ich wirklich einfach sagen.
      Danke. Es gibt wirklich Menschen, die wie ich sehen, wie es wirklich ist...

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  21. Hallo,

    ich bin der Marcel, mich beschäftigt dieses nun auch. Habe letzten Monat von meinem Psychologen mein Gutachten erhalten. Unter DSM - IV Achse II steht ich habe Züge einer schizoide Persönlichkeitsstörung. Jetzt frage ich mich selber ist das war, wenn ich mir hier und auf anderen Seiten die Symptome so durch lese, dann erkenne ich dies klar und deutlich.
    Mir wird nun geraten eine Therapie zu machen. Hat da jemand schon Erfahrung mit, ich persönlich denke nicht das sich durch so einer Therapie wirklich was ändert in meiner Denkweise-Gefühlsweise.
    Um mich mal so kurz wie möglich zu beschreiben.
    Bin 33 habe 4 Kinder verheiratet. Meine Kindheit war sehr hart, life Events von Selbstmord meiner Mutter erlebt, Sie war halt nie für mich da. Immer hin und her geschoben nie wirklich Liebe bekommen.
    In meiner Jugend habe ich dann auch irgendwann angefangen Drogen zu nehmen, um alles zu verdrängen was war. Dann kam die erste Frau und 3 Kinder, dann die zweite mit dem vierten Kind. Seit 5 Jahren bin ich clean, habe immer versucht alles wieder richtig zu machen, selber Entzug gemacht ohne jegliche Therapie, Tabletten oder der gleichen.

    Hatte dann auch endlich von 2008 bis 2010 endlich mal einen Job, wo ich mich wohlgefühlt habe, halt nicht zu viele Kollegen um mich herum wie in anderen Jobs zuvor, konnte halt mein Ding machen vor allem in Ruhe, jeglicher Stress macht mich wahnsinnig und das hat sich bis Heute nur noch verschlimmert. Jedenfalls kam in 2010 mein Burnout, nach durchschnittlicher 60 Stunden Arbeitswoche. Ich war empty ausgepowert ohne Ende, hinzu kamen Körperliche Probleme, Arthrose Nacken und Fuß, Morbus Scheuermann kam in 2012 noch hinzu, bzw. die Beschwerden im oberen Teil meines Rückens.

    Meine Beziehung zu meiner Frau und allen Kinder ist super, die kids leben auch alle bei uns. Nur mir geht es halt Sch... mir ist alles über den Kopf gewachsen, ich bin sehr sensibel, Lärm der Kinder etc. machen mich voll fertig. die letzten beiden Jahre habe ich mich total isoliert, habe schon Jahrelang keine Freunde mehr, engster Familien Kreis halte ich mich auch fern nur noch sehr selten den Kindern zu liebe. Es gibt nichts mehr wo ich wirklich Freude dran habe oder je hatte. Am liebsten würde ich mich einbuddeln und RUHE Haben.
    Sex ist für mich auch nicht das wichtigste im Leben gewesen, man könnt ja jetzt sagen ok der hat aber 4 Kinder! Aber das ist Vergangenheit und auch dort schon war es nicht häufig und Heute, naja wenn es ein oder zweimal im Monat ist der Frau zu Liebe. Wenn es nach mir gehen würde dann gar nicht.

    So aber genug von mir, ich denke jedenfalls das jetzt alles erst so richtig raus kommt, was ich mir die ganzen Jahre reingedrückt habe.

    Ich freue mich über euer Feedback, und wünsche jedem hier viel Gesundheit. Gott segne euch!

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    1. Hallo Marcel! Danke für deine Geschichte. Was deutlich durchkommt, ist die Aufopferung deiner ureigensten Interessen für deine Familienmitglieder. Das ist sehr selbstlos von dir und verdient Bewunderung. Ich denke aber, du musst versuchen, deine Familie und deren Interessen übereinzubringen mit dem, was du wirklich brauchst. Z.B.: Ganz gezielt musst du dir Momente der Ruhe schaffen, um aufzutanken und Kraft zu sammeln, vielleicht ganz geplant, sodass auch deine Familie weiß, zu diesen Zeiten bist du unerreichbar. Analog gibt es viele Dinge, die du so für deinen Alltag verbessern könntest.

      Vielleicht ist es keine schlechte Idee, das Therapieangebot anzunehmen - gar nicht, um deine Denk- und Fühlweise zu ändern, sondern um ganz gezielt Maßnahmen zu ergreifen, deine Denk- und Fühlweise in einen Besseren Einklang mit der Erfordernissen deiner Umwelt zu bringen.

      Du hast ja in der Vergangenheit auch schon zeigen können, dass du durch eigene Stärke vieles ändern konntest. Respekt! Lass dir einfach vom Therapeuten dabei etwas helfen. Es kann gar nicht schaden, da mal den Blick eines anderen zur Hilfe zu nehmen!

      Viel Erfolg weiterhin und alles Gute!

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    2. Hallo
      Eine heftige Beschreibung, aber auch sehr ehrlich.
      Gibt es etwas, was du gerne machst? Wofür du dich begeistern könntest? Lies mal VHS-Kursprogramm durch oder das Freizeitangebot in deier Umgebung und entscheide dich spontan für etwas, das du gerne machen würdest. Dein Gefühl aus dem Bauch soll entscheiden, ohne Überlegen.
      Einfach mal raus und was Verrücktes tun und fühlen, wie sich das auswirkt.
      Gruss Luz

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  22. Schizoidie ist ein sehr interessantes Thema. Allerdings finde ich nach wie vor die Abgrenung in den Randbereichen schwierig. Was ist lediglich sehr stark introvertiert, was ist "normales" Einzelgängertum/Zurückgezogenheit und verbreitete rationale, unemotionale Denkweise.

    In dem neuen DSM-V wird die schizoide PS nicht mehr vorkommen - jedenfalls nicht mehr in dieser noch aktuellen Form. Es gibt dann nur noch (für diese ehemaligen Persönlichkeitsstörungen) die Diagnose "Persönlichkeitsstörung Trait Specified". Trait specific lässt sich leider nur schlecht direkt ins Deutsche übersetzen; deshalb habe ich es so stehenlassen. Die ehemalige schizoide PS würde dann zukünftig wie folgt beschrieben bzw. als Diagnose gestellt:
    "Persönlichkeitsstörung Trait Specified" mit dem Schwerpunkt Entfremdung und den Einzelmerkmalen sozialer Rückzug, soziale Abkopplung, Vermeidung von Intimität, eingeschränkter Affekt und Anhedonie (Freudlosigkeit.

    Inwiefern sich diese Änderung auch auf den ICD auswirken wird, weiß ich nicht.

    Was ich auch noch zu den anderen Kommentaren hier ergänzen möchte, ist dass eine Partnerschaft mit einem Schizoiden sicher sehr schwierig ist, aber zumindest wenn der andere ebenfalls eine Disposition in die schizoide Richtung hat, kann es klappen. Beide Seiten haben dann keine starke Nähebedürftigkeit und das mit den sehr selten gezeigten Emotionen fällt dann auch nicht negativ ins Gewicht. Man kennt das Verhalten des anderen ja von sich selbst zur Genüge. Gewöhnungsbedürftig ist es aber schon, wenn man quasi in seinen eigenen Spiegel blickt. Zumindest was viele bestimmte Aspekte betrifft.

    Grüße in die Runde
    acinonyx jubatus

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  23. Ich kann mich für viele Dinge begeistern, allerdings nicht für Menschen. Aber die sind eben auch keine Dinge ... ich finde das manchmal einfach so traurig, weil mir dadurch so viele Erfahrungen fehlen. Ich würde so gerne Freude am Umgang mit Menschen haben, aber sie stellt sich einfach nicht ein, maximal, wenn ich heftig verliebt war, woraus natürlich meiner Eingeschränktheit im Zeigen von Gefühlen nie was wurde. Wem geht es noch so? Vielleicht können wir uns austauschen? Ich überlege, einen Theaterkurs zu machen, um zu lernen, wie man nonverbal kommuniziert. Ich will Freude an anderen haben -aber wie lerne ich das?!

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    1. In dem du Freude an dir selbst gewinnst, Freude, dass du erleben darfst, was anderen entgeht, Freude darüber, dass du einzigartig bist...=) Lg Dio

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  24. Ich habe eine enge Bekannte, die wohl die Störung hat ! Sehr viele
    o.g. Beschreibungen treffen zu. Bin aber sehr sicher, daß sie als Kind
    von ihrem Vater sehr heftig und lange sexuell missbraucht wurde !
    Hat jemand Erfahrung, ob dies nicht auch eine Ursache für diese Schizoide PS ist ?

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  25. Huhu!

    Ich habe lange überlegt einen Kommentar zu verfassen.
    Vorerst möchte ich sagen: der Artikel ist wirklich gut und es erleichtert einen irgendwie zu lesen,das es noch Menschen gibt die sich mit diesem Thema befassen und verstehen!

    Ich selbst gehöre zu den Schizoiden Persönlichkeiten, was ich selbst allerdings auch erst vor wenigen Jahren erfahren und erkannt habe. Davor war mein Verhalten immer unter einem großen Fragezeichen vergraben. So ging/geht es wohlmöglich vielen. Ebenso wie es viele Angehörige gibt, die jeden Tag mit der Frage im Raum stehen,warum sich der/die Betroffene so verhält, wie es nunmal für einen Menschen mit SPS typisch ist. Wenn man dann erklärt warum kommen oft Missverständnisse auf. Ich denke das ist auch der Grund,weshalb man irgendwann aufhört sich zu rechtfertigen, kein Wort mehr über seine Problematik verliert. Man wird müde, denn es ist nicht nur der Kampf den man damit in der Gesellschaft oder allegemein in der Nähe von Menschen austrägt, sondern auch imemr wieder ein Kraftakt diesen Missverständnissen zu entkommen.


    LG
    M.Loveless

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    1. Hallo Mira,
      kannst du mir sagen wie, bezw. wodurch du diese PSP bekommen hast ? LG Willy

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  26. Huhu,

    Ich habe sie bereits seit ich denken kann..eigentlich. (Nur war es als Kind nicht so ausgprägt) .Kam wohlmöglich (oder ganz sicher?) durch frühkindliche Misshandlung und emotionale Vernachlässigung.

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  27. Hallo Zusammen,

    interessant das alles zu lesen. Ich lernte vor ca. einem halben Jahr einen Mann kennen, der zunächst sehr anhänglich war und mir seine Liebe zeigte. Allerdings hatte ich immer das Gefühl, dass etwas zwischen uns steht. Wie eine Mauer oder ein Graben!Er wirkte häufig unsicher und blockiert im miteinander. Vor ein paar Wochen - nach einem Besuch einer größeren Feier - ging er dann auf massive Distanz, ohne das es einen Vorfall gab, der diesen Rückzug nachvollziehbar machte! Seit dem sehen wir uns - auf seinen Wunsch hin - ca. einmal die Woche. Ich konnte das alles nicht begreifen, da unser Zusammensein oft so schön war und ich mich nach Nähe sehne. Ist ja auch normal, wenn man verliebt ist - oder ?!
    Ich habe darüber mit meiner Therapeutin gesprochen und sie sagte mir, dass mein Partner eine schizoide Persönlichkeitsstörung haben könnte. Also ging ich auf Recherche im Internet, die Artikel die ich gelesen habe, sprechen dafür. Dadurch wird mir vieles bewusster und klarer, ich weiß nur nicht, ob ich mit diesem Verhalten meines Partners leben kann, da ich mir Nähe und ein echtes Miteinander in einer Beziehung wünsche. Andererseits liebe ich diesen Mann sehr, er ist ein ausgesprochen netter und feiner Mensch, den ich sehr schätze und liebe.
    Ich lasse ihm mittlerweile alle Freiheiten der Welt und bedränge ihn in keinster Weise. Dies hat allerdings zur Folge, dass ich meine eigenen Bedürfnisse hinten anstelle. Mal sehen wie lange das funktioniert.

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  28. Hochbegabt und Hochsensibel statt Persönlichkeitsgestört trifft es wohl eher als Klassifizierungen nach dicken Lehrbüchern.
    Muss immer alles einen Namen haben? Hat die Welt verlernt sein Gegenüber zu akzeptieren? Muss immer alles gleich in irgendeiner Störung enden? Am Ende sind wir alle nicht mehr normal. Dank Internet kann man sich ja alles mögliche zuschreiben was man denn so hat. Und dank dessen das alles einen Namen haben muss hat werden selbst ganz einfache Gefühle in Schubladen gepresst und Mensch braucht Medizin und Klassifizierungen. Statt Trauer zu haben ist Mensch heute Depressiv usw. Wofür ist es wichtig zu wissen ob mein Nachbar schizoid, introvertiert, sensibel und was weiss ich ist. Ich sehe mein Nachbar ist ein Mensch und kein Lehrbuch, keine Diagnose.

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    1. Das ist schon richtig und gut, aber es gibt bei allen Phänomenen eine Grenze, an der die Betroffenen anfangen zu leiden. Dann ist es gut, wenn man dem Gespenst einen Namen geben kann und Wege findet dagegen vorzugehen. Hochbegabt und hochsensibel sind ja dann auch nur wieder solche Namen. Und was ist mit Krebs, Demenz oder Athrose? Sind das auch sinnlose Worthülsen? Na klar sind Namen immer nur versuche, bestimmte mit einander im Zusammenhang stehende Phänomene zu gruppieren. Aber so funktioniert Sprache, Wissenschaft, Medizin und auch Kunst und Dichtung.

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    2. Mir hat es z.B. sehr geholfen,das diese "Sache" endlich einen Namen hatte. Dadurch konnte ich gezielt Therapheuten ansteuern,die sich mit dieser "Problematik" auskannten/auskennen. Zuvor war es ein ständiges Tappen im Dunkeln, ermüdent und entmutigend. Dadurch das man zuvor nicht wusste was an mir nicht 'in Ordnung' war/ist, konnte man mir auch nicht auf die richtige Weise helfen. (Ich mir selbst,schon lange nicht mehr).

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    3. Mir hilft dieses Schubladen System sehr genutzt. Genau aus den gleichen Gründen wie oben.
      Wen es dies nicht gäben würde, dann würde man viele kranke Menschen noch mehr meiden und verachten als heute schon oft der Fall ist.
      Nun solche selbstdiagnosen und Menschen die trauren und sich gleich als deppressiv betiteln suchen wohl nach einer Ausrede um sich vielleicht vor der Arbeit zu drücken oder ähnlichem. Ausserdem schädigen sie so den Menschen die tatsächlich unter solchen Krankheiten leiden.
      Noch was: du musst nicht wissen wer unter was leidet wenn du mit dem Menschen"nachbar" gut auskommst. Erst wen ihr irgendwie streit habt oder du nicht verstehst warum er sich dir gegenüber so kühl und distanziert daherkommt. Dann geht es um Verständnis einander gegenüber. Wen jemand vernünftig ist, fragt er erst einmal z.b : warum bist du so kühl zu mir? Was hab ich dir getan? Dann kann er dir seine krankheit nennen und du weisst genau was los ist und hast vielleicht/hoffentlich verständniss im gegenüber und fühlst dich nicht peröhnlich betroffen oder so. Gäbe es diese Schubladen nicht, müsste er dir seine ganze geschichte erzählen und für dich wäre es bestimmt auch viel schwieriger sein Problem zu verstehen und auch zu akzeptieren.

      Hoffe mein Kommentar ist verständlich. Schreib mit einem Smartphone, leider sind diese für so lange Texte nicht besonders geeignet.

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    4. Moinsen,

      ich habe meine Diagnose seit ca. einem Monat, und finde es ähnlich wie einer meiner Vorredner schonmal etwas entlastend, dass das Kind einen Namen bekommen hat. Seit Donnerstag bin ich aus der vollstationären Klinkik raus, und seit Montag ein einer Tagesklinik.
      Das man bei allen Schizoiden ziemlich differenzieren muss ist klar. Erwähnt wird immer, das sich Betroffene damit nicht sonderlich unwohl fühlen, ich gehöre zu der Sorte, die sich am liebsten komplett selbst umkrempeln würden ... wenn ichs denn hinbekommen würde. Am liebsten wüde ich mich jedem Menschen öffnen können, wenn ich denn wollte, leider ist es mir (obwohl der eigentliche Wille da ist) nicht möglich. Ich kann nur sehr sehr schwer Bezug zu anderen Menschen aufbauen, die meisten lehne ich nach 2 Minuten komplett ab. Mit ein paar wenigen kann ich über profane Dinge spechen. Das ich jemanden habe mit dem ich über alles reden kann ist sehr sehr sehr selten, und noch seltener kann ich (positive) Gefühle vermitteln.
      Ich habe viele Gefühle, manche sind davon extrem geschwächt, andere umso ausgepägter. So hab ich imense Probleme mit Emphatie, diese kann ich zum großteil nichteinmal schauspielern, vorhanden ist sie jedenfalls nicht merklich. Sympathie ist hingegen wie ein Baum der wächst, wenn erstmal der Saatkorn gesäht ist, wächst er permanent, oder wird gefällt. Habe extra den Baum als Sinnbild benutzt, denn die Sympathie ächst seh langsam. Anders als Andere habe ich keinerlei Probleme Beziehungen zu führen, das sich aber zu Jemandem eine Beziehung entwickelt ist ein extrem aufreibender Akt. Denn ich tue mich schwer Menschen kennenzulernen, ich weiß nicht was ich sagen soll. Und wenn mir was in Sinn kommt, sagt mir mein Kopf "Mich würde es nicht interessieren, also warum meinem Gegenüber ? ... Halt einfach den Mund".
      Hinzukommt das ich zu vielen vielen Dingen einfach keine Meinung habe, und eine "ist mir egal Einstellung" als Desinteresse gewertet wird, was aber gar nicht zwangsläufig der Fall sein muss. Wenn ich denn aber wen habe, ist es überhaupt kein Problem mich der Person zu öffnen und Gefühle zu zeigen usw.
      Oft wird die ganze Störung ja auch als Selbstschutz dargelegt, in der man zu extrem versucht wenig von sich preis zu geben. Ansich sehe ich das genauso, wenn jedoch jemand (Bezugsperson) von meinen Gefühlen oder ähnlichem spricht, hab ich da kein Problem mit, an der Stelle setzt wieder "ist mir egal" ein. Kann aber auch daran liegen, das in meinem Freunde-/Bekanntenkreis eh kaum einer glaubt was von meiner Gefühlswelt erzählt wird, die glauben eher es sei ein unbewiesener Mythos das ich Gefühle habe... aber auch das ist mir egal... wie so viele ... leider.

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    5. Danke für deine Perspektive, Christian! Das zeigt wirklich, wie individuell man jeden Menschen betrachten muss. Interessant ist auch deine Aussage, oft keine Meinung zu haben. Ich kenne das auch ganz genau und sehe das eigentlich eher als ein riesen Vorteil an. Es gibt die Möglichkeit, wahr oder zur Kenntnis zu nehmen, ohne gleich zu urteilen.

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    6. Ich habe hier für alle Interessierten noch ein paar Buchempfehlungen zum Thema zusammengetragen: Bücher speziell für Schizoide empfohlen. Vielleicht ist ja was hilfreiches dabei.

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  29. Hallo miteinander

    Ich bin selbst 3-fach Schizoid und hatte riesigen Spass, einige Kommentare zu dem Artikel zu lesen.
    Für mich war es schon in meiner Kindheit klar, dass bei mir etwas anders ist als "normal". Wegen meinen Schwierigkeiten im Alltag (beruflich wie auch privat) entwickelte sich zunehmend auch noch schwere depressive Episoden. Nach einem (glücklicherweise) misslungenem Suizidversuch, begab ich mich auf die Suche nach Antworten und ebenfalls auch in psychotherapeutische Behandlung. Obwohl mir aber auch von medizinischer Seite nicht weitergeholfen werden konnte, hatte ich durch "Zufall" ein Schlüsselerlebnis, welches mir so einiges Bewusst werden liess. Dieser Bewusstwerdungsprozess, dieses ultrapsychisch abstrakte Erlebnis bezeichnen Psychiater (und Konsorten) als Psychose. Für mich aber war es das Tor zu meinem Innersten...
    Ich bin nicht geheilt, aber ich habe div. Strategien entwickeln können um mein ganzes Leben und Erleben neu zu gestalten. Mittlerweile habe ich eine Freundin, die das selbe hat und wir beide sind unglaublich glücklich miteinander, weil noch keiner von uns soviel Verständnis erleben durfte (zugehörige Details wurden absichtlich weggelassen).
    Meine schizoide Persönlichkeitsstörung ist für mich keine Krankheit, sondern eine Gabe. ..oder möchte mir jemand erklären wie man Persönlichkeiten "heilen" kann?
    MFG

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    1. btw: wer mich per E-Mail kontaktieren möchte für einen austausch, kann mir schreiben an: geisterheld@gmx.ch
      MFG

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    2. Schön zu sehen, dass in unserer verrückten Welt noch Platz für den Wahnsinn normaler Menschen ist.

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    3. Mich würde interessieren, welche Strategien du verwendest, um dein Leben zu gestalten? Bin sicher, das kann auch anderen helfen.

      Bitte auch an andere, Tipps aus der Praxis hier reinstellen, die sich bewährt haben, quasi als Gemeinschaftsarbeit der Einsamen *g
      Gruss Luz

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    4. Praxistipps für nicht-Schizoide im Umgang mit Schizoiden. Geduld haben, bei Rückzug nicht beleidigt sein (man hat selbst i.d.R. nichts falsch gemacht - außer vllt. zu oft Kontakt aufgebaut - man mag ja den Anderen - er/sie kann aber genau das vllt. zeitweilig nicht ertragen), offen, ehrlich und freundlich sein - Unaufrichtigkeit wird i.d.R. immer und sehr schnell erkannt und zerstört das "Beziehungspflänzchen". Da wächst dann schwer wieder etwas.

      Praxistipps für Schizoide. Für sich erkennen, dass man ein toller Mensch in seiner Besonderheit/Einzigartigkeit ist und seine Stärken stärken (fest in der Persönlichkeit verankerte Eigenschaften, die vllt. selbst als Schwächen gesehen werden, nicht verurteilen - sondern eher für sich analysieren. Wem das alleine schwer fällt - mit einer kompetenten Person darüber sprechen. Familienmitglieder würde ich nicht empfehlen - da gibt es zwar meist eine sehr enge Bezugsperson, aber wer wirklich analysieren möchte, muss sich auch unbequemen Fragen stellen, die i.d.R. immer die Familie betreffen und sehr schmerzhaft sein können.) Wem persönlicher Kontakt schwer fällt - Netzwerke nutzen und auch von allein "gefällt mir" posten oder Freundschaften suchen (da kommt echt Freude auf). Die gewollte Distanz bleibt, aber man kann etwas mehr am Leben teilhaben und wenn man das immer wieder versucht, baut man etwas die Angst vor dem Ich-Verlust ab und kann sich so vor Vereinsamung im Alter etwas schützen. Das muss man aber erkennen und wollen. Schizoide, die mit ihrem Leben gut klarkommen und gute Taktiken für ihr Leben gefunden haben, sollten diese ausbauen und für sich den Kompromiss finden "ich probiere etwas aus, wenn es nicht gut funktioniert, habe ich trotzdem etwas gelernt und das ist positiv - ich war mutig". Also versuchen, nicht nur "schwarz/weiß" zu sehen und sich bitte nicht zu oft an Enttäuschungen orientieren (schwarz/weiß ist übrigens eine häufige Farbkombination im direkten Lebensumfeld Schizoider und ein kleiner Fingerzeig auf das eigene "Ich"). Gute eigene Erfahrungen hier teilen - Schizoide sind oft sehr sensibel und darauf bedacht, eher nichts von sich preiszugeben (Ich-Verlust) - wünschen sich aber eben auch hier viel Hilfe. Für Leute, die Schizoiden helfen möchten, sind Situationen oder Beispiele einer Lebenssituation aber Voraussetzung für Hilfe - man kann in niemanden hineingucken und es gibt auch sehr unterschiedliche Ausprägungen schizoiden Verhaltens. Gute Kommunikation funktioniert meist über Fachthemen auf der Sachebene. Hier können die Stärken gut eingesetzt werden und man erhält Respekt. Die Beziehungsebene wird dabei eher nicht berührt und das kommt Schizoiden meist entgegen.

      Gruß Leo

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  30. Ich als Betroffener ,der sich mittlerweile auch so hat lieben lernen,behaupte bist du finanziell unabhängig und kannst dein Ding machen ,fühlt es sich nicht krank an.Bist du es nicht wirst du wahrscheinlich oft Dinge tuen die dir widerstreben und sehr schwer fallen und dich oft krank fühlen lassen weil du ständig mit deiner vermeintlichen Unfähigkeit konfrontiert wirst. Und wenn du da nicht mehr mitspielst wirst du ein sehr hartes einsames und armes Leben führen aber zumindest fühlt man sich etwas freier und nicht den ganzen Tag krank.

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  31. Bei mir ist es wohl am schlimmsten.Ich habe schon immer gemerkt das ich anders bin.Immer mit dem Kopf in den Wolken und selbst als Junge Erwachsene noch sehr kindlich.Ich hatte eine üble Kindheit und damit meine ich wirklich übel und später in der 7.Klasse wurde ich auch von meheren dummen Tussis gemobbt,obwohl ich immer freundlich war.Ich konnte schon immer besser mit den Jungs reden als mit den Mädchen.Ich habe mich an die Vertrauens Lehrerin gewendet aber die hat mich dem auch noch mehr ausgesetzt und gar nichts getan!!!.Auch an die anderen Lehrer habe ich mich gewendet aber niemand hat mir geholfen.Vor meinen Eltern habe ich mich geschämt und meine paar Freundinnen haben mich im stich gelassen,weil ich ja so uncool war.Nach einem echt schlimmen Tag in der Schule,hatte ich beschlossen nicht mehr dort zu erscheinen und tatsächlich dank meiner unbegrenzten Fantasie habe ich es geschafft lange zu schwänzen.Ich war ganz gut in der Schule nur halt sehr ruhig und schüchtern und wie gesagt ich habe mir nie etwas aus oberflächlichkeiten und trends gemacht.Irgebdwann haben sie mich natürlich erwischt und danach ging es nur noch bergab.Vielleicht sollte aus mir mal ein normaler Mensch werden,aber dank diverser Menschen und natürlich den netten Menschen die mir die Seele genommen haben,bin ich heute mit 23 Jahren ein Menschen hassendes und völlig kaputtes Wesen das sich selber verabscheut und nur noch in seiner (Welt) zurecht findet.Ich habe seit gut 7 jahren keinen kontakt mehr zu anderen Menschen,ausser zu meiner Mutter und zu meinem Freund.Ihr könnt mir glauben,es ist natürlich so viel mehr grausames passiert aber das zu erzählen würde lange dauern.Wahrscheinlich interessiert nicht mal das hier jemanden...aber ich kann nicht mehr und ich weine jeden Tag weil man mir mein Leben genommen hat! Ich habe ihnen nichts getan,ich weiß nichtmal ob ich eigentlich so sein wollte wie Sie...ich bin selber das nichts ind auch nichts wert aber ich kann nicht aufhören sie alle zu hassen,diese Menschen,diese Gesellschafft und diese kranke Welt.

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    1. Ich bin selbst schiziod und mir ist ähnliches passiert und viele weitere solcher Dinge.
      Mir geht es immer besser, seit dem ich aus dieser Opferrolle rausgekommen.
      Mir ist bewusst geworden, dass die Leute die mir das angetan selbst starke Probleme hatten und ich das Ventil war.
      Also war ich nicht der Unzulängliche sondern diese einfach gestrickteren Menschen, die nicht wussten wie sie ihre eigenen Probleme selbst bewältigen können und somit ihre Agressionen und Ängste bei mir abbauten.
      Wichtig ist das die ihnen verzeist. Nicht du bist das Opfer sondern diejenigen.

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  32. hallo zusammen. Auf was soll ich achten, wenn eine Mitarbeiterin von mir an SPS erkrankt ist? Wie kann ich sie unterstützen den Alltag zu meistern. Eher Einzelarbeit oder ist Teamarbeit möglich?

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  33. Anzeichen sind bekannt.
    Lieber alleine Arbeiten und nicht kritiesieren.
    Wichtig ist auch wenn der jenige gestresst aussieht, ihn in ruhe zu lassen!
    Was sicher hilft der jenigen Person zu zeigen, dass Sie ihr Vertrauen.
    Es gibt nichts schrecklicheres wenn einem jemand permanent nachrennt!
    Das ist meine Wahrnehmung als Betroffener.

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    1. Lieber alleine Arbeiten lassen und nicht kritisieren.^^*

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  34. Hallo,
    mir geht es ähnlich wie vielen Betroffenen hier - ich finde mich voll und ganz in den Schilderungen der meisten wieder.
    Ich denke auch dass der Ursprung in der frühkindlichen Entwicklung liegt. Ich bin als einziger Junge von insgesamt 4 Kindern aufgewachsen, bin gleich das zweite Kind und kam ein Jahr hinter meiner größeren und 2 Jahre vor meiner kleineren Schwester. Ich mache meiner Mutter oder meinem Vater auch keine Vorwürfe, die hatten selbst als Kinder von Eltern die im Krieg aufgewachsen sind nicht die rosigste Kindheit, so erkläre ich mir das. Ich habe ein "gutes Verhältnis" zu meinen Eltern, aber auch kein großes Bedürfnis sie zu sehen. Und wenn dann auch keine große Redelust. Ich liebe sie wirklich sehr, aber mir hat glaube ich auch die Liebe und Aufmerksamkeit als Kind gefehlt. Kann mich noch erinnern wie ich stundenlang geweint habe und mich keiner getröstet hat, dann kommt dazu dass ich unter 3 Schwestern oft/sehr oft der schuldige oder Sündenbock war, was auch oft sicherlich zurecht behauptet wurde.
    Vielleicht ist es auch eine Kombination aus verschiedenen Faktoren warum ich mich da selbst zu zähle. Auf jeden Fall - ich werde in wenigen Tagen 32 - habe ich verdammt lange gebraucht oder mich überhaupt damit beschäftigt herauszufinden was mit mir nicht stimmt!
    Mir tut es eigentlich für die anderen Menschen leid, weil man auf den ersten Blick von mir denkt dass ich Desinteresse habe oder gelangweilt wirke, dabei ist das oft auch nur Unsicherheit. Auf der Arbeit wirkt das - so höre ich das bei den regelmäßigen Beurteilungen in meiner Behörde - allerdings symphatisch, da man sich nicht in den Vordergrund stellt und trotzdem hocheffiziente und absolut vertrauensvolle Arbeiten übertragen bekommt und diese auch zu 100% erfüllt.
    Eigentlich geht's einem mit dem Krankheitsbild gut - aber die anderen Leiden leider drunter.
    Bin seit 3 Jahren mit einer Frau verheiratet - vorher war ich 3-4 mal verlobt - die zudem ein Kind mit in die Ehe gebracht hat.
    Ich erkenne mich in meiner Art und Weise wie ich den Jungen behandle und mit ihm umgehe wieder, wie ich selbst behandelt wurde - und das ist nicht gut. Desinteresse und Gleichgültigkeit schadet meiner Frau und dem Kind. Dabei machen die beiden es mir total einfach und sind nicht derart kompliziert.
    Bei mir kommt - auch wenn ich absolut nicht so wirke und das Gegenteil vermittel - noch große Menschenfurcht dazu. Ich halte mich aus hitzigen Diskussionen mit meiner Meinung zurück, anstatt für meine Meinung einzutreten. Man will halt nicht negativ auffallen und hat auch keine große Lust auf lange tiefsinnige Gespräche.

    Eigentlich ein Scheiß-Leben, welches aber alleine bleibend, super zu Leben ist.

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  35. Hallo,

    Ganz er selbst sein darf jeder nur, solange er allein ist.
    Wer also nicht die Einsamkeit liebt, der liebt auch nicht die Freiheit; denn nur, wann man allein ist, ist man frei.

    Arthur Schoppenhauer

    Ich finde Schoppenhauer hat es auf den Punkt gebracht. Bestimmt können mir die Schizoiden zustimmen. Bei mir (18 Jahre alt, w) ist es so, dass ich mich in Gesellschaft anderer Menschen (Besuche, Feiern) zu Tode langweile. Gehen diese zu lange, werde ich aggressiv. Intensive Gesellschaftliche (Pflicht-)Veranstaltungen muss ich stundenlang mit Einsamkeit ausgleichen, damit mein Geisteswohl gewährleistet ist. Freude empfinde ich bei gesellschaftlichen Unternehmungen nie. Gäbe es keine Impulse von ausserhalb, würde ich wahrscheinlich nie etwas mit anderen Menschen unternehmen. Bei emotionalen Ausbrüchen anderer Menschen (Freude, Trauer) kann ich weder mitfühlen noch so tun als ob. Ich teile mich nicht mit und habe auch nicht das Bedürfnis danach. Zur Zeit befinde ich mich in einer Therapie und frage mich, was ihr Ergebnis sein wird.

    Um ehrlich zu sein verlangt es mich nicht nach einer Bewältigungsstrategie, da ich dieses sog. Defizit nicht als solches empfinde. Das ist schön an dieser Störung. Vielleicht ist es auch nur bei mir der Fall. Ich fühle mich wohl in meiner Einsamkeit. Warum sozial sein weil es allgemein als "Norm" angesehen wird? (Vielleicht spricht hier die Störung aus mir)

    Falls sich jemand mit mir "emailfreundschaftlich" zu dem Thema auseinandersetzen will, kann er mir gerne eine Email schreiben. Ich freue mich auf Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Solange er nicht zu eng wird (haha :D)

    Liebe Grüsse,

    unsozial@outlook.de

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    1. Ganz er selbst sein darf jeder nur, solange er allein ist.
      Wer also nicht die Einsamkeit liebt, der liebt auch nicht die Freiheit; denn nur, wann man allein ist, ist man frei.

      Arthur Schoppenhauer


      Ganz er selbst sein darf jeder nur, solange er allein ist.
      Wer also nicht die Einsamkeit liebt, der liebt auch nicht die Freiheit; denn nur, wann man allein ist, ist man frei.
      Wer also die Einsamkeit liebt, der liebt auch die Freiheit, wird sich Ihr mehr bewusst als der der die Einsamkeit verachtet... aus Angst.
      Der wiederum wird wahre Freiheit,wahre Freude niemals erfahren... so tun als ob kann derjenige dafuer spielend.



      Ich (Arthur Schoppenhauer auch ziziert)

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    2. bei Bedarf lieber allein sein und bleiben, man will doch nicht so enden und Dinge sagen wie "mir fällt die Decke ueberm Kopf... Jemand der die Einsamkeit liebt ist das nämlich fremd, genau wie Langeweile während des alleine seins. Was ist schlimmer? Konversationen mit Leuten zu fuehren wo man im Nachhinein aggresiv werden koennte,weil man sich wieder dessen bwusst wird das man eben wieder eine Minus-Unterhaltung hatte... Zeitverschwendung. Es wird nicht viele Menschen geben die bei einen bleiben werden, aber die es wert sein werden werden auch fuer immer bleiben. Diesen begegnet man aben nicht so oft

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    3. Sogar Nietsche hat schon von der "Flucht in die Einsamkeit" gesprochen. Vor ca. 150 bis 200 Jahren... Allerdings sollte man Ihn nicht immer alles glauben, denn er war das ganze Leben lang allein.Weiss nicht wie es mit seiner Familie war aber er hat (angeblich) nie mit einer Frau zusammengewohnt/gelebt.. ist doch ein bisschen schockierend

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  36. Hallo,

    ich moechte auf die 8 (ICD-10) Kriterien für eine schizoide Störung eingehen. Ich stimme manchen Punkten schon zu, allerdings den anderen nicht. Das ist nur meine Meinung..



    Wenige oder gar keine Tätigkeiten bereiten Freude

    hier muss man stark diffierenzieren was (wahre) Freude ist. Das kommt nicht von aussen sondern von innen. Mir ist z.b. aufgefallen dass ganz viele Menschen die sagen "ich bin gluecklich" es tatsaechlich nicht sind.

    Emotionale Kühle, Distanziertheit oder abgeflachter Affekt

    Koennte auch eine Schutzwand sein weil man irgendwann einfach bemerkt hat das man manchen Menschen nicht zu frueh eine Symphatie/Symphatien "senden" sollte. Es bedarf divereser unbewusster Tests. Da viele Menschen dann allerdings einen
    aufgeben weil es nicht schnell genug gehen kann, wird man abgestempelt. Als kuehl, distanziert etc.

    Reduzierte Fähigkeit, warme, zärtliche, Gefühle für andere oder Ärger auszudrücken

    Ärger auszudruecken ist was wunderbares. Es tut richtig gut. Aber Vorsicht, nur an den richtigen Stellen. Wenn es nicht sein muss
    kann man es sich ja lieber sparen. Ein Gefuehl fuer die Situation ist wichtig... Reduzierte Fähigkeiten Wärme und Gefuehle zu empfangen. Ja, auch hier gilt die Schutzwand. Und sind diese Sachen vom gegenueber echt?

    Erscheint gleichgültig gegenüber Lob oder Kritik von anderen

    Man sollte doch nur Kritik von Leuten annehmen die das auch koennen. Manchmal kritisieren Leute die es garnicht koennen aber unbedingt ja wollen... einen herunterziehen damit es denen besser geht (im Berufsleben). Privat ist das natuerlich eine andere Sache-


    Wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen mit anderen Menschen

    Die sollte man lieber immer haben. Entweder man hat sie oder man will sie, sonst stimmt etwas leider nicht.

    Bevorzugt solche Aktivitäten, die alleine durchgeführt werden

    Hauptsache man hat ueberhaupt Aktivitaeten. Viele Dinge muss man erstmal selber erfahren, allerdings stimme ich den zu das man ab und zu Aktivitaeten mit anderen haben sollte.

    Übermäßige Inanspruchnahme der Gedanken durch Fantasien

    Das ist Ansichtssache. Ich finde - das is individuell - Gedanken sind unnoetig, man muss alles nehmen wie es kommt. Das bestmoegliche geben ja, den Moment geniessen ja und jeden morgen daran denken: "Der Tag wartet auf mich". Das Thema Fantasien habe ich noch nicht erforscht, was ich erforscht habe spricht jedoch fuer Sie (die Fantasien).

    (Wünscht) keine engen Freunde oder vertrauensvollen Beziehungen

    Doch, sicherlich. Nur irgendwann im Leben kommt man zu den Punkt wo man merkt dass man diesen Punkt nicht erzwingen kann. Es passiert oder es passiert nicht...
    Deutlich mangelhaftes Gespür für geltende soziale Normen und Konventionen (Normenverstöße geschehen unabsichtlich)

    Normenverstoesse geschehen unabsichtlich. Auch das moechte mal erforscht werden, warum dies passiert.





    Danke.

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  37. Die schizoide Persönlichkeitsstörung gehört zu den Schizophrenie-Spektrumsstörungen.
    Tatsächlich haben die Symptome einer schizoiden Persönlichkeitsstörung große Ähnlichkeit mit der Negativsymptomatik einer Schizophrenie. Kurz gesagt die 5 A's:
    Anhedonie, Affektverflachung, Asozialität, Apathie, Alogie = Sprachverarmung, fehlender Wunsch, fehlendes Bedürfnis zu sprechen, egal mit wem, egal über was
    (nagut das 6. fällt mir jetzt nicht ein)

    Diese Menschen sind extreme Einzelgänger und haben, wenn überhaupt, sehr wenige soziale Kontakte. Diese soziale Isoliertheit und "Einsamkeit" ist freiwillig und gewollt. Und kommt nicht daher, weil sie Menschen nicht mögen, Angst vor ihnen haben oder schlechte Erfahrungen gemacht haben, und auch nicht, weil sie vermeiden wollen verletzt und verlassen zu werden und auch nicht, weil sie ein Vertrauensproblem haben. Eine schizoide Persönlichkeitsstörung hat auch nichts damit zu tun, dass man einfach nur oft und gerne alleine ist oder keine Lust auf Konvensationen oder gesellschaftlichen Umgang hat.

    Es geht um "social anhedonia". "Social anhedonia" meint die Unfähigkeit Freude und Vergnügen an zwischenmenschlichen Beziehungen zu empfinden. Möglicherweise ist die Ursache ein Dopaminmangel in einem bestimmten Bereich des Gehirns. Ein schizoid-persönlichkeitsgestörter Mensch hat demnach wahrhaftig keinen Wunsch nach sozialen Kontakten- ganz gleich, ob nach Freunden, Bekannten, Beziehungen- Familie etc.- weil diese keinen "pleasure pathway" in seinem Gehirn aktivieren. Im Gegensatz zu anderen Menschen "gibt" ihnen der soziale Umgang nichts. Demnach fehlt ihnen der Wunsch und das "Bedürfnis" nach anderen Menschen.
    Diese Interessenlosigkeit an Menschen besteht übrigens ein Lebenlang und nicht, weil sie gerade eine schwierige Zeit durchmachen. (Das meint das Diagnosekriterium: (Wünscht) keine engen Freunde oder vertrauensvollen Beziehungen)

    Kommen wir zum Diagnosekriterium: Wenige oder gar keine Tätigkeiten bereiten Freude. Generell haben Menschen mit einer schizoiden Persönlichkeitsstörung keine Hobbys oder gehen auch sonst keine besonderen Tätigkeiten nach- weder allein ausgeführt noch mit anderen. Auch hier ist die Ursache Anhedonie. Kein Wunsch, kein Interesse, keine Freude und auch kein Willen. Auch hier wieder im Gegensatz zu einer Depression lebenslang und gemüts-und lebenssituations-unabhängig

    Emotionale Kühle, Distanziertheit oder abgeflachter Affekt , Reduzierte Fähigkeit, warme, zärtliche, Gefühle für andere oder Ärger auszudrücken
    Der Grund hierfür ist erst einmal, dass diese Menschen nur sehr eingeschränkt Gefühle überhaupt empfinden können. Es hat also nichts damt zu tun, dass man Angst oder Schwierigkeiten hat seine Gefühle zu erkennen oder auszudrücken.

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  38. Fortsetzung
    Erscheint gleichgültig gegenüber Lob oder Kritik von anderen Damit ist gemeint, dass diesen Menschen jegliche Kritik, auch Lob, Komplimente, emotionaler Zuspruch schlichtweg egal sind. Grund ist dumpfe Interessenlosigkeit, fehlende Gefühle.

    Etwas ganz entscheidendes hat der Autor im Artikel vergessen: Nämlich die Kriterien, die vorliegen müssen, damit man bei einem Menschen überhaupt von einer Persölichkeitsstörung sprechen kann. Eine Persönlichkeitsstörung entsteht immer in der Kindheit oder im Jugendalter, die Symptome verstärken und bilden sich bis zum 18. und 22. Lebensjahr raus (ab dem Alter könnte man eine Persönlichkeitsstörung diagnostizieren) und bestehen im Erwachsenenalter weiter fort. Die Diagnosekriterien müssen eindeutig zutreffen und im Lebensweg des Menschen erkennbar sein. Die Symptome müssen stabil, von langer Dauer und situations- und gemütsunabhängig sein. Bezogen auf die schizoide Persönlichkeitsstörung hieße das: Die Diagnosekriterien treffen immer zu. Frühstens vom spätem Jugendalter an. Egal in welcher Lebenssituation, egal in welcher sozialen Situation und egal bei welchen Menschen sie sich befinden. Es ist ein Lebenszustand. Ein wichtiger Punkt ist, dass die Störung zwangsläufig zu Problemen führt- im Alltag, im Beruf usw.

    Das ICD-10 ist übrigens kein Horoskop. Das heißt, man kann die Diagnosekriterien sich nicht wahllos so zurechtbiegen, dass sie passen. Das ICD-10 ist auch nicht für Laien entwickelt worden. Die jeweiligen Diagnosekriterien hakt man nicht einfach nur nacheinander ab. Für eine Diagnose müsste der Patient seine "Lebensgeschichte" erzählen, und in dieser muss die Störung "zu erkennen sein"- eindeutig, klar, mitsamt ihren Folgen im Alltag und im zwischenmenschlichen und beruflichen Bereich.

    Im übrigen entsteht eine schizoide Persönlichkeitsstörung auch nicht, wie allgemeinhin angenommen, aufgrund einer lieblosen Kindheit, gefühlskalten Eltern, Enttäuschungen oder schlechten Erfahrungen oder Erlebnissen. Die genetische Veranlagung spielt eine sehr große Rolle. Wie viele Menschen wurden als Kinder emotional vernachlässigt oder schlecht behandelt? Entwickeln die alle eine schizoide Persönlichkeitsstörung? Eine echte? Ich denke nicht.

    Die schizoide Persönlichkeitsstörung hat nichts mit normaler, gesunder Introvertiertheit zu tun, nichts mit Autismus oder erst rechts nichts mit - Sich-schwer- tun- im- Zwischenmenschlichen.

    Die echte schizoide Persönlichkeitsstörung ist sehr selten. Manche Menschen zeigen zeitweise schizoide Symptome oder haben einen schizoiden "Persönlichkeitsstil". Unnötig zu sagen, dass das natürlich nichts mit einer echten schizoiden Persönlichkeitsstörung zu tun hat.

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    1. "Echte schizoide PS"...dein Ernst? Trifft bei mir alles zu...hier geht es ja auch nicht um Selbstdiagnosen sondern um Aufklärung zu dem Thema...das eine ärztliche Diagnose unerlässlich ist und gleichzeitig völliger Humbug sein kann ist glaube ich Jedem bewusst...verstehe nur die Intention hinter deinen Kommentaren nicht...willst du dich hier profilieren?

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    2. Was sie hier beschreiben ist eher Autismus...von PS kann man bei einem Menschen welcher absolut nichts interessiert mit Sicherheit nicht mehr sprechen...hatte nicht alles gelesen...aber vieles davon ist Müll...nichts für ungut...

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    3. Ich denke nicht, dass der Autor der beiden Kommentare sich profilieren wollte. Ganz im Gegenteil, mir scheint es eher, als wäre er der einzige der halbwegs verstanden hat, was eine schizoide Persönlichkeitsstörung ist und was nicht. Und genau das ist doch (versuchte) Aufklärung - Aufklärung über das Krankheitsbild einer psychischen Störung, und wie diese sich wiederum von nicht pathologischen Lebensstilen (introvertiert, ungesellig, rational, emotional distanziert) abgrenzen lässt.
      Dass die schizoide Persönlichkeitsstörung zu den Schizophrenie- Spektrumsstörungen gezählt wird, stimmt übrigens wirklich. Das hat mir mein Psychiater bestätigt. Und mit Autismus haben diese Symptome nichts zu tun. Die tiefgreifende Interessenlosigkeit und Gleichgültigkeit an (fast) allem und jeden ist nicht Ausdruck und Folge autistischen Verhaltens, sondern wird mit der Negativsymptomatik der Schizophrenie assoziiert.
      Ich kann mir übrigens gut vorstellen, dass viele, die diese Seite hier besuchen und beim Lesen dann über die beiden Kommentare stolpern, erstmal einen Dämpfer bekommen. Ob wirklich alles, was der Autor der beiden Kommentare schreibt richtig ist, darauf würde ich mich nicht verlassen. Vor allem das mit dem "Dopaminmangel" scheint mir doch etwas aus der Luft gegriffen, auf jeden Fall ist das ganz sicher nicht belegt. Es ist aber Tatsache, das einige Dinge durchaus stimmen, z.B. die Zuordnung der schizoiden Persönlichkeits´-störung zu den Schizophrenie- Spektrumsstörungen, die Ähnlichkeit zu der Negativsymptomatik die oft bei Schizophrenen beobachtet wird, die erforderlichen Kriterien zur Diagnose einer Persönlichkeitsstörung - all das stimmt, das kann man nicht leugnen. Auch wenn es möglicherweise nicht zu dem Bild passt, was man sich selbst persönlich von der schizoiden Persönlichkeitsstörung gemacht hat.

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  39. Mich würde mal Interessiern ob es Sinnvoll ist,jemanden der mir wichtig ist,zu sagen das ich Schizoid bin oder ob ich es eher für mich behalten.Was habt ihr für erfahrungen damit gemacht?

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    1. Hallo, ich habe weiter unten die Fragen mal aus einer anderen Perspektive gestellt (01.02.). Ich wäre froh gewesen, wenn ich so eine Ansage bekommen hätte. Wie weit das bei dir ausgeprägt ist, weiß ich nicht. Bei mir war es saublöd, wenn man als Mensch mit vielen Gefühlen auf einen völlig gefühlslosen Menschen trifft (mit 17 oder so - ewig her). Da denkt kein Mensch an schizoid - sondern eher - hat er eine andere oder ist der schwul und traut sich nicht, was zu sagen... na ja. Ich finde, wenn du wirklich schizoid bist und nicht "nur" Einzelgänger - bitte nicht falsch verstehen - dann solltest du darüber mit der dir am nächsten stehenden Person reden, zu der du absolutes Vertrauen hast. Das macht vieles einfacher. ;-)

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    2. Muss eine Schizoider völlig gefühllos sein? Also ich bin es nicht...und nach Meinung einiger Fachärzte wurde mir eine schizoide Persönlichkeitsstörung diagnostiziert...Menschen die dir "nahe" stehen sprich deine engen "Vertrauten"(Personen welchen du bis zu einem gewissen Grad vertraust, ich weiß eigentlich selbsterklärend) würde ich schon darüber informieren...das kann vor Allem für dich sehr hilfreich sein...du brauchst dich ihm oder ihr gegenüber nicht zu verstellen sprich Normalität zu simulieren was mir insbesondere schwer fällt also vor Allem Kraft kostet...ich kann sehr umgänglich erscheinen, solange die Distanz gewahrt bleibt...rückt mir jemand zu nahe...Kontaktabbruch oder zumindest temporärer Rückzug...weiß der Gegenüber nun von deinem "Problem" kann er damit umgehen und geht dir damit nicht als Kontakt verloren(oder halt doch und du hast dem falschen vertraut /: )...was ich als immens wichtig erachte...denn neue Kontakte kann ich eigentlich nur über andere "Vertraute" oder wenn man auf mich zukommt und alles richtig macht schließen...und das ist nicht sehr oft...

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    3. ...völlig gefühllos ist nicht richtig - hast recht - aber es wirkte damals oft so auf mich ;-) da ich vorher nie einem Menschen begegnet bin, der eben so war. Mit der Distanz habe ich auch meine Erfahrungen gemacht - da bin ich im Jetzt und +25 Jahre später. Meine Meinung ist, dass man Nähe nicht erzwingen kann und ich glaube, dass jeder Mensch seinen eigenen Freiraum braucht - schizoide Menschen sicher viel mehr. Meine Erfahrung ist aber eben die gewesen, dass es sich nicht um einen temporären Rückzug handelt, sondern dass der Rückzug im Laufe der letzten vielen Jahre zum Normalzustand geworden ist. Die selbst gewählten Kontakte betreffen i.d.R. Personen, die man über facebook "trifft", manchmal auch über die Arbeit und dann doch über facebook kontaktet. Besuche sind auf ein Minimum geschrumpft. Du schreibst selbst, dass Freundschaften oft nur möglich sind, wenn das Gegenüber alles richtig macht. Das ist ja auch wichtig zu wissen - ab wann macht man etwas richtig oder falsch? Selbst wenn man die besten Absichten hat und dem Freund/der Freundin niemals schaden möchte, fällt man vielleicht durch ein Raster - was sich einem nie erschließt. Ich habe für mich einfach beschlossen, nachdem ich mich intensiv über viele Jahre mit dem Thema beschäftigt und weitergebildet habe, dass ich nie die Freundschaft zu meinem schizoiden Freund aufgeben werde - auch wenn er mal ein halbes Jahr nicht mit mir spricht - das ist in meinem Beispiel die Realität. Deshalb bin ich auch mit einem anderen Mann verheiratet - und glücklich ;-) und mein schizoider Freund ist darüber übrigens auch glücklich als Einzelgänger ;-) Ich würde dir vorschlagen, dass du vielleicht für dich einmal eine kleines Gedankenexperiment machst. 1. Was ist alles für dich wichtig, damit du dich wohl fühlst. 2. Bei welchen Punkten fühlst du dich auch mit anderen Leuten gut - ohne dass es dich viel Kraft oder Überwindung kostet (hier bietet sich ggf. auch die Chance, bei Sport oder einem Hobby lose Kontakte zu knüpfen). 3. Wenn du in einer Partnerschaft lebst/leben möchtest, helfen aus meiner Sicht nur Offenheit zum Partner und ggf. ein paar Spielregeln, die deinen Gemütszustand und den besonderen Wunsch nach Rückzug auch in geeigneter Weise dem Partner zeigen können - und wenn's ein Plüschtier ist, was für einen Zustand steht und dir die Erklärung abnimmt. In dem Fall solltest du aber auch mit deinem Partner mal reden, wieviel Rückzug der/die verträgt. Soetwas kann auch sehr schwer zu ertragen sein, wenn man eben nicht schizoid ist. Vielleicht hilft dir ja einiges weiter - würde mich freuen ;-)

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  40. Hallo, bin vor ein paar Tagen über, die Seite gestolpert. Ich selbst bin Borderliner und mit meinem Freund, der Schizoid ist, ca. 4 Jahre zusammen. Unser "zusammen leben" gestaltet sich immer schwieriger. Wir können nicht miteinander und auch nicht ohne einander, wenn es darum geht das eine Trennung besser wäre, bricht entweder der eine oder der andere ein. Kann ich nicht irgendwas tun damit es besser wird, außer ihm seinen Raum lassen? Bis zu einem gewissen Maß, schaff ich das trotz meiner eigenen Erkrankung - aber dann streiten wir wieder und beenden die Beziehung. Ist der Druck bei beiden Seiten raus, sprechen wir miteinander und sind uns zugewandt, wie ich es mir eigentlich wünsche, Er sucht dann auch plötzlich körperliche Nähe. Kaum einigen wir uns darauf es mit dem jeweilig andern noch weiter zu versuchen, kippt die Situation fast sofort und er zieht sich zurück. Schafft es aber nicht mich gehen zu lassen- und ich schaff es nicht selbst zu gehen. Ich liebe ihn und möchte auch nicht ohne ihn sein.... habt ihr noch Tipps? Ich fände es gut, er würde eine Therpie machen, allerdings ist er nicht soweit... Ich bin so ratlos!!!

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    1. Wie wäre es mit einer offenen Beziehung? Keine Ahnung, wie sich Eifersucht bei Borderlinern allgemein bzw bei dir speziell verhält, aber dann wäre das ewige hin und her weg. Ich möchte auf Polyamorie hinaus, als Lebensstil.

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  41. Hallo, beim "schizoid/hysterischen" Artikel hatte ich mich schon geäußert und mache das hier deshalb:

    "Ich würde mich freuen, wenn Betroffene und psychologisch entsprechend geschulte in den Kommentaren von ihren Erfahrungen berichten und uns ihre Bewältigungsstrategien mitteilen."

    Für mich galt sicher die in der Kindheit nicht erfahrene Liebe meiner Eltern. Da erspare ich mir eine sicherlich extreme Beschreibung. Trotzdem entwickelte ich nicht die ausgeprägten Symptome, die hier mitunter geschildert wurden. Irgendwie funktionierte das in diffuser Weise einfach nicht richtig und ich ging zu einer Psychotherapeuthin. Das funktionierte zwischenmenschlich gar nicht, d.h. die erste Stunde war auch die letzte, aber sie gab mir den Riemann als Tipp mit auf den Weg.

    Dort las ich dann:

    "Konstitutionell entgegenkommend ist dafür einmal eine zartsensible Anlage, eine große seelische Empfindsamkeit, Labilität und Verwundbarkeit. Als Selbstschutz legt man dann eine Distanz zwischen sich und die Umwelt, weil man zu große physische und psychische Nähe wegen der radarähnlich fein reagierenden Sensibilität und gleichsam Durchlässigkeit als zu »laut« empfindet. So ist für den Schizoiden die Distanz notwendig, damit er überhaupt der Welt und dem Leben gewachsen ist."

    Heute noch steigt mir das Wasser in die Augen, damals machte mich das sofort hemmungslos heulen! Zum Einen saß das mit großer Wucht und zum Anderen wusste ich, ich bin doch normal! Letzteres war unglaublich wichtig. Offensichtliche Folge meiner schizoiden Anlage war das Schaffen von Distanz und Hochziehen von Schutzzäunen. Was dann einen Eindruck von Arroganz bei mir hervor rief, was ich nie war. Das immer wieder durchdenkend, kam ich zu dem Schluss, die Zäune müssen weg und ich muss die befürchteten Verletzungen, die "Lautheit", die Nähe der anderen zulassen. Die Gefahr der Verletzungen stellte sich dann als gering heraus, wichtiger noch, ich erkannte, dass andere in aller Regel gar nicht verletzen wollen! Es gab ein paar unschöne Dinge, die mich schlimm getroffen hatten, aber auch die hielt ich aus. Es lohnte sich mit anderen auseinanderzusetzen, Nähe zuzulassen. Von meinen beiden hysterisch/depressiven Frauen habe ich als schizoid/zwanghafter sehr, sehr viel gelernt! Heute, 30 Jahre später, aber schon eine Weile, bin ich emotional entwickelt, bekennender Romantiker und sogar zur Sentimentalität fähig. Auch diese radarähnliche Sinneswahrnehmung hat nachgelassen, ich kann "Lautheit" inzwischen recht gut, bis hin zur völligen Problemlosigkeit ertragen.Sie ist genauso wichtig wie die Stille.
    Es wird sich nie ändern, ich bin und bleibe ein ausgeprägter Schizoider. Die Vorzüge werden beim Riemann durchaus treffend beschrieben. Eine entwickelte schizoide Anlage ist definitiv ein Geschenk! Ich würde mich schon länger als entwickelte Persönlichkeit bezeichnen und das Schizoide wird immer meine Stärke sein. Angst davor habe ich schon lange nicht mehr.

    Ich bin ein ausgeprägter Schizoider - habe Freunde, intensive Beziehungen, bin zur Nähe und zu Gefühlen fähig - und ein glücklicher Mensch. Als Kind war ich schon eigen, hegte zeitweise wegen meiner schon immer schäumenden Gedanken sogar den Verdacht ich werde weise. Das ist definitiv nicht der Fall, aber Menschlichkeit spielte mit der Zeit eine immer größere Rolle.

    Noch eine Bemerkung zur für Schizoide typischen Aggression. Über den Sport lernte ich sehr gut damit umzugehen. Aggression ist - gesund eingesetzt - eine außerordentliche Triebfeder und erinnert dann nicht mehr an das was gemeinhin als Aggression verstanden wird.

    Völliger Laie, Betroffener, Autodidakt - trotzdem will ich eine mögliche Perspektive aufzeigen.Man kann vom Riemann, den "Grundformen der Angst", halten was man will, mich hat er gerettet.

    Mit freundlichem Gruß,
    Nik

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    1. Hey Nik, das was Du hier geäußert hast trifft für mich den Nagel auf den Kopf !!

      besonders folgendes Zitat:
      "Konstitutionell entgegenkommend ist dafür einmal eine zartsensible Anlage, eine große seelische Empfindsamkeit, Labilität und Verwundbarkeit. Als Selbstschutz legt man dann eine Distanz zwischen sich und die Umwelt, weil man zu große physische und psychische Nähe wegen der radarähnlich fein reagierenden Sensibilität und gleichsam Durchlässigkeit als zu »laut« empfindet. So ist für den Schizoiden die Distanz notwendig, damit er überhaupt der Welt und dem Leben gewachsen ist."

      Eigentlich ist es ja eine Gabe eine "radarähnlich fein reagierenden Sensibilität" zu besitzen. Aber mich belastet dies sehr und alles ist "laut".Ich hoffe deinem Weg folgen zu können. Seit ich diese Seite und den Artikel kenne, wird mir so einiges klar !! Vielen Dank an alle für ihre Aussagen und Erfahrungen und vor allem für diesen informellen Artikel !!

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  42. Hallo zusammen, ich habe ein paar Fragen. Wenn man bei einem schizoiden Freund beobachtet, dass er sich immer mehr von der Gesellschaft isoliert und er das nicht merkt, sollte man ihn darauf ansprechen? Bin kein Arzt, aber er sieht sich selbst wahrscheinlich eher als den erfolgreichen Einzelgänger in der IT-Branche und ist damit glücklich (wenn ihm nicht gerade die Decke auf den Kopf fällt - was keiner sieht). Er lebt eher in der virtuellen Welt und kann nur schwer Gefühle zeigen bzw. kann nichts mit Gefühlen anderer Leute anfangen - wirkt deshalb oft berechnend bzw. manchmal komisch auf andere. Das will er aber sicher nicht - merkt das aber und zieht sich immer mehr zurück. Ob er sich selbst mit dem Thema "schizoid" beschäftigt hat, weiß ich nicht. Will ein Mensch, der so veranlagt ist, überhaupt darüber reden? Oder ist seine Welt für ihn so perfekt, dass man da eher stört und das Thema lästig ist? Was ich sehe, ist ein Mensch, der vor vielen Jahren wenigstens noch Bilder an der Wand hatte - jetzt fehlt das komplett - auch Farben sind rar - die Wohnung sieht aus wie ein schwarz/weiß Foto. Total anonym. Ich mache mir echt Sorgen...

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    1. Dieses "berechnend" ist Ersatz für die fehlende Fähigkeit mit Gefühlen umgehen, die verstehen zu können. Das Verstehen der Gefühle entzieht sich dem sönst so verständigen Schizoiden. Das Problem der scheinbar notwendigen Distanz verstärkt das Problem, ist sogar die Ursache.

      Seine Welt ist ihm sicher nicht perfekt. Teilweise ist sie ihm gut akzeptabel, aber er weiß um die Ecken, die ihm das Leben knirschen machen. Frag ihn ob er an einer Erweiterung seiner Sicht interessiert ist, das wird er sein, und dann gib ihm den Riemann. Intellektuell wird er in der Lage sein. Die Hürde ist die Erkenntnis, dass die Schmerzen aufgrund anderer Emotionen durch zugelassene Nähe nicht schlimmer sind als die, die durch emotionale Isolation entstehen. Das ist erstmal kein Unterschied, aber die unterschiedliche Richtung der weiteren Entwicklung ist es. Einmal ins Leben, was ihm fehlt und er wahrscheinlich darum weiß, oder eben die Isolation durch Vermeidung der ihm schmerzhaften, unbekannten Emotionen anderer.

      Mit freundlichem Gruß
      Nik (IT'ler)

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    2. Hallo Nik,
      besten Dank für die Erklärung - das Buch habe ich ;-) und werde es ihm vorschlagen, zu lesen.
      Ich bin auch froh, das eben auch ein ' IT'ler ' geantwortet hat.

      Viele Grüße

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  43. Weiß jemand inwiefern sich die SPS des Vaters auf die Kinder überträgt? Kann das eine sehr liebevolle Mutter ausgleichen, oder sollte man sich besser trennen?

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  44. Hallo Lena,
    Gilbert Dietrich hat etwas weiter oben auf das Buch "Grundformen der Angst" verwiesen - ab S. 40 wird dort auf die Entwicklung von Kindern eingegangen - und unter welchen Voraussetzungen sich eine schizoide Persönlichkeit entwickeln könnte (Betonung liegt auf könnte). Die Mutter ist für ein Baby/Kleinkind die wichtigste Bezugsperson. Allein über das Stillen, den vertrauten Herzschlag der Mutter, ihre Stimme und den Geruch wird das Kind seine Mutter erkennen und hier auch Geborgenheit finden. Die Väter sind natürlich auch wichtig - aber aus Sicht von Kinderpsychologen/-ärzten kein gleichwertiger Ersatz für die Mutter (bitte nicht diskriminierend auffassen - haben Andere erforscht). Gleiches gilt für Kindermädchen. Untersuchungen dazu hat z.B. der Schweizer Kinderarzt Stirnimann veröffentlicht "Psychologie des neugeborenen Kindes". Es ist aus meiner Sicht sowieso problematisch, in einem Forum die Trennungsfrage aufgrund SPS zu stellen. Da sind beide Partner zuerst gefragt und dann ggf. Hilfe durch erfahrene Psychologen. Menschen (Väter) mit SPS sind oftmals gut im Erklären, weil sie oft sehr gut beobachten und Sachverhalte dadurch hervorragend beschreiben können. In dieser Eigenschaft können Kinder auch viel Aufmerksamkeit von den Vätern erhalten - es ist eben eine andere Art der Zuwendung - ein Kind wird aus meiner Sicht nicht persönlichkeitsgestört, wenn der Papa es nicht mehrmals täglich abküsst. Wichtig ist aber, ob die SPS eine aggresive Form ist, bei der das Kind als "Störenfried" wahrgenommen wird und beim Vater ein aufgrund der SPS vorhandener aggresiver Schutzreflex einsetzt, der dem Kind schadet. Dann würde ich sofort Hilfe bei ausgebildeten Psychologen empfehlen - hier kann es dann tatsächlich so sein, dass zum Wohle des Kindes eine Trennung vorgeschlagen wird - aber eben nicht in diesem Forum aufgrund 2er Fragen zu 2 unbekannten Menschen. Weiter im Text - wenn die Mutter sehr liebevoll ist, dann ist das ganz wichtig für das Kind. Hier beschreibt das o.g. Buch aber auch Verhaltensschwierigkeiten, die bei der Erziehung durch zu viel Liebe beim Kind ausgelöst werden können (Helikoptermütter, die bei jeder Regung das Kind "bemuttern" und es somit nicht zur Ruhe kommen lassen - es damit zu einem möglichen unsebstständigen Menschen erziehen). Es ist aus meiner Sicht deshalb auch wichtig, wenn der Vater zurückhaltender mit seiner Zuwendung ist, dass die Mutter ein "gesundes Maß" findet und nicht völlig überseuert. Mit dem o.g. Partner könnte die Mutter ja besprechen, welche Rolle in der Erziehung er sich zutraut. Die Mutter sollte ihn dabei unterstützen und in der Partnerschaft damit auch dem Vater mehr Selbstvertrauen geben. Lehnt er die Vaterrolle komplett ab - ist das wieder etwas Anderes. Da würde sich aber auch jede Frau Gedanken über eine gemeinsame Zukunft machen. Unabhängig vom Thema SPS gibt es relativ viele Männer, die mit den kleinen Wesen bis ca. zum 2. Lebensjahr nicht wirklich viel anfangen können - die Kinder schreien, machen in die Windeln und noch so einiges mehr und auch die Mütter in ihrer neuen Rolle suggerieren ab und zu den Vätern, dass diese manches falsch machen... da will Mann auch nichts falsch machen und zieht sich ggf. zurück. Wenn die Kinder dann etwas weiter sind, ändert sich das meist - da kommt der Entdeckungsdrang und das ruft die stolzen Väter um so mehr auf den Plan...

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  45. Hallo.
    Ich bin mittlerweile über 50 Jahre alt und lebte privat die meiste Zeit sehr zurückgezogen. Ich beschäftigte mich mit Mathematik, Softwareentwicklung und Philosophie und unternahm hin und wieder kleine Ausflüge in die Linguistik und die Gesellschaftswissenschaften. Wenn ich intensiv in einem Thema steckte war ich glücklich oder zumindest zufrieden. In Gesellschaft hingegen fühlte ich mich meist vollkommen deplaziert, "wie ein Holzklotz" (Ich weis nicht mehr wo ich diese Metapher gelesen habe aber sie trifft das Gefühl ganz genau). All diese Banalitäten, diese Angebereien und intellektuelle Großkotzigkeiten widerten mich an, glaubte ich zumindest. Wie ich später herausfand war dieser Ekel nur ein Teil des Schutzwalls, den ich um mich errichtet hatte. In Wirklichkeit hätte ich ganz gerne ein wenig Katz und Maus mit ihnen gespielt aber das KONNTE nicht, ich war eben ein Holzklotz. Trotzdem gab es hin und wieder Leute die mich mochten. Leider habe ich den Kontakt zu den meisten von ihnen verloren, denn ich nahm nie Kontakt auf, man musste zu mir Kontakt aufnehmen und diesen Kontakt auch halten, sonst brach er ab.
    Als Mann musste ich zum Jagen getragen werden, das heißt die Frau musste sich schon praktisch auf meinen Schoß setzen, damit ich begriff, dass sie etwas mit mir wollte. Ich hatte einige wenige feste Beziehungen und alle liefen nach dem gleichen Schema:

    Die Frau ergreift die Initiative, ich gehe darauf ein (weil ich ja im Grunde mit meiner Einsamkeit doch nicht so glücklich bin)
    Sie findet mich zwar seltsam aber auch interessant.
    Sie will Nähe ich anfangs auch.
    Sie will noch mehr Nähe und ich will wieder Zeit für mein eigenbrötlerisches Tun.
    Sie versteht mich nicht und ich verstehe, dass sie mich nicht versteht, kann aber nicht über meinen Schatten springen.
    Ich vernachlässige sie und schließlich verlässt sie mich.
    Ich bin vorübergehend sehr unglücklich.
    Ich rede mir ein, dass es besser so ist und lese ein dickes Buch oder schreibe ein kompliziertes und vollkommen unnötiges Programm.

    In der Firma konnte ich in den Anfangsjahren mehr oder minder alleine vor mich hinwerkeln, was mir zwar lieber war, aber mein beruflicher Aufstieg bedeutete auch mehr Kommunikation. Immer mehr Besprechungen, Seminare, Kongresse, Messen usw. Anfangs fiel mir das sehr schwer, aber ich wollte auch gerne mehr verdienen. Mit der Zeit habe ich mir Techniken erarbeitet im Umgang mit Menschen. Ich kann ja mit Sprache umgehen, ich kann sogar ziemlich witzig sein. Ich kann auch mal Blödsinn von mir geben, denn das machen die anderen auch, manche sogar ausschließlich. Besser Blödsinn reden als das Holzklotzgefühl aufkommen zu lassen. Das erfordert große Aufmerksamkeit und ist anstrengend. Hinterher fühle ich mich oft sehr erschöpft. Es ist eben Arbeit und ganz und gar kein Vergnügen.

    Privat habe ich es übrigens auch geschafft, nicht weil meine Frau mich versteht (obwohl sie sich redlich bemüht), sondern weil ich sie über alles liebe und manchmal wenn wir in Gesellschaft sind mache ich ihr zuliebe sogar Überstunden.

    Mein Fazit: Es gibt Schlimmeres.

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  46. Ich selbst habe eher hedonistische Züge (nicht zu 100%, es geht ja immer "nur" in eine Richtung) inklusive ADHS und lebe mit meinen Mann der ein schizoider Persönlichkeitstyp ist (mit Wunsch auf soziale Kontakte, die ihm immens schwerfallen) inklusiv ebenfalls ADHS hat zusammen.

    Kann sich irgendwer dieses Extrem vorstellen, das ist wie Jing und Jang, schwarz und weiß, denoch abstoßend und anziehend zugleich.

    Wenn die Liebe nicht wäre, wären wir wohl schon kein Paar mehr....
    Für mich ist momentan eine Verhaltenstherapie wichtig und gut, für meinen Mann wäre es wohl auch an der Zeit endlich eine Therapie durchzuziehen (für ihn ist es besonders schwer einen passenden Therapeuten zu finden).

    Als Hedonistin fühle ich mich sozusagen am anderen Ende des Weges.

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  47. Hallo.
    Ich leide an Schizoidie.
    Und ehrlich gesagt bin ich mir auch meiner Sonderlingsstellung bewusst.
    Mein Bedürfnisse nach zwischenmenschlicher Nähe ist sehr ausgebrägt und ich möchte den Autor dieser Seite danken für die sehr trefflichen Aussage über diesen Leidensstil.
    Grundsätzlich bin ich sehr froh mich halbwegs angepasst im gesellschaftlichen Normbereich verhalten zu können.
    Und Gott sei dank habe ich eins zwei Freunde mit denen ich offen und ehrlich mich unterhalten kann.
    Nichtsdestotrotz spüre ich oft Trauer und Wut und stehe den Kontakt mit anderen Menschen sehr ambivalent gegenüber. Diese Situation gibt mir oft zu denken und macht mich manchmal noch depressiver. Und mir wird klar das ein von der Gesellschaft gefordertes mit Erfolg und Prestig behaftetes Leben sehr anspruchvoll für mich ist und ich frage mich ob ich bei dem gleichzeitig vorhanden Egozentrik ein halbwegs gesellschaftkonformes Leben führen werden.
    Falls jemanden sich ähnlich fühlt oder ähnliche Erfahrungen gemacht hat freue ich mich sehr über eine Austausch.

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  48. http://www.medizin-im-text.de/blog/2014/166/schizoide-neurose/ ... die Informationen von Dr. Faust halte ich für furchtbar und entwürdigend für alle Menschen, denen ein sadistischer Psychiater solche Diagnose stellt. Meine Meinung!

    Ich finde das diese ganzen Persönlichkeitsstörungen eher im Autismusspektrum liegen.

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  49. Hallo,

    ich leide an Schizoidie...undich leide..

    Ich bin nicht fähig Beziehungen zu halten und dann immer schnell wieder allein. Ich bin dadurch manchmal so verunsichert, dass ich nicht mal weiß, ob sich ein erneuter Kontaktversuch noch lohnt. In mir brennt die Sehnsucht nach verstanden werden und ich bin auch eine Frau, auf die die Männer gerne zugehen...dann fühlen sie sich durch meine "Kälte" abgeschreckt. Natürlich binde ich das niemandem auf die Nase...wer möchte schon eine Frau, oder auch nur eine Freundin im näheren Umfeld, die eine Persönlichkeitsstörung hat.
    Gestern machte ich den ersten Versuch darüber zu reden, ich weiß noch nicht, wie dies aufgenommen wurde.
    Mir würde auch eine Beziehung am Telefon reichen, habe ich manchmal das Gefühl.

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    1. Danke, so fühl ich mich ooft auch. Ich glaube vieles hängt auch mit der Wahrnehmung zusammen. Ich komm bspw. fast nicht rum herum "Gesprochenes" egal wo, aufzunehmen. das beruhigt mich enorm. und ich bin dann eigentlich schon extrem dankbar, dass diese Person mit ihrer Stimme auf mich einwirkt, ja meine Seele stimuliert, mein Herz. Gerade auch bei bekannten Personen, also Personen die oft anwesend sind, sei es in der Schule oder am Arbeitsplatz, irgendwann entwickle ich eine solche innere "verbundenheit" zu diesen Menschen, rsp ihre Stimmen, dass wie ein "Krug" in mir gefüllt wird und ich mich voller leben fühle ohne selbst viel zu sagen. Nur leider begreifft das irgendwie niemand, und dies mal zusagen getrau ich mich natürlich auch nicht, dass ich so extrem auf die Stimme, vorallem eines liebgewordenen Menschen angewiesen bin. Aber gerade diese Abhängigkeit die ich dann von einer "anderen Stimme" habe und fühle, engt mich dann wieder so extrem ein, dass ich sehr oft alleine bin, um mich wieder auszuleben und nicht nur in der Pflicht dieses Kontakts zu sein. Es ist wie ich erst zu mir werde, wenn ein anderer zu mir spricht, und wenn ich ganz alleine was für mich mache, ich irgendwie in der Wahrnehmung viel grösser und ausgedehnter werde als ich es mit meiner Stimme je ausdrücken vermag...und dann traurig bin, wenn ich wieder auf meine "dofe" eigene Stimme reduziert werde in einem Gespräch. Irgendwie komisch ich weiss. Ich staune sowiso über all die Menschen, die so locker im Bus und überall noch telefonieren können und banalitäten (obwohl dies auch zum Alltag gehört-leider nicht zu meinem) austauschen. ich kann das irgendwie einfach nicht. ich weiss also nicht ob das schizoid ist, oder ganz einfach eine andere Wahrnehmungseigenheit...die alles reflektiert, einordnet und ein Muster suchen will.

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    2. Ihre Schilderungen über die Wahrnehmung finde ich sehr spannend und sympathisch. Sie erinnern mich auch an das, was man hochsensibel nennt. Kennen Sie das?

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    3. Hallo, die Sensibilität auf Stimmen kenne ich auch - bin selbst HSP (high sensitiv person) reagiere überempfindlich auf bestimmte Gerüche, viele Menschen, Lärm, ... bin aber nicht schizoid (man hört das Gras wachsen und hat in Stresssituationen den Wunsch, einfach zu flüchten und Ruhe und klare Luft zu finden). Wer auf Stimmen/Klänge positiv reagiert, dem kann ich empfehlen, nach dem Stichwort "ASMR" zu googeln - da wird u.a. geflüstert und man hat das Gefühl, eine Person steht neben einen. Wenn man mit Kopfhörern eine ASMR-Stereoaufnahme anhört, ist das der Hammer. Wenn persönliche Nähe zuviel wird - kann das sehr angenehm sein - auch für schizoide Personen. ;-) Viele Grüße Birgit

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    4. Vielen Dank für die Antworten! Fühl mich wahrgenommen, das tut gut. Vielen Dank für den Input Hochsensibel und den Tipp mit dem ASMR, werde das gerne mal ausprobieren. Also in meinem Geburtshoroskop (kann ich jedem empfehlen) steht, dass ich sehr empfindlich auf die Umwelt und alles was um mich herum ausgedrückt wird auch nichtgesprochenes reagiere...fast ans übernatürlich grenzende. Aber irgendwie abgeklärt auch Hochsensibel wurde ich nicht, jedoch erinnere ich mich an meine Primarschulzeit, wo ich eigentlich immer mit einem Sinn bei allen Kameradinnen und Kameraden war und was die so tun, als beim Lehrer der was erzählt hat. Später blendete ich dann ziemlich radikal meine Umgebung aus und konzentrierte mich praktisch nur noch auf die Infos vom Lehrer- was mich dann aber bei den KameradenInnen eher als "Streber" dastehen liss. Dh. um mich auf etwas Konzentrieren zu können bin ich enorm auf eine ruhige, disziplinierte Umgebung angewiesen. Das steht auch im Horoskop: das ich Abstand nehmen soll vor Menschen, die für mein feinfühliges und exaktes Denken unempfindlich sind, und es im Prinzip stören. vielleicht liegt hier aber das soziale Problem. Ich oder vielleicht auch andere Betroffene denken sehr genau, exakt und wenn das von unkontrolliertem Lärm etc gestört wird funktionieren wir nicht mehr richtig und ziehen uns zurück. was zu sozialer Isolation führt. Dann kommt es dazu, dass wir rsp ich wieder extrem froh bin, wenn bspw im Bus, oder Zug etwsa gesprochen wird, dem ich- ohne Gefahr- lauschen kann und mich stimuliert fühle. (es geht nicht um den Inhalt, sondern um die Stimme). Auch ich habe etwas die Unfähigkeit Kontakte zu halten in Form einer stabilen Zweierbeziehung (sei es als Kolleg oder mit einer Freundin), da mich dann diese Verbindlichkeit wieder zu sehr einschränkt. Dann hab ich das Gefühl zu 100% nur für diese Person da sein zu müssen und alles ist mir dann extrem Verbindlich...auch schon in Gesprächen. Ja, eine Telefonbeziehung würde mir oft auch reichen, nur das ich eigentlich mit Gleichaltrigen (bin 25) fast nie telefoniere- soziale Hemmung- sondern wenn, dann nur mit einem alten Freund, der mein Grossvater sein könnte. (gibt mir Sicherheit). Wahrscheinlich liegt mein Problem in der Verbindlichkeit- Unverbindlichkeit. Ich nehme das was direkt zu mir gesprochen wird extrem ernst und verpflichtend, so das ich fast kein Freiraum mehr für mich selbst habe. Um daraus auszubrechen bin ich dann halt oft alleine-natürlich immer mit Schuldgefühlen gegenüber Menschen bei denen ich mich doch eigentlich melden müsste.
      Aber ich fühl mich da halt schnell eingeengt und muss wie zuviel von mir aufgeben...habe ich das Gefühl.

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  50. - ich bin Sozialpaedagogin und werde 60. Waere wahrecheinlich auch meit der einen oder anderen Persoenlichkeitsstoerung als Diagnose erschienen wenn ich mich in jungen Jahren auf einen solchen Prozess eingelassen haette. Stattdesen hatte ich einen anthroposophischen Arzt der mich ermutigte mit "sie haben ein tiefeseWunsch- und Seelenleben" und in den spaeten 40ern dann in GB lebend, eine praktische Aerztin, die mir einmal sagte "you ARE alright, you know that, don't you - we all have a character..."
    also ermutige ich zu leben womit es sich leben laesst. Alles Gute!

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    1. Hallo Barbara,
      das ist eine spannende Frage, ob man entweder eine solche Störung "wirklich hat" oder ob es - wie Sie zu sagen scheinen - einfach eine Interpretation ist, die man auch ändern kann. Das wäre schön, auf der einen Seite. Auf der anderen wäre es das Ende der klinischen Diagnosemöglichkeiten in der Psychologie.
      Viele Grüße!

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  51. Es ist unklug, selbst Leuten mit gutem Allgemeinwissen, etwas über die eigene "schizoide Struktur" zu erzählen. Es wird nicht verstanden und leicht mißdeutet. - Dadurch aufgeschreckt, dass mir kürzlich eine langjährige, freundschaftliche Beziehung verloren gegangen ist, merke ich, dass kaum jemand übrig geblieben ist. Auch als Rentner (67) ist das schmerzlich, denn es kommt nichts hinzu, weil gewisse Ansprüche vorhanden sind. Gleichzeitig baut man sich selbst eine Hürde auf. Im Zusammenhang mit einer Depressionsbehandlung wurde vor 30 Jahren die Diagnose ".. auf Grundlage einer schizoiden Persönlichkeitstruktur" gestellt, was ich zwischenzeitlich völlig vergessen (verdrängt?) habe. Erneut hörte ich Vorwürfe wegen "schroffer Wortwahl", die ich nie selbst so empfunden hätte. Soll ich bei entsprechenden Anlässen lieber nichts sagen oder zweimal überlegen, bevor ich mich äußere? Dann würde Spontaneität verloren gehen und ich würde "diplomatisch agieren", was ich bei anderen als Unehrlichkeit einstufe und auch ablehne.

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    1. Hallo, ich gebe Ihnen völlig recht, dass man ehrlich miteiander reden soll. Ihre Überlegung, manche Antworten lieber zweimal zu durchdenken, würde ich nicht gegen die Spontaneität abwägen und ablehnen. Beides ist wichtig. Vielleicht hilft Ihnen das "4-Ohren-Modell" einfach mal googeln - jeder Mensch "hört" ein bisschen anders. Bei vielen Schizoiden ist das "sich in einen Anderen hineinzuversetzen" schwer nachzuvollziehen - oft fehlt Empathie, weil man eben schizoid ist. Gerade wenn es sehr sensible Menschen sind, wirken direkte Ansprachen (auch wenn sie sachlich völlig korrekt sind) durchaus schroff und verletzend. Es geht dabei nicht darum, aus falscher Vorsicht zu lügen. Aber gerade weil Freundschaften selten sind, sollte man sich überlegen, ob man selbst die gleiche "schroffe" Ansage als normal oder auch als verletzend empfinden würde. Die Schizoiden, mit denen ich zu tun habe, sind i.d.R. selbst äußerst sensibel und schnell gekränkt bei ungeeigneter Wortwahl, gestehen diese Sensibilität ihrem Umfeld aufgrund fehlender Empathie aber oft nicht zu. Damit möchte ich keine generelle Meinung oder gar ein Urteil über Schizoide fällen - es sind meine persönlichen Erfahrungen und ich hoffe, Ihnen eine brauchbare Information hiermit zu geben.

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  52. Emiliano Cascili11. August 2014 um 14:31

    Auch ich leide unter dieser Schizoidität , habe es erst bei einem Psyschiatrischen Gutachten erfahren , dabei leide ich unter angst und Panik , hatte einen sehr schlimmen Überfall erlebt ,wo ich fast gestorben wäre , unklar ist , wo ich es bekommen habe aber ich meine aus der Kindheit , bin überdurchschnittlich Intelligent und mich nerven die meisten Menschen weil sie so dumm sind , fühle mich allein und verlassen , leben ist schwer , weis nicht was ich machen soll sitdem ich es weis

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    1. Die Antwort, wie du dein Leben erträglich und für dich angenehm gestalten kannst, liegt leider allein bei und in dir. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Erkenntnis irgendwo hinter Selbstzweifeln, schlechtem Gewissen und apathischer Resignation bei dem pulsierenden Klumpem Einsamkeit vergraben liegt. Der Weg zur Antwort ist gleichzeitig das Ziel. Soll heißen: Den einen "Tu das"-Ratschlag wird dir keiner geben können.
      Meiner Meinung nach ist eine Psychotherapie der einzige Weg dorthin: erstens, weil geschickte Anstöße die Selbstreflektion in gesunden Bahnen halten und, mehr noch, zweitens, weil nur so eine relativ objektive Sicht auf sich selbst und somit die Akzeptanz der dadurch offengelegten Charaktereigenschaften reifen kann.
      Ohne den Psychotherapeuten als neutralen Vermittler, der bei der Aushandlung des Friedensvertrags mit dir selbst hilfst, wirst du auf der Stelle treten. Im persönlichen/familären Umfeld bist du immer der Spielball deiner emotionalen Reflexe (Rückzug, Aggression etc.) und der Reaktionen des jeweiligen Umfelds.

      Kurz: Suche die Antwort mit professioneller Hilfe. Wenn du gut suchst, ist das Finden nebensächlich.

      P.S.: Warum eine Diagnose dein Leben auf den Kopf stellt, kann ich leider nicht nachvollziehen. Mir hat die Diagnose sehr geholfen, mit Schuldgefühlen kann ich so besser umgehen.

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  53. Ich bin der Meinung, dass gängige Tests zu den bioenergetischen Persönlichkeitstypen generell auf normalsensible und normalbegabte Personen kalibriert sind.

    Bei einem solchen Test im Frühjahr hat mein Psychologe festgestellt, dass ich einen gewisse Anteil dieses Persönlichkeitstyps haben soll.
    Aber: Ich bin seit 15 Jahren verheiratet und bin sowohl hochbegabt als auch hochsensibel, wovon ich bei ersterem seit dem Frühjahr und letzterem seit dem Sommer dieses Jahres weiß.
    Beides bringt oft auch die gleichen Symptome wie der schizoide Persönlichkeitstyp nach Lowen mit, wird aber von ihm (und meinem Psychotherpeuten) allerhöchstens als Symptom wahrgenommen.
    Dass etwa jedes sechste höhere Säugetier hochsensibel ist, hat dort (noch) keinen Niederschlag gefunden.

    Auch sind Kinder fast immer bei mir, wenn wir irgendwo hinkommen, wo Kinder sind.
    Als ich meine vorige Firma verlassen habe, durfte ich auch feststellen, dass ich dort sehr beliebt war.
    Wenn ich so "kalt" wäre, wie es der Psychotherpeut meinte, wäre das doch wohl nicht der Fall, oder?

    Da ich mir immer wieder anhören musste, dass ich mir alles nur einbilde, ist es doch klar, dass ich irgendwann das Vertrauen in meine Wahrnehmungen verloren habe und das fühlt sich genau so an, als wenn ich von meinem Körper abgetrennt wäre (schizoid).
    Ein Bekannter, der sich beruflich mit Psychologie beschäftigt und Herrn Lowen kennt, meinte dazu, dass mein Körperbau und meine Körperhaltung absolut nicht dazu passt.
    Der erwähnte Test hatte eine einzige direkte Frage dazu: "fühlen Sie sich von ihrem Körper abgetrennt" und dazu gab als Antwortmöglichkeit nur ja oder nein. Ich hätte gerne "selten" geantwortet.

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  54. Kann/darf man einem Menschen mit schizoider Persönlichkeit(sstörung) sagen, dass man verliebt ist/ihn liebt oder treibt man denjenigen damit zuverlässig in die Flucht?
    Ich bin - muss sagen leider - in jemanden verliebt, der ganz ganz offensichtlich unter einer solchen Störung leidet - ja, leidet. Es nimmt das leidend wahr. Am Schlimmsten ist für mich dieses nicht mehr spontane Äußernkönnen eigener Gefühle und Bedürfnisse, weil diese als Druck, Bedrängung wahrgenommen werden und denjenigen sofort in sein Mauseloch treiben.
    Derjenige selber unterstellt jedem geäußerten Bedüfnis/Gefühl eine Erwartungshaltung, fühlt sich entsetzlich unter Druck und in irgendeiner Pflicht, anstatt es erst einmal als reine Information aufzunehmen, bei der es die Option gibt zu sagen: dem kann/will ich entsprechen oder dem/kann will ich NICHT entsprechen. Es ist wirklich arg kompliziert.

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  55. Ich kenne das leider. Da ich früher nichts von 'schizoid' wusste, habe ich diesen Menschen mit meiner Zuneigung 'in die Flucht' getrieben. Das hat sich über mehrere Jahre hingezogen und hat sich bei jedem Annäherungsversuch verschärft. Es ist heute bei großer Distanz und noch vorhandener Freundschaft immer noch arg kompliziert, einfach nur über Internet zu kommunizieren. Das heißt, dass ich nicht mit einer Antwort rechnen darf, wenn die Stimmung es eben gerade nicht hergibt. Da ich damals keinen Weg gefunden habe und das Thema gar nicht kannte, blieb mir nur die Akzeptanz, dass es solche Menschen gibt.

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  56. Ich denke schizoide PS gibt es in der Reinform gar nicht und wenn ist es sehr selten. Ich spreche aus Erfahrung, weil ich auch mal die Diagnose hatte. Psychiater und Psychologen machen es sich auch einfach damit. Ich finde es gefährlich, da Ich-Schwache Menschen sich gleich den Persönlichkeitsstörungsschuh anziehen und sich selber kategorisieren und einengen.

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    1. Hallo anonymer Leser,

      ich bin das ganz Ihrer Meinung, man soll sich nicht selbst diagnostizieren. Deswegen habe ich ganz am Anfang des Artikels geschrieben:

      "Der folgende Artikel ist als ein Einstieg in das Thema für Interessierte und Betroffene gedacht. Er ist keine strikt wissenschaftlich-psychologische Betrachtung und dient weder Diagnose- noch Therapiezwecken."

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    2. @Anonym
      Genau das denke ich auch. Jeder Mensch ist individuell verschieden.
      Warum sollte dann also eine "Störung" einwandfrei als eine solche klassifizierbar sein?
      Und wer nimmt sich überhaupt das Recht heraus, eine andere Person ausschließlich auf Grund ihrer vielleicht auffällig anderen, individuellen Verhaltensweise als "gestört" einzustufen und in eine Klasse zu packen.
      "Störung"....hört sich schon ganz schön negativ an, oder?
      Ist meinen Meinung nach super, einem Menschen zu sagen er wäre "gestört", und dann vorauszusetzen, dass er eine positive Motivation dazu entwickelt, das eine oder andere vielleicht nachteilige Verhaltensmuster zu erkennen, und vermeintlich zu "verbessern". (sorry, bissl Sarkasmus musste sein, bin ich doch vielleicht auch so ein "gestörter")
      Was bedeutet in "unserem" Fall verbessern?
      Das gezielte verändern unserer wertvollen Individualität hin zum Mainstream? Zur Norm?
      Natürlich habe ich mich persönlich mit dem Thema schon über Jahre beschäftigt, da auf mich so einige der kategorisierenden Merkmale zutreffen.
      Anfangs dacht ich auch: "Omg, ich habe ne Störung". Punkt, aus, klassifiziert, nicht Beziehungsfähig, ich schade nur jedem der mir zu nahe kommt, bzw. kommen möchte, mich lieben möchte.
      Oder vielleicht: super, habe ich endlich eine Antwort auf jede schief gegangene Situation in der Beziehung, im Alltag, im zwischenmenschlichen miteinander. Oh sorry, war keine Absicht, weißt ja, ich bin "gestört".
      Aus meiner heutigen Sicht natürlich schon ein wenig unnötig so zu denken, und sich selbst als "gestört" abweichend, negativ, zu sehn.
      Abweichend schon, aber "gestört"?
      Ok genüg zum Thema Störung.

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    3. ….Fortsetzung
      Natürlich habe ich in meinem Leben viele negative Erfahrungen gesammelt, wenn in mir das Gefühl aufkam eingeengt zu sein, gebunden, jemandem zu nah zu sein.
      Oder mir deutlich auffiel dass ich in bestimmten Situation anders, weniger oder garnichts fühle.
      Oder ich in Konflikte geriet, ich andere zurückgestoßen habe, oder sonst irgendwie unkonventionell meinen persönlichen Raum verteidigt habe, weil mein innerer Alarm ausgelöst wurde, mein Selbstverteidigungsprogramm anlief, und mein Fluchttrieb urplötzlich aktiviert wurde.
      Man kann so was natürlich stigmatisieren, und wenn man möchte alles negativ sehen.
      Wenn man sich aber versucht einen objektiveren, positiven Blickwinkel zu verschaffen, wird man erkennen, dass es sehr viel mehr positive Aspekte gibt.
      Für die negativ Denkenden unter uns natürlich eine unmögliche Ansicht, eine "Störung" als positiv, gar eine besondere Gabe zu sehen.
      Ich tu es inzwischen, und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
      Ich bin sehr froh darüber nicht zur breiten Masse zu gehören.
      Ich liebe die Zeiten in meiner Einsamkeit.
      Wenn ich tue was ich tun möchte, und denke was ich denken möchte, ohne auf andere Personen Rücksicht nehmen zu müssen, ohne gesellschaftlichen Normen entsprechen zu müssen.
      Die absolute Freiheit.
      Es ist aber auch nicht so, dass ich mich vor der Welt da draußen völlig verschließe.
      Ich gehe auch gerne mal unters Volk, habe Spaß mit anderen, und unterhalte mich für mein Leben gerne.
      Wenn es aber genug ist, ziehe ich mich auch wieder zurück.
      Übrigens, meine wenigen Freunde, wie auch meine Familie, habe ich darüber informiert, dass sich niemand sorgen machen muss, wenn ich mich dann lange nicht melde. Ist halt meine "besondere" Art.
      Falls doch jemand nachfragt, SMS, Whatsapp, etc., melde ich mich inzwischen auch zurück, um das Sorgegefühl der "Anderen" nicht zu verstärken. Da muss dann aber auch ein einfaches "Mir geht es gut, und Dir?" als akzeptabel gewertet werden.

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    4. …und noch eine Fortsetzung….
      Zum Thema Gefühle, Emotionalität und Wahrnehmung:
      Wer behauptet "Wir" hätten das nicht, oder sind darin eingeschränkt, liegt zumindest in meinem Fall völlig daneben.
      Im Gegenteil!
      Meine Wahrnehmung für Gefühls- und Stimmungslagen, betrachte ich als eine meiner besten, und bestätigter Weise, überdurchschnittlich gut ausgeprägten Fähigkeiten.
      Mir wurde im Nachhinein schon mehrfach bestätigt, dass ich mit eventuellen Vermutungen und Einschätzungen 100% richtig lag, obgleich ich meist zuvor, als ich dies bekundet hatte, eher als absurd und verrückt eingestuft wurde.
      Die irgendwo weiter oben beschriebene besondere Fähigkeit, große Zusammenhänge zu erkennen, und daraus die folgerichtigen Schlüsse zu ziehen, kann ich so nur ebenfalls voll bestätigen. (Da war noch was mit Intellekt.....ok....IQ128....kann natürlich ein wichtiger Beitrag sein, muss aber nicht)
      In meinem Job kann ich das sehr gut in bare Münze und Zufriedenheit meiner Kunden umsetzen.
      Im privaten Bereich macht es mir sehr viel Freude, Menschen aus meinem Umfeld zuzuhören, Ihnen ein positives Gefühl zu verschaffen, sowie dabei zu helfen und Sie zu begleiten, ihre Ziele zu erreichen und ihre persönlichen Bedürfnisse zu befriedigen, sprich Ihr Glück und Ihre Zufriedenheit zu finden.
      Was ich für mich selbst nicht kann, z.B. Beziehungen zu führen, kann ich so wenigsten Anderen vermitteln. Und mich so eben auch an diesem Glück erfreuen.
      Es gibt doch nichts schöneres, als Andere glücklich zu sehen, oder?
      Abgesehen davon, würde ich mich als äußerst emotional und sensibel bezeichnen.
      Was sonst sollte das vor genannte ermöglichen, oder eben auch diesen starken Fluchttrieb auslösen?

      Ich kann nur jedem empfehlen, eine positive proaktive Haltung einzunehmen, die individuellen Stärken und Gaben so gut wie möglich zu nutzen und in den Vordergrund zu rücken, die vermeintlich Negativen nicht über zu bewerten, und für ggf. aus dem besondere Verhalten resultierende, vermeintlich negative Auswirkungen, eine möglichst einfache Gegen- oder Korrekturmaßnahme zu erarbeiten und anzuwenden.
      Und das Wichtigste!!!
      Sich nicht von der armseligen, eben "nicht-besonderen", und damit eingeschränkten Gesellschaft, in eine Schublade pressen zu lassen, sondern die Freiheit und das Leben in vollen Zügen (leere Busse, oder Zuhause geht natürlich auch :-)) zu genießen.

      Macht einfach das Beste draus :-)

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    5. Diesen Beitrag finde ich super! Auch den Bezug zum Job.Wir thematisieren in vielen Unternehmen die Teamarbeit einfach um "besser zu funktionieren". Das mag auch nicht Jeder. Bei Themen, wo man wirklich Spezialisten benötigt oder einfach Leute mit klarem Sachverstand braucht, ist es gar nicht so selten, schizoide Geschäftspartner/innen zu haben. Kenne ich selbst im IT-Bereich mit ganz positiven Erfahrungen. Da gilt eher der Spruch mit den vielen Köchen, die den Brei verderben. Ich wünsche mir auch, dass man eher die Unterschiedlichkeit und damit die Vielfalt fördert und nicht nur die 99,76 % unter der Normalverteilung sieht ;-) Und ich kann auch bestätigen, dass es ein sehr schönes Gefühl ist, sich für Andere einzusetzen. Das kann man auch ohne Familie und man muss darüber auch nicht viel reden, sondern es einfach tun.

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  57. Hallo Herr Dietrich,
    vielen Dank für dieses Forum. Gibt es eine Möglichkeit, einem schizoid/narzisstisch geprägten Menschen grundlose Eifersucht sachlich darzulegen/auszureden? Ich glaube, diese Person fühlt sich durch gemeinsame entstehende Kontakte durch mich bedrängt und schaltet diese Kontakte wahrscheinlich zu mir aus. Beweise habe ich allerdings nicht - nur Auswirkungen mit einem gemeinsamen Bezug. Ich nehme dieser Person das Verhalten nicht übel, weil ich um deren Situation weiss - es ist nur ein so total sinnloses Verhalten von einem hochintelligenten Menschen, der auch unheimlich freundlich sein kann.
    Vielen Dank.

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    1. Hallo! Meine Antwort aus dem Bauch heraus wäre: Nein, das kann man nicht so einfach. Dazu bedarf es eher einer selbstmotivierten Bewusstwerdung auf Seiten des Betroffenen. Aber - wie schon so oft gesagt - ich kann keine praktische Hilfe leisten, schon gar nicht as der Ferne. Alles Gute!

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    2. Besten Dank, auch Ihr Bauchgefühl ist schon eine Hilfe.

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  58. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  59. Liebe Leser und Kommentierende, ein Hinweis aus gegebenem Anlass: Bitte hinterlasst keine persönlichen Daten in euren Kommentaren. Z.B. lösche ich immer wieder Kommentare, in der Leser ihre E-Mail-Adressen hinterlassen. Wer das tut, wird schnell ein Opfer von Spammern und das will ich verhindern. Viele Grüße, eurer Autor.

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    1. Wie verhällt man sich einem Schizophrenen gegenüber, der von jetzt auf gleich - aus nichtigem Anlaß, sozusagen mitten im Gespräch - jeden Kontakt abbricht - für immer?! Soll man dennoch (vorsichtig) freundschaftlich verbunden bleiben, sich dennoch ab und zu melden?

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    2. Hallo,
      schizoid ist nicht gleich schizophren - bitte nicht verwechseln. Sind Sie sicher, dass Ihr Kontakt schizophren ist?

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  60. Sorry - hab nicht so genau hingeschaut. Ja, die Diagnose lautete jedenfalls so. Es war auch nur eine Frage. Für uns "Normale" ist es einfach undenkbar, keine Freunde zu haben. Es tut mir so leid, aber möglicherweise sind wir auch zu anstrengend. Vielleicht braucht ein Mensch mit diesem Krankheitsbild keine anderen Personen um sich?!

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  61. Hallo!
    bei meinem Sohn sind "schizoide Züge" durch einen Psychiater diagnostiziert worden, vor ca 1/2Jahr.Er ist seit 2 Jahren arbeitslos, wohnt noch zu Hause und hat sich in der letzten Zeit mehr und mehr zurückgezogen. Sitzt meistens in seinem Zimmer vor Computer hat keine Freunde geht fast nichts mehr fort.Arbeit suchen fällt ihm schwer, da er meistens mit vielen Menschen zusammenarbeiten müßte.Ich weiß nicht mehr wie ich mit ihm umgehen soll. Manchmal denk ich er ist nur faul, dann les ich wieder nach und finde viele Übereinstimmigkeiten. Ich bin schon so verzweifelt, vor allem wie kann ich ihm helfen, geht das überhaupt?

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  62. Bei den unterschiedlichen Persönlichkeitsausprägungen ist es für "Normale" sicherlich schwierig. Ich bevorzuge eher für jede Ausprägung den Begriff "verhaltensoriginell" und lehne auch den Begriff Persönlichkeitsstörung zumindest für Schizoidie ab. Vielleicht hilft die Sichtweise, dass man das Leben für einen anderen Menschen nicht nach den eigenen Vorstellungen umkrempeln sollte. Deshalb ist er ja auch anders. Man darf nicht automatisch annehmen, dass Schizoide keine Freunde haben und auch nicht, dass man selbst das Ideal verkörpert - wir sind alle verhaltensoriginell. Durch die Kontaktangst bei Schizoiden wird oft der Kontakt über facebook oder andere soziale Netze gesucht - um eben den notwendigen Abstand halten zu können. Im eigenen Elternhaus kann sich der/die Schizoide oft nur die benötigte Ruhe holen, indem er/sie sich zurück zieht. Durch Bedrängen dieses Verhalten von außen ändern zu wollen, funktioniert nicht - zumindest kenne ich kein Beispiel. Es muss aus einem selbst kommen, dass die Angst vor Kontakten auch nicht schlimmer ist, als die Angst vorm Alleinsein. In Fällen, wo auch kaum Empathie wahrzunehmen ist, könnte ein Psychologe auch noch untersuchen, ob eine sehr leichte Form von Autismus vorliegt. Da sind möglicherweise zu wenig Spiegelneuronen vorhanden - die sind aber notwendig, um sich in die Gefühlswelt von anderen Menschen hinein zu versetzen. Schizoide wirken nach außen manchmal gefühlskalt - im Inneren sieht das aber meist anders aus, wird aber oft nicht nach außen gespiegelt und genau mit diesem Verhalten tun sich die 99% "Normalen" eben schwer. Bei diagnostizierter Schizophrenie sollte aus meiner Sicht nicht nur eine Untersuchung gemacht werden, hier geht es u.a. um Wahrnehmungsstörungen und das hat durchaus auch Auswirkungen auf z.B. die Fahrerlaubnis - weil sich der Betroffene selbst und andere durch diese Wahrnehmungsstörungen gefährden kann (z.B. durch Konzentrationsschwächen oder auch in akuten Fällen Wahnvorstellungen). Ein Symtom ist aber auch da die Spracharmut und der Rückzug z.B. von der Familie. Infos können Sie z.B. hier nachlesen - am besten aber nicht selbst "Doktor spielen" sondern Rat bei Psychologen suchen. http://www.leben-mit-schizophrenie.com/de/Schizophrenie-Symptome.php

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  63. Hallo,
    ich bin männlich und nenne mich hier mal Fun (falls ich noch einmal was ergänzen möchte).
    Ich selbst habe vor kurzem die Diagnose Schizoide Persönlichkeitsstörung verbunden mit einem ADHS bekommen. Die Diagnose bekam ich von einem eher narzisstisch wirkenden mit Gottkomplex erscheinenden Professor, der - soweit ich weiß - als Psychiater und Psychotherapeut (hauptsächlich für Kinder, glaube ich) tätig ist. Die Diagnose ADHS stand vorher bereits von einem Neurologen. Aktuell bin ich dabei meine allgemeine Fachhochschulreife und ggf. meine allgemeine Hochschulreife darauffolgend zu erarbeiten. Mein Leben bzw. meine Persönlichkeit wirken für andere, aber auch für mich häufig ziemlich widersprüchlich. Es wurde sogar zuerst von meinem Hausarzt eine bipolare Störung vermutet, da ich zwischen Klarkommen und Rückzug oder auch gesteigertem Selbstbewusstsein bishin zu Niedergeschlagenheit schwanke, weil ich Sympathie meist nur eine relativ kurze Zeitspanne aufrechterhalte und dannach eher ausgegrenzt werde, mal wieder den Bezug zur Gesellschaft finde (mit eher mühsamen Aufwand) und das eben auch mal als schwer bis garnicht überwindbar empfinde. Ich musste alle mögliche Hilfe irgendwie immer selbst aufsuchen, da ich im Leben häufig in Konflikte mit der Gesellschaft, aber auch mit mir selbst gerate. D.h. mit solchen Dingen wie Arbeitsagentur, Familie, Freunde. Am schlimmsten aber wohl mit dem Arbeitsamt etc., da deren Vermittler mich immer versuchten an Arbeiten zu vermitteln, die mit meinem Empfinden in Konflikt geraten. Für diesen sehr gut und ausführlich beschriebenen Artikel hier bin ich sehr dankbar. Ich empfinde meine Persönlichkeit als sehr komplex (der Professor hat auch mal angedeutet, ich sei auch skurill) und habe natürlich auch einzelne Beschreibungen der SPS auf mich als nicht sehr zu treffend gesehen, wobei mir der Artikel gute Klarheit verschaffen hat. Es war nicht leicht ihm die Diagnose aus der Nase zu ziehen, denn er versprach sich davon nicht viel. Dazu wollte er ständig eine Begründung, als ob gefühlte 20 Stunden Tests nicht genug wären, um ein selbstverständliches Anrecht auf die Kenntnis seiner professionellen Diagnose zu haben. Ich besuche ihn nun ca. einmal im Monat, weiß aber noch nicht, ob ich da wirklich weiterhin bleibe. Ich denke, seine Diagnose ist professionell. Laut eigener Aussage seinerseits würde ich auch keinen besseren finden (Gottkomplex?), auch seine Zeit sei ja so kostbar und es sei und ist natürlich meine Entscheidung. Dennoch finde ich ihn unerträglich von seiner Art und wenn ich da jedesmal drei Stunden im Wartezimmer verbringen darf, um 10 Minuten mit ihm zu sprechen, mir sein künstliches lächeln anzutun sowie seine teilweise ernsthaft unverschämte Art, nur um ihm dann auch noch mühevoll den Stand oder was er denkt und was es bringen soll aus der Nase ziehen zu dürfen, dann hab ich wohl eher das Gefühl meine Zeit zu verschwenden. Bisherige Besserungen gab es bereits vorher im Vergleich von vor ca 1-2 Jahren durch Medikinet Adult (Methylphenidat), nach der Diagnose ADHS und seit ca. einem Monat durch das Medikament (Antidepressivum) Fluoxetin sowie Umstieg von Medikinet auf Ritalin Adult (dank besserer Verwertbarkeit und wieder verbessertem Appettit). Ansonsten fühle ich mich glücklicher, wenn ich eine ausgewogene Ernährung aufrechterhalte (was auch manchmal durch Vernachlässigung spürbare Auswirkungen zeigt und das auch noch sehr schleichend). Außerdem hilft es mir tolle Serien und Filme zu schauen, auch solche die ich früher gerne geschaut habe (Nostalgie, Regression) sowie sarkastischer und schwarzer Humor sowie ein Fokus auf möglichst naher Nicht-Ernstnehmung der Gesellschaft, da diese mich eben häufig in Scheu versetzt hat. Nur weil ich kühl wirke, heißt es nicht, dass ich kalt bin. Ich merke selbst, dass ich eine Abwehrhaltung einnehme und anderen das zurückgebe, das sie mir geben.

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    1. Daheim oder in meiner Gedankenwelt kann mich gesellschaftlicher Einfluss lange quälen, auch wenn ich mir das nicht anmerken lasse. Einmal bekam ich auch mal gesagt, als ich mich aufgeregt habe und eine Lehrerin kritisiert habe, dass ich wohl extrem kühl und emotionslos wirkte, obwohl ich innerlich geglüht habe und das meinen Mitschülern eben auch gesagt habe (evtl. hier mit ADHS-Impulsivität verbunden). Ich lebe vieles dann daheim über Selbstgespräche und vorgestellten Konversationen aus, komme meist zu einem Entschluss (z.B. Lehrerin ist für mich nicht mehr existent und ich rede nicht mehr mit ihr) und dann ist die Sache auch irgendwann vom Tisch. Zuerst dachte ich, dass sich ADHS vereint mit SPS widersprechen müsste, da ich ADHS eher mit Extrovertiertheit und SPS mit Introvertiertheit verbinde. Es kam sogar mal vor, als wir im Unterricht über die beiden Dispositionen diskutierten, dass ich mich nicht einkategorieren konnte. Ich dachte ich wäre extrovertiert und nach näherem darauf eingehen sah ich auch Introvertiertheit. Solche Verwirrungen können auch gerne mal zu Diskussionen mit Lehrern (oder allgemein mit Menschen) führen. Nun ist mir klar, dass das nicht einfach bipolar schwankt, sondern dass - plump gesagt - mein ADHS auch gelegentlich meine SPS kompensiert. So kommt es, dass ich mich manchmal instinktiv, ohne darüber nachzudenken sehr sozial und Initiative ergreifend verhalte, wo mir sonst eher Hemmungen einen Strich durch die Rechnung ziehen bzw. mein Desinteresse. Beispielsweise habe ich letztens einem Mädchen im Bus, die dabei war auszusteigen, wobei ich, um sie heraus zu lassen, aufstehen musste, während sie ihr Smartphone hat liegen lassen, wobei die eingestöpselten Kopfhörer es beim Weitergehen gleich zu Boden gezogen hätten, und ich schließlich wie aus dem Nichts instinktiv das Handy nahm, sie antippte und sie darauf hinwies und es ihr schließlich gab. Wäre sie zwei Plätze weiter gewesen, hätte mich das wohl nicht interessiert. Ich denke, es ist wichtig, dass eine innere Hin- und Hergerissenheit bewältigt werden sollte. Das soziale und zurückgezogene Leben sollte im Einklang stehen. Menschen sehen mich teilweise als so absurd aber auch gewissermaßen interessant an, dass sie doch den Kontakt mit mir aufnehmen. Häufig verscheuche ich sie aber auch versehentlich.

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    2. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass ich interessiert an der Psychologie bin oder darin, warum sich Menschen so verhalten, wie sie es tun. Zwar gelingt es mir nicht immer, auch mein Verhalten darauf abzustimmen, aber häufig fällt mir schon (auch wenn zu spät) auf, was falsch lief. Ich bin in der Gesellschaft schon recht aufgeschlossen, teilweise aber auch nicht wirklich ansprechbar sozusagen... schwer zu erklären. Es kann sein, dass ich mal nur am Quasseln bin (ADHS?), aber auch dass ich mal extrem arrogant wirke. Kalt wirke ich angeblich meistens... Das sind so Dinge, die sehe ich weniger, als andere. Ich lache schon oft, teilweise auch nur wegen des Wissens der Sympathie. Auch das vernachlässige ich manchmal. Ich lache auch instinktiv, wenn ich etwas lustig finde - für all diejenigen, die den Schizoiden nur als kalte emotionslose Figur sehen. In der Gesellschaft weinen kann ich glaube ich garnicht. Ich melde mich selten bei der Familie, dann mach ich mir bei Erkenntnis manchmal Gedanken, aber mein Trieb zieht mich einfach nicht hin, auch wenn ich sie gern habe. Ich will meistens meine Ruhe haben. Sexuelles Interesse habe ich definitiv. Nur es klingt schnell wieder ab (Ihr wisst schon, nachdem ich nachgeholfen habe...). Ich stehe auch auf das weibliche Geschlecht, jedoch bin ich entweder häufig zu Scheu oder eben im aktuellen gegebenen Moment nicht interessiert. Beziehung ist für mich eher Gesellschaftszwang. Proll durch sexuelle Erfahrungen sehe ich auch eher als gesellschaftliches Problem an, was sich auf das eigene Selbstwertgefühl natürlich auch gerne mal negativ auswirkt eine längere Zeitspanne Single zu sein. Ebenso ist es eher so, dass ich eine Freundin zwar haben möchte, aber nicht die Verantwortung oder ständige Zeit mir ihr investieren möchte. Somit: Interesse besteht, aber es kompensiert sich teilweise in der Ausstrahlung durch die empfundenen Nachteile.
      In meinem Leben steht an sich noch vieles offen, deshalb kann es sein, dass alles mal wieder hier und da den Bach herunter geht und wieder hoch usw. Ich versuche jedenfalls ein soziales Umfeld möglichst aufrecht zu erhalten, was mir schwer fällt. Aber hin und wieder fühle ich mich dann doch mal wieder einsam und dann hab ich Schwierigkeiten den Bezug zu den Leuten zurück zu finden (Verfremdungseffekt...).
      Ich hoffe ich konnte einigen etwas näher bringen, ist ein ziemlich langer Fließtext geworden, bin nun zu faul, ihn noch mit Absätzen etc. zu verzieren. Ansonsten hoffe ich, einiges näher gebracht zu haben, Beispiele zum besseren Verständnis sowie Tipps oder Trost beigetragen zu haben. Es gibt nichts peinliches an der Art und Weise, wie man lebt, es ist die Gesellschaft, die das Problem ist, mit ihrer Verständnislosigkeit und Unoffenheit für eher außergewöhnliches. Es ist zwar auch für mich nicht einfach, das subjektiv (konnotiert) durchgehend im Fokus zu behalten, aber das ist es jedenfalls, was der Schlüssel mMn ist. Kein Selbstmitleid, stattdessen sich selbst akzeptieren usw.
      Ich weiß nicht, wie es bei anderen Schizoiden ist, aber ich empfinde mich sogar für empathisch. Keine Ahnung ob das eine Kompensierung des ADHS ist oder eine Fehlinterpretation meinerseits. Doch nur weil ich anderer Gefühle nachvollziehen kann, heißt das noch lange nicht, dass sie mich interessieren. Falls das bei anderen Schizoiden auch so ist, ist es das, was häufig als Mangel an Empathie gesehen wird? Falls sich bis hier hin irgendjemand durchgequält hat und eine Antwort weiß, darüber wäre ich dankbar.

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  64. Ein interessanter Beitrag und von dem was ich bisher gesehen habe ausgehend eine schöne Seite. Ich suche schon seit sehr langer Zeit nach dem richtigen Diagnose Schuh, in der Hoffnung durch diese eine bessere Idee zu bekommen, wie ich mir helfen kann meinen Alltag besser zu gestalten. Der schizoide PS Schuh erscheint dabei immer sehr passend geformt, aber doch etwas "groß". Ich bin ein sehr lebhafter, energiereicher Mensch; Kälte und Distanziertheit sind bei mir AUCH Prinzipien und es fällt mir schwer zu beurteilen, was davon gewollt und was persönlichkeitsbedingt ist. Wer weiß auch schon, was andere Menschen empfinden? Dazu möchte ich mir nichts andichten. Nach einer gewissen Krankheitsgeschichte neigt wohl jeder Mensch dazu, sich eine Diagnose anziehen zu wollen. Der Artikel macht mich aufgrund meiner Vorabinformationen nicht wirklich schlauer, insgesamt finde ich es aber faszinierend, dass die (Bild)Sprache absolut meine Wellenlänge ist. Daher ein Kompliment für diese, sie hilft mir auf jeden Fall bei meiner Suche. Ich werde mich noch ein wenig umsehen und wünsche eine schöne Restwoche. (:

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    1. Danke fürs Kompliment, Salim! Und alles Gute auf dem Weg. Gilbert

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  65. Sehr schönes Forum und letzten Endes gibt es alleine durchs Lesen ziemlich viel Hoffnung. Schon dadurch weil man ein wenig vorformuliert kriegt, was da in einem so vorgeht, was einem – mir zumindest – sehr schwer fällt.

    Ich habe den starken Verdacht, genau unter solch einer schizoiden Persönlichkeitsstörung zu leiden.
    Erst die letzten Monate bin ich mir selbst ein wenig auf die Spur gekommen.
    Von der Bipolaren Störung über den Narzissmus, und früher noch das Asperger-Syndrom und irgendwie findet man sich immer ein wenig wieder, aber gleichzeitig ist auch immer viel unpassend.
    Die Schizoide Persönlichkeitsstörung, je mehr ich mich einlese, sitzt irgendwie!

    Nur was fange ich jetzt damit an?

    Ich brauchte allein ein halbes Jahr für den Entschluss die psychologische Betreuung für Studenten in Anspruch zu nehmen – die Email, mit der Bitte um ein Erstgespräch lag 1 Monat in den Entwürfen, bevor ich mich überwinden konnte sie abzuschicken. Der Selbstmord meines Vaters war schließlich der rationale Auslöser dafür, sich das Recht auf eine psychologische Betreuung „verdient“ zu haben.

    Beim besten Willen weiß ich aber nicht, wie ich mich ausdrücken soll, um mich auf eine solche Persönlichkeitsstörung untersuchen zu lassen. Immerhin geht es hier um's fühlen – und davon hab ich schließlich keine Ahnung.
    Entsprechend laufen auch nun die Sitzungen bei der Psychologin ab. Ich spule den Lebenslauf herunter, dekliniere durch,was für Perspektiven ich im Leben habe mit meiner Ausbildung, dem Studium usw.
    Doch in dem seelischen Zustand in dem ich mich jetzt seit mitunter 30 Jahren befinde, scheint sowieso alles was ich mache nur ein Hinauszögern des Antrags auf Sozialhilfe.

    Ich bin auch unschlüssig darüber, was es nützen könnte, sich so zu öffnen. Ich gehe ja bereits bewusst aus dem Haus und unter Leute. Erst gestern war ich auf der Weihnachtsfeier der Studienvertretung. Und nach wenigen Minuten war mir wieder mal relativ bewusst wie wenig integriert ich bin. Und dabei weiß ich noch nicht einmal was ich so viel anders mache, wie die anderen, dass es bei mir nicht klappt.
    Ich ging lieber nach Hause und kippte zu Hause eine Flasche Wein und guckte den Blade Runner, weil ich mich in dem wiederfinde und mir Roys Monolog am Ende meine Situation so gut trifft. Eigentlich bin ich nicht im geringsten integriert, und habe auch nicht den geringsten Plan, wie ich es ändern soll.

    Kurz gefasst: wie schaffen es die Leute hier im Forum, über ihren Schatten zu springen und sich einem Therapeuten zu öffnen?

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  67. Ich wusste immer, dass ich anders bin. Gemerkt habe ich dies bereits früh. Schon als Kind wurde ich zum Psychologen geschleift, eher wenig begeistert.
    Meine Krankenakte habe ich bisher nie gelesen, da dies immer die Sache meiner Mutter war. Doch eben fiel sie mir durch Zufall in die Hand und ich begann zu lesen.
    Einiges wusste ich, eigentlich alles. Bis auf eines.
    Ich habe mich bisher immer gefragt wieso ich so anders bin, habe es immer von Außenstehenden und auch vom Großteil meiner Familie gehört (zumindest Mütterlicherseits). Ich sei nicht normal, ich sei anders, ich solle mich mal benehmen oder etwas mit Leuten unternehmen und nicht immer vor mich hinträumen. Immer ging ich davon aus, dass ich Die bin die Falsch ist. Doch nun habe ich endlich eine Diagnose dafür. Einen Namen. Schizoide Störung.
    Ich habe nun bereits einiges gelesen und weiß nun, dass ich nicht falsch bin sondern einfach anders. Nur die Normalen können mich halt nicht so verstehen, es ist wie als wenn man auf zwei unterschiedlichen Frequenzen funkt. Das Gefühl ist befreiend, doch auch die Frage wieso meine Mutter mir nichts erzählt hat. Über alle Diagnosen wusste ich bescheid und es gab deutlich schlimmere. Nur wieso musste sie mir genau die eine Vorenthalten, welche mir zeigt, dass ich eigentlich ein ganz normaler Mensch bin und halt nur ein wenig anders?
    Ich weiß es nicht und werde es wohl auch nie Erfahren, denn sie anzusprechen traue ich mich nicht.

    Mein Vater hat vor einigen Jahren die Schizophrenie diagnostiziert bekommen, sehr sensibel war ich auch schon immer und an meine Kindheit kann ich mich kaum erinnern.

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  68. Hallo, ich habe ein großes Problem… Ich habe mich in einem Mann auf einem Single Portal verliebt der mir später gesagt hat dass er diese Persönlichkeitsstörung hat, es kam öfter zu Auseinandersetzungen zwischen uns. Ich fühle das die Liebe noch da ist beziehungsweise das ist eine Verliebtheit und er hat die Handbremse gezogen und hat sich zurückgezogen durch den heftigen Streit hat er bestätigt dass zwischen uns zu Ende sein inzwischen sehr selten hin und wieder hören wir voneinander aber sehr kalt und sehr negativ. Wie kann ich diese Verliebtheit oder diese Liebe wieder zurückgewinnen? Mit Sicherheit mach ich alles falsch Weil ich ihn sehr bedrängt habe mit SMS sonst was und Telefonate, aber ich wusste einfach zu wenig diesbezüglich vielleicht könnten Sie mir wertvolle Tipps geben. Es ist eigentlich alles verloren aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielen herzlichen Dank im Voraus. CAP

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    1. Leider kann ich keine guten Tipps geben, weil ich ja weder Sie noch den Mann kenne. Aber eines fällt mir sofort ein: Wenn Sie der Sache hinterher rennen und keine Bewegung von ihm auf Sie zu erkennen ist, dann ist es ohnehin verlorene Mühe. Man könnte dann höchstens ein kurzes Aufflackern bis zur nächsten Krise erwarten. Mein Rat: Denken Sie an sich selbst und schätzen Sie ein, ob es diese Beziehung wirklich ist, was Sie glücklich macht?

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