4. Februar 2013

Hochsensibilität – eine Wesensart mit viel Potenzial

Das Thema Hochsensibilität (HSP) wurde in diesem Blog bereits im Zusammenhang mit Introversion aufgegriffen. Als bekennender Introvertierter, aber vermutlich nicht so hochsensibler Mensch, interessieren mich vor allem die Grenzziehungen zwischen diesen zwei Konzepten, die offenbar mindestens sich überlappende Phänomene zu beschreiben versuchen. Die Autorin Ulrike Hensel (siehe Foto), die von sich sagt, sie sei hochsensibel, hat für Geist und Gegenwart ein paar Grundlagen zu HSP zusammengefasst. Sie selbst bietet nicht nur Coaching für Hochsensible an, sondern hat jetzt zu diesem Thema auch ein Buch geschrieben: Mit viel Feingefühl - Hochsensibilität verstehen und wertschätzen: Einblicke in ein gar nicht so seltenes Phänomen. Ein Buch, das umfangreiches Wissen vermitteln und auch Rat geben will. Für uns fasst sie nun zusammen, was HSP ist, womit Hochsensible täglich konfrontiert werden, welche Fähigkeiten diese Veranlagung mitbringt und was die ganze Gesellschaft davon haben könnte. Aber lesen Sie selbst...

Im Januar 2013 erschienen: "Mit viel Feingefühl – Hochsensibilität verstehen und wertschätzen" von Ulrike Hensel

Was Hochsensible zu hören bekommen
"Stell dich nicht so an!", "Sei doch nicht immer so empfindlich!", "Du bist so schwierig", "Mach es doch nicht so kompliziert", "Du musst dir einfach ein dickeres Fell zulegen", – all das sind Sätze, die hochsensible Menschen zur Genüge kennen. Aussagen, die viele von ihnen veranlasst haben, an sich zu zweifeln und sich irgendwie verkehrt zu fühlen.

In der Minderheit, aber dennoch "normal"
15–20 Prozent der Menschen – Männer gleichermaßen wie Frauen – zählen zur Gruppe der Hochsensiblen. Man spricht von Hochsensibilität, wenn Menschen veranlagungsbedingt ein deutlich empfindsameres und damit leichter irritierbares Nervensystem haben als der Bevölkerungsdurchschnitt. Hochsensible nehmen intensiver, umfangreicher und nuancierter wahr, reagieren stärker auf äußere Reize aller Art, ebenso auf körperliche und emotionale Regungen in ihrem Inneren. Schneller als Nicht-Hochsensible geraten sie in einen Zustand der Reizüberflutung und Überstimulation.

Hochsensibilität bringt viele Befähigungen mit sich
Die amerikanische Psychologieprofessorin und Therapeutin Elaine Aron gab dem Phänomen Ende der 1990er Jahre den Namen Hochsensibilität und setzt sich seitdem engagiert dafür ein, das bis dahin vornehmlich negative Bild über die "Highly Sensitive Person" (HSP) zurechtzurücken. Hochsensible verfügen über eine außerordentliche Wahrnehmungsbegabung. Sie bemerken Feinheiten in ihrer Umgebung und erspüren leicht Stimmungslagen und Emotionen bei ihren Mitmenschen. Unterschwellige Konflikte und sich anbahnende Probleme sind für sie schon früh offensichtlich. Zu ihren natürlichen Talenten gehören außerdem Kreativität, ästhetisches Empfinden, Liebe zum Detail, übergreifendes Denken, Intuition, Empathie und Feingefühl.

Eine Erkenntnis, die vieles verändert
Wenn die Hochsensiblen erfahren, dass ihre auffällig hohe Empfindlichkeit keine Störung, keine Krankheit und kein Charakterfehler ist, sind sie erleichtert und können ihr Erleben und ihre Erfahrungen umdeuten. Wenn ihnen bewusst wird, dass mit der Hochsensibilität etliche Begabungen einhergehen, können sie ein ganz neues Selbstverständnis entwickeln. Das Sich-Erkennen kann hochsensiblen Menschen helfen, besser mit den schwierigen Seiten der Hochsensibilität zurechtzukommen, sinnlose und frustrierende Versuche, sich zu ändern, aufzugeben und sich in ihrem Sosein anzunehmen. Sie können dann fürsorglicher mit sich umgehen, belastende Lebensumstände mit Entschlossenheit verändern, selbst mehr Nutzen ziehen aus den bereichernden Seiten und anderen noch mehr die eigenen Stärken zugutekommen lassen.

Wertvolle Qualitäten in der Gemeinschaft
In der Vielfalt der Menschen liegt eine große Chance, weil jeder sich mit seinen Stärken und Fähigkeiten in die Gemeinschaft einbringen kann. Es sind besonders die Hochsensiblen, die ausgesprochen verantwortungsbewusst, umsichtig, gewissenhaft und zuverlässig sind, die integrativ wirken, die sich für mögliche Auswirkungen von Handlungen interessieren, die sich mit viel Idealismus für Mitmenschlichkeit, eine Werteorientierung in der Gesellschaft und eine heilere Welt einsetzen.



Mit viel Feingefühl - Hochsensibilität verstehen und wertschätzen: Einblicke in ein gar nicht so seltenes Phänomen, JUNFERMANN-Verlag, 2013. Das Buch vermittelt umfangreiches Wissen, ermöglicht Erkenntnisgewinn, und es gibt auch Rat. Der Leser findet heraus: Bin ich hochsensibel? Ist mein Gegenüber hochsensibel? Was bringt Hochsensibilität alles mit sich? Worin liegen die Belastungen und worin die besonderen Befähigungen? Wie können Hochsensible ihr Leben in geeigneter Weise gestalten? Wie kann Kommunikation über Wesensunterschiede hinweg gelingen? Die Autorin Ulrike Hensel ist Textcoach ist und Coach für Hochsensible. Sie studierte Angewandte Sprachwissenschaft und absolvierte später eine Coaching-Ausbildung. Selbst hochsensibel, ist es ihr ein tiefes Anliegen, Hochsensible in ihrem Selbstwertgefühl und in ihrer Selbstannahme zu stärken.

Kommentare:

  1. Interessantes Thema. Ich habe mal eben nach entsprechenden Studien gesucht, und siehe da, meine Vermutungen wurden bestätigt: es gibt einige Zusammenhänge zwischen Hochsensibilität und den Big Five der Persönlichkeit:

    zum einen wäre das die angesprochene Introversion, da HS sensibler auf äußere Reize reagieren, ziehen sie sich oft zurück.

    aber auch die Offenheit für neue Erfahrungen ist bei HS ausgeprägter, da sie ästhetische Reize und Gefühle stärker wahrnehmen.

    ein offensichtlicher Zusammenhang ist auch von HS mit Neurotizismus, da sie leichter gereizt und negativ emotional erregt werden.

    Und - das habe ich nicht vermutet - ein Zusammenhang mit Gewissenhaftigkeit, da HS zu Perfektionismus und hoher Detailorientierung neigen.

    Studie zum nachlesen und weitere Links:
    http://scialert.net/fulltext/?doi=jas.2010.570.574&org=11

    Bisher hatte ich das Thema nicht auf dem Schirm, aber aufgrund der offensichtlichen Zusammenhänge werde ich mich in Zukunft wohl auch mal mit der Hochsensibilität in meinem Blog auseinandersetzen, um die Zusammenhänge zur Persönlichkeit ausführlicher zu analysieren.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Lars! Tausend Dank für deinen wie immer außerordentlich interessanten Kommentar! Gerade hatte ich mit der Autorin am Telefon genau diese Sachen besprochen... Das Mapping verschiedener psychischer Phänomene auf Big Five, MBTI etc.

      Danke auch für den Link... werd ich mir garantiert durchlesen. Ich freu mich schon, falls es von dir dazu einen Text auf deinem Blog geben sollte.

      Löschen
    2. Hallo Lars Lorber,

      danke für den hochinteressanten link. Die Studie bestätigt all meine langjährigen Beobachtungen.
      Das bedeutet, dass Hochsensible ehrlich informiert werden müssen über ihre Eigenart, ohne zweckoptimistische Versprechungen, aber auch ohne Panikmache.

      Die meisten "Coaches und Berater für Hochsensible" richten in Unkenntnis der in der Studie erkannten Tatsachen im schlimmsten Fall Schaden an, weil sie nicht beide Seiten der Medaille berücksichtigen, sondern nur beschönigen und weil der Coach oder Berater vor allem überfordert ist mit eventuellen Depressionen, Ängsten und Neurosen.

      Ich vermute auch, dass Coaches und Berater deshalb die Möglichkeit bzw. oft Tatsache ignorieren, dass psychische Beeinträchtigungen vorliegen, weil sie nur beraten dürfen, nicht behandeln. Und Menschen mit den erwähnten Beeinträchtigungen, egal ob Hochsensible oder Normalsensible gehören in die Hände von Fachleuten, Therapeuten, Psychologen, Ärzte.

      Jutta Nebel, Heilpraktikerin, Autorin und Pfadfinderin für Hochsensible

      Löschen
    3. Nachtrag:
      meine Analyse zum Thema Hochsensibilität und Persönlichkeit ist endlich online und viel umfangreicher geworden als ursprünglich geplant:

      http://www.typentest.de/typentest_de_-_erklarung/hochsensibilitaet.htm

      Unter anderem geht es dabei um die oben erwähnte Studie, aber ich habe auch noch einige andere Studien zum Thema gefunden, ausgewertet und bin zu Teils überraschenden Ergebnissen gekommen.

      Löschen
    4. Danke, Lars, für diesen interessanten Text!

      Du schreibst: "Introvertierten werden fälschlicherweise oft Eigenschaften angedichtet, die eigentlich zur Hochsensibilität gehören, wie z.B. stärkere Überreizung durch die Umgebung."

      Dazu habe ich eine Frage: Laut wiederholten Big 5 Tests bin ich ganz niedrig in Extroversion und auch im Neurotizismus. Gleichzeitig habe ich dieses überwältigende, sehr körperliche Erschöpfungsgefühl nach der Interaktion mit anderen Menschen.

      HSP kann ich kaum sein, weil sehr gering im Neurotizismus. An der Introversion kann es auch nihct liegen, wie du sagst. Wo kommt das dann her?

      Viele Grüße,

      Gilbert

      Löschen
  2. Übrigens findet man bei Riemanns "Schizoiden" (hier im Versuch der Erklärung der Individualgeschichte einer schizoiden Persönlichkeit) ebenfalls Parallelen zu den Introvertierten und den Hochsensiblen: "Konstitutionell entgegenkommend ist dafür einmal eine zartsensible Anlage, eine große seelische Empfindsamkeit, Labilität und Verwundbarkeit. Als Selbstschutz legt man dann eine Distanz zwischen sich und die Umwelt, weil man zu große physische und psychische Nähe wegen der radarähnlich fein reagierenden Sensibilität und gleichsam Durchlässigkeit als zu »laut« empfindet. So ist für den Schizoiden die Distanz notwendig, damit er überhaupt der Welt und dem Leben gewachsen ist." Mahr dazu in Schizoid - die Angst vor dem Ich-Verlust.

    Damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich sehe hier keine ontologischen Realitäten am Werk (das Schizoide, die Hochsensibilität, die Introversion gibt es nicht), sondern sich überlappende begriffliche Konstrukte. Daran und wie passend sie psychische Phänomene beschreiben können, bin ich interessiert.

    An Jutta Nebel: Es ist unstrittig, dass Menschen mit hohem Leidensdruck in ärztliche Behandlung gehören. Hier ist es natürlich immer eine individuelle Frage, wo wird es "krankhaft" und was ist noch "normal". HSP ist jedenfalls an sich keine Krankheit und muss daher nicht behandelt werden. Umgegangen werden muss damit. Wenn ein Coach feststellt, dass eine hochsensible, schizoide oder introvertierte Person darüber hinaus Persönlichkeitsstörungen oder sonstige krankhafte Züge entwickelt, muss der Coach diesen Klienten an einen Fachmann verweisen. Das gehört zum Ethos und Selbstverständnis eines Coaches.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. An Gilbert Dietrich:

      Nein, HSP ist kein Krankheit, sondern die Abkürzung für: highly sensitive person

      Und Hochsensibilität (abgekürzt HS) ist auch keine Krankheit, sondern eine Summe von variablen Erscheinungen mit gleicher Tendenz zur Überreizung. Und diese Form der Überlastung macht anfälliger für psychosomatische Störungen wie Tinnitus, Reizdarm, Schmerzsyndrome, Burn-out und für Ängste, Neurosen, Depressionen.

      Hochsensible machen sich unglaublich viele Gedanken und sollten daher nicht auf einem Blog, auf den sie aufgrund einer Werbemaßnahme geholt werden mit Mutmaßungen über Zusammenhänge von Hochsensibilität und schizoider Persönlichkeit erschreckt werden.Es wäre besser, Sie würden solche Forschungen in einem geschlossenen Rahmen abhandeln, wo nicht sich betroffen Fühlende unglaublichen Mutmaßungen und damit Ängsten ausgesetzt werden.

      Nicht nur Coaches sollten Selbstverständnis und Ethos zeigen.

      Um die Sache kurz zu machen:
      Viele Menschen mit psychischen Erkrankungen, wahrscheinlich alle, zeigen hochsensible Eigenschaften. Man kann sagen sie sind auch hochsensibel.

      Aber Menschen mit hochsensiblen Eigenschaften sind deshalb nicht im Umkehrschluss automatisch krank.

      Und nun die einen Hochsensiblen von den anderen Hochsensiblen zu unterscheiden und entsprechend verantwortungsvoll zu betreuen, darin besteht die Kunst.

      Jutta Nebel, Heilpraktikerin, Autorin und Pfadfinderin für Hochsensible

      Löschen
    2. Rückblickend auf 18 Monate hautnahe Erfahrungen durch meinen Gesprächskreis und des vielschichtigen Ausdrucks wie dieser Wesenszug HSP aus-, er- und gelebt wird, durfte ich erkennen, das leider bei vielen die Lichtseiten des HSP nicht im Vordergrund stehen.

      Nur sehr wenige können mit ihren wunderbaren Eigenschaften so umgehen, das sie sich nicht überfordert fühlen. Ich sehe einen sehr großen Handlungsbedarf sowohl im Training der eigenen Achtsamkeit, Grenzsetzung und auch des sich seiner selbst bewusst sein.

      Durch permanente Überfordern in einer Gesellschaft die leider immer noch nach dem Motto lebt... immer besser... immer höher... immer weiter... immer schneller... sind die Rahmenbedingungen nicht sehr einladend, was ich übrigens auch für Nicht-HSP'ler als Herausforderung ansehe seinen gesunden Umgang damit zu finden.

      Aus ganzheitlich medizinischer Sicht sehe ich einen durchaus großen Handlungsbedarf was das eigene Gesundheits-Management angeht. Aufklärung von Zusammenhängen z.B. neurobiologisch, physiologisch und psychologisch halte ich für ebenso wichtig, wie die Förderung und Entwicklung des BewusstSEINs.

      Wer selbstverantwortlich gesunde Entscheidungen treffen möchte, kommt nicht umhin gut informiert & reflektiert zu sein. In vielen Gesprächen mit HSP konnte ich erfahren, das ein Richtungswechsel einfacher fällt, wenn die nötigen Brücken zur REFLEKTON gebaut wurden.

      Was auch auffällt, ist das es eine durchaus große Verunsicherung gibt in der Fragestellung bin ich HSP oder doch nicht. Viele wünschen sich etwas handfestes als Orientierung. Ich persönlich bin kein Freund von Schubladen und "Diagnosen" auch wenn es sicher hilft und in der Medizin hin und wieder notwendig erscheint zur Differentialdiagnostik. Auffällig ist allerdings, das HSP oft als Begleiterscheinung zu ihrem Wesenszug Diagnosen mitbringen wie Depression, Burn Out, Borderline etc.. Da verschwimmen natürlich gerne die Grenzen und es bedarf sicher eines geschulten Therapeuten eine treffende Aussage zu tätigen.

      Doch was den psychologischen Sektor betrifft, unterstützen Diagnosen oft nicht, eher behindern sie, werfen noch mehr Fragen auf, so meine Erfahrung, weil sie oft noch als Makel gesehen werden. Ich versuche deshalb einfach den Menschen dort abzuholen wo ersteht und erfrage wo er gerne hin möchte.

      Fest davon überzeugt das es in jedem Menschen so etwas wie eine innere Weisheit gibt, versuche ich mit den HSPlern diese Weisheit wieder ins Bewusstsein zu holen und erfahrbar zu machen.

      Auf eine große Portion gesundem Menschenverstand möchte ich ebenfalls nicht verzichten.

      Beate Eierle, Heilpraktikerin, Lebens-I-M-P-U-L-S, Inspiration und Ideengeberin für HIGHLY SENSITIVE PERSON

      Löschen
  3. Weitere sehr interessante Informationen zum Thema Hochsensibilität, Hochsensitivität, Hochbegabung oder den Scannern kann man bei der Open Mind Akademie erfahren. Die Leiterin besitzt jahrelange Erfahrung aus Gesprächen mit Klienten, Seminaren und eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen.

    www.open-mind-akademie.de

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo und danke für diesen Tipp! Frau Anne Heintze von der Open Mind Akademie und ich hatten gerade schon Kontakt aufgenommen. Wirklich eine große Quelle der Erfahrung zu diesem Thema. Viele Grüße!

      Löschen
  4. Und Menschen mit den erwähnten Beeinträchtigungen, egal ob Hochsensible oder Normalsensible gehören in die Hände von Fachleuten, Therapeuten, Psychologen, Ärzte.

    Das ist richtig. Aber nur dann, wenn die entsprechenden Fachleute auch mit diesem besonderen Persönlichkeitskonstrukt HS vertraut sind!
    Sonst machen sie mehr kaputt als heile. Selbst hundertfach erlebt.

    AntwortenLöschen
  5. Schade, dass das Thema Hochsensibilität hier ein gewisses "Geschmäckle" bekommt. Ich bin selbst hochsensibel und fühle mich damit weder krank noch psychisch labil. Im Gegenteil, trotz meiner feiner Antennen habe ich eine enorme Kraft und Stärke. Ich merke, wenn mir etwas nicht gut tut, mich ein Gespräch bspw. ermüdet, ein Mensch mir unangenehm ist, um ein ganz einfaches Beispiel zu nennen. Im Privaten würde ich das Gespräch zu Ende bringen, mich schnellstmöglich von dem Menschen verabschieden. Im Beruflichen geht das nicht, aber das bedeutet nicht, dass mich meine Empfindungen in dieser Situation so niederdrücken, dass ich keinen Ausweg mehr erkenne, nicht in der Lage bin, den Termin vernünftig zu Ende zu führen und - überspitzt ausgedrückt - darunter zusammen breche. Es klingt hier etwas so, als wäre man als Hochsensibler der "bösen Welt" da draußen ausgeliefert bzw. als würden Hochsensible genau so empfinden. Das ist jedoch nicht der Fall! Es ist wichtig, dass man gegenüber sich selbst die Hochsensibilität anerkennt und lernt, damit umzugehen, für sich Strategien und Handlungsweisen entwickelt, mit starken Empfindungen und Gefühlen umzugehen. Ich sage ganz ehrlich, ich liebe meine Empfindungen und empfinde sie als Segen. HSP heißt auch nicht, dass man vor lauter Empfindungen nicht fähig ist, klar zu denken und sich selbst zu reflektieren. Im Gegenteil, ich sehe darin meine große Stärke, Situationen auch von außen, ganz nüchtern betrachten zu können, Erfahrungen zu reflektieren und auch Lehren daraus zu ziehen.

    AntwortenLöschen
  6. Ich bin sozusagen einer dieser Menschen, die sich nicht im klaren darüber ist ob es auf sie zutrifft oder nicht. Ich habe mir alles mögliche durchgelesen. Bücher, im Inet, Tests gemacht. Und ja es trifft stark zu..aber auf der anderen Seite denkt man dann, wenn man es anderen erzählt, dass man sich A) in den Mittelpunkt stellen will, oder sich als etwas besonders darstellen möchte (naja besonders, bei ca. 20%..^^) oder B) das man Mitleid haben will o.ä...Für mich persönlich, wäre es lediglich eine Erklärung, eine nachvollziehbare für viele Eigenartehn die ich an mir sehe. Sicherlich ist es teilweise problematisch, aber keine dauerhafte Belastung und an sich sind sehr viele gute Eigenschaften dabei, sowohl für einen persönlich, wie auch für andere, denen man damit helfen kann. Leider gibt es anscheinend nicht überall Orte wo man sich einfach mal treffen könnte xD ich wäre sehr interessiert daran, andere Menschen kennen zu lernen, denen es ebenso geht. Wie sie denken, fühlen etc. Aber "Selbsthilfegruppen" sind zum bersten voll und sonst gibt es in der "Nähe" nichts, was ich sehr schade finde, da man iwie auf der Frage sitzen bleibt, ob man diesen weniger aktiven Schalter im Kopf nun hat oder nicht und das viel interessante, wie man mit "denselben" Menschen kommuniziert und harmoniert ! =) Ich wünschte es würde da noch viel mehr zu geben, als die gefühlten 5 Bücher und diese Ungewissheit. Ganz liebe Grüße und hoffe ihr bringt noch mehr zum Thema ^-^

    AntwortenLöschen