1. Dezember 2014

Verantwortung fürs eigene Leben? Was denn noch alles?

Wie zwei Prinzipien zum Gelingen unseres Lebens beitragen

Ein lebensphilosophisches Dilemma ist für mich die Notwendigkeit der Entlastung im Angesicht der Notwendigkeit der Entfaltung:

  1. Entlastung: Wir alle spüren immer wieder diesen Druck irgend etwas zu tun, erfolgreich zu sein, den Normen zu entsprechen. Er kommt teils aus der Gesellschaft, aus unserer Erziehung und schließlich dann von uns selbst. Ich denke immer wieder, dass wir alle es bitter nötig haben, uns von diesem Druck zu befreien. Sind wir nicht oft viel zu verkrampft, werden aggressiv und stehen unter Stress? Wir haben es doch verdient, ein Leben zu führen, in dem wir uns wohl fühlen, ohne diesen ständigen Druck, in einer Welt des gegenseitigen Verständnisses und der Liebe. Das ist die eine Seite, hier brauchen wir Entlastung.
  2. Entfaltung: Auf der anderen Seite bin ich überzeugt, dass das Leben ein ständiges Weiterentwickeln ist, ein Besser-Werden, ein Entfalten. "Werde, der du bist", sagt Nietzsche und verbindet damit einen Anspruch an den Einzelnen, der für seine eigene Entfaltung, die nicht ohne Arbeit an ihm selbst vollzogen werden kann, verantwortlich ist. Sloterdijk nennt das in seinem Buch Du musst dein Leben ändern die Vertikalspannung, unter der wir alle stehen. In diesem Anspruch ist also doch wieder solch ein Druck zu erkennen, der potenziell zu Stress führen kann. Eine Vertikalspannung ist eben alles andere, als eine Entspannung. 

Aber wie können wir Verantwortung für unser Leben übernehmen, wie entfalten wir uns als moderne Menschen zielgerichtet, ohne den ständigen Druck zu haben, für alles Glück und Unglück im Leben verantwortlich zu sein? Diese zwei Prinzipien halte ich für zwar sehr wichtig für das moderne Leben und finde sie doch schwer in Übereinstimmung zu bringen.

Wenn ich einmal groß bin... Wer möchtest du sein? (Bildlizenz: CC0 Public Domain)

Wie das eine Prinzip aus dem anderen hervorgeht

Eine Möglichkeit der Vereinbarkeit finden wir natürlich im Zeitlichen: Alles hat seine Zeit, mal ist Entspannung angesagt, mal Weiterentwicklung. In manchen Lebensphasen mischt es sich, in anderen liegt der Fokus jeweils auf einem der beiden Prinzipien, aber nie, solange wir leben, verschwindet eins völlig. Das liegt auf der Hand, kann aber das Konkurrenzverhältnis der Prinzipien nicht ganz aufheben. Zumal, wenn wir die Wahl haben und im Kopf gesund sind, werden wir immer die Entspannung wählen. Wir haben aber nicht die Wahl und sind nicht gesund: Der Druck macht uns krank.

In der englischen Version des Flow Magazins Nr. 2 habe ich aber eine Möglichkeit der wirklichen Synthese dieser zwei widersprüchlichen Prinzipien entdeckt. Ernst Bohlmeijer, Professor der Psychologie an der University of Twente in den Niederlanden, forscht an den Bedingungen von mentaler Gesundheit und steht der Mode des Positive Thinking sehr skeptisch gegenüber. Denn der Anspruch, dass alle Gefühle und alles Denken immer positiv sein müsse, stresst erstens auch nur und zweitens lässt es eben keinen Platz für die Realitäten des Lebens und den erwachsenen Umgang damit. Das oben angesprochene Dilemma fasst Bohlmeijer in die Form einer Gleichung: "Leben heißt, die Balance zu finden zwischen dem, was du daraus machen kannst und der Akzeptanz dessen, was ist." (Bohlmeijer in Flow Nr. 2, S 69) Er sieht geradezu den einen Teil der Gleichung, die Akzeptanz, als Voraussetzung für den anderen Teil, Verantwortung zu übernehmen. Denn nur wenn wir akzeptieren, dass es Dinge gibt, die wir nicht beeinflussen können, eröffnen wir uns auch die Räume, erhalten wir uns die Energie und lassen uns die Zeit zur Entfaltung, also das zu tun, was uns wichtig ist. Bohlmeijer bringt die Synthese der Gegensätze zwischen Verantwortung und Akzeptanz auf den Punkt:

"Ich denke wirklich, dass du für dein Leben verantwortlich bist, aber eben nicht für all das, was dir passiert, sondern dafür, wie du mit diesen Gegebenheiten umgehst. Dort findest du deine Wahlmöglichkeiten." (Bohlmeijer in Flow Nr. 2, S 70)

Das erinnert an den antiken Philosophen und späten Stoiker Epiktet, der in seinem Handbuch der Moral sinngemäß sagte, dass nicht die Dinge selbst uns beunruhigen, sondern die Meinungen und Urteile, die wir über diese Dinge haben.

Mit dieser Synthese bin ich also schon mal sehr glücklich: Meine erfolgreiche Entwicklung, die Entfaltung meiner Persönlichkeit und das Besser-Werden als Mensch bestehen also nicht darin, jeglichen Misserfolg, jegliches Unglück und alle Entbehrung zu verhindern und damit ein nach außen sichtbar erfolgreicher Mensch zu sein, sondern das Besser-Werden besteht genau darin, einen mir würdigen Umgang mit den Gegebenheiten zu entwickeln, Akzeptanz zu üben, Nachsicht und Vergebung zu erlernen. Und im nächsten Schritt macht das wiederum auch einen Erfolg im eher herkömmlichen Sinne möglich.

Was sind die Werte, die dir wichtig sind?

Unser Lebensglück kann natürlich nicht nur in unserer eigenen Herangehensweise, in Akzeptanz und im Umgang mit den Gegebenheiten begründet werden. Wir brauchen nicht nur uns selbst, sondern auch andere Menschen, eine Gesellschaft, um uns entwickeln zu können. Aber auch hier wieder gilt, dass wir es leichter haben werden, wenn wir solche Tugenden wie Akzeptanz, Nachsicht, Großzügigkeit im Umgang mit uns selbst und den anderen entwickeln können.

Eine typische lebensphilosophische Frage, die sich anschließt, ist die nach den Werten, an denen entlang wir uns und unsere Entfaltung ausrichten wollen. Wer möchten wir für uns selbst und im Angesicht der anderen sein? In unserer modernen Welt, in der wir von Werte- und Sinnangeboten oder auch von Karriere- und Konsummöglichkeiten so konsequent erschlagen werden, dass wir gar nicht mehr wählen können, ist diese Frage besonders dringend geworden. Ohne die Beantwortung der Frage, was mir wichtig ist, ergibt sich keine Richtung, in die ich mich entfalten kann. Ist das ein Grund, warum wir jetzt Gefahr laufen, im wahrsten Sinne des Wortes ein zerstreutes Leben zu führen und nie dort anzukommen, wo wir wirklich hinpassen?

"Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, dass du dir deine Werte bewusst machst. Was bedeutet all das für dich? Das zeigt am Ende, wer du bist und wer du sein möchtest... gerade, weil so viel auf dich einströmt, musst du darüber nachdenken, was das alles bedeutet.

[...]

Erfolg markiert eher Äußerlichkeiten, Status, Geld und Erscheinung. Seinen Werten gemäß zu leben, ist ein eher innerer Prozess. Du kannst dabei erfolgreich sein, selbst wenn niemand das von außen sehen kann." (Bohlmeijer in Flow Nr. 2, S 70)

Dabei ist es aber wichtig, dass wir unser Leben auch tatsächlich nach unseren Werten organisieren. Wenn es uns zum Beispiel Ruhe, Gelassenheit, Muße wichtig sind, dann können wir das nur in die Praxis übersetzen, wenn wir unser Leben darauf einrichten. Das heißt nicht selten, dass man an anderen Punkten Abstriche hinnehmen muss, z.B. beim Verdienst. Auch eine alte Weisheit: Man kann nicht alles haben.

"Du kannst nur in Verbindung mit dem Hier und Jetzt und der Akzeptanz dessen, was ist, wachsen und dich entfalten. Wenn ich mir regelmäßig die Zeit nehme und einen Gang runterschalte, erhalte ich dafür Impulse zu meiner Weiterentwicklung. [...] Wenn du jedoch im Modus des Machens und Tuns eingespannt bist, dann gehst du das Risiko ein, das Falsche zu tun." (Bohlmeijer in Flow Nr. 2, S 70)

Eine Pause einlegen, das Hier und Jetzt mal auf sich einwirken lassen, die Gedanken mal nicht um das Alltäglich-Selbe kreisen lassen, mal etwas anderes tun, um den Horizont zu erweitern, das sind Möglichkeiten, die wir alle im Leben haben. Ich bin zum Beispiel gerade zwischen zwei Jobs. Das heißt ich verdiene gerade kein Geld, aber das ist es mir wert, mal richtig durchatmen zu können, auf neue Gedanken zu kommen und zu spüren, was für die nächsten Jahre in meinem Leben wichtig werden wird. Ich stelle mir jetzt diese Frage: Wer möchte ich sein? Die Antwort lässt auf sich warten, aber ich habe Vertrauen, dass sie heranreift und sich präsentieren wird. Auf keinen Fall werde ich versuchen, eine Antwort zu erzwingen oder mir eine Antwort einflüstern zu lassen.

Was mir auf jeden Fall dabei hilft, ist die Synthese der zwei Prinzipien Entlastung und Entfaltung. Ich habe gelernt, dass sie sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern dass sie einander bedingen. Nur, wenn ich mich vom Druck entlaste, werde ich mich auch entfalten können. Und nur, wenn ich meine persönlichen Kompetenzen wie Akzeptanz und Umgang mit dem, was ist, entfalte, werde ich mich selbst vom Erfolgsdruck entlasten können. Lasse ich das eine zu, wird das andere von ganz allein kommen.



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Kommentare:

  1. Randbemerkung: Viele, die sagen, sie seien nicht erwachsen, oder wollten nicht erwachsen werden, meinen damit eigentlich: Ich möchte mich nie dem Druck beugen, so zu sein, wie andere mich haben wollen, zumindest innerlich irgendwo dann halt doch nicht. Für sie bedeutet Erwachsenwerden: So zu werden, wie man halt werden muss.

    Warum ich das hier hinschreibe? Weil ich denke: Erwachsen sein heißt, die Verantwortung für das eigene Leben (und ggf. für das der eigenen Kinder) zu tragen. Das hört sich sehr ernst an, ist aber genau die verpasste Chance der Erwachsenwerdenverweigerer eingangs genannten Sinn: Wenn ich für mich selbst die Verantwortung übernehme, dann kann ich es auch verantworten, mich selbst nicht zu verbiegen, wo es mir nicht gut tut.

    Wenn nun Bohlmeijer sagt, man sei eben nicht für alles verantwortlich, dann verbinde ich das intuitiv mit der Downside der Leistungsgesellschaft: Nur wenn du für alles verantwortlich bist, bist du auch an allem schuld, und nur wenn an allem selbst schuld bist, bist du bereit, dich aufzuopfern. Denn sobald Dinge auch einfach mal schicksalshaft sind, lohnt die Mühe nicht mehr. Sie sind eben so - egal was ich tu, also muss ich nicht immer was tun, nicht immer etwas leisten.

    Und natürlich hat Bohlmeijer Recht: Ganz viel kann man sich nicht aussuchen. Spannend wird's da, wo man eine Wahl hat und aus diffusen Zwängen heraus glaubt, keine zu haben.

    Zum Thema Erfolg habe ich mal ein Gedankenexperiment formuliert, das ich hier trommelt reinwerfen möchte, auch weil wir mal wieder aus anderen Perspektiven auf das selbe Thema zu blicken scheinen: http://zwei.drni.de/archives/1375-Gedankenexperiment-Glueck-als-Erfolg.html

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    1. Ja, das sind so die Gedanken, die ich mir gewünscht habe, in breiter Masse anzutreffen. "Spannend wird's da, wo man eine Wahl hat und aus diffusen Zwängen heraus glaubt, keine zu haben." Genau! Und da scheiden sich die Geister. Es gibt ja sicher auch das Phänomen, das Menschen ganz und gar keine Herausforderung annehmen und meinen, alles sei "Schicksal" - ein Wort, das ich übrigens gern vermeide, weil es eine gewisse Teleologie impliziert. Oftmals ist es nur Zufall oder Glück oder Pech (meistens Glück im Unglück).

      Ein altes Gedankenexperiment aus dem Grundkurs Ethik: Wenn Erfolg sich daran misst, dass man macht, was einen glücklich macht, was machen wir dann mit solchen Leuten in der Tradition des Marquis de Sade? Und hilft der Managern nicht auch den Share Holdern, glücklicher zu sein, als zuvor, wenn sie nun soundso viel Geld mehr als zuvor haben (und davon irgendwie ihr Glücksgefühl abhängt)? Oder ist das Glück von Bedürftigen mehr wert, als das Glück von Reichen? Schwierig.

      Es zeigt aber, so glaube ich, dass wir gesellschaftlich noch zu definieren haben, was wertvoll ist und was nur teuer.

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    2. Ach, Schicksal ist für mich einfach definiert als "wenn es alle Beteiligten anscheißt und keiner kann was dafür", ich seh das gottlos. ;-)

      Was Herrn de Sade und die Share Holder angeht: Es kommt halt drauf an, ob man mehr Glück erreicht, indem man anderen zu mehr Unglück verhilft, oder eben nicht. Kategorischer Imperativ, und so. Das Glück ist ja was, das beim Teilen mehr wird, da unterscheidet es sich vom Geld.

      Im Prinzip könnte auch ein Shareholder-System damit funktionieren. Die Frage ist, tut es das in der Praxis?

      Ich glaube, wir als Gesellschaft haben verlernt, zwischen wertvoll und teuer zu unterscheiden. Oder wir konnten es noch nie – um das zu beurteilen, bin ich zu jung. Aber als Musiker erlebe ich eben immer wieder diese unbezahlbaren Momente. Manchmal fühle ich mich innerlich unglaublich reich. Mein Konto spricht eine andere Sprache, aber das ist ja nur Geld.

      In der aufkeimenden Minimalismus-Strömung geht es vermutlich genau um diesen inneren Reichtum, wobei Geldreichtum nicht verneint wird. Geld ist eben nur nicht mehr die #1 im Leben. Und genau das ist ja irgendwo auch schon subersiv.

      Um das mal mit dem Artikel wieder zu vereinen: Verantwortung fürs eigene Leben – was brauche ich wirklich? Wenn bei der Überlegung rauskommt: Ich brauche mehr freie Zeit für mich – ich verhandle beim Personalgespräch keine Gehaltserhöhung, sondern eine Urlaubserhöhung – dann sollte man sich das Gesicht seines Vorgesetzten mal näher anschauen. Minimalismus sprengt manchmal eben den Rahmen. :-)

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    3. Da hast du recht! Du solltest mal sehen, wie manchen Chefs der Unterkiefer runterklappt, wenn man als Mann den Elternzeitantrag einreicht. "Wie, Elternzeit? Da kriegst du doch nur 60% deines Gehalts!?" Herrlich. Sie bekommen zurecht Angst, dass wir nicht mehr über das Geld (das ja für sie vergleichsweise einfach zu beschaffen ist) motivierbar sind. Das wird noch mal spannend.

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  2. Wieder mal ein toller Artikel, der zum Nachdenken über das Wesentliche anregt!

    Über einen Satz bin ich allerdings gestolpert:

    "Zumal, wenn wir die Wahl haben und im Kopf gesund sind, werden wir immer die Entspannung wählen."

    Keineswegs! Das gilt nur, wenn man "unter Druck" ist bzw. Stress empfindet. Sobald aber Raum ist, um sich der Muße, dem Nichtstun-müssen eine Zeit lang zu überlassen, wird früher oder später die Lust auf Tun und Bewirken einsetzen. Denn wenn man sich mal nicht ständig neuen Input zumutet, dann kommt zunächst eine "Verarbeitungsphase", in der Reflexionen über Vergangenes vorherrschen. Dabei und danach "fallen Ideen ein" - Ideen, was man gerne tun oder anders machen würde. Und mit ihnen kommt der Elan, auch tatsächlich in den aktiven Modus überzugehen.

    Was die Entspannung angeht, hab ich mal einen Artikel verfasst, der zwei Herangehensweisen beschreibt, wie man entspannen kann - wobei Entspannung natürlich nicht das "letzte Ziel" ist!

    Wer mag: "Entspannung - Vom Jenseits des Umzu"

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    1. Ich würde eher eine Art "organisches Bewusstsein" empfehlen. Dann merkt man, dass Inaktivität ein Mythos ist. Als Organismus gibt es bis zum Exitus keinen Stillstand, keine Stille, keine wirkliche Ruhe. Es sind vielmehr törichte Trance-Techniken, die Menschen einsetzen, um sich vom Geschehen abzutrennen. Klar, wer damit alle möglichen Dinge verbindet und physiologische Konditionierungen vornimmt, für den wirkt das ganz normal ...

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    2. Hallo ClaudiaBerlin,

      guter Punkt, das mit dem Elan. Ich hoffe das auch immer, aber irgendwie denke ich, dass ich doch eher vom Faultier abstamme. Ich habe das Gefühl, das meine Standardeinstellung die des Energiesparens ist. Nur das schlechte Gewissen oder der Selbstekel bringen mich dazu, aktiv zu werden. So wie beim Bären: Warum soll der sich bewegen? Doch nur, um zu essen, der Kälte zu entfliehen und sich zu paaren. Aber sonst - no need!

      Dann wiederum ganz anders beim Sport. Frag mich, warum, aber die Diagnose vom "verzweifelten Eifer" trifft auf die wirklichen Sportler überhaupt nicht zu. Sport, zum "abnehmen, fit und kräftig werden, eine marktgerechte Figur entwickeln und Entspannung finden"? Das könnte, was meine Motivation angeht, nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Es ist eher eine Sucht, ein körperliches Verlangen, eine Belohnung. Von "verzweifeltem Eifer" können nur in dieser Sache Unkundige sprechen.

      Ich weiß auch, dass es dem zuerst Gesagten zu widersprechen scheint. Aber eigentlich nicht, denn Sport ist ein Zwang, so wie Alkoholismus oder Zigaretten. Es ist für mich so geil wie Sex.

      Ansonsten kommt mir das "organische Bewusstsein" aber noch am nähsten. Das erinnert mich ans Vegetieren. Das ist so eine Lebensart, die mir liegt: Verstoffwechseln, aber ansonsten inaktiv. Siehe dazu auch: Atemlos ermondet....

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  4. Hmm, also:

    1. Die Beschreibung oder vielmehr die Benennung des "Besser-Werdens" impliziert bereits das Egozentrische. Da ist er wieder, der Vergleich mit Anderen. Das Drüberstellen und Unterordnen, das Aufwerten und das Abwerten.

    Ich bin für das Gegenüber und auf Augenhöhe und hätte es zum Beispiel "Das Werden" oder "mein Werden" oder "mein Heranreifen und innere Wachsen" genannt und vielmehr in dieser Haltung formuliert.

    2. Der Satz unter Ihrem Blogeintrag "Das sollte Sie auch interessieren:" könnte nach meinem Geschmack zum Beispiel auch ganz anders klingen:

    "Das könnte Sie vielleicht auch interessieren".

    Dass Sie meinen, es "sollte" mich interessieren, sagt schon viel über die Ernsthaftigkeit Ihres oben veröffentlichten Blogeintrag aus.

    Ich stolpere immer wieder über Ihre Einträge, finde die Themen interessant und stolpere aber über diese, wie möchte ich das beschreiben – ja, "lieblos" dahergewissenwollende Schreibart.

    Nicht so mein Ding.

    Prosit Neujahr 2016! ;-)))

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    1. Danke für den Kommentar, Oscar!

      Das ist ok, dass das nicht so Ihr Ding ist, niemand kann schließlich allen gefallen und "gefallen" ist auch nicht mein Ziel, sondern lieber anstoßen. Aber zu Ihrem ersten Punkt möchte ich etwas sagen:

      Es ist interessant, dass Sie "besser werden" nur als im Vergleich mit anderen interpretieren. Das ist bei mir ganz anders. Ich möchte über die Zeit einfach besser werden. Also wenn Sie schon einen Vergleich benötigen, dann vielleicht mein "heutiges Ich" sollte besser als mein "gestriges Ich" sein. Soweit zum Subjekt, das Prädikat ist dann austauschbar. Ich möchte z.B. mehr Geduld entwickeln und damit ein "besserer Mensch" werden. An eine Abgrenzung gegenüber andere denke ich dabei gar nicht, vielmehr möchte ich mit mehr Geduld ja auch für meine Mitmenschen erträglicher werden.

      Ja, gutes Neues Jahr!

      Gilbert

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