28. Juni 2011

Strategien für introvertierte Menschen

Fragen Sie sich auch manchmal, warum Sie sich unter vielen Menschen so unwohl fühlen? Warum Sie nach Hause kommen und das dringende Bedürfnis haben, die Tür zuzumachen und allein zu sein? Warum Sie in Meetings auf Arbeit nur dasitzen und den Mund nicht aufkriegen? Warum Sie so wenige Freunde haben? Warum Sie auf Partys so verloren dastehen und nicht wissen, was sie sagen sollen?

Was passiert, wenn introvertierte Menschen auf einer Party rumstehen? Von Indexed.


Sie sind OK!
Erst einmal: Sie sind völlig normal! Sie gehören zu den Menschen, die ihre Energie eher aus sich selbst beziehen und nicht aus der Interaktion mit anderen. Sie bevorzugen eine "minimal-stimulierende" Umwelt. Das ist gut so, kultivieren Sie das! Ihr Freundeskreis ist vielleicht klein, dafür sind es aber wirklich erlesene Menschen und nicht Hinz und Kunz. Für die kleinen Nachteile, die wir Individualisten manchmal haben, gibt es Strategien. Zum Beispiel die folgenden...

Dosierung
Hören Sie auf Ihren Körper und ziehen sie sich mit gutem Gewissen zurück, wenn Sie merken, dass Sie müde und erschöpft sind. Das ist völlig normal. Sie brauchen die Ruhe und Abgeschiedenheit. Gehen Sie irgendwo hin, wo Sie ungestört einen Tee oder Kaffee trinken können, blättern Sie in einem Buch oder Magazin und erholen Sie sich. Danach geht es Ihnen wieder gut und Sie ertragen die Menschen um Sie herum auch besser für den Rest des Tages.

Vorbereitung
Immer dasselbe, ob auf Partys oder im Meeting: Sie wissen nicht, was Sie sagen sollen. Stehen entweder nur unbequem und geniert in der Gegend rum oder sitzen zusammengesunken am runden Tisch. Was sollen Sie auch sagen? Der Small-Talk interessiert Sie nicht und was beim Meeting besprochen wird, ist doch sowieso schon vorher klar. Überraschen Sie sich selbst, indem Sie sich auf die Party vorbereiten, wenn Sie sie schon nicht meiden wollen oder können!
  • Überlegen Sie, wer die Leute sind, die zur Party kommen und was Sie an denen interessieren könnte. Legen Sie sich ein paar Fragen zurecht.
  • Und warum könnten Sie selbst interessant für die anderen sein? 
  • Haben Sie ein paar faszinierende Geschichten parat, die sie anderen erzählen können. Etwas aus Ihrem ersten Job vielleicht. Sie waren jung und brauchten das Geld.
  • Trinken Sie was, das enthemmt. Aber passen sie auf, dass es nicht zu viel hilft!
Dasselbe gilt für Meetings bei der Arbeit:
  • Was sind die Agenda-Punkte? 
  • Wer kommt und was wollen die? 
  • Was wollen Sie selbst erreichen? 
  • Lesen Sie ein paar relevante Artikel oder E-Mails zur Vorbereitung.
  • (Trinken Sie nur, wenn es unbedingt sein muss.)
Einsamkeit
Machen Sie sich frei vom gesellschaftlichen Zwang der Zusammenrottung! Man redet ihnen ein, dass Sie einsam sind, nur weil Sie oft allein sind. In Wirklichkeit lieben Sie das Alleinsein, werden aber manchmal das Gefühl nicht los, dass Sie Freitag Abend - wenn alle anderen Party machen - nicht allein zu Hause sein sollten. Warum eigentlich nicht? Was verpassen Sie? Die anderen saufen und fühlen sich morgen schlecht, während Sie früh aufstehen können, in Ruhe lesen, morgendliche Fotos von Vögeln machen können oder was sie sonst so antreibt.

Losquatschen
Bei der Arbeit wie auf einer Party ist das beste Rezept manchmal, einfach über seinen Schatten zu springen und jemanden anzuquatschen. Einfach mal das sagen, was einem auf der Zunge liegt. Auch in Meetings. Reden Sie langsam und versuchen Sie bei einem Hauptpunkt zu bleiben, sonst verzetteln Sie sich. Hinterher sollten Sie nicht drüber nachdenken. Alles ist gut. Anders als wir befürchten, ruiniert es nicht sofort den Ruf, wenn das Gesagte nicht hundertprozentig durchdacht war. Jeder kann auch mal was Unüberlegtes zu sagen. Man hat eine Quota. Erst wenn man die überschreitet und ständig Blödsinn von sich gibt, halten die anderen einen für dumm.

Stärken nutzen
Wenn Sie wirklich introvertiert sind, haben Sie unter anderen folgende Stärken, die Sie nutzen sollten:
  • Enorme Beobachtungsgabe
  • Empathie und Menschenkenntnis
  • Schreiben und Lesen
  • Verlässlichkeit
  • Individualismus
  • Durchdacht
  • "No Bullshit"

Buch zum Thema
Ihre Mitmenschen sind beeindruckt von dem, was Sie alles mitkriegen. Sie beobachten ohne große Anstrengung, was anderen entgeht. Sie müssen es nur wissen und mitteilen, um es nutzen zu können. Gehen Sie nicht davon aus, dass alle anderen sehen, was Sie selbst sehen. Die Umwelt braucht Ihren Daten-Input. Ihre Mitmenschen lieben außerdem, dass Sie auch mal zuhören und nicht einer von denen sind, die sich selbst am liebsten reden hören. Spielen Sie das aus, suchen Sie sich Beschäftigungen, in denen es darauf ankommt. Werden Sie kein Versicherungsvertreter. Sie können auch gut akademisch arbeiten oder wo immer eine gute Schreibe verlangt ist. Es ist auch gut, dass Sie gerne als Ein-Mann-Team arbeiten, zwängen Sie sich nicht in Team-Situationen. Genießen Sie die Ruhe und Konzentration, die Ihnen hilft, die wirklich tollen Sachen zu machen, die Ihnen wichtig sind. Ob Sie es wissen oder nicht: Ihre Umwelt nimmt Sie als verlässlich und sehr durchdacht wahr. Außerdem können Sie auch Ernst machen, wenn es drauf ankommt. Nutzen Sie die Wahrnehmung der anderen, setzen Sie Ihre Stärken bewusst ein. Dadurch bleiben Sie sich selbst treu, fühlen sich gut in Ihrer Haut und bekommen die Sachen auf die Reihe, die Ihnen wirklich wichtig sind.

Was sind Ihre Strategien? Hinterlassen Sie einen Kommentar! Schreiben können Sie doch gut...


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Kommentare:

  1. Ich denke, überhaupt erst einmal zu begreifen, dass mit einem alles in Ordnung ist, auch wenn man eher introvertiert ist, während die Umwelt einem den Eindruck vermittelt, dass sie nur aus Extrovertierten besteht, ist schon ein großer Schritt.

    Daher hoffe ich, dass solche Artikel massenhaft in die richtigen Hände gelangen mögen (und werde natürlich meinen Teil dazu beitragen!) :-)

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  2. Sehr interessanter Artikel. Interessant finde ich auch, dass man nicht unbedingt nur introvertiert oder nur extrovertiert ist, sondern natürlich auch Teile von beiden Seiten in sich tragen kann.
    Der Artikel ist für mich insofern sehr interessant, da ich mir gerade Gedanken über die Entfaltung der Fähigkeiten eines Menschen mache und entdecken will, wie man in sich das Genie entdeckt.

    Interessantes Blog, echt lesenswert.
    Weiter so, ich komme wieder.

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  3. Hallo Alex und Monkey of Hope!

    Danke erst mal fürs Lob. Stimmt - "Ich bin OK" ist die wichtigste Erkenntnis überhaupt, egal wie man drauf ist.

    Stimmt auch: Man ist nie nur eins, man ist immer eine Mischung. Man kann als Grundkondition allerdings nicht beides sein: extrem extrovertiert und extrem introvertiert. Die Grundkondition kann sich aber irgendwo dazwischen befinden, sodass man mal eher extro- und mal eher introvertiert ist. Dieser Artikel ist für Leute wie mich, die extrem introvertiert sind ;)

    Wie immer im Leben ist aber alles viel viel komplexer. Ich empfehle daher den Wikipedia-Artikel Myers-Briggs-Typindikator als Einstieg

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  4. MBTI, D. Keirsey, Rolf Berth, Steven Reiss, Edgar Schein's Karriereanker,
    wenigstens eines der Modelle MUSS es doch sein,
    mit dem man sich wenigstens als Basis auseinandersetzt, bevor man in kafkaeske Karrieren gerät...

    im übrigen passt das hier optimal:
    http://ed.iiQii.de/gallery/Querdenkerinnen/SusanCain_thepowerofintroverts_com

    Das Buch habe ich mir sofort gekauft,
    innovative Grüße,
    EF

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  5. Vielen Dank für diesen Hinweis. Das vollständige Interview mit Susan Cain befindet sich übrigens hier:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-79051510.html

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  6. Hallo Herr Dietrich,

    ich habe bei der FTD den Artikel "Tipps für Introvertierte - So werden ruhige Mitarbeiter zu Büro-Helden" (http://www.ftd.de/karriere-management/karriere/:tipps-fuer-introvertierte-so-werden-ruhige-mitarbeiter-zu-buero-helden/60116175.html?v=2.2) gelesen und fand das dargelegte Thema äußerst interessant. Da ich in Erwägung ziehe, dazu eine dreißigseitige Hausarbeit im Bereich Wirtschaftspsychologie oder gar meine Bachelorarbeit im Bereich Arbeitspsychologie zu verfassen, habe ich die Recherche im Internet begonnen. Auf diese Weise bin ich auf Ihren hilfreichen Artikel gestoßen. Leider musste ich aber auch feststellen, dass es auf den ersten Blick nicht viele Bücher zu diesem Thema im Bereich der Arbeitspsychologie gibt.

    An dieser Stelle also eine Frage an Sie, da Sie sich schon tiefgehend mit diesem Thema auseinandergesetzt haben. Ist das Thema Ihrer Meinung nach so weit ausgearbeitet, dass ich bei tiefgehender Recherche genügend Material für eine Haus- oder gar eine Bachelorarbeit finde?
    Haben Sie sonstige Buch- oder Artikeltipps für mich, die mich da weiterbringen könnten?

    Herzlichen Dank und schöne Grüße,
    Xenia Wolkowaja

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  7. Hallo,

    ich denke schon, dass das Thema im deutschen noch etwas unterbelichtet ist. Besonders, was die Arbeitspsychologie angeht, wie das ja auch in dem FTD-Artikel schon gesagt wird. Das wäre doch eine tolle Aufgabe, eine Arbeit darüber zu schreiben, eben weil es dazu noch kaum etwas gibt. Da freut sich doch jeder Professor und gibt ihnen einen Bonus.

    Dazu wird es schon am besten sein, das Buch von Susan Cain zu lesen. Wenn Sie gut Englisch verstehen, dann können Sie eigentlich allen hier in meinem Blog angegebenen Quellen folgen. Kürzlich habe ich noch von DR. Christian Montag gehört, der sich als deutscher Psychologe damit beschäftigt.

    Viel Erfolg!

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  8. Hallo,

    ein toller Artikel.
    Ich hatte mich erstmals auch mit Introversion befasst, weil ich ein "empathischer Einzelgänger" bin, mich darüber nun etwas belesen, aber nirgends fand ich das Thema so gut beleuchtet wie in diesem Blog. Weil ich keine Angst habe auf andere zuzugehen oder frei zu reden (alles erlernbar), hatte ich als Letztes an eine gewisse Introvertiertheit gedacht. Allerdings "passte" alles andere wie die Faust auf's Auge. Vor allem in meinen Stärken und der Reaktion der Umwelt habe ich mich wiedererkennen können. ;) "Tiefe" und Zuhören können wurde mir schon immer bescheinigt und ich habe mich gefragt, wieso die Masse nur - auch noch gerne - so oberflächlich ist. Ein kleiner Schritt zum ich-selbst-Bleiben also, dafür danke!

    Es wird nach persönlichen Bewältigungsstrategien gefragt. Wozu? Ich möchte mich nicht "bewältigen". Was wäre die Welt ohne uns wie wir sind? Das Wichtigste ist, nicht darunter zu leiden und lieber die Augen für "Gleichgesinnte" zu finden. Ohne Worte verstehen ist etwas Wunderbares. Was ein Stiller allerdings muss ist aufpassen, denn sie werden nur zu gerne ausgenutzt oder schlicht von dieser lauten Welt übersehen.

    Mit besten Grüßen!

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  9. Hallo Ruth,

    freut mich, dass der Artikel etwas bringt. Und du hast natürlich vollkommen Recht: Wir sollten uns selbst nicht bewältigen und dazu gibt es auch keinen Grund. Wichtiger ist das Bewusstsein über die persönlichen Eigenarten und wie man mit ihnen umgeht.

    Viele Grüße!

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  10. Mit dem Thema habe ich mich vor kurzem auch auseinandergesetzt und habe dabei gemerkt, dass ich von Natur aus eher introvertiert bin aber durchaus auch extrovertiert auftreten kann. Mein Komfortbereich ist definitiv der, in dem ich mich zurückziehen kann. Dabei ist mir aufgefallen, dass mein aktueller Arbeitsplatz absolut nicht für intorvertierte Menschen geeignet ist. Links, rechts und gegenüber sitzen Kollegen, es bleibt kaum Raum zum Zurückzug. Ich glaube bei der Büroplanung wird seit einiger Zeit einfach davon ausgegangen, dass sich jeder wohlfühlt und gar nicht mehr Platz braucht. Dabei habe ich gemerkt, dass mir die Ideen an dem räumlich sehr eingeschränkten Arbeitsplatz einfach ausbleiben. Ich brauche meine Ruhe zum Kreativsein.
    Hier mein Artikel:
    http://freilaufmenschen.com/introvertiert-extrovertiert-auf-welcher-seite-stehst-du-und-muss-man-uberhaupt-auf-einer-sein/

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  11. Hallo Andrea,

    ich habe auch lange in einem Großraumbüro gearbeitet. Inzwischen teile ich mir eins mit einem Kollegen und es geht mir dabei viel besser. Hilft es dir vielleicht, Kopfhörer aufzusetzen und ruhige Musik zu hören? Das hat bei mir funktioniert.

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  12. Hallo,

    ich bin nur per Zufall über diesen Artikel gestolpert und ich bin echt froh, ich habe soeben begriffen das ich 'normal' bin.
    Ich verstehe nun auch warum andere Menschen mich so ermüden, ich dachte bisher das sei nur Einbildung. Viele Menschen in meinem Umfeld können es gar nicht verstehen warum ich so gerne alleine bin und wenn ich ihnen sag es wird mir zuviel, waren schon einige beleidigt. Ich erkläre das dann immer wie ein Litermaß, das sei mein Gesprächspensum und wenn es voll ist, oder gar überläuft, kann ich nicht mehr.
    Ich habe mich in den letzten Jahren öfters gefragt, ob etwas nicht mit mir stimmt, und warum ich ganz anders Wahrgenommen werde, wie ich mich sehe. Vor einem Jahr meinte mein Arzt ich hätte eine Depression und verschrieb mir Tabletten, die ich aber bis heute verweigere.
    Ich danke Ihnen recht herzlich für diesen Artikel, ich muss das erst auf mich wirken lassen, ich bin innerlich einfach nur noch happy.
    Ela

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    1. Hallo Ela,

      freut mich, dass dir der Artikel hilft, dich besser zu verstehen. Es ist wirklich alarmierend, dass dir Tabletten verschrieben werden, wenn es nur deine Introversion ist und es dir ansonsten gut geht.

      Viele Grüße!

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  13. Ich war schon in der Volksschule sehr distanziert gegenüber meinen Freunden, ich war nie wirklich "in", Die Anderen bildeten wie in der Tierwelt Gruppen und unterwarfen sich den Konkurrenz-Vorgaben der Gesellschaft - sowie in der Natur auch nur der Stärkere seine Gene erfolgreich weitergibt - was mich zutiefst anwiederte. Ich hingegen habe mich nie für Fußball, Autos, Sportliche oder sexuelle Leistungen intressiert, es stiess mich ab - ich wollte auch keinen Anschluß an solche Leute- Trotzdem wurde ich in der späteren Zeit gezwungen mit dieser Mehrheit in der späteren Schule, beim Bundesheer und am Arbeitsplatz auszukommen. Ich übernahm leider komplett deren primitive Ausdrucksweise und merke das ich diese auch bis heute konsequent bei jedem anwende, sie schreckt alle ab was ich manchmal gar nicht will. Dennoch lässt meine Höflickeit nicht darauf schliessen das ich ein sehr tiefer Denker bin, besonders der Umgang mit Mädchen war sehr schwer und niemals erfolgreich. Das weibliche Geschlecht liebt Humor und Ernst wirkt zu erschöpfen, hindert das Individuum an der erfolgreichen weitergabe der für die erfogreiche Vermehrung wichtige soziale Kompetenz. Ich habe mich mangels wirklicher Freunde und aus Angst vor Ablehnung durch von mir soundso nicht geschätzter Menschen zurückgezogen, habe mich mit militärischer,historisch- politischer Literatur vollgestopft.Bücher und tiefgehender Klassik-Musik sind das einzige das ich wirklich liebe, alles andere wie Vorschriften, Vorgaben, ungerechte Steuern und Rechnungen ärgern mich. Die Freude ist mir leider verloren gegeangen usw....

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  14. Hallo,

    Ich habe mich in letzter Zeit auch mit Introvertiertheit beschäftigt und muss sagen, dass dieser Artikel klasse ist. So als ein eher Itrovertierter Mensch, finde ich besonders dieses Unverständnis der anderen sehr erdrückend. Sätze wie "Mensch, misch dich doch mal unter die Leute" oder "Sind dir eigentlich alle anderen egal, oder warum unterhälst du dich so wenig". Ich finde es unglaublich nervtötend und ermüdend mich mit leuten über belanglosigkeiten zu untehalten oder Fragen an jemanden zu stellen die mich schlicht weg nicht interessieren nur damit man irgendwie ein Gespräch am laufen halten kann mit Leuten mit denen man eh keine enge emotionale Beziehung hat. Aber würde man, dass den Personen sagen, wären sie total beleidigt und einem wird Überheblichkeit und Arroganz vorgeworfen.
    Dementsprechend ist natürlch die Liste der Freund auch nicht lang. So wie ich das immer mitbekomme, ist man schon im Status von "Freunde" wenn man sich ein paar mal gesehen hat und sonst nichts. Ich bin im höchstenmaße wählerrisch was Freunde angeht und das wird einem natürlich auch vorgeworfen, dass man mit der absoluten mehrheit der Bevölkerung einfach nicht gut klarkommt, auch wenn man dabei natürlich immer nett und höflich bleibt.
    Jasmin

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  15. Danke Erwin und Jasmin für eure Kommentare. Ihr beschreibt da ganz typische Merkmale und Herausforderungen introvertierter Menschen. Am wichtigsten ist es zu erkennen, dass man selbst OK ist und ein Recht darauf hat, sich selbst zu genügen oder eben einen kleinen aber feinen Freundeskreis zu haben. Lasst die anderen denken, was sie wollen. Wichtig ist, dass man mit sich selbst klar kommt.

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  16. Danke fuer den tollen Artikel zum Thema und das "Lanze brechen" zur Introvertiertheit. Es ist schoen zu wissen, es gibt ganz viele, die auch gerne alleine sind. Ich persoenlich empfinde es als Geschenk,die Faehigkeit zu besitzen, mir selber zu genuegen.
    Ich habe - wie viele Andere, die hier schon ein Kommentar geschrieben haben - immer damit zu "kaempfen" gehabt als eingebildet / arrogant / ueberheblich usw. eingestuft zu werden, ich sei wohl was Besseres, weil ich nicht mit dem Strom schwimme. Gleichwohl meine Distanziertheit schlicht darauf zurueckzufuehren ist, dass ich kein grosser Socializer bin.
    Als Teenager und junge Erwachsene habe ich unter meiner Introvertiertheit gelitten, bis dahin, das ich krank geworden bin. Um mit der Gesellschaft mitzuhalten und diese auszuhalten habe ich ein 'soziales Schmiermittel' gesucht und gedacht es in vielen vielen Glaesern Alkohol gefunden zu haben ...
    Ich habe ebenso viele viele Jahre gebraucht um zu erkennen, das bin ich nicht. Heute - seit fast 14 Jahren trocken - lebe ich meine Introvertiertheit. Natuerlich ist das gerade im Berufsleben nicht immer einfach, aber ich kann inzwischen fuer mich akzeptieren, dass ich nicht alleine auf der Welt bin und sein muss und dennoch die Freiheit habe - und mir nehme - eine Individualistin zu sein. Ich habe festgestellt, wenn ich klare Grenzen setze, diese von anderen auch respektiert werden. Und inzwischen tritt das Gegenteil von frueher ein, bis dahin gehend, dass ich regelrecht beneidet werde um die Faehigkeit Allein zu sein.

    Nochmal Danke und Kompliment fuer den tollen Blog.
    Wiebke

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    1. Danke, Wiebke, für deinen tollen Kommentar! So eine Entwicklung wie du müssen viele auf dem Weg des Selbsterkennens erst durchmachen. Wenn sie dort ankommen, wo du jetzt bist, kann man ihnen nur gratulieren.

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  17. Sehr geehrter Herr Dietrich,

    vielen Dank für Ihren Beitrag, denn ich heute entdecken durfte. Der Anstoß war das Titelthema des neuen Spiegel ("Triumph der Unauffälligen") und der Tatsache, daß ich mich darin umgehend selbst erkannte.

    Es ist wirklich erleichternd, sich selbst zu erkennen. Nach all den Jahrzehnten (ich bin mittlerweile ein Mittvierziger) mit dem Gefühl zu leben, daß man nicht "in Ordnung" ist, fühle ich mich plötzlich um Tonnen und Abertonnen befreit.

    Wie viele andere, die hier bereits geschrieben haben, suche ich die Mitte in mir selbst und in ruhenden Räumen. Das finden viele als "langweilig" oder gar beängstigend. Denn es gilt in der lauten Welt als "unnormal", "depressiv" oder krank, wenn man sich lieber zurückzieht, um seine Gedanken und Welten zu sortieren. Erstaunlicherweise ist es gerade diese laute Welt, die immer wieder meine Gedichte lesen will, die ich zu Geburtstagen und Jubiläen im Minutentakt
    aus dem Ärmel schütteln kann. Gut, auch das kann man als "autistisch begabt" titulieren, wie mir bereits von manch einem bescheinigt wurde...

    Nun weiß ich also, nachdem ich Ihren Blog gelesen habe, daß ich doch ein ganz normaler Mensch mit normalem Verhalten bin. Ich fühle mich nun sehr wohl. So wohl, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr.

    Vielen, vielen Dank!
    Beste Grüße und bitte machen Sie weiter so.

    Michael
    (huensky@t-online.de)

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    1. Hallo Michael, danke für Ihren Kommentar! Wenn die Texte dazu anregen, dass wir uns besser mit uns selbst arrangieren können, dann haben sie viel erreicht.

      Bleiben Sie, wie Sie sind!

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    2. Nicht arrangieren! Das impliziert doch das etwas nicht in Ordnung wäre und wir einen Kompromiss eingehen müssten.

      Falsch!
      Es ist auch nicht bloß "ok" oder "in Ordnung"; es ist unbeschreiblich großartig! Und zwar gleich aus mehreren Gründen:
      zum einen natürlich das überwältigende Gefühl, das im Kopf rauscht, sobald man das wahre Naturell seiner Persönlichkeit entdeckt hat; all die Jahre sind wir immer und immer wieder mit uns selbst in den Krieg gezogen. Wir hatten resigniert, aber niemals aufgegeben. Es ist die Befreiung von diesem sehr tief vergrabenem Angstzustand, dieser inneren Lähmung.

      zum anderen natürlich die unbändige Vorfreude was da wohl alles ist und nur darauf wartet entdeckt zu werden. Wir haben bisher in der falschen Richtung gesucht. Das wird jetzt nachgeholt, endlich können wir unsere Seele ergründen. Und jetzt kommt noch das Beste:

      Dort, wo wir bisher nicht selber hinsehen konnten, genau da liegt der Schlüssel, der wahre Schatz. Es bedeutet, daß nur unsere Phantasie uns in unseren Möglichkeiten beschränkt. Egal welche Aufgaben und Ziele ich mir vornehmen werde, genau hier liegt der Masterplan.
      Die Antwort auf alle Fragen.

      Das wird zwar viel Arbeit; das hat uns aber noch nie abgeschreckt wenn es sich auszahlt.



      Geglaubt haben wir immer, aber jetzt können wir uns sicher sein!
      Zum allerersten Mal.

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  18. Auch ich will mich für den Artikel bedanken. Das ich introvertiert bin wusste ich schon lange. Was mich aber in den letzten Jahren zunehmend deprimierte, waren die Erschöpfungszustände unter denen ich leide (obwohl ich körperlich gesund bin). Durch durch den Artikel wurde mir wieder bewusst, wie anstrengend ich den alltäglichen Umgang mit anderen Menschen finde. Ich arbeite in einem Beruf in dem ich viel mit Menschen zu tun habe, Mitarbeiter die zu mir kommen, etwas wissen wollen, das Telefon klingelt am laufenden Band, die Kollegin im Büro redet auch permanent - ich mag meinen Beruf aber spätestens am nachmittag bin ich komplett erschöpft und will nur noch meine Ruhe und möglichst keinen Menschen mehr sehen. Selbst am Abend ein Telefonat zu führen, fällt mir oft schwer.
    Ich war schon immer gerne mit mir selber alleine, habe es genossen, in aller Ruhe ein Buch zu lesen, spazierenzugehen, einfach nichts zu tun. Aber schon in frühester Jugend wurde mir gesagt, geh mehr unter Leute, Du entwickelst Dich zum Außenseiter..
    Ich habe mit den Jahren gelernt mich unter Menschen zu bewegen, gehe auf Partys, mache Small Talk.- und fühle mich doch immer unwohl dabei. Und es ist anstrengend für mich. Ich liebe kleine Gruppen, ein gutes Gespräch mit Freunden, einen kleinen Rahmen, ja ich habe sogar immer lieber in einer kleinen Firma gearbeitet. Zu erkennen, dass ich so bin, und das es völlig ok ist, das ich so bin ist neu für mich. Ich habe es erst im Laufe dieses Jahres durch eine Therapie erfahren und dieser Artikel bestärkt mich darin, das alles in Ordnung ist, solange ich auf mich und meinen Körper achte. Dass ich eben mehr Ruhezeiten benötige. Das ich eben einen NUR einen kleinen Freundeskreis habe. Es ist ok
    Wir Introvertierten sind absolut in Ordnung so wie wir sind. Wir sind keine Außenseiter oder "Unnormal", solange wir uns selber nicht so sehen.
    LG Ingrid

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  19. Danke, bisher ist mir dieses Thema gar nicht aufgefallen. Viele der beschriebenen Aspekte treffen wie die Faust aufs Auge bei mir zu. Es ist angenehm, zu lesen, das man einfach so ist bzw. so sein darf.
    Dies hilft mir auch über eine zukünftige berufliche Ausrichtung nachzudenken.

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  20. hallo!!ich bin auch sehr introvertiert und es is garnicht mal so einfach:)meine freundin hat mit mir schluss gemacht sie meinte ich hätte keine freunde und ich rede so wenig!!hatte sie echt gern hat mich wohl nicht verstanden;)oder in der schule saß ich die ganze zeit am tisch und hab nichts gesagt auch in der pause die lehrerin meinte ich höre schlecht dann hat sie mal ein wecker versteckt und denn musste ich suchen :)man man man lol irgendwie lustig!und wenn ich unter menschen bin macht mich das fertig und wenn ich ein gespräch führen muss ist es sehr anstrengend,ich hab das gefühl das die meisten leute kein sinnvolles gespräch führen und das langweilt mich!in der schule wurde ich angespuckt deswegen,hab aber auch positives mitbekommen viele leute meinten ich sei was besonderes leute in unseren dorf kannten mich garnicht bis vor 1 jahr war mal auf ner party wo der grossteil hingegangen ist und sie meinten was du bist der bruder von .....? wo haben sie dich all die jahre versteckt!!!ich fühl mich gut alleine für mich ist es wichtig die dinge im leben zu erkundigen höre auch sehr gerne zu!als kind kannte ich paar tausend autonummern auswendig plus automarke und farbe:)ich merk mir belanglose sachen die vor 10-15 jahre her sind z.b wo ich bei einen freund übernachtet habe was wir da zum nachtisch gegessen haben lol!von mein charakter her bin ich sehr nett und meistens auch fröhlich und glücklich sehr verlässlich:)und jobmässig hab ich in ner firma gerabeitet mehr als wie 1 jahr schaff ich das meistens nicht letzte arbeitsstelle bin ich einfach aufgestanden und bin nach hause und nie wieder in die firma!und ich würd mich als sensibel einschätzen!einige meinen ich sei blöd andere wiederum sagen ich sei sehr intelligent!ich denke auch gerne und viel über gott und die welt nach und beobachte gerne!ein guter freund meinte ich hätte asperger syndrom!wo ich bei meiner mutter gewohnt habe meinte sie ich solle mehr unter leuten gehen es nicht normal das ich die ganze zeit im zimmer bin!ich persönlich finds nur schade das viele meine art nicht respektieren so wie ich bin ich respektiere jeden!!ja und das mit meiner ex tut schon weh wenn man einen menschen dadurch verliert durch einen geringen freundeskreis?!

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    1. Hallo, willkommen im Club. Sieh es mal so: Wenn sie damit nicht umgehen können (Freunde, Freundinnen), dann waren sie eh nicht die richtigen für dich, die mit denen du sinnvolle Gespräche führen kannst, mit denen du stille Momente gemeinsam erleben kannst etc. Ich sag dir aus Erfahrung: Schlimmer als keine Leute um dich zu haben, ist es, Leute um dich zu haben, die deine Art nicht respektieren und verstehen und die dich in eine Richtung ändern wollen, die nicht zu dir passt. Wenn du Geduld hast, wirst du auch andere treffen, die so sind wie du. Und bis dahin hast du viele glückliche Momente mit dir allein.

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    2. Hallo,
      ich gebe zu, es ist nicht leicht, es bedarf großer Überwindung sich anzupassen. Gelingt mir auch nicht immer, aber immer besser. Vielleicht auch deswegen, weil ich nicht mehr immer MUSS!
      Bei meiner ersten Scheidung meinte mein sehr intelligenter Chef, Generaldirektor einer internationalen Organisation, "sei nicht traurig, Du bist einfach zu intelligent". Vielleicht, vielleicht auch nicht, jedenfalls war ich mehr als überrascht. Es nützt aber nichts, ich weiß, wenn man enttäuscht wird. Ein Psychologe meinte auch, es wäre besser alleine zu sein, als sich ständig über den anderen zu ärgern.
      Mein Freundeskreis, wenn man ihn als solchen überhaupt bezeichnen kann, ist sehr klein, auch deswegen, weil sie in aller Welt verstreut sind. Sogar meine Tochter lebt seit 9 Jahren im sehr fernen Ausland! :´( Dank Internet, SMS, Tel., ist der Kontakt noch aufrecht, und wir sehen uns alle paar Jahre. Sie ist eher extrovertiert und, obwohl sie mich versteht, würde sie mich doch lieber mehr extrovertiert haben. Das geht am besten schriftlich ;)
      Strategie, wenn es sowas gibt und helfe: Humor!
      Alles Liebe,
      Vivian =)

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  21. Hallo,

    ich rede wenig, und wenn es sein muss nur zu kurz. man sagt mir, dass ich die Sprache nicht behersche. Aber, ich habe in Deuschland studiet und bezüglich der Sprache habe keine probleme weder zureden noch zuverstehen. Man hat mich von einer Abteilung zu Anderen versetzt, weil ich nicht in der lage sei, meine Mitarbeiter zuführen.

    ich werde auch damit sagen, dass introvertierte Menschen mit Weiterentwicklung ihres Berufs nicht einfach haben.

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    1. Hallo, das kann sein, dass Introvertierte es in einer extrovertierten Welt schwerer haben. Um so wichtiger, sich selbst zu kennen und zu entscheiden, ob man es mit der Umwelt aufnehmen kann (siehe Tipps oben) oder sich lieber in eine geeignetere Umwelt (z.B. Forschung) zu begeben.

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  22. Vor ein paar Wochen habe ich begonnen mich in das Thema einzulesen und nun wird mir alles klar. In der Schule wurde ich nicht gefördert weil ich still (also dumm) war. Die Lehrer glaubten ich passe nicht auf, dabei wusste ich alle Fragen und war schriftlich gut. Ich bin zwar auf Parties und in Discos gegangen, aber unterhalten wollte ich mich nicht, ich wollte lieber Musik hören und Leute beobachten.
    Als mir 2001 mein damaliger Chef sagte, ich gelte als introvertiert, hörte es sich
    an, als hätte ich eine schlimme Krankheit. Damals dachte ich :“Du Arsch! …“.
    Heute bin ich Ihm dankbar, weil er der erste war, der meine Fähigkeiten erkannt, mich gefördert und richtig eingesetzt hat. Mittlerweile bin ich 40 und ein angesehener Experte in meinem Beruf.
    Ich mache mir jetzt keine sorgen mehr nicht genug Freunde zu haben. Ich laufe nicht verzweifelt und neidisch den lauten und mächtigen Leuten hinterher und ärgere mich nicht mehr, wenn sie mich nicht beachten. Ich suche mir die Menschen aus mit denen ich es zu tun haben möchte und das ist ein riesen Vorteil!
    Das Problem was ich sehe ist, es kommen immer mehr extrovertierte Menschen in Positionen in denen sie einfach überfordert sind. Es fehlt ihnen an Fachwissen, dadurch
    werden Entscheidungen getroffen, die nur schwer wieder in die richtigen Bahnen korrigiert werden können.

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  23. Hallo Gilbert,
    schön, dass es eine Diskussion zu diesem Thema gibt! Ich selbst weiß schon seit meiner Schulzeit, dass ich ein introvertierter Mensch bin. War schon immer sehr ehrgeizig und habe schnell verstanden, dass man eben auch mündlich gut sein muss und habe mich überwunden, was aber immer sehr viel Kraft kostete. Trotz der Introvertiertheit habe ich aber zum Beispiel kein Problem damit, einen Vortrag zu halten oder allein auf einer Bühne zu stehen und Musik zu machen. Wahrscheinlich habe ich schnell Strategien entwickelt, in solchen Situationen einen Schalter umzulegen und mich auf das zu konzentrieren, was ich vortrage und wie es auf die Menschen wirkt. Es gibt ja auch einige Beispiele introvertierter Schauspieler und Musiker. Auch erfreue ich mich eines reichen Soziallebens, solange mir auch noch genügend Zeit zum Rückzug bleibt.
    Das einzige Hinkebein ist die Arbeitswelt. Ich bin in einem Unternehmen tätig, das eher extrovertiert ausgerichtet ist. Offene Türen, immer Lärm um einen rum, ständig irgendwelche Meetings, die einem gar nicht mal die Möglichkeit lassen, für sich zu arbeiten und so seine Qualitäten in anderen Bereichen zeigen zu können. Es wird erwartet, dass man alles, was einem durch den Kopf geht laut kund tut. Wer das nicht macht, geht unter und wird nicht gehört. Es gelingt mir nur bis zu einem gewissen Grad, dem gerecht zu werden - und es ist extrem anstrengend. Wegen meiner Introvertiertheit wird mir auch weniger zugetraut, als ich leisten könnte. Ich weiß, dass einem in solchen Situationen dann geraten wird, in die Wissenschaft zu wechseln. Aber das möchte ich nicht, denn trotz allem und auch, wenn es anstrengend ist, arbeite ich gern mit Menschen, weil sie mich interessieren und ich sie oft sehr gut einschätzen kann. Welchen Ausweg gibt es hier? Gibt es Unternehmen, die dafür bekannt sind, introvertierte Personen zu fördern bzw. mit einzubeziehen? Wie hat Warren Buffett es in das Top-Management geschafft?
    Viele Grüße
    Anne

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    1. Hallo Anne, danke für deinen Kommentar! Du gibts ein gutes Beispiel davon, wie man mit persönlichen Dispositionen gut umgehen kann: Sie selbst erkennen und dann (vereinfacht gesagt) das beste daraus machen.

      Zu deiner Frage: Introversion und Top-Management sind keine Widersprüche, denke ich. Es kommt vielmehr darauf an, welche anderen Persönlichkeitsmerkmale und Fähigkeiten mit der Introversion gekoppelt sind. Auch Kluge und Dumme gibt es auf allen Seiten ;) Lies mal meine Typologie der Bosse, da wird einiges davon angesprochen. Viele Grüße!

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  24. Dieser Text regt sehr zum Nachdenken an, im positiven Sinne.
    Ich möchte Ihnen herzlich für das Geschriebene danken, ich werde versuchen daraus das Beste zu machen.

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  25. Ein wichtiges Thema, das durch das Buch von Sylvia Löhken endlich eine weite Verbreitung findet. Ich hatte die Gelegenheit, die Autorin via Skype zu interviewen.
    Dabei wurden mir auch bei einigen meiner Verhaltensweisen klar, dass es einfach introvertierte Strategien sind.
    Hier der Link zu dem Interview: http://goo.gl/mEY5j

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    1. Vielen Dank für den Link! Werde ich heute Abend lesen. Ich habe Sylvia Löhken ebenfalls vor einiger Zeit interviewt: Leise Menschen: Ein Interview mit Sylvia Löhken zum Thema Introversion

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  26. Ich fühle mich durch diesen Artikel sehr angesprochen und bestätigt. Strategie habe ich eigentlich gar keine, ich agiere sehr viel aus dem Bauch heraus, wobei ich den Verstand nicht ausser acht lasse. Meine Beobachtungen gehen soweit, dass ich immer weiß, was um mich herum geschieht. In einem Punkt fühle ich mich nicht angesprochen, denn ich kann mich in einem Seminar oder dgl., sehr gut mit meinen Ansichten und Beiträgen einbringen. Freunde habe ich keine, aber ich brauche auch nicht wirklich welche. Seit ich nicht mehr arbeiten muß, fühle ich mich derart frei und unbedarft, sodaß ich das meiste sogar spontan mache. Fadesse kenne ich so gut wie gar nicht. Ich lese sehr viel und bin auch des öfteren in FB und Twitter und tausche mich so sehr gerne aus.
    In der Natur alleine zu sein ist überhaupt für mich das Schönste, besser noch kombiniert mit Bewegung. Ich habe keinen Partner, ich kümmere mich um meinen kranken Sohn und das ist genug Herausforderung und auch Bereicherung.

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  27. Also hier haben ja viele Erzählt wie introvertiert sie sind und hier halbe immer ähnlich distanzierte Lebensgeschichten abgekürzt, darum schreib ich nur par Strategien (das war jetz durchaus nicht Böse gemeint.):
    Also aus meiner Sicht ist sich Fragen zurechtlegen schlecht das erhöht irgendwie die Mauer zu anderen Menschen, weil ich dann schon anfange das Gespräch vorzudenken.
    Erstmal ist es wichtig bei einer Veranstalltung nicht zu lange an einer Stelle stehen zu bleiben, meist ist es auch von Vorteil sich an die Bar zu stellen oder auf Plätze zu setzen an denen viel Platz für andere neben einem ist, klappt natürlich nicht immer, da kann ich mich in Gespräche einmischen.
    Und nicht in Diskos gehen in denen man schon 3 mal in der Ecke stand Musik hörte und Leute beobachtet hat, wenn man auf die Überwindung aus ist, wird es in dieser Ortschafft immer wieder zum selben Verhalten kommen und die Mauer mit jedem Mal höher bauen.
    Unter Alkohol war ich manchmal schon mit der ganzen Minidisko befreundet, aber niemand hab ich länger gekannt.
    Außer einmal eine die ich durch Zufall oder Schiksal wiedertraf und sie beim 2. mal mich ansprach.
    In Puff gehen is auch manchmal ne Übung wert, aber es ist auch die schwieriegkeit dann die eignen Wünsche auszusprechen und somit etwas persönliches von sich preis zu geben.
    Ich hatte mich auch einmal vor einiger Zeit in eine Klassenkameradin verliebt und ab dem Moment meiner Offenbarung konnt ich sie nicht mehr ansehen. Ich hörte nur wie sie sagte warum redet er nicht mit mir, tja meine Distanz hatte die vorher gute Beziehung zu ihr die vieleicht durchaus erfolg hätte haben können (weil sie innerlich ähnlich war) zerstört und irrgendwie hab ich immernoch das gefühl mit ihr jemand ganz besondren verloren zu haben, jetz kommen doch Lebensgeschichten, mist. Zurück zum Thema:
    Sms, Briefe, Internet führen meist zu nichts, außer das man sich wunderbar selbst darzustellen versucht und sein Gegenüber meist nur wegen der positiven Bewertungen der eignen Ideen mag. Die dann wenn wirklich ein treffen stattfindet meist daran scheitert das man in Worten viel weniger gesprächig ist als im Text.
    Offtmals denken die Leute ich bin bescheuert, erst wenn sie einige Zeit mit mir verbracht haben ändert sich das.
    Aber wer sich nun doch zum Ansprechen worums ja ging durchringt, wenn du nich gleich in die ersten sekunden was sagst, vergiss es das Nachdenken kann man sich schenken, oder immer wieder bis 5 Zählen, jetz geh ich hin. Am besten is immer beweglich bleiben, versuchen nicht zu denken, ein beim einatmen und aus beim Ausatmen dann hört man sein Gefühl und irgendeinen Komentar denkt man sich doch öffter den erstma flüsstern und beim nächsten Versuch lauter sagen, langsam ans Problem rantasten Leute gibts genug, auch in Fußgängerzonen. Die meisten wollen auch nichts von dir hören, sondern von sich erzählen. Und ich liebe diese Geschichten, vieleicht weil mir mein Leben manchma zu langweilig ist. Aber auf dieser gradwanderung kann man schon viel Zeit verbringen. Mfg Laruso der-philosoph1@gmx.de

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  28. Danke Laruso - das sind interessante Gedanken und tolle Tipps.

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  29. Hi Leute ,ich leide auch unter dieser Introventiertheit,und hab mich
    hier zum großem Teil wiedererkannt.
    Ich habe trotzdem einen sehr grossen Bekanntenkreis,auch wo einige
    Dampfplauderer(labertaschen) bei sind.
    Naja ,die reden viel dummes Zeug ,aber was solls ,wenn alle
    so still wären wie ich ,würd ja auch nicht funktionieren.
    Solange man so aktzeptiert wird ,ist doch alles bestens.
    Überigens Kumpels hab ich bestimmt genug,aber wahre Freunde
    sind es nur ne Handvoll und die sind mir im Leben am wichtigsten
    ,alles andere ist nur zum Rumbödeln oder steht nur im Wege rum.
    Ich will auch ein wenig sagen ,was heut zu tage so an Schwachsinn
    erzählt wird verpasst man nicht viel in dieser welt.

    Lieben Gruß,Kysenn

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  30. Vielen Dank für diesen und ähnliche Artikel. Auch Susan Cain gebührt ein großes herzliches Dankeschön! Habe sehr lange sehr unter dem Stigma gelitten und wurde oft und innig für dumm gehalten, was mich selbst daran glauben ließ, bis ich drauf kam, daß das gar nicht der Fall ist! :) Im Beruf habe ich auch sehr gelitten, da ich ständig an vorderster Front war - internationale Organisationen, Konferenzen, Interaktionen, etc.
    Habe im Laufe der Zeit von extrovertierten Partnern gelernt, meine 'Zurückgezogenheit' zu überspielen, nämlich mit Humor und Witz. Bekanntlich sind die besten Humoristen sehr ernste Menschen, aber ich meine jetzt nicht mich!
    Obwohl ich viel Zeit für mich brauche und genieße, drängt es mich auch manchmal in den Mittelpunkt. Das kann ich jetzt seit einigen Jahren im Chor ausleben. Dort habe ich auch sehr viele 'Gleichgesinnte' entdeckt.
    Abschließend möchte ich noch betonen, daß es ohne Extroverts nicht geht - die Welt wäre furchtbar langweilig, zumindest was die Konversation betrifft. Nicht alle sind dumm! ;)
    Nochmals, vielen vielen lieben Dank für diesen und ähnliche Blogs. Auch an Susan Cain für ihren Vortrag (youtube).
    Vivian =D

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  31. Mir macht das Mut, das hier zu lesen. Ich hab immer wieder das Gefühl, gegen meine Introvertiertheit ankämpfen zu müssen- als abgesondertes, von anderen als einsam gesehenes Individuum würde ich mich als extrem wertlos empfinden, obwohl ich eigentlich gerne alleine bin. Wenn ich mich aber unter Menschenmassen mische oder mit Bekannten/ Freunden länger zusammen bin, fühlt sich das ganz schnell falsch an und ich hab das dringende Bedürfnis den Fluchtweg einzuschlagen.
    Etwas normaler zu sein wäre schön, etwas mehr Nähe zulassen können (und selbst vor allem geben).

    Es ist anderseits schön, sich noch einmal der Stärken von Introvertierten bewusst zu werden. Nicht allein sein zu können stelle ich mir z.B. als sehr hart vor, man ist doch ständig auf andere Menschen angewiesen, abhängig.

    Zu den strategischen Mitteln- NEUGIER. Das hat mich am meisten angetrieben. Neugier an den Menschen, an den Themen, über die gesprochen wird, an dem Geschehen, überhaupt überrascht werden...Man kann sich am besten im Spiegel der anderen Menschen kennenlernen.
    Sich fragen- was interessiert mich, wie kann ich das für mich bereichernste herausholen?

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    1. Danke für das Stichwort "Neugier"! Das ist wirklich interessant. Da ist was dran, das geht mir auch so. Neugier und die Gie etwas zu erleben, wenn es sein muss auch mit anderen Menschen im Schlepptau.

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  32. vieles von dem was ich gelesen habe past wie die faust aufs auge allerdings hab ich da einen kleinen faktor der mich schohn etwas mehr beschäftigt ich bin nicht nur ungern unter menschen ich entwikle momentan fast schohn eine totale abneigung gegen menschen und lebe schohn nach dem motto wen keiner weis das ich existiere ist es perfekt
    zb wohne ich im elternhaus 2 stock wen ich meinen Vater auch nur 2 min in der woche sehe oder mich unterhalte ist mir das schohn zufiel mein letzter urlaub sah so aus das ich kampen wahr und im umkreis von 50 km kein anderer mensch zu finden wahr nur da hab ich mich frei gefühlt
    ist das auchnoch in einem rahmen der normalität den ich höre von arbeitskolegen dies bezüglich andere ding

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    1. ....das is schon hart :) ..und wie lange hastr du da ausheharrt? ..da fällt mir so n Typ vor 100 Jahren ein, der so empört war das er alleine im Wald gelebt hat, aber jeden Tag 100 Briefe oder so geschrieben hat ..ein sehr mächtiger Mann da die Gesellschaft fast keinen Einfluss auf ihn hatte, aber er einen großen auf die Gesellschaft^^

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  33. Grübel nicht soviel darüber, wie du bist oder sein könntest. Wenn du dich selber so annimmst, wie du bist, ist alles gut. Fühlst du dich alleine wohler ist das auch ok. Nur du selber musst damit klarkommen.

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  34. Ich persönlich akzeptiere es auch so langsam dass ich ruhig bin und das sich nie ändern wird. Erkläre es auch vielen leuten wenn ich wiedermal mit dem satz ,,du bist so still. Sag doch mal was'' beleidigt werde, aber es ist schon hart. Die meisten leute sind laut. Ich merke immer wieder dass viele leute sich mit einem gar nicht anfreunden wollen weil man so wenig redet.

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  35. Ich bin jetzt auch gerade in der phase, dass ich denke mich würde niemand verstehen. Ich sitze den ganzen Tag zuhause und schlafe oder mache meine Musik um mich etwas zu beschäftigen ich werde zwar ab und zu gefragt ob ich nicht Lust hätte mit meinen Freunden etwas zu unternehmen, wird allerdings immer seltener da ich immer Absage oder gleich von vornherein sage ich hätte keine Zeit obwohl ich auch einfach nur zu faul bin und keine Lust habe raus mit jemanden zu gehen. Ich empfinde das als besonders stressig und das mit gerade mal 18 (!!). Noch dazu kommen unheimliche selbstzweifel und selbstkritik, das ich von mir selbst schon überhaupt nicht mehr zufrieden bin. Ich habe auch deswgen schon oft Schule geschwänzt da ich nicht zufrieden mit meinen aussehen mal wieder war und mir zu viel Gedanken mache was wohl alle anderen Leute von mir denken. Allerdings habe ich wie bereits oben genannt eine unheimliche menschenkenntnis was mich immer wieder selbstfasziniert. Da bin ich allerdings auch echt froh das ich eine so gute Kenntnis habe, da es mir sehr oft hilft im Alltag wenn ich auch verschiedene Leute dann mal treffe. Das größte Problem ist aber wirklich das ich es nicht schaffe aus diesen '' loch'' wieder herauszukommen. Mir wurde selbst ein Psychologe schon vorgeschlagen aber das finde ich allerdings für unnötig, da ich es selbst schon als Routine ansehe - aber trotzdem überhaupt nicht mit dieser allein''sucht'' klarkomme. Ich würde auch viel lieber mit meinen freunden Party machen und locker über alles mögliche reden können und lachen, aber das kann ich meist gar nicht. Ab und zu habe ich zwar Tage an denen ich dann schon gerade zu für ein paar Stunden so aufgedreht bin, dass man mich für hyperaktiv erklärte aber da fühlte ich mich dann mal als '' normal'' weil ich lachen konnte mit jemanden was doch so selten bei mir ist. Ich weiss.nicht. wie das weiter gehen soll meine mama sagt auch schon immer ich Grenze mich zu sehr ab von der Gesellschaft und sollte meine Freundschaften mehr pflegen indem.ich mehr mit meinen Freunden Unternehmen würde aber sie versteht das nicht sie denkt wahrscheinlich ich wäre verklemmt oder sowas.. noch dazu finde ich es sehr komisch da ich gerade mein Abi anstrebe um danach ein Studium zu beginnen um Sozialpädagogin zu werden, da ich wirklich irgendwie finde das mir der Job sehr liegt. Es klingt komisch und wahrscheinlich unverständlich für euch wenn ihr das hier liest. Ich weiss auch nicht so recht warum ich gerade diesen Job bevorzuge obwohl ich doch so lieber mich zurückziehe. Noch dazu irritiert es mich, dass ich doch sehr gut mit Menschen eigentlich klarkomme. Viele kennen mich eigentlich noch nicht wirklich aber sagen ich wäre ein sehr sympathisches und liebevolles aufgewecktes Mädchen, aber fühlen Tu ich mich manchmal so komplett anders als wäre ich schon soetwas wie schizophren..

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    1. Das was sie hier schreiben erinnert mich sehr an meine /eit wo ich 18 bis 21 war. Das ist ca. 100 Hundert Jahre her- nein Scherz- war zwar nicht gestern aber so lange ist es nun auch nicht her. Es hat lange gedauert zu lernen daß es einfach egal ist was andere von einen denken. Manchmal ist es mir sogar heute nicht egal bis ich mich daran erinnern muß: "Es muß mir egal sein". Das sich andere über Dich unterhalten und mit Dir beschäftigen, das hat alles seinen Grund. Wurden Sie es nicht tun, wäre es dann egal? Bei mir was es früher so das ich auf bestimmte Leute keine Lust hatte obwohl diese offiziell als Freunde galten. Damals wußte ich den Unterschied zwischen Freundschaft, geheuchelter Freundschaft, Bekanntschaft, flüchtiger Bekanntschaft, Smalltalk-Bekanntschaft, Trink-Bekanntschaft etc. nicht. Tja, zum Glück wird man älter und nicht jünger. Ich war lieber allein und wenn ich es dann doch nicht mehr wollte war ich dann doch allein... es war hart nur heute tut es dafür kein bißchen weh. Es ist sogar
      toll das ich mich nie ausheulen muß, nie jemanden zum Reden brauche und keine depressiven Menschen um mich hab. Denn für die bin ich ein wahrer Albtraum... Ich mache das wovor die richtig Angst haben, die brauchen dauernd jemanden um sich und am Ende des Tages heulen sie und schlafen schlecht.
      Zurück zum Thema, den halben Tag schlafen ist wirklich nicht gut, ohne Dir zu Nahe treten zu wollen. Du darfst vielleicht die Hoffnung nicht verlieren das eines Tages ein Mensch/Menschen die in Dein Leben kommen werden und Dich verstehen werden... wenn Sie Dich nicht verstehen sind sie es einfach nicht
      wert. Wenn Sie dann aber da sind mußt Du das pflegen, etwas investieren. Aber nicht zu viel, es muß natürlich passen. Hab dafür keine Lösung und das Dir ein Psychologe helfen wird wage ich zu bezweifeln. Jeder Mensch ist sehr kompliziert, auf seine Art und Weise. Die werden Dir sagen Du bist introvertiert,
      oder Sie werden Dir sagen eine schizoide Störung. Hängt davon ab wo Sie studiert haben, was Sie studiert haben und welche Bücher sie gelesen haben. Meiner Meinung nach kannst Du dir das sparen und lieber auf Dich hören. Auch wenn die Reise hart und lang sein könnte. Es könnte sein das Du Party machen - mit anderen Lachen etc. - und Spaß haben nicht so gut kannst weil es doch nicht die seelenverwandten Artgenossen sind. Entschuldigung, ich spreche gerade von mir und meinen Erfahrungen.. Ich konnte nicht mit den meisten Party machen, kam mir voll blöd vor. Lieber zu Hause alleine abgetanzt statt geheuchelter Partylaune. Außerdem, die brauchten immer Alkohol um lustig
      zu sein. Ich war ohne schon super. Konnte es auch nicht leiden wie kaputt die am nächsten Morgen immer waren, als ob die sich für etwas geschämt hätten. Das Mallorca-Syndrom.


      Apropos Deine Mama, ich will Dir wirklich nicht zu Nahe treten aber Du könntest für Dich selber was herausfinden. Dezent und unauffällig aber... Du wirst sehr viele Ähnlichkeiten mit Ihr haben. So wie Sie mal war so will Sie Dich auch heute wahrscheinlich haben. Klingt hart, aber wenn Sie zu Dir sagt "Du grenzt Dich ab" ist die Möglichkeit verflucht groß daß in Wahrheit Sie sich selber damals
      abgegrenzt hat. Und jetzt fällt Ihr ganz leicht das bei Dir festzustellen statt Dir einen Tip zu geben.

      Zu Deinen zukünftigen Job, dazu kann ich nichts sagen. Falls Du Dich festgelegt hat und er es sein wird dann mußt Du Dir eine Strategie überlegen wie Du das auf lange Zeit meisterst. Vielleicht wird es aber ein anderer Job, ein Jahr oder ein paar Monate können viel verändern. Das mit den Job ist das größte Problem, muß ich hier erwähnen. Das ist kein Spaß mit den Job, mit der Arbeit... leider.

      Gruuß

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  36. Hallo
    Toll dass hier darüber berichtet wird. Ich empfinde diese Introvertiertheit langsam als sehr störend und es hindert mich meinen Beruflichen Wünschen nachzugehen, weil ich Aufgrund dieses Problems schon mehrmals abgelehnt und gekündigt wurde.
    Ich kann mich nur mit Leuten gut unterhalten die mich gut kennen und ich mich in ihrer Gegenwart wohl fühle. In grösseren Gruppen fühle ich mich wie das 5. Rad und komme mir enorm doof vor, ich würde fast schon sagen dass sich dieser Moment wie ein Trance-Zustand anfühlt. (Was die Angehörigen der Gruppe denken will ich lieber nicht wissen).
    Leider ist es so, dass ich in Zukunft des öfteren mit solchen Situationen konfrontiert werde und dies wiederum macht das Ganze noch unerträglicher. Hmm.. habe mal gehört "Wer fragt der führt", und muss dazu sagen, es hilft ein wenig, weil das Umfeld fast gezwungen wird dir eine Antwort zu geben, das Gute daran ist, man steht nicht völlig als Statue da.
    Aber ansonsten habe ich schon alles probiert, das allerschlimmste und das passiert mir öfters, ist, wenn ich mich zu Wort bringen möchte und niemand erwidert es, wahrscheinlich weil sie s nicht versanden haben oder es zu monoton klang-keine Ahnung.
    Ich wünsche allen Seelenverwandten hier viel Glück und Worte:)

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  37. Hallo,
    in meiner Jugend schon (ich bin jetzt 30 Jahre alt) habe ich über das Thema intro- und extravertiert gelesen. Die Introvertierten kamen dabei leider nie gut weg, denn pauschal wurde klassifiziert in extravertiert=gesellig, introvertiert=ungesellig, schüchtern. Schüchtern, das wollte ich partout nicht sein, also entschied ich mich dafür, das Thema für mich abzuhaken und Menschen nicht in Schubladen stecken zu wollen. Ich ging den extrovertierten Weg, zwang mich also dazuzugehören, auch wenn ich irgendwann merkte, dass ich gar nicht dazugehören möchte, zumindest nicht zu "denen". Die "Anderen" hatten einfach ganz andere Interessen, und alles, was mich interessierte, behielt ich auch für mich, denn ich wusste, ich würde auf Unverständnis stoßen.
    Vor einigen Wochen dann bin ich auf das Buch von Susan Cain gestoßen. Eine Bekannte erzählte mir von ihrer Tochter, die eher ruhig ist und von Lehrern daher oft als schüchtern eingestuft wird. Man unterstellte ihr sogar, sie würde im Unterricht gar nicht mitarbeiten, weil sie so ruhig ist. Die Bekannte war so stolz auf ihre Tochter und sie bewunderte ihre Introvertiertheit! Da regte sich etwas in mir und ich wollte es genauer wissen. Noch bin ich nicht ganz durch mit dem Buch, aber ich habe mich schon auf den ersten Seiten so sehr wieder erkannt. Ja, das bin ich, introvertiert! Seitdem stehe ich dazu, einfach für mich. Wenn ich früher einen Kollegen im Fahrstuhl angetroffen habe, habe ich mich um small talk und Offenheit bemüht. Das lasse ich jetzt einfach sein, wenn ich nichts sagen möchte und ich auch nichts zu sagen habe. Es ist viel leichter, wenn man sich so akzeptiert wie man ist und nicht versucht, als stiller Mensch laut sein zu wollen.
    Vielen Dank für diesen anregenden Beitrag!

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  38. Schön zu lesen das es noch andere Leute mit ähnlichen Gesellschaftlichen Eingliederungsproblemen gibt^^

    Ich kann jedem nur raten sich erstmal Klarheit für sich selbst zu verschaffen, wie zB. was ist mir wichtig, will ich das und was will ich nicht usw.

    Außerdem sollte man wirklich sehr akrybisch untersuchen welchen Einfluss bestimmte Menschen und Bezugspersonen auf einen haben und die Sache mal möglichst Objektiv zu betrachten ohne irgendwelche emotionallen Anhaftungen und Gefühlsverstrickungen.

    Die meisten Menschen sind emotionall sehr unruhig in sich und handlen impulsiv nach unbewussten Triebfedern und genau das ist unser Vorteil sich mit emotionallen Abstand ein nüchterndes Bild von der Gesamtsituation zu machen und sich seiner inneren ruhigen Glückseligkeit zu erfreuen.

    Wie sollen die Leute einen denn wirklich sehen wenn sie in einer vordefinierten Wunschwelt leben. Das ist nicht mein Problem, Ehrlich.

    Ganz im Gegenteil sogar verletzt sich die Person in Wirklichkeit selbst, weil Sie aufgrund ihrer unrealistischen Erwartungshaltung mal wieder von jemanden " ent-täuscht" wurde infolge ihrer Selbsttäuschung, mein Beileid dazu.

    Das Denken der meisten ist sehr kategorisiert, ich möchte beinahe sagen das die meisten Leute wie quasi nach ihrem inneren Diktator handeln.- Und das resultiert meiner Meinung auch aus dem innergesellschaftlichen Einfluss- man wird unbewusst mehr beeinflusst als man glauben mag.

    Wenn du mit Leuten zu tun hast also zwischenmenschlich dem Einfluss eines anderen unterliegst nimmt man sehr oft auch ungwollt dessen Einstellung und Wertebestrebungen an.

    Wie innen so außen, der gewöhnliche Alltagsmensch steht im Krieg mit sich selbst, innerlich zerrissen und hin und hergerissen von der Meinung anderer im Licht stehen zu müssen und fremde Erwartungen zu erfüllen und im Schatten steht die eigene Persona die man dann als unsozial verleugnet weil Sie eben nicht in Einklang mit der allgemein typischen Sozialkompetenz ist. - Ich habe doch aus das Recht auf freie Entfaltung oder nicht ?
    Nicht selten werden dadurch aus mitfühlenden introvertierten Empathen, verbitterte fremdgesteuerte Psychopathen.

    Daher bleibt euch treu und immer cool bleiben auch wenn es noch so hitzig hergeht. :)

    Es schrieb der Christus.

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  39. Hi. Hat gut getan diesen artikel zu lesen nachdem ich heute wieder als unnormal hingestellt worden bin. Ich würde mich abkapseln usw hiess es...
    Leider nervt es doch schon manchmal wenn man auf einer Party ist und sich völlig fehl am platz fühlt... man fragt sich halt warum das so ist..
    Leider muss ich eine kleine kritik zufügen.
    Alkohol sollte kein weg sein dies zu "bekämpfen" den es wird erst dadurch zum problem! So entstehen alkoholiker..
    Klar kann es helfen, tun Extasy und Koks jedoch auch... ;)
    Danke für diese sichtweise der sache. Hat mich etwas aufgemuntert :)

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  40. Wow wow .... das ist einfach so aufmunternt ,wenn man so etwas liest! Danke, vielen Dank :)

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  41. Genau so! Danke. Trifft den Kern!

    Meine Strategie ist sich nicht der Masse anzuschließen, kann das eh nicht wirklich. Bin eben gerne alleine (aber auch mit gerne mit den "richtigen" anderen) und mach mein Ding. Wobei "mein Ding" nicht immer nur mit mir zutun hat. ;)

    Und genau das ist okay. Ich bin okay. Du bist okay. Genauso wie du bist! :)

    Höre auf dich dich und nicht auf andere. Es gibt eh keine "anderen", aber das ist jetzt wieder ein anderes Thema.

    Was mir sehr geholfen hat im laufe ist der Zeit, ist sich selbst zu er-kennen, zu wissen, dass ich so bin und dass das vollkommen okay ist. Ich muss nicht das machen, was andere machen, sondern kann ohne schlechtes Gewissen "Nein" sagen und z.B. zu Hause bleiben. Hat mich paar Freunde und viele Nerven gekostet, aber langfristig gesehen ist das das Beste.

    Das "Beste" ist sich selbst treu zu bleiben, auch wenn einige damit nicht klar kommen. Ist okay, bin schließlich nicht hier um es allen recht zu machen bzw. nach deren Regeln und Wünschen zu leben, sondern nach meinen. Es ist mein Leben, also mache ich für mich das Beste daraus.

    Die "richtigen" Menschen werden eh kommen bzw. sie sind schon (irgendwo) da. Gleiches gilt für Projekte, Parties usw.

    Bis es soweit ist, genieße ich - jetzt - in aller Stille und Liebe das Sein und Tun.

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  42. Und was sagt ihr dazu: Kann man sehr offen sein, unkompliziert, gerne Neues sehen und hören - und trotzdem strengt einen die Gesellschaft aller Menschen extrem an und schränkt ein? Gerne feiern, tanzen gehen, neue Menschen kennen lernen, und trotzdem muss ich selbst diejenigen, die ich wirklich mag und mit denen ich mich wohlfühle, immer öfter abblocken? Nur weil das Verhältnis zwischen Allein sein/ Erholung und Kontakt mit anstrengenden Menschen nicht passt? Was kann man machen, wenn man durch den Alltag "viel zu viel" Zeit mit auslaugenden Menschen verbringt, denen man nicht ausweichen kann (Büro, Vorlesung) und die von sich aus nicht auf Abstand gehen? Möchte mich durch unhöfliche Aktionen ja auch nicht von allen anderen komplett isolieren, gerne das nötige Minimum an Austausch, Kontakt halten. Aber mich abends nicht immer zurückziehen müssen sondern eben mit "meinen Leuten" treffen können. Wäre es grundsätzlich besser, einem Job nachzugehen den man nicht nur als vernünftige Pflicht ansieht sondern der in irgendeiner Weise ausgleichender ist..wenn es das gibt?

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