Doublebind als Kommunikations- und Verhaltensmuster
Es ist ein Erfahrungswert aus Claudia Schmolls Praxis, dass ganz viele Burnout-Themen mit einem als Doublebind bekannt gewordenen Kommunikationsmuster zusammenhängen. Sie sagt, dass es weniger die Anforderungen der Umwelt allein seien, als vielmehr die verinnerlichte Kommunikationsstrategie, durch die diese Umwelt so überfordernd für den Betroffenen erlebt wird. Es trifft Menschen, bei denen in der Umwelt allein gar nichts so Belastendes vorliegt, die aber innerlich sogar schwer belastet sind - schwerer als andere, die eben nicht auf diese Weise traumatisiert sind. Im folgenden Artikel stellt Claudia Schmoll das Konzept Doublebind vor.Schon vor über 50 Jahren, als sich eine Forschungsgruppe rund um Gregory Bateson mit der Kommunikation und den Beziehungsstrukturen an Schizophrenie Erkrankter beschäftigte, wurde das Kommunikationsmuster Doublebind beschrieben.¹ Doublebind wurde in der Literatur als Doppelbindung eingedeuscht, ich finde das Wort Doppelknoten passender, weil es sich in der Tat um eine schier unlösbare Kommunikationsfalle handelt. Die Falle besteht zum einen aus einer paradoxen Forderung. Zum anderen ist ihr eine Unlösbarkeit eigen, denn egal, was man dem Gegenüber als Lösung anbietet, es wird das Verkehrte sein. Um dem Ganzen noch eins drauf zu setzen, wird das Widersprüchliche der Botschaft entweder nicht diskutiert oder sogar verleugnet.² Die Paradoxie kann sowohl auf verbaler als auch auf nonverbaler Ebene stattfinden. Zum Beispiel ein ablehnendes Gesicht ziehen und trotzdem sagen "Komm' her, du weißt doch, dass ich dich lieb hab'". Und eine der schlimmsten Arten von Paradoxie ist, jemanden zu schlagen und ihm gleichzeitig versichern, dass man ihn liebt.
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