19. Januar 2014

Die Luft ist voll unsichtbarer Pfeile

Wie könnten wir unser Leben entschleunigen?


Henry Thoreau: "Sind die Menschen seit der Erfindung der Eisenbahnen nicht etwas pünktlicher geworden? Sprechen und denken sie nicht schneller auf dem Bahnhof als vor der »Posthaltestelle«? Etwas Elektrisierendes liegt in der Atmosphäre eines Bahnhofs." (Walden oder Leben in den Wäldern - Kapitel 7)

Afrika: Weniger Uhren, dafür mehr Zeit (Bild von Katja, Lizenz: CC0 )

Genau jetzt, also etwas später...

Während der letzten zwei Wochen war ich in Südafrika unterwegs. Mit dem Auto vom Atlantik zum Indischen Ozean die Küste entlang, die Sonne und das Meer genießen, die exotischen Früchte entdecken und die Tiere bestaunen. Und - wie immer, wenn ich etwas weiter weg bin - die Mentalität der Menschen in mich aufnehmen. Der erste Restaurantbesuch hat mir beispielsweise vor Augen geführt, wie unterschiedlich Menschen mit der Zeit umgehen. Ich hatte zwar Urlaub, aber dennoch kam mir das Warten auf die bestellten Getränke und Speisen viel zu lange vor. Ich brachte mich durch Nachfragen beim Kellner in Erinnerung, weil ich dachte, vergessen worden zu sein. Das war aber nicht der Fall, es dauert eben nur etwas. Die Kellner kennen die Ungeduld der Touristen schon und beschwichtigen: "I'll bring your order just now." Just now, also wörtlich übersetzt "jetzt sofort", heißt in Südafrika jedoch so viel wie "etwas später" und kann eine Dauer von 10 Minuten beschreiben oder auch zwei Stunden. Auch sonst fällt die Ruhe auf, mit der sich die Menschen in Südafrika bewegen. Manchmal kann ihre Schrittgeschwindigkeit an Schildkröten erinnern und tatsächlich hielten wir in Städtchen wie Sedgfield, die sich das Label "slow town", also etwa "langsame Stadt" und als Wappentier eine Schildkröte gegeben haben.

Die Zeit ist eine Lokomotive

Mein erster Gedanke war: Herrlich! Was will man mehr im Urlaub? Und dann kam die Frage: Wie lebt es sich aber im Alltag so langsam und entspannt? Ein Fischerdorf an der Küste, das vom Tourismus lebt, ist etwas anderes, als unsere überhitzt globalisierte Wirtschaft, in der viele von uns leben und arbeiten.

Ich hatte mir vorgenommen, in diesem Urlaub endlich Henry David Thoreaus Walden oder Leben in den Wäldern zu lesen, weil ich dazu vorher nie die Zeit fand. (War das nicht schon wieder ein fast krankes Vorhaben: Wie kann ich meine Urlaubszeit am besten für das nutzen, was sonst zu kurz kommt?) Thoreau schreibt dort bereits Mitte des 19. Jahrhunderts: "Die Luft ist voll unsichtbarer Pfeile!" Und damit meint er wohl die plötzlich splitternde Zeit, die durch die Technik an Fahrt gewinnt wie eine Lokomotive. Thoreau beschreibt ganz auf der Höhe moderner philosophischer Beschleunigungstheorien, wie sich unser Zeitempfinden und unser Umgang mit der Zeit beziehungsweise unsere Unterwerfung unter die gesellschaftliche Zeit durch technologischen Fortschritt ändern und zwar für jeden immer etwas anders. Er schrieb das zu einer Zeit, in der die Züge selten auf mehr als 30 Kilometer pro Stunde beschleunigten. In einem heutigen ICE würden Thoreau zwar nicht die Haare im 200 km/h schnellen Wind flattern, aber sicher zu Berge stehen.

Mit dem Aufkommen verlässlicher Zeitpläne für die Eisenbahnen im 19. Jahrhundert, fingen die Menschen an, ihren Lebensrhythmus an diese Zeitpläne anzupassen. Das endlose Warten auf die unzuverlässige Postkutsche (in zwei Tagen oder in zwei Wochen), hatte ein Ende. Man brauchte plötzlich genaue Uhren, um die Ankunft des Zuges nicht zu verpassen. Der Zug brachte jetzt die Post, transportierte Güter, brachte Freunde und Handelspartner mit. Mit ihm konnte plötzlich in unvorstellbar kurzer Zeit eine große Distanz überwunden werden, eine Reise, die vorher Wochen benötigte, dauerte nur noch wenige Tage. Noch ist nicht abzusehen, wann und ob überhaupt die Beschleunigung dieser Lokomotive nachlässt. Es ist ja nicht zu erwarten, dass sie bremst und langsamer wird, aber ein Nachlassen der ewigen Beschleunigung wäre ein Anfang. Bis heute wird die Lokomotive immer noch täglich schneller und wir können morgen in fünf Minuten viel mehr erledigen, als noch gestern in 10 Minuten.

Das erste Paradox der Beschleunigung: Verdichtung

Aber Moment: Hieße das nicht, dass wir eigentlich immer mehr Zeit für uns frei machen können, wenn wir für die Dinge nicht mehr so lange brauchen, wie zuvor? Wenn ich früher meine Korrespondenz mit meinen Vermietern, der Krankenkasse, meiner Bank und den paar Freunden mühsam und mit viel Zeit erst zu Papier und dann zur Post bringen musste und dafür fast den ganzen Tag gebraucht habe, so geht das heute innerhalb einer halben Stunde und mit etwas Glück erreichen mich die ersten Antworten vielleicht schon zwei Stunden später. Jetzt habe ich doch eigentlich den Rest des Tages frei, oder? Warum ist dann aber für so viele von uns die Zeitknappheit ein vorherrschendes Lebensgefühl? Der Soziologe Hartmut Rosa ist diesem Paradox auf der Spur. In einem Interview der Wirtschaftswoche sagt er:

Fast jede Technik dient der Zeitersparnis. Das Auto, das Flugzeug, die Mikrowelle, der Fahrstuhl, der Rasierapparat, auch die Waschmaschine. Die wäscht zwar langsam, aber ich spare enorm viel Zeit. Wo diese Zeit bleibt? Das war der Ausgangspunkt meiner Überlegungen: Wie kann man die moderne Parallelgeschichte des Zeitwohlstands und der Zeitknappheit erzählen?
[...]
Nehmen Sie das Auto. Wir sind sieben Mal schneller mit dem Auto unterwegs als zu Fuß. Aber wir sind eben auch sieben Mal weiter weg von unserer Arbeitsstelle gezogen, raus ins Grüne. Wir haben uns auch an Anfahrten ­von mehreren hundert Kilometern gewöhnt, um einen Termin wahrzunehmen. Auf die Idee wären wir früher nie gekommen. Es ist immer das Gleiche: Der Horizont dessen, was man mit Hilfe neuer Techniken pro Stunde, Tag und Woche erledigen kann, wächst und schrumpft zugleich. (Hartmut Rosa in der Wirtschaftswoche, Die eingesparte Zeit ist im Eimer)

Und auch dem oben genannten Beispiel des Schreiben von E-Mails liegt derselbe Mechanismus zugrunde: Es ist eben nicht so, dass wir nach den E-Mails an Behörden und Freunde die Füße hochlegen und uns der Muße hingeben. Vielmehr haben wir uns daran gewöhnt, dem Effizienzgedanken zu folgen und in die freigewordene Zeit noch mehr Aufgaben hineinzupacken. Das heißt wir können statt der fünf Briefe plötzlich 15 E-Mails schreiben. Das bedeutet dann auch, dass wir in derselben Zeit nicht mehr nur über fünf Korrespondenzen nachdenken müssen, sondern eben über 15. Das allein frisst auch schon wieder Energie, setzt uns unter Druck, überfordert uns sogar. Denn für fünf beinahe simultane Vorgänge ist unser Arbeitsspeicher vielleicht ausreichend, aber nicht für 15. Und dann kommt es noch dicker: Wenn wir bei E-Mail Nummer sieben sind, kommt schon die Antwort auf Nummer zwei rein und wir fangen gleich an, uns auch darum zu kümmern und haben gleich Vorgang Nummer 16 am Hacken. Außerdem meinen wir, dass nun alle unsere antwortenden Korrespondenten erwarten, dass wir im Gegenzug schnellstmöglich auf ihre E-Mails antworten. Gerade bei den ungeduldigen Zeitgenossen, die wie Pawlows Hunde auf das Ping ihrer E-Mail-Benachrichtigungsfunktion hin sofort und oft reflexartig zu schreiben beginnen, haben wir mit unserem Verdacht sicher Recht: sie erwarten, dass wir sofort antworten.

Wir sehen also: Die Technologien der Beschleunigung führen nicht zu mehr Zeit, sondern zu einer Verdichtung der Zeit, wenn wir uns diesen Technologien einfach hingeben, anstatt sie aktiv zu managen. Wie, darauf kommen wir "jetzt gleich" noch...

Das zweite Paradox der Beschleunigung: Erstarrung in der Dynamisierung

Hartmut Rosa weist in seiner Beschleunigungstheorie noch auf ein anderes Paradox hin: die Erstarrung der Strukturen und Logiken hinter der Dynamisierung und Beschleunigung in unseren Gesellschaften. Insbesondere in der Wirtschaft können wir beobachten, dass Dynamisierung, Flexibilität und Wachstum Konstanten geworden sind, die eine Stabilität der Systeme ermöglichen:

"Dass das soziale und ökonomische System einer Logik der dynamischen Stabilisierung folgt – es muss wachsen, damit es bleiben kann, wie es ist –, kann man gegenwärtig gut in Griechenland beobachten: Wenn die Wirtschaft schrumpft, verlieren wir Arbeitsplätze, machen Firmen zu, sinken die Staatseinnahmen, steigen die Ausgaben, kommt es zu einer Staatsschuldenkrise, verliert das politische System an Legitimation, bricht das soziale System zusammen." (Hartmut Rosa in Die eingesparte Zeit ist im Eimer)
"Wir laufen in Zeiten der beschleunigten Beschleunigung nicht mehr auf eine Verheißung zu, sondern vom Abgrund weg. Die Idee des Wachstums ist nicht mehr: Wir müssen uns steigern, die Ressourcen besser nutzen oder fleißiger sein, um was Neues realisieren zu können. Sondern die Idee ist: Wir müssen jedes Jahr einen Zahn zulegen, damit alles bleiben kann, wie es ist." (Hartmut Rosa in Die eingesparte Zeit ist im Eimer)

Problematisch wird das, wo wir als einzelne nicht mehr mit all diesen Veränderungen und Dynamisierungen Schritt halten können. Gefühle des ständigen hinterher Rennens, der Überforderung und des Zeitmangels setzen uns unter Druck. Zunehmend finden wir es schwerer, in den vielen Aufgaben Qualität und Sinn zu verankern, die leibliche Erfahrung, das Beobachten und Genießen bleiben auf der Strecke. Nicht zuletzt darin haben epidemische Phänomene wie Stress und Burnout ihre Gründe. Die Einbettung unserer Lebenszeit und der Alltagszeit in die ständige Beschleunigung geht nur unter sehr großen Opfern: Unser Verlangen nach Ruhe, Harmonie, Geborgenheit und unsere Pläne für Familie und Selbstentwicklung kollidieren mit diesen als aufgezwungen erlebten Dynamiken. 

An diesem Punkt kann man immer noch an die Einsicht und Resilienz des Einzelnen appellieren: Man muss das reflektieren und selbst gegensteuern ("jetzt gleich" kommen wir dazu, versprochen). Was ist aber mit unseren Ökosystemen? Wälder, Meere und Rohstoffe können ihre Regeneration nicht an die stetig wachsende Geschwindigkeit anpassen, mit der wir sie konsumieren. Nicht nur für Hartmut Rosa ist klar, "dass eine Gesellschaft, die für immer mehr Wachstum und Innovationen sorgen muss, um sich strukturell zu erhalten, geradezu logisch auf eine Krise zuläuft." Das gilt in ähnlichem Maße nicht nur für die Natur, sondern auch für die Erhaltung unserer eigenen Gesellschaften. Wir sehen jetzt dank Edward Snowden sehr anschaulich, dass die Politik mit ihren Gesetzgebungen und Steuerungen den technisch dynamisierten Prozessen etwa in der Nutzung von schützenswerten persönlichen Daten nur hinterher hechelt. Gleiches trifft auf die Technologien im Finanzwesen zu: Gesetzgeber können - selbst wenn sie wollten und sie wollen oft nicht - die Gesetzeslücken in der Geschwindigkeit gar nicht schließen, wie sie durch technologischen Fortschritt im Bankenwesen etwa durch ultra schnelle Transaktionen entstehen und ausgenutzt werden.


Endlich: Was können wir tun?

Was die zuletzt genannten Aspekte der Umwelt und Gesellschaft angehen, können wir nur kämpfen, aufklären und hoffen. Wir können im Alltag selbst besonnener handeln und bewusster konsumieren. Wir können selbst Innovationen befördern, die die mit der Progression einhergehende Regression kompensieren und befinden uns damit freilich selbst in diesem Teufelskreis. Wir können von unseren Vertretern in der Politik lautstark, empört und mit tätlichem Nachdruck verlangen, dass sie sich für die Interessen aller Menschen und ihrer Umwelten einsetzen. Wir können die richtigen Petitionen unterschreiben, Organisationen unterstützen und solidarisch untereinander bleiben. Wir können all das tun und müssen doch bei der eigenen psychischen Nachhaltigkeit und Aufmerksamkeit ansetzen. Jeder von uns muss sich selbst schützen, damit wir die Fähigkeiten erhalten oder erlangen, um auch gesellschaftlich und weltweit rechtzeitig (schon wieder Zeitdruck!) in die richtige Richtung steuern. Hier sind ein paar Gedanken von mir, wie ich mir eine verantwortungsvolle individuelle Entschleunigung vorstellen kann:

  1. Wir können wahrnehmen und begreifen, dass Zeitmenge oder -knappheit von unseren eigenen Aktivitäten und Erwartungen abhängt. Beobachten wir einmal andere Menschen oder Kulturen, wenn wir ihnen begegnen: Hier können wir lernen, dass wir der Verdichtung nicht total unterworfen sind, sondern oft selbst entscheiden können, ob wir sie mitmachen oder uns aus diesem Prozess auch mal ausklinken. Wenn ich also am Samstag die E-Mails an Behörden und Freunde geschrieben habe, dann kann ich schon wählen, ob ich jetzt schnell plane, was ich alles noch rasch in der freigewordenen Zeit erledigen kann oder ob ich nicht doch einfach die Füße hochlege und mich der verdienten Muße hingebe. Bemerken wir zukünftig mal die Zeit, die wir einsparen und nutzen sie einfach zur Ruhe.
  2. Und selbst wo wir nicht ganz die Verfügungsgewalt über die Zeit haben, weil zum Beispiel unser Chef dieses und jenes von uns erwartet und auch noch eins draufsetzt, weil er uns als effizienten Mitarbeiter schätzt, können wir mindestens Einfluss nehmen und Erwartungen managen. Vielleicht müssen wir einfach mal erklären, warum manches länger dauert, wenn es gut werden soll oder auch andere einfach mit der Realität konfrontieren, dass nicht alle Prozesse parallel laufen können: Machen Sie einfach mal nur drei Dinge, anstatt vier und sagen Sie, wenn nötig, mehr war nicht drin. Wenn wir alle überzogenen Erwartungen immer erfüllen, nur weil wir es unter Aufbietung aller Kräfte vermögen, dann gewöhnen sich alle um uns herum daran und verlangen immer mehr: Eine Spirale der Zeit- und Qualitätsvernichtung kommt in Gang. Konzentrieren wir uns statt dessen auf ein paar Dinge, die uns wirklich wichtig sind und vergegenwärtigen und vergeben wir uns, dass wir eben nicht alles reißen können.
  3. Wenn wir bemerken, dass wir unter Stress und Druck stehen, dass wir den Ereignissen und Aufgaben hinterher rennen, dann hilft oft, einfach mal inne halten, durchatmen und sich vor Augen führen, dass die meisten Dinge gar nicht so dringend sind, wie wir immer tun. Danach dann ganz ruhig und besonnen mit dem weitermachen, was im Moment wirklich wichtig ist.
  4. Vorsicht vor der "funktionalen Entschleunigung": Wir sollten aufpassen, dass wir Entschleunigung nicht selbst wieder als ein Mittel einsetzen, um hinterher noch mehr Gas geben zu können. Wenn wir meditieren oder Yoga machen, damit wir am nächsten Tag überhaupt noch de Energie haben, mitzuhalten, dann läuft grundsätzlich etwas schief. Unser Bremsvorgang sollte alle Lebensbereiche einschließen, so gut es eben jeweils geht.
  5. Freizeit ist nicht optimierbar: Nutzen wir Sonntage, Urlaub, Freizeit für uns und unsere nächsten. Schlagen wir uns die To-Do-Listen wenigstens für solche Zeiten aus den Köpfen. Am Ende des Lebens zählt nicht, dass wir immer alles pünktlich abgearbeitet haben, sondern dass wir Dinge erlebt haben, mit Freunden und der Familie zusammen waren und den einen oder anderen Traum verwirklicht haben.
Wie erleben Sie das Ineinandergreifen von individueller Lebenszeit mit Alltag und gesellschaftlich beschleunigter Zeit? Welche Ideen haben Sie, die uns helfen können, zu entschleunigen, ohne gleich vollkommen auszusteigen? Wir freuen uns über Ihre Kommetare dazu!



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Kommentare:

  1. Wieder ein toller Beitrag. Danke dafür.

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  2. Deine Restaurant-Erlebnisse in Südafrika decken sich mit denen zweier mit mir befreundeten Kenia-Reisenden: Dort waren es die üblichen öffentlichen Verkehrsmittel, die Matatus, die Europäern ein anderes Zeitgefühl vor Augen brachten. Ein solches busähnliches Sammeltaxi fährt nämlich nicht nach einem Fahrplan, sondern schlicht dann, wenn es voll besetzt ist. Wie lange das dauert - keiner weiß es. Für Unsereinen starker Tobak.
    Auch die dortige einheimische Freundin kam zu Verabredungen ganz nach der von Dir gebrauchten Formulierung "Just now", also irgendwann später. :-)

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  3. Zu diesem Thema hab ich auch mal gebloggt, und lustigerweise kommt die Eisenbahn auch vor: http://zwei.drni.de/archives/1232-Willkommen-in-der-Sofortzeit.html

    Dass man Zeit nicht sparen kann, hat ja schon Michael Ende in "Momo" einen ganzen Roman lang ausgebreitet. Übrigens, ein afrikanisches Sprichwort lautet: "Die Europäer haben die Uhren - wir Afrikaner haben die Zeit."

    Die glücklichste Zeit ist für mich oft die, wenn die Zeit still steht und zugleich wie im Flug vergeht - wenn Zeit also keine Rolle mehr spielt. Wenn ich in Urlaub fahre, versuche ich, mir nichts vorzunehmen. Es ist ein ganz anderes Leben, morgens beim ersten Kaffee wirklich zu denken: Ich habe Zeit. Alle Zeit der Welt. Manchmal gehe ich dann einfach wieder ins Bett, denn ich habe ja Zeit, auch zum schlafen.

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  4. Den Spruch mit der Uhr und der Zeit wollte ich auch gerade anbringen, da er mir in Südafrika auch schon über den Weg gelaufen ist.

    Und was die Schrittgeschwindigkeit angeht: Die ist manchmal wirklich aufreizend langsam. Da kann ich mich schon gar nicht mehr ärgern, sondern muss zum Teil lachen, so absurd ist es teilweise :-D

    Viele Grüße aus Südafrika,
    Patrick

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  5. Ich lebe zur Zeit in Laos. Hier haben die Menschen viel Zeit und damit ist das gesamte Leben gelassener. Die Menschen haben neben ihrer Arbeit viel Zeit und sitzen dann gerne bei einander, um zu schwätzen und zu essen. Ich habe das Gefühl, dass Zeit hier eine andere Dimension hat. Zum Beispiel, gehen die Busse in der Regel pünktlich, aber keiner weiß wie lange sie brauchen werden, um ihren Zielort zu erreichen, weil auch unterwegs immer Zeit für einen Stopp und eine Rast ist. Ich genieße es hier Zeit zu haben und es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich entschleunigt war.
    Beste Grüße aus Laos
    Gila

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  6. ...wie wahr...deshalb verbringe ich - wann immer ich Zeit habe - meine Zeit in den Bergen. Es gibt keinen besseren Ort um zu entschleunigen...

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