3. Juli 2014

Bin ich ein weiser Mensch?

Eine "Anleitung" zur Weisheit in 10 Punkten

Weise werden, das wollen wir alle irgendwie. Durch den eigenen Lebensweg die Ruhe finden, abgeklärt sein, nicht mehr mithetzen, sondern aus der Distanz beobachten und vielleicht kluge Ratschläge geben. Irgendwie ist es aber auch immer aufgeschoben: Alte Männer sind weise, altersweise. Alt und weise - das scheint nichts für uns mitten im Leben zu sein. Oder doch? Die School of Life von Alain de Botton verfolgt eine ganz pragmatische Idee der Weisheit im Alltag, von der ich mich hier inspirieren lies. Auch wenn wir nie vollkommen weise werden können, kann uns das Konzept der Weisheit als ein Fluchtpunkt im Leben den Weg zu einem bewussteren und glücklicheren Leben weisen. Was also ist Weisheit, wodurch zeichnen sich weise Menschen aus?

Unbenannt
Klischee von der Weisheit (Bild: Peter via Flickr CC)

1. Realismus

Weise Menschen sind zuallererst realistisch. Sie wissen, wie anstrengend viele Dinge im Leben sind. Das heißt nicht, dass sie nicht optimistisch wären, aber ihnen ist die Komplexität der vielen Herausforderungen im Leben bewusst: Kinder großziehen, ein eigenes Business starten, ein schönes Wochenende verbringen, die Welt verbessern, sich verlieben... Zu wissen, dass sie etwas schwieriges angehen, nimmt dem Weisen nicht die Ambitionen, es animiert ihn vielmehr zum durchhalten, macht ihn geduldiger und mindert die Panik, wenn die Dinge auf dem Weg zum Ziel unweigerlich schief gehen.

2. Dankbarkeit

Da ihnen klar ist, wie viel im Leben schief gehen kann und wird, sind weise Menschen gegenüber Momenten der Ruhe und Schönheit besonders aufmerksam, auch wenn diese Momente nur sehr unscheinbar oder kurz sein mögen und von anderen in ihrer Eile gar nicht bemerkt werden. Der Weise versteht es, selbst einen ereignislosen sonnigen Tag oder ein paar Mauerblümchen, den Anblick eines dreijährigen selbstvergessen spielenden Kindes oder den Abend mit Freunden voll und umfänglich zu genießen. Nicht etwa, weil sie sentimental und naiv sind, sondern im Gegenteil: Sie wissen genau, wie schwer die Dinge sein können und ziehen deshalb die größte Befriedigung aus dem Schönen, egal wann und wo es sich zeigt. Das ist Dankbarkeit gewachsen aus Offenheit gegenüber dem Moment, wie er sich präsentiert.

3. Wahnwitz

Der weise Mensch weiß, dass er wie alle Menschen tief in den Wahnwitz des Lebens verstrickt ist: Unser Verlangen ist oft irrational und verträgt sich nicht mit unseren eigentlichen Zielen. Vieles an uns selbst ist uns nicht bewusst, wir sind launisch, unterliegen verrückten Fantasien oder Täuschungen über uns selbst. Wir sind unseren Körpern und unserer Sexualität ausgeliefert. Der Weise ist nicht überrascht, dass wir lebenslang unreif bleiben, dass unsere Perversionen uns für immer begleiten, egal für wie klug und moralisch wir uns halten. Da weisen Menschen klar ist, dass mindestens die Hälfte des Lebens mit unserer Ratio nicht zu fassen und zu bewältigen ist, sind sie auf den lauernden Wahnsinn vorbereitet und bleiben gefasst, wenn er sich zeigt.

Der Weise lacht über sich selbst. Er hält sich mit Urteilen zurück und ist skeptisch gegenüber seinen eigenen Erkenntnissen. Wenn er sich dann mal einer Sache gewiss ist, dann ist diese Gewissheit weniger zerbrechlich und angreifbar. Weise Menschen amüsieren sich über den Widerspruch zwischen unserem noblen Anspruch an die Dinge und der verkorksten Art und Weise, in der sich am Ende alles manifestiert.

4. Höflichkeit

Weise Menschen sind sich über die große Bedeutung sozialer Beziehungen im Klaren. Im Zweifel bedeuten diese Beziehungen mehr als immer Recht zu behalten oder unbedingt die Wahrheit zu sagen. Sie wissen, wie schwer es ist, die Meinung eines anderen zu ändern oder gar sein Leben zu beeinflussen. Sie sind daher sehr zurückhaltend und sagen anderen nicht um jeden Preis, was sie von ihnen halten. Ihnen ist klar, dass es selten etwas bringt, andere zu kritisieren. Wichtiger scheint ihnen, dass soziale Beziehungen funktionieren, selbst wenn das heißt, nicht brutal ehrlich zueinander zu sein. Beispielsweise können sie mit jemandem aus dem entgegengesetzten politischen Lager zusamen sitzen, ohne den anderen umerziehen zu wollen. Sie halten sich zurück, wenn sie meinen, jemand erziehe seine Kinder falsch. Sie wissen, dass die Dinge aus der Perspektive eines anderen Menschen ganz anders scheinen. Weise Menschen suchen eher nach dem, was die Menschen verbindet, als nach dem, was sie trennt.

Poster und Karten können hier klein und hier groß heruntergeladen werden

5. Akzeptanz

Wer weise ist, hat seinen Frieden mit sich selbst gemacht und akzeptiert, dass es einen großen Unterschied zwischen dem eigenen Idealbild und dem realen Ich gibt. Sie vergeben sich ihre Idiotie, ihre Fehler, Hässlichkeiten, ihre Beschränktheit und die Rückschläge. Sie schämen sich nicht für sich selbst und müssen deshalb nicht lügen oder heucheln. Ohne Eitelkeit können sie sich und ihre Fehler und Neurosen ziemlich genau beschreiben. Ihnen fällt es leicht, anderen zu erklären, warum sie manchmal nur schwer zu ertragen sind (weshalb sie oft die erträglicheren Gefährten sind).

6. Vergebung

Weise Menschen sind auch realistisch in ihren Erwartungen gegenüber Mitmenschen. Sie verstehen den großen Druck, den viele verspüren, um ihren eigenen Ambitionen gerecht zu werden, um ihre Interessen zu verteidigen oder ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Wir können dadurch extrem gemein und bösartig wirken. Aber meist ist es gar nicht so persönlich gegen andere gerichtet. Wer weise ist, versteht, dass wir uns die meisten gegenseitigen Verletzungen nicht absichtlich zufügen. Es sind eher Kollateralschäden der blind konkurrierenden Egos in einer Welt der begrenzten Ressourcen.

Daher geraten weise Menschen nicht besonders schnell in Wut und sie lassen sich nur selten zu Urteilen hinreißen. Sie ziehen keine voreiligen Schlüsse darüber, was in anderen vorgeht. Weil ihnen klar ist, wie schwer jedes Leben voll von Ambitionen, Enttäuschungen und Verlangen ist, sind sie zu schneller Vergebung bereit. Sie verstehen den Druck, unter dem wir alle leiden. Wer weise ist, fühlt sich nicht von der Aggression der anderen verfolgt, weil er verstehrt, wo diese Aggression herkommt: Aus einer verletzten Seele.

7. Widerstandskraft

Weise Menschen wissen, wozu sie fähig sind. Sie verstehen, dass so vieles schief gehen kann und dass man trotzdem weiterlebt. Viele Menschen meinen, dass ihr Glück an so vielen Umständen hängen würde: Geld, Beziehungen, Ruhm, Gesundheit und so weiter. Auch der weise Mensch schätzt diese Dinge, aber er macht sich und sein Glück nicht davon abhängig, weil er weiß, dass diese Dinge vergänglich sind. Er kann sein Glück auch ohne sie schätzen.

8. Neid

Wer weise ist, versteht, dass es gute Gründe dafür gibt, dass wir nicht all das haben, was wir haben wollen. Sie kennen die Konsequenzen des Gewinnens und Erfolgs. Auch sie gewinnen gern, aber sie wissen, dass die grundlegenden Dinge im Leben davon unberührt bleiben. Sie überschätzen die Folgen des Erfolgs nicht und wissen, dass wir vielmehr von unseren eigenen Persönlichkeiten abhängen, als von unseren Jobs oder den materiellen Gütern, die wir erwerben. Erfolg und Niederlage liegen viel dichter zusammen, als es unsere moderne Welt wahrhaben möchte.

Weise Menschen sehen den erfolgreichen Manager, den Medienstar oder den Millionär und sie wissen, warum sie es nicht dahin geschafft haben. Vielleicht haben sie nicht so hart gearbeitet, haben nicht deren Ehrgeiz, vielleicht nicht mal ihre Intelligenz?

Andere Schicksale sind vielleicht lediglich auf Zufälle zurückzuführen. Manch einer wird ohne guten Grund befördert, mancher gewinnt im Lotto oder hatte die richtigen Eltern. Gewinner sind nicht immer gut und nobel. Wer weise ist, versteht die Fügungen von Glück und Zufall und wird sich dafür nicht selbst verantwortlich machen.

9. Reue

In unserer Zeit der großen Ambitionen beginnen viele mit dem Traum, ein makelloses und erfolgreiches Leben zu führen und die richtigen Entscheidungen von Karriere bis Liebe zu treffen. Weise Menschen wissen, dass ein makelloses Leben unmöglich ist und dass jeder riesige und oft unkorrigierbare Fehler in verschiedenen Lebenslagen machen wird. Perfektionismus ist eine wahnsinnige Illusion und Reue ist unvermeidbar.

Die Reue wird aber erträglich, wenn wir verstehen, dass Fehler ein Teil jeden Lebens sind. Egal in wessen Leben man hineinschaut, man wird immer verheerende Fehlentscheidungen und Niederlagen finden. Das ist keineswegs zufällig, sondern vielmehr strukturell notwendig: Fehler treten auf, weil niemand von uns all die Information hat, um immer die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit zu treffen. Oft lenken wir da unser Leben völlig blind, wo es am meisten drauf ankommt.

10. Ruhe

Weise Menschen wissen, dass Unruhe und Tumult überall lauern und ausbrechen. Diesen Ausbruch sehen sie kommen und sie fürchten ihn. Deswegen pflegen sie solch eine Hingabe zur Ruhe und Stille. Ein ruhiger Abend ist für sie eine Errungenschaft und ein Tag ohne Besorgnis muss gefeiert werden. Ein bisschen Langeweile schreckt sie nicht, es könnte - und es wird irgendwann wieder - alles viel schlimmer sein.

Und - Sind Sie weise?

Wahrscheinlich wird niemand sagen, dass er weise ist und all die Punkte oben auf ihn zutreffen. Das wäre in sich schon ziemlich töricht. Aber vielleicht haben wir nach dieser Lektüre den einen oder anderen Punkt bemerkt, an dem wir zu verkrampft sind, wo wir uns etwas lockern und der Weisheit einen Schritt näher kommen können. Was meinen Sie: Helfen diese Punkte auf dem Weg durchs Leben? Lassen Sie es uns unten in den Kommentaren wissen.



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Kommentare:

  1. In vielen dieser Punkte finde ich mich durchaus wieder; in dem Sinne, dass sie das beschreiben, was ich schon länger suche. Denn vermutlich kann man gar nie weise sein, sondern immer nur Weisheit suchen. Und solange man sucht, macht man es vermutlich schon alles richtig.

    Wir leben in einer Wissensgesellschaft, so hört man oft. Aber Wissen allein reicht für ein gutes Leben wohl eben so wenig aus wie Geld allein. Ob aber wirklich alle auf der Suche nach der Weisheit sind, da bin ich mir nicht mal so sicher. Dann am Ende hat das sehr viel mit der eigenen Innenwelt zu tun und viele Leute scheuen meinem Empfinden nach die Begegnung mit sich selbst eher. (Passend auch dazu: http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/tagtraeume-viele-sind-ungern-allein-mit-ihren-gedanken-a-978732.html)

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    1. Hallo und ganz vielen Dank für den Kommentar!

      Ich denke auch, dass die Suche allein schon der richtige Weg ist. Das hat ganz viel mit demzu tun, was man ein "Streben nach besser sein" nennen könnte.

      Ich gebe zu, dass das im Schnitt vielleicht nicht die meisten interessiert. Aber sicherlich die meisten, die hier solche Beiträge lesen ;)

      Danke auch für den Link, muss ich lesen!

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  2. Gefällt mir ehrlich gesagt nicht so richtig und kommt mir etwas "buddhistisch" oder stoizistisch vor. Außerdem habe ich den Eindruck: Das sind zu viele Punkte, ohne dass der entscheidende Gesichtspunkt fokussiert wird. Also ein Herumreden ums Zentrum. Wo könnte der liegen? Das Erste wäre doch, die Weisheit mit ihren Nachbarn zu verbinden, also mit "Intelligenz", "Wissen", "Klugheit", "Beurteilungsvermögen", "Erfahrung", "Weitsicht" etc. Weisheit scheint einiges davon zu enthalten, geht aber dann einen deutlichen Schritt darüber hinaus. Ich vermute, der weise Mensch verfügt über eine besonderes triftige und weit bickende Form intuitiver Folgenabschätzung bezüglich seines eigenen Verhaltens als auch des Verhaltens anderer. Dabei nutzt die "Intuition" umfassende Erfahrung mit Situationen und mit den Menschen, weswegen Weisheit sich meist nur über die Zeit herausbildet, allerdings vorzugsweise in Menschen, die von vornherein "klug" sind und eine gewisse Begabung zur Distanzierung von vorschnellen Emotionen haben. Daher werden traditionell auch solche Menschen als "weise" bezeichnet, die Streitereien gütlich beilegen können ("Nathan der Weise" als literarischer Prototyp).
    Heutzutage gibt es Weisheit übrigens auch schon als kommunikative Technologie für junge Leute, nämlich als "Rhetorik", die hilft "gute Gespräche" zu führen und Konflikte so aufzulösen, dass alle ihr Gesicht behalten. Wenn man das Thema soziologisch betrachtet, entdeckt man viele Mechanismen, wie "Weisheit" gesellschaftlich implementiert wird, nicht nur in in Regeln, Gesetzen und Justiz, da aber natürlich besonders. Und man sieht auch viele Wege und Instanzen, die am Abbau von "Weiheit" arbeiten. (Bin mit dem neuen Sloterdijk noch nicht sehr weit, aber die "schrecklichen Kinder der Moderne" handelt wohl auch vom Schicksal der "Lebensweisheit" unter der Bedingung, dass es in der Moderne jedem anheim gesellt ist, seine Intelligenz ganz in den Dienst seiner persönlichen Wünsche zu stellen - was die Fähigkeit, sein Leben weise zu führen, eingiermaßen bedroht.

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    1. Ich für mich persönlich muss da gar nicht so weit ausholen: Weisheit heißt, wissen, was das Leben gut macht und das zu anzustreben.

      Und dabei nicht vergessen: Es gibt dabei viele Dinge, die nur für mich persönlich gelten - aber auch welche, die für alle gelten sollten. Wenn man diesen Unterschied sich nicht immer wieder vor Augen führt, werden aus Ratschlägen oft Schläge. ;-)

      Ob man nun besonders intelligent für die Suche nach der eigenen Weisheit muss? Ich weiß es nicht. Ich denke nicht. Aber man sollte wohl einigermaßen reflektiert sein.

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    2. Danke für diese guten Ergänzungen! Intuition, wissen, was das Leben gut macht, Klugheit... all das sind Punkte, die unbedingt mit dazugehören.

      Ich denke aber auch, dass das Stoische zurecht in die Nähe von Weisheit gerät. Ich denke, dass vieles darauf hinausläuft, sich "kulturvoll" zu verhalten, also nicht sofort den Impulsen zu folgen. Stoiker, Buddhisten sind ja Meister dieser Übungen und Askesen.

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  4. Wunderschön! Mir gefällt am besten der Punkt "Wahnwitz". Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir alle mehr oder weniger Kinder bleiben, und das, was wir als Kinder gelernt und/oder erfahren haben, meist eher schlecht als recht handeln - wenn wir uns nicht um irgendeine Form der Aufarbeitung bemühen ...

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  5. Guten Abend Herr Dietrich,

    im Grunde genommen kann man Ihren interessanten Artikel mit Stefan Zweigs Worten zusammenfassen: „Wer einmal sich selbst gefunden hat, der kann nichts auf dieser Welt mehr verlieren.“

    Zwei Anmerkungen möchte ich noch loswerden. Meiner Meinung nach fehlt ein relevanter Punkt in der Anleitung zur Weisheit: Ein weiser Mensch denkt vor allem an sein eigenes Wohlbefinden, denn nur wenn er sich wohlfühlt und mit sich im Reinen ist, kann er Verständnis und Liebe für seine Mitmenschen aufbringen und empfinden.

    Zum zweiten stört mich in dem zehnten Ratschlag das Wort Langeweile ein wenig, denn ein weiser Mensch wird niemals Langeweile verspüren, da er genau weiß, dass er Kraft nur aus Ruhe schöpfen kann. Ein weiser Mensch versteht es, den Moment zu leben - so wie im zweiten Punkt unter Dankbarkeit beschrieben und wird deshalb niemals einen Gedanken an Langeweile verschwenden.

    Vielen Dank für die klugen Ratschläge zu einem besseren Leben und liebe Grüße.

    Janett Marposnel

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    1. Guten Abend!

      Vielen Dank für die tollen Ergänzungen. Langeweile kann auch Muße sein. Klingt besser, oder?

      Viele Grüße!

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    2. Jep. Klingt besser. Viel besser.

      Tolstoi definiert Langeweile in seinem Werk "Anna Karenina" übrigens als Sehnsucht nach der Sehnsucht.

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  6. Sich selbst als weise zu halten ist wirklich ein WITZ! Jemanden für weise zu halten ist auch ein WITZ! Schon bei Aristoteles steht geschrieben, dass auch für die Meinung gilt, dass sie so oder anders ausfallen könnte. Wer also etwas Klugheit besitzt, wird sich der Beurteilung von Weisheit entziehen und ihr ganz und gar nicht eine Person oder Verhaltensweise, Beobachtung ect. zuordnen.

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    1. Ist dann also das Konzept "Weisheit" völlig leer? Trifft es auf nichts und niemanden zu? Sollten wir es also gar nicht benutzen? Was ist Weisheit dann?

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    2. Weisheit ist knallharte Altagsbewältigung. Die Umstände in denen jemand lebt lassen den einen mehr, den anderen weniger dazulernen. Viele Faktoren in verschiedenen Dimensionen müssen sich aneinanderreihen um den Durchblick zu haben - immerhin den einen Durchblick - davon gibt es bekanntermaßen widersprüchliche. Und somit bleibt zu beweisen - gibt es Weisheit?( Dazu auch mehr von Paul Baltes).

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  7. Die Denker des Abendlandes haben sich auch mal Gedanken über die Definition von Weisheit gemacht:

    http://www.youtube.com/watch?v=QY4snFhdsVc

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  8. Eine Form der Weisheit
    ist die Nutzung der Intelligenz in einer
    beliebigen Situation auf der höchstmöglichen Ebene.

    Weisheit hat immer Relevanz.

    Weisheit hat immer einen konkreten, einen realen Bezug zu einem Problem. Falls nicht, handelt es sich nicht um Weisheit, sondern um Belletristik.

    Weisheit ist...
    nichts Intellektuelles.

    Nirmalo

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    1. Sehe ich auch so. Ein weiser Mensch verlässt sich nicht auf seine Intelligenz, sondern auf seine Intuition.

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    2. Sind Intelligenz und Intuition Gegensätze? Kann man sich nicht auf beides verlassen?

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    3. Die Ausdrucksformen der Intelligenz sind vielfältig. Manche langen auch in unsere Erlebnissphäre.
      Einige davon kommen ohne Bewußtheit aus, manche mit wenig und manche nicht ohne sie:

      Vergleichsweise „niedere“ (wenn auch lebenswichtige) Ausdrucksformen der Intelligenz:
      – „Ego-Verstand“. („Persönlichkeit“, Gedächtnis, Konstruktsprachen wie z.B. die Logik...)
      – „Funktionaler Verstand“, der uns erlaubt, Dinge zu tun, ohne im Detail drüber nachdenken zu müssen (körperliche Balance halten, z.B...)
      – „Instinkt“

      „Höhere“ Ausdrucksformen der Intelligenz:
      – Intuition
      – Mitgefühl
      – Liebe


      Grüße...

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  9. Ich finde diese Anleitungen sehr inspirierend, etwas wonach ich selber strebe und es oft nicht einfach ist das auch umzusetzen. In einer Zeit in der anscheinend andere Werte zählen ! Jeder soll möglichst in allen Bereichen funktionieren , gefallen , etwas darzustellen ! Mit Materiellen Gütern, die so gut wie jeder vorweisen kann !
    Wer sich weigert, wer nicht unbedingt nach dem strebt, einem Auto, möglichst viel zu arbeiten um ja in den Urlaub zu fliegen oder ein eigenes Haus abzuzahlen, wird argwöhnisch belächelt ! Selbst die Wahl einer Beziehung sollte doch den gegeben Umständen entsprechen !
    Was ist aber wenn man selber nicht danach strebt, sondern einfach heraus finden möchte, was Leben überhaupt heißt ?
    Was es bedeutet nach Weisheit zu streben und man doch selber merkt, das oft gerade die Umstände einen oftmals dazu zwingen in die Knie zu gehen, Stillstand, Krankheit, Einsamkeit, wenn man nicht mehr dazu gehört !
    Wenn man dadurch nicht zerbricht sondern eine Wahrheit erkennt, die zwar oft beschrieben in wunderschönen Zitaten verfasst, schön und hohl klingt, es aber erst versteht, wenn man selber all die Niederlagen erlebt hat und begreift das Erkenntnis nicht aus einen einfachen Leben entsteht,
    sondern im Durchleben vieler Täler und Klippen !
    Oft kommt diese Erkenntnis erst im Nachhinein, das manches Unglück doch oft der größte Gewinn gewesen sind !
    Danke für diese Auflistung, ich finde sie sehr gelungen *
    Und danke das facebook solche wunderbaren Möglichkeiten bieten kann, Artikel zu finden mit Einsichten, die in meinem Beruf viel zu oft vergessen werden !

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  10. Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht ob ich mich als weisen Menschen bezeichnen würde. Genau diese Erkenntnis ist gerade das, was in meinen Augen einen "Weisen" ausmacht: so viel man doch zu wissen glaubt, die Feststellung, dass man niemals das finale Wissen oder die vollkommene Persönlichkeit erlangen kann und vor allem will, im Endeffekt also nicht weise ist. Denn wie Sie zutreffend sagen: "Das wäre in sich schon ziemlich töricht".
    Ich weiß nicht was ich bin - und habe oft damit Schwierigkeiten damit, mich selbst zu definieren, gar als weise zu betiteln; Weisheit ist in meinen Augen vielmehr das, was Dritte als weise empfinden.
    Deswegen bin ich einfach nur Mensch, damit lässt sich am einfachsten arbeiten.
    Die Darstellung ist jedoch in jeglicher Hinsicht sehr gelungen, vor allem um den Begriff der Weisheit für diejenigen, die sich am Anfang ihrer Entwicklung befinden oder sich gerne etwas von dieser (von mir als vermeintlich dargestellten) weisen Lebensweise abschauen würden, greifbar zu machen.

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