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Es wird still am Meeresgrund
Lege dich ganz bequem in dein Bett. Kuschel dich in deine Decke. Atme ganz entspannt. Spüre, wie schwer du auf deiner Matratze liegst. Du musst jetzt gar nichts mehr tun. Bleib einfach liegen, atme tief, schließe die Augen oder blinzele etwas durch die Augenlieder hindurch. Stell dir vor, du schaukelst sanft auf einem Boot im Meer, deine Beine baumeln schon im Wasser und du bereitest dich auf einen tiefen Tauchgang vor. Damit du tief und lange tauchen kannst, ist es jetzt wichtig, dreimal intensiv einzuatmen und jedesmal ganz lange auszuatmen. (Hier eine gemeinsame Atemübung mit Betonung auf langes Ausatmen.)
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Nun lässt du dich ins Wasser gleiten und sinkst ganz langsam durch das warme, klare Blau nach unten. Die Tiere, die du jetzt im Meer siehst, kennen es, wenn der Tag lang und ereignisreich war. Du sinkst immer tiefer und kommst endlich am Grund an. Dein Rücken, dein Po, deine Arme, deine Beine und dein Kopf sinken in den weichen weißen Sand zwischen den Korallen. Einige Meeresbewohner wie der Clownfisch schauen verwundert zwischen den Seeanemonen hervor. Sie bleiben in Deckung, um auch gleich schlafen zu gehen. Einige Freunde des Meeres aber kommen sanft und neugierig zu dir.
Als erstes kommt Sammy, der tiefenentspannte Seestern. Er ist der gemütlichste Bewohner des Riffs. Sammy lässt sich niemals hetzen, denn er weiß: Wer langsam geht (oder besser kraucht), kommt auch ans Ziel. Sammy legt sich sanft über deine Füße. Er strahlt eine tiefe, unerschütterliche Ruhe aus. Spürst du seine Wärme und sein Gewicht? Deine Füße werden so schwer und ruhig wie Sammy selbst. (Hier sanften Druck auf die Füße über der Decke ausüben.)
Da nähert sich ein kleiner Schwarm von Glitzer-Sardinen. Diese kleinen Fische waren den ganzen Tag als Schwarm im turbulenten Ozean unterwegs. Sie mussten flink links, rechts, hoch und runter schwimmen. Jetzt haben die Sardinen Feierabend. Sie kuscheln sich in einer langen, ruhigen Reihe an deine Schienbeine und Waden. Das Glitzern ihrer Schuppen verglimmt im dunkel werdenden Wasser. Die Fische sehen jetzt aus wie Metall und schlafen ein. Deine Beine tun es ihnen nach und werden schwer wie Blei. (Hier die Hände ruhig auf die Unterschenkel legen.)
Da kommt ganz gemächlich Tuga angerudert. Die 200 Jahre alte Meeresschildkröte hat in ihrem langen Leben schon alles gesehen: tobende Stürme, viele weiße Haie und riesige Wellen. Nichts bringt sie aus der Ruhe. Kennst du ihr Geheimnis? Es ist der dicke, schützende Panzer. Als sie zu dir schwimmt, legt sie die ganz glatte und schwere Unterseite ihres Panzers an deinen Bauch. Und sie flüstert dir zu: ‚Egal, was heute war – an diesem Panzer perlt alles ab. Hier sind wir sicher.‘ Ihr schwerer Panzer hebt und senkt sich ganz langsam im Takt deines Atems. Dein beschützter Bauch wird jetzt ganz weich und entspannt sich völlig. (Je nach Kind Berührung am Bauch oder nur den Atemrhythmus anpassen.)
Kaum merkbar kommen Bartleby und Barnaby, die schüchternen Einsiedlerkrebse, auf dich zu. Sie hatten heute wieder viel zu tun. Sie mussten mit ihren Scheren schneiden, trippeln, putzen, stopfen, ziehen, Dinge tragen und sich an Dingen festhalten – genau wie du mit deinen Händen. Nun ziehen Bartleby und Barnaby ihre Scheren ganz tief in die gemütlichen Schneckenhäuser zurück. Sie machen sich ganz klein. Heute fassen sie gar nichts mehr an und rollen sich in deine Hände ein. Ihre Ruhe und Erleichterung schwappt auf deine Arme über. In deinen Händen spürst du die beiden kleinen Krebse und deine Arme werden so schwer, dass sie zusammen mit Bartleby und Barnaby tief in den Sand sinken. (Hier die Hände des Kindes ganz sanft umschließen und/oder Druck auf die Unterarme geben.)
Du bist nun auch ganz ruhig und deine Augenlider schließen sich. Gut so, denn da kommt Aurelia, die magisch-leuchtende Tiefsee-Qualle. Das Besondere an ihr ist, dass man ihr Leuchten nur sehen kann, wenn man die Augen geschlossen hat. Aurelia lebt meistens in der absolut lautlosen Stille der Tiefsee. Sie kennt keine lauten Geräusche, keine hellen Lichter und keine lauten Stimmen. Jetzt schwebt sie wie eine weiche, mal blau, mal grün, mal violett schimmernde Wolke über deinem Gesicht. Siehst du ihr pulsierendes Licht? Sie streicht mit ihren kühlen, sanften Tentakeln über deine Stirn und löscht alle deine Gedanken und Sorgen. Ihr pulsierendes Licht zeigt dir noch einmal ein paar angenehme Bilder des vergangenen Tages. Dein Mund wird so weich wie Aurelia selbst, deine Augenlider sind schwer und du hörst nun nur noch das stille Rauschen des Meeres in deinen Ohrmuscheln. (Je nach Kind das Gesagte mit Streicheln über das Gesicht, leichtem Druck auf die Augen begleiten.)
Deine kleinen Freunde aus dem Meer halten jetzt die ganze Nacht Wache an deinem Bett zwischen den Korallen. Du spürst sie noch manchmal, wenn sie im Traum mit den Flossen zucken oder ein langer Tentakel sanft über dein Bein streicht. Du bist bei ihnen absolut sicher und geborgen. Atme jetzt noch dreimal ganz tief und lass dich in deine blauen Träume sinken. (Atemübung mit langem Ausatmen gemeinsam wiederholen.)

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