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27. Juni 2011

Intelligenz des Flusses

River Narmada at Bheda Ghat Jabalpur, India.Ich will vom Fluss lernen und wie er stetig den Weg des geringsten Widerstandes nimmt. Fließt seinem Ziel entgegen, immer abwärts, mühelos und ohne den Versuch einer Umkehr. Ist dabei biegsam, flexibel, fast weich. Entwickelt eine Kraft, die jahrtausendealtes Granit formt, als sei es Butter. Und ist in seiner  Zielstrebigkeit nicht aufzuhalten. Findet seinen Weg, umfließt Hindernisse ohne Gewalt, einzig mit der Gravitationskraft, die unserer Erde innewohnt. Ich will werden wie der Fluss. Nicht mehr auf und ab, vor und zurück und mit dem Kopf gegen die Wand, gegen den Willen anderer oder ihrer Planung gemäß. Schluss. Jetzt nur noch nach Süden, unumkehrbar, mit der Intelligenz des Flusses.

1. März 2011

Wie man intuitiv gute Entscheidungen trifft

Beschlüsse steigen
unerwartet aus der Tiefe
Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu treffen, das kling gut. Bei der Wahl einer Pizza im Restaurant mag das auch ein ziemlich risikoloses Vorgehen sein. Oft sind unsere Entscheidungen jedoch von größerer Tragweite: Welchen Job soll ich nehmen, welches Auto kaufen, in welche Wohnung ziehen? Hier will man nicht "Eene Meene Minke" spielen, sondern eine Entscheidung treffen, mit der man auch länger leben kann. Ohne sich über die nötigen Anforderungen bewusst zu sein und ohne die richtigen Informationen zu haben, kann man keine gute Wahl treffen. Das heißt nicht, dass man auf die Intution verzichten soll. Aber man muss ihr auf die Sprünge helfen. So geht's...

27. November 2010

Lieber den Spatz in der Hand...

...als die Taube auf dem Dach. Wieder so eine Redensart, die sehr zum protestantischen Lebensstil passt, wonach Bescheidenheit die größte Tugend sei. Viele unserer Redensarten stammen aus der Bibel, viele wurden durch Luther sprichwörtlich.

Im Satz steckt aber immerhin das Verlangen nach der "Taube". Es wird also anerkannt, dass es mehr gibt, als nur den mickrigen "Spatzen". Die Redensart rät jedoch davon ab, dem großen Glücksversprechen, für das die Taube steht, hinterherzujagen. Am Ende fällt man dabei noch vom Dach! Dann hat man weder das kleine noch das große Glück und steht am Ende mit leeren Händen da.

Aus lebenspraktischer Perspektive ist es so, wie meistens: Es kommt darauf an. Es wäre schlimm, wenn man sich selbst mit solchen Redensarten davon abhält, nach größerem zu streben und sich selbst zu verwirklichen. Wenn es jedoch um weniger wichtige Dinge geht, beispielsweise ein noch neueres Auto, als das eigene, dann kann es nicht schaden, sich klarzumachen, dass es auch kurze Zeit später wieder ein noch neueres Auto gibt. Solchen kurzen Glücksversprechen hinterherzujagen, trägt sicherlich wenig zu dauerhafter Zufriedenheit bei.

Bei der Partnerwahl ist es ähnlich: Bin ich eigentlich glücklich mit meinem Partner, plage mich aber dauernd mit dem Gedanken, dass andere noch attraktiver sind? Dann muss ich man an mir selbst arbeiten und erkennen, dass es auf Dauer nicht glücklich macht, wenn ich immer dem nächsten Kick hinterherjage. Bin ich jedoch dauerhaft und unkorrigierbar unglücklich mit meinem Partner und halte mich aus Verlustangst davon ab, eine glücklichere Partnerschaft anzustreben, dann sollte ich mir überlegen, woher die Angst kommt, allein zu sein. Manchmal ist es sogar besser, auch auf den Spatzen nicht zu bestehen, wenn man schon die Taube nicht bekommen kann.

In einem FAS-Artikel zur "Wissenschaft vom Seitensprung" las ich die folgende Ableitung: "Behalte den Spatz in der Hand, aber vergiss nie die Taube auf dem Dach." Auch eine Ansicht.

25. November 2010

Der Klügere gibt nach

Dies ist eine meiner Lieblingsredewendungen. Außerdem eine, die ich schon früh und oft zu hören bekam. Bereits im Kindergarten war das ein Konfliktlösungsmittel, dass die Erzieherinnen an wandten. Ob ich die Redewendung wohl deshalb so mag, weil ich sie so früh lernte? Kann sein. Auf jeden Fall zeigt mir meine Alltagserfahrung, dass es sich oft nicht lohnt, für jeden kleinen Keks zu kämpfen, immer Recht zu behalten oder die Vorfahrt zu bekommen.

Sicher kann es wehtun, wenn man etwas, das einem vermeintlich zusteht, nicht bekommt. Oft ist es jedoch nur das Ego, das da schmerzt. Warum ist nehmen wir es so ernst, wenn uns jemand die Vorfahrt nimmt? Im Grunde geht es uns ja nicht um die Sekunde, die wir anhalten und warten müssen.

10. November 2010

Gegensätze ziehen sich an...

Oder nicht? Jedenfalls ist das eine der vielen Redewendungen, die wir täglich so von uns geben. Oft wollen wir mit solchen Redewendungen Tatsachen oder Auffassung rechtfertigen, um uns nicht mit Änderungen herum plagen zu müssen. Eine der dümmsten und durchsichtigsten dieser Ausreden ist: "Ausnahmen bestätigen die Regel". Offenbar ist das Gegenteil der Fall: Ausnahmen stellen die Regel infrage. Wir alle möchten aber in verschiedenen Kontexten gerne verlässliche Regeln und wollen sie lieber nicht infrage stellen lassen.

Die Redewendung "Gegensätze ziehen sich an" ist jedenfalls nicht so dumm. Da könnte etwas dran sein...

30. Oktober 2010

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß

Das ist nun einmal ein schlaues Sprichwort! Auf den ersten Blick jedenfalls: Ziemlich evident, praktisch und es weist auf den ganz wichtigen Umstand hin, dass Nichtwissen auch ein Segen sein kann...

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