Immer da sein, wo vorne ist: das Paradox des Andersseins
Wenn Sie in einer Großstadt wohnen oder vor kurzem mal in einer vorbeigeschaut haben, dann haben Sie ihn auch gesehen... Das war kein studierter Holzfäller, sondern ein sogenannter Hipster. Madeleine Hugai studiert Umweltethik in Augsburg und hat sich für Geist und Gegenwart soziologisch mit dem Phänomen Hipster befasst. Wie lässt sich diese Subkultur - wenn es überhaupt eine ist - aus moralischer Perspektive betrachten? Und welche Veränderungspotentiale ergeben sich - wenn überhaupt - aus dem Phänomen Hipster für unsere Gesellschaft?![]() |
| Der Hipster als Street Art (von F CK) |
Vintage-Kleidung, große Brille, enge Hose, Jutebeutel, Rennrad oder Fixie: Klischeehafte Merkmale eines gewollt nachlässigen, aber doch modebewussten Stils. Hier genügt ein kurzer Blick, um den Hipster zu erkennen. Die Soziologen Andreas Spengler und Tobias Waldmann bewerten seinen Drang nach Individualisierung in unserer neoliberal geprägten "Selbstkontrollgesellschaft" als angepasst und somit als einen Teil von ihr. Als Ethikerin stellt sich für mich darüber hinaus die Frage, ob die Individualität des Hipsters anderen moralisch wertvolleren Maßstäben unterworfen ist, als der wirtschaftlich ausgerichtete Mainstream.



