Wie man amerikanischen Frauen die Rechte an ihren Körpern wieder zu entziehen versucht
Seit rund fünfzig Jahren (50!) haben amerikanische Frauen in allen Bundesstaaten prinzipiell ein Recht auf Schwangerschaftsabbruch. Dieses Recht könnten sie nun wieder einbüßen, weil der Oberste Gerichtshof der USA laut einem Entwurf plant, dieses Grundrecht wieder zu kassieren. Sollte es dazu kommen, dann wird es auf die Gesetzgebung des jeweiligen Bundeslandes ankommen, wie die Gesetzeslage rund um Abtreibung gehandhabt wird.
(Update 25.6.2022: Inzwischen ist die Entscheidung tatsächlich so gefallen und alle Konjunktivformen in diesem Artikel müssen nun als Indikativ gelesen werden.)
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| Upside down – Wenn eine Minderheit die Mehrheit politisch dominiert |
In manchen Ländern, die wie zum Beispiel Irland in dieser Frage lange rückständig waren, drehen sich die Uhren zwar langsam, aber wenigstens nach vorn. Das heißt, Frauen wird zugestanden, auf Kosten des ungeborenen Lebens, die Entscheidung selbst zu fällen, ob sie dieses Leben austragen und in die Welt setzen wollen oder nicht. Die Abwägung ("auf Kosten des ungeborenen Lebens"), die dabei stattfindet, nimmt sich die Frage zum Angelpunkt, ab wann das gezeugte Leben zu einem Menschen mit Grundrechten wird. Das ist natürlich eine schwierige Frage, denn Leben, Menschwerdung, Individualwerdung, Bewusstsein etc. sind alles graduelle Phänomene, bei denen es schwer fällt, ganz klar zu trennen in ein Vor oder ein Danach.






