5. Oktober 2012

Was Sie heute sein lassen können...

...um morgen glücklicher zu sein

Was macht uns glücklich? Liebe, gutes Essen, Freunde, Familie, eine sinnvolle Aufgabe, der Garten, ein neues Auto, Sport, Natur? Jeder wird so seine Antworten haben. Aber was, wenn sich trotz aller erfüllten Umstände weder Glück noch Zufriedenheit einstellen wollen?

Es ist lange kein Geheimnis mehr, dass Zufriedenheit vor allem eine Sache der inneren Einstellung ist. Die Art und Weise, wie wir auf die Welt schauen, hat einen erheblichen Einfluss darauf, wie glücklich wir in ihr sind. Natürlich kann man auch immer mal wieder unzufrieden oder gar unglücklich sein, denn sonst fehlt der Kontrast. Aber es ist irgendwie tragisch, wenn wir dauerhaft Trübsal blasen, uns nichts richtig Spaß macht und uns daher auch nichts gelingt. Immer wieder bemerke ich an mir und anderen Verhaltensweisen, die uns unglücklich machen. Vielleicht könnten wir die einfach mal ändern und so zu unserem eigenen Glück beitragen? Auf Inc.* habe ich dazu einen schönen Artikel gelesen, der mich inspiriert hat. Einige der Tipps dort fand ich sehr hilfreich. Einige ganz wichtige haben mir gefehlt. Die finden Sie jetzt hier. Lesen Sie mal, ob sie sich in einigen der folgenden Verhaltensweisen wieder erkennen:

1. Schuld suchen
Die Schuld bei anderen zu suchen ist auf der einen Seite normal - wir wollen unser positives Selbstbild wahren - und auf der anderen Seite ist es ein Zeichen von Unreife. Warum? Weil wir nicht bereit sind, die Verantwortung zu übernehmen. Dabei fühlt es sich so gut an, die Verantwortung auch dann zu übernehmen, wenn mal was schief geht: Wir sind dann nämlich nicht den Umständen ausgelieferte Opfer, sondern behalten das Steuer in der Hand und können Dinge beim nächsten Mal positiv beeinflussen. Außerdem steht es langfristig auch unserem Selbstwertgefühl gut, denn nur selbstsichere Menschen gestehen sich Fehler ein. Und wissen Sie, wie gut es sich anfühlt, anderen ihre Schuld zu vergeben?

2. Neiden
Vergleichen und Neiden sind die Königswege zum Unglück. Es ist die ewige Illusion, dass wir irgend etwas nicht haben oder erreichen, dass jemand anderes bereits erlangt hat. Dabei kennen wir den anderen gar nicht so genau und wissen nicht, ob nicht auch er den Neid einem anderen gegenüber spürt oder sonstwie unglücklich ist. Neid ist unbesiegbar, wenn man ihn zulässt. Neid ist ein Begleiter in einer Leistungsgesellschaft, in der wir ständig nach Glück und Erfolg streben. Er wird uns keine Ruhe lassen und uns immer weiter vor sich her treiben, bis wir erschöpft zusammenbrechen und feststellen, dass wir gar nicht gelebt haben, sondern nur Schimären hinterher gerannt sind.

3. Festhalten
Wir haben alle ein Sicherheitsbedürfnis und halten deswegen an den verschiedensten Sachen fest, selbst wenn sie uns nicht mehr gut tun: Beziehungen, die uns mehr Gram als Liebe bringen; Jobs, die keinen Reiz, sondern nur noch Stress machen; manchmal ein ganzes Leben, das eine neue Richtung bräuchte. Aber wir scheuen uns, das vermeintlich sichere zu verlassen und zu neuen Ufern aufzubrechen, denn das Unbekannte steht für Unsicherheit und Gefahr. Das ist aber in der heutigen Welt oft ein Trugschluss. Gibt es in Ihrem Leben Dinge, an denen Sie nur noch aus Gewohnheit festhalten, obwohl sie längst alles Positive verloren haben? Lassen Sie los!

4. Sich beschweren
Wer sich ständig beschwert, sei es anderen gegenüber oder sich vor sich selbst bemitleidet und beschwert, der manifestiert diese negative Sicht der Dinge. Auf Dauer akzeptiert man sich selbst als ständig meckernde und übel gelaunte Person, die sich immer nur über alles beschwert, anstatt die eigene Welt zu verbessern. Ich finde die Doppeldeutigkeit von "sich beschweren" übrigens sehr hilfreich: Man beschwert sich selbst und das zieht einen runter.

5. Alles kontrollieren
Wer immerzu alles in seinem Leben zu kontrollieren versucht, der muss ständig frustriert sein. Denn wir können nur sehr wenig kontrollieren, andere Menschen, Tiere, selbst die Dinge haben ihr Eigenleben. Wenn wir mit der Erwartung daran gehen, dass wir die Dinge unter Kontrolle halten können und dann läuft doch alles anders, als wir es erwarten, dann werden wir ein Leben voller Enttäuschung und Ärger haben, weil sich scheinbar alles unserem Einfluss widersetzt. Akzeptieren Sie, dass nicht immer alles sauber ist, dass ihr Partner die Dinge anders sieht als sie, dass das Leben voller Überraschungen ist.

6. Bewerten, urteilen und kritisieren
Wissen Sie was: Sie müssen nicht zu allem eine Meinung haben! Es ist dem Universum scheißegal, was Sie an dieser Welt auszusetzen haben. Beobachten Sie einfach die Welt, hören Sie zu, fühlen Sie! Wenn Sie sich ständig durch Urteile und Kritik vergegenwärtigen, was sie nicht mögen, dann sehen Sie bald nur noch Dinge, die Sie nicht mögen. Versuchen Sie es mal anders herum: Gehen Sie durch die Welt und nehmen Sie einfach nur wahr. Bald wird Ihnen auffallen, was Sie alles schön finden. Das macht glücklich.

7. Alles bereuen
Aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen, ist wichtig und hilfreich. Fehler aber ewig zu bereuen oder immer an ungenutzte Chancen zu denken, macht unglücklich. Wer immer nur an vergangene und trübe Momente denkt, der kommt aus dem Heulen nicht mehr raus und erreicht in Zukunft auch nichts. Beim nächsten Mal besser machen, die nächsten Chancen zu erkennen, das sind Ziele, auf die sich die Konzentration lohnt.

8. Negative Selbstgespräche
"Ich hab ja sowieso keine Ahnung." "Das klappt niemals!" "Was habe ich mir nur dabei wieder gedacht?" "Das schaffe ich nie." Kennen Sie das? Manche Menschen neigen zu solchen Selbstgesprächen. Wo das herkommt? Oft kann man noch den Ton der Eltern heraushören, wenn man sich mal selbst zu hört. Solche negativen Selbstgespräche dürfen Sie sich nicht zumuten! Sie deprimieren uns, zerstören unser Selbstvertrauen und lenken den Blick auf negatives. Achten Sie darauf, hören Sie sich mal selbst zu. Wenn Sie sich bei negativen Selbstgesprächen ertappen sollten, dann stoppen Sie sich. Selbstgespräche werden zu selbsterfüllenden Prophezeiungen. Auch die positiven! Also drehen Sie es um, treten Sie der Stimme entgegen: "Ich weiß mehr, als du mir je zugetraut hast!" "Wenn ich will, schaff ich das auch!" "Das wär' doch gelacht."

9. Perfektionismus
Geben Sie zwei Menschen einen Stift und ein ausreichend Papier und bitten Sie den einen, innerhalb einer Stunde ein perfektes Pferd zu malen. Bitten Sie den anderen innerhalb einer Stunde beim Malen von Pferden immer besser zu werden. Was meinen Sie, wer nach der Stunde zufrieden und wer frustriert sein wird? Eben! Perfektionismus ist eine Angst, die uns davon abhält, unsere Ziele mit Nachsicht, Freude und Inspiration zu erreichen. Werden Sie nicht perfekt, werden Sie besser!

10. Sich ängstigen
Angst ist natürlich und soll uns schützen, aber zu viel unangebrachte Angst hält uns davon ab, uns selbst zu entfalten und mit uns glücklich zu werden. Unangebracht ist die Angst vor allem dann, wenn die Folgen der Angst schlimmer sind, als das, wovor wir Angst haben. Beispiel: Sie halten den Mund aus Angst, ihr Chef mag Ihre Idee nicht oder kann Ihre Kritik nicht ertragen. Was würde denn passieren, wenn Sie es trotzdem sagten und der Chef wäre sauer? Eben, nichts. Ihr Chef ist sowieso sauer. Was aber passiert, wenn Sie es nicht sagen: Sie stehen nicht zu sich selbst, leugnen die Wichtigkeit ihrer Position, ihre Kreativität und Menschlichkeit. Lassen Sie das nicht zu. Seien Sie mutig, machen Sie den Mund auf!

Haben Sie einen Tipp, was man unbedingt sein lassen sollte, um glücklich und zufrieden zu bleiben oder zu werden? Lassen Sie es uns hier in den Kommentaren wissen! Wir freuen uns darüber.


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Kommentare:

  1. Ich habe zwei Antworten:
    1. Sich nicht zu vergleichen erspart manchen Verdruss und

    2. Die zehn guten Vorsätze aus dem geistlichen Tagebuch von Johannes XXIII.

    Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

    Nur für heute werde ich die größte Sorge für mein Auftreten pflegen. Ich werde niemanden kritisieren, ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern. Nur mich selbst.

    Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin. Nicht für die anderen, sondern auch für diese Welt.

    Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass sich die Umstände an mich und meine Wünsche anpassen.

    Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, so ist die Lektüre notwendig für das Leben der Seele.

    Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen. Und ich werde es niemandem erzählen.
    Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe es zu tun. Sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, dass niemand es merkt.

    Nur für heute will ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: Vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

    Nur für heute werde ich fest glauben - selbst, wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten -, dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.

    Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist, und an die Güte zu glauben.

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  2. Finde ich sehr schön, besonders: "Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: Vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit." Fast buddhistisch, der alte Christ :)

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  3. Glück ist die Summe aller Jas.
    Jas sind positive Bewusstseinsinhalte.
    Diese kann ich nur erzeugen, wenn ich die Phänomene und Aufgaben des Alltags auch positiv bewältige.
    Dies kann nur durch Übung gelingen.
    Die aktive Auseinandersetzung mit meiner Umwelt muss als evolutionärer Prozess begriffen und gestaltet werden.

    Unser evolutionäres Erbe ist dabei der Zwang zur ständigen Erneuerung

    Inwieweit es dabei immer auch um die Erhöhung von Komplexität beziehungsweise Expertise geht, ist diesbezüglich eine interessante Frage.

    Die richtige Mischung zwischen Vertiefung und Verbreiterung zu finden ist eine Lebensaufgabe.

    Die gemachte Lebenserfahrung
    wird zum Erfahrungs-Selbst,
    welches den Gefühlshintergrund unsere Persönlichkeit konstruiert. Bin ich ein glücklicher oder unglücklicherweise Mensch?

    Positive Erfahrungen kann ich, wie oben schon erwähnt, nur durch Übung erzeugen.
    Nur wo ich mich aktiv mit meiner Umwelt auseinandersetze, kann ich dies erreichen.

    Ein den persönlichen Talenten entsprechendes Aufgabendesign ist dabei die Kernkompetenz für ein geGLÜCKtes Leben.

    Deine Talente erkennen, Ziele formulieren und diese in bewältigbare Aufgaben verpacken.

    So einfach geht Glück!

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  4. Genauso sehe ich das auch. Es ist entscheidend die eigene Mitte zu finden, nicht nur im Berufsleben, sondern auch im Alltag. Sein Glück, seine eigene Stabilität finden. Sich nicht von anderen Menschen abhängig machen, auch mal die Stille genießen und versuchen, eigene Zwänge zu brechen. Es ist immer der Wandel, der uns treibt, auch die Veränderung und hin und wieder muss ich prüfen, ob es der richtige Weg ist, ob es vielleicht noch andere Zwischenstationen gibt. Der Vergleich mit Anderen ist Quatsch. Wenn man sich mag, sein Leben, seine Ziele halbwegs zu Stande bringt, braucht das kein Mensch!!!! Und genau dann kommt das Glück. Das Glück jedoch kann nur gefühlt werden, wenn es eben auch mal ein Tief gab. Deshalb ist das Leben gut so wie es ist!!! Es gibt so viele schöne Dinge auf der Welt und nicht umsonst, kommt die Moderne wieder zurück, zur Stille und Tiefe :-)

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  5. Danke für die tollen Kommentare - da ist eine Menge bedenkenswertes dabei. Das mit den positiven Erfahrungen dur Übung kann ich auch nur noch einmal unterstreichen.

    Im letzten Kommentar heißt es "nicht umsonst kommt die Moderne wieder zurück, zur Stille und Tiefe" - Was ist damit gemeint? Das interessiert mich. Wo und wie kommt die Moderne zur Stille und Tiefe?

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  6. Ich meine damit, dass die Moderne wieder zurückfindet, genau dahin, zum Ursprung des Lebens und sich nicht blenden lässt und hier spreche ich die Menschen an, die dies fühlen und eben nicht nur im Strom mit schwimmen, sondern sich Gedanken machen, um das Leben, um im Leben einen geeigneten Platz zu finden. Ich denke auch, dass unsere Kinder und die neuere Generation oftmals mehr Gedanken dazu hat, wie vielleicht die heute über dreißigjährigen.. Leben heißt ja, zu fließen, im Wandel zu sein, bekanntlich ist der Fluss nie der gleiche, in den ich steige, deshalb sollte der nächste Schritt gut überdacht sein. Und die Menschheit, die moderne, neue hoffentlich Gesellschaft stellt sich wieder zurück den Ursprungsproblemen, der der Nahrungskette, vielleicht auch der zwischenmenschlichen Problematik, wie führe ich gute Beziehungen, überhaupt der ganze Umweltkram ist ein westentliches Problem. Und dabei meine ich, in der Mitte zu sein, ist ein wichtiges!!! Menschen die dies nicht fühlen, können auch weniger agieren. Und die Tiefe und Stille, einige Überlegungen und Entscheidungen, ohne Einfluss anderer, sind dann wohl wichtig. Keine Ahnung, ob ich jetzt gefunden habe, dass zu erklären, was ich meinte? Und all die obigen Punkte, wäre doch schlimm, wenn man die im Leben, in der Mitte noch immer nicht ausblenden konnte, oder? Vieles kommt sicher immer wieder hoch, beispielsweise die Angst, ohne die wir aber nicht leben könnten, wichtig ist jedoch, aus ihr zu wachsen :) besser werden, die nächste kommt dann bekanntlich in neuer Form zurück und somit schliesst sich der Kreislauf, bloss nicht stehen und stecken bleiben...

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  7. Glueck erfahrt man im inneren, wenn man seinen naechsten in dieser dualitaet genau so lassen kann, wie er ist. Das ist aber nicht einfach..

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  8. Ist Neid wirklich so "schädlich" für uns? In "Gespräche mit Gott" wird über dieses Thema gesprochen. Dort wird das Sinnbild eines kleinen Kindes genutzt, dass sieht, wie sein großer Bruder an die Türklinke heran kommt und die Tür öffnen kann. Das kleine Kind selbst ist noch zu klein um dies zu schaffen. Aber es beneidet seinen Bruder um diese Fähigkeit und nimmt sich ihn als Vorbild um es auch eines Tages zu schaffen. Somit war dieser Neid sehr hilfreich für das Kind, oder nicht? Ganz anders sieht es aber mit Eifersucht aus. Die tut uns ganz und gar nicht gut. Denn sind wir Eifersüchtig, werden wir traurig und gönnen dem anderen diese Sache vielleicht nicht. Wir versinken in Selbstmitleid und spüren vielleicht sogar Wut in uns. Ich würde sogar behaupten, dass wir ein Gefühl des Mangels in uns tragen. Bei Neid wiederum weiß ich über meine Möglichkeiten, dies auch zu schaffen und freue mich für den anderen, dass er es schon kann. Ich denke schon, dass sich diese beiden Gefühle (Neid und Eifersucht) unterscheiden lassen, oder nicht? Auf jeden Fall ein interessantes Thema womit doch auch sehr viele hier im World Wide Web zu kämpfen haben, gerade bei Youtube und Co.

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    1. Hallo Sandy, vielen Dank für deine Gedanken.

      Richtig, Neid und Eifersucht sind nicht dasselbe. Zum Neid muss man unterscheiden. Und das haben wir getan. Lies gern hier den Artikel, der in die Richtung dessen geht, was du sagst: Der edle Bruder Neid.

      Viele Grüße!

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