7. Januar 2010

Korrektur zum Blogpost "Retroflektion und..."

Im Coaching-Board wurde ich durch eine Psychologin darauf hingewiesen, dass es nicht "Introflektion", sondern "Introjektion" heißt. Fälschlicherweise nahm ich einfach an, dass es reicht, das "c" durch ein "k" auszutauschen, um den englischen Begriff zu übersetzen.

Weiterhin wurde erörtert, dass die beiden Begriffe zum Konzept der Kontaktunterbrechungen aus der Gestalttherapie gehören. Weitere Elemente dieses Konzepts seien Konfluenz, Projektion und Deflektion.

Der komplette Beitrag ist hier zu lesen.

6. Dezember 2009

Philosophischer Bezug zum Coaching


In welchem Bezug stehen das Coaching und die Philosophie und ist das Coaching die philosophische Praxis? Coaching arbeitet immerhin mit der ältesten Methode der praktischen Philosopie: dem Fragen stellen. Sokrates lief durch die Straßen und stellte den Bürgern unaufgefordert Fragen zu Moral und Erkenntnis. Sokrates war nicht bei jedem seiner Mitbürger beliebt, er ging ihnen buchstäblich auf den Geist. Der Coach ist in der bedeutend angenehmeren Lage, dass der Klient zu ihm kommt und um seine Fragen bittet. Was geblieben ist, ist die Methode des Fragen stellens. Der Coach so wie der praktische Philosoph leisten nicht die Erkenntnisproduktion, sondern stellen nur die richtigen Fragen. Letztlich laufen diese Fragen auf die Selbsterkenntnis der Klienten hinaus. Das altbekannte gnothi seauton (erkenne dich slebst) war das Motto der Priesterinnen, die im Tempel von Delphi den Ratsuchenden weissagten.

29. November 2009

Retroflektion und Introflektion

In folgenden zwei Artikeln möchte ich mich mit den zwei aus der Gastalttherapie kommenden Begriffen Retroflektion und Introflektion beschäftigen. Ich mache das vor allem ausgehend von Peter Bluckerts Buch Psychological Dimensions of Executive Coaching. Beide Begriffe deuten auf Verhaltensweisen, die es uns erschweren, mit Konflikten abzuschließen. Diese Vermeidungsstrategien sind in Coaching-Situationen zu erwarten und bei Auftreten durch Bewusstmachung zu bearbeiten.

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Retroflektion und Introflektion I

Retroflektion
Wir wenden Sachen (z.B. Konflikte), die eigentlich nach Außen gehören, nach innen und erschweren es so, solche Sachen abzuschließen. Z.B.: Wir haben ein Problem mit einer Kollegin und anstatt dieses Problem mit ihr anzusprechen, unterlassen wir das, weil wir meinen, es wäre unklug oder gar schädlich, dort rumzustochern und eventuell Dinge zu verschlimmern. Als Konsequenz wenden wir den Konflikt nach innen und verhindern so, dass er gelöst werden kann. Statt dessen werden wir übervorsichtig mit der Kollegin oder manifestieren Vorurteile, die unser Verhalten dieser Kollegin gegenüber merkwürdig/unbegründet ablehnend erscheinen lassen kann.

Retroflektion und Introflektion II

Introflektion
Das Internalisieren von Überzeugungen, Werten und Anforderungen ist ähnlich wie die Retroflektion bereits ein Nebenprodukt des Lernens im Kindesalter. Bluckert bringt das Beispiel von der Überzeugung, dass man die Finger nicht in die Steckdose stecken soll als ein Beispiel solch einer nützlichen Introflektion. Überblickend betrachtet, halte ich die Introflektion jedoch für ein sehr virulentes Problem unserer Zeit. Die angeblichen Notwendigkeiten der Leistungsgesellschaft bauen zu einem großen Teil auf der ungefragten Übernahme von Überzeugungen, Werten und Anforderungen auf. Durch Introflektion unterwerfen wir uns leicht dem Common Sense und öffnen uns so verschiedenen Formen von Ausbeutung.

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