23. August 2014

Wie wird man ein Misanthrop?

Die schönsten Arten, die Menschheit zu verachten

"Ich glaube an die Gleichheit und die
Einigkeit der gesamten Menschheit.
Wir sind alle Scheiße!" 
Bill Hicks

Einer der meistgelesenen Artikel auf Geist und Gegenwart mit über Hundert Kommentaren heißt: Misanthropie - Bin ich ein Menschenhasser? Als ich diesen Artikel im Dezember 2011 schrieb, dachte ich, das wäre ein Minderheitenthema. Es war überhaupt nicht abzusehen, dass er solch ein Erfolg werden würde. Es drängt sich die Frage auf: Warum? Ist es nicht traurig, dass sich so viele Menschen angesprochen fühlen und von sich selbst sagen, sie wären Menschenhasser?

Fuck you! (von Deemonita via CC)


Um das zu beantworten, sollte man sich anhören, was sie zu sagen haben. Viele dieser selbsterklärten Misanthropen haben seit Veröffentlichung diesen Artikel kommentiert. Erstaunlicherweise sind die allermeisten Kommentare unter dem Artikel sehr zivilisiert. Mich bestärkt das in meiner Entscheidung, auf Geist und Gegenwart auch anonyme Kommentare zuzulassen und sie vor Erscheinen nicht zu moderieren. Lediglich vier Kommentare musste ich löschen, weil sie nicht nur latent menschenverachtend (das ist ja bei dem Thema irgendwie erwartbar), sondern konkret bedrohend oder glatt verfassungsfeindlich waren. Wer sind also die Menschen, die sich selbst als Misanthropen, als Verächter der Menschheit betrachten? Und wie wird man zu einem von ihnen?

Wie wird man Misanthrop?

Niemand wird als Misanthrop geboren. Weder ist es eine Persönlichkeitseigenschaft noch eine Krankheit. Man wird zum Misanthropen durch eigene Erlebnisse und Urteile, die man über diese Erlebnisse fällt. Schon bei Platon wird man durch Enttäuschung zum Misanthropen:
"Nämlich die Menschenfeindschaft entsteht, wenn man einem auf kunstlose Weise zu sehr vertraut, und einen Menschen für durchaus wahr, gesund und zuverlässig gehalten hat, bald darauf aber denselbigen als schlecht und unzuverlässig erfindet, und dann wieder einen, und wenn einem das öfter begegnet [...] so haßt man denn endlich [...] alle, und glaubt, daß nirgend an keinem irgend etwas gesundes ist." (Phaidon)
Mit anderen Worten: Wäre der Menschenfeind nicht so naiv und würde er nicht zu viel von seinen Mitmenschen erwarten, dann hätte er auch keinen Grund für eine so tiefe Enttäuschung, die sich in einen Hass der ganzen Menschheit übersetzt. Auch bei Goethe hat der Misanthrop etwas niedlich-naives: 
"Erst sitzt er eine Weile/Die Stirn von Wolken frei/Auf einmal kommt in Eile/Sein ganz Gesicht der Eule/Verzerrtem Ernste bei./Sie fragen, was das sei?/Lieb oder Langeweile?/Ach, sie sinds alle zwei." (Der Misanthrop)
Bei Goethe wird also ganz explizit die Liebe in der Verachtung thematisiert. Und auch Nietzsche orientiert sich klassisch an der Misanthropie als "Folge einer allzubegehrlichen Menschenliebe" (Die fröhliche Wissenschaft). Heute ist sicherlich eine Entfremdung der Menschen untereinander eine große Ursache für solch eine Enttäuschung, die in Misanthropie umschlägt: In unseren Individualgesellschaften fühlen wir uns leicht von gemeinschaftlichen Strukturen isoliert und begegnen ihnen dann feindlich in einer Art Trotzreaktion: Ihr wollt nicht, dass ich dazugehöre? Ich will gar nicht zu euch gehören! Oder auch umgekehrt: Einer Gemeinschaft, die jemanden wie mich akzeptiert, würde ich nie angehören wollen.

Bei Moliere entfremdet sich der Misanthrop von seinen Mitmenschen, weil er ihnen gnadenlos die Leviten liest. Das ist auch das, was viele der Möchtegern-Misanthropen am liebsten machen: Menschen für ihre Schwächen verurteilen. Das ist eher zwanghaft, als philosophisch. Aber irgendwie gibt es gar keine nennenswerte zeitgenössische Philosophie der Misanthropie. Da wäre vielleicht E. M. Ciorans Aphorismensammlung Vom Nachteil, geboren zu sein zu nennen oder Ulrich Horstmanns provokative Streitschrift Das Untier. Konturen einer Philosophie der Menschenflucht, in der er völlig geradeheraus die Abschaffung der Menschheit fordert und das Eventualitätsphilosophie nennt. Aber all das ist eher Literatur, keine Analyse. Ob zwanghaft, philosophisch oder literarisch: Den Verächtern der Menschheit kann man ihre Gefühle auf eine Art kaum verdenken: Wie könnte man sich denn ohne Abscheu ansehen, wie wir nicht aufhören, uns in Kriegen und Massakern gegenseitig zu vernichten, wie wir vergewaltigen, foltern, die Natur in Asche legen oder in industriellem Stile Tiere quälen? Wie kann man eine solche unzivilisierte Zivilisation nicht hassen? Wie kann man sich nicht wünschen, all das hörte bald auf?

Es offenbart sich im Misanthropen neben der Naivität auch "die fehlende Kraft zur Entscheidung und Unterscheidung, die Tugend der Skepsis und des Erkennens der Mitte zwischen den Extremen", wie Bernhard Sorg anhand von Lukians Timon zeigt (Der Künstler als Misanthrop, S. 3).

Missverständnisse 

Kann es sein, dass manche Möchtegern-Misanthropen gar keine sind, sondern einfach nur Introvertierte, Pessimisten oder Zyniker? Natürlich kann ein Misanthrop introvertiert, pessimistisch und zynisch sein, das heißt aber nicht, dass anders herum jeder Introvertierte, Pessimist oder Zyniker ein Misanthrop ist. Misanthropen hassen auch nicht zwangsläufig jeden Menschen, sondern sie verabscheuen die Menschheit. Sie können Freunde und Familien haben und sogar sehr viel Mitgefühl gegenüber anderen einzelnen Menschen. Misanthropie kann ein Zeichen der Weisheit sein. Außerdem hassen sich Misanthropen nicht zwangsläufig selbst und sind nicht irgendwie selbstmordgefährdet. Und ganz bestimmt ist Misanthropie keine psychische Krankheit, sondern eine wie auch immer gewonnene Einstellung. 

Als Philosoph muss man sagen, dass Misanthropie weder gut noch schlecht und weder wahr noch falsch ist, es ist Ansichtssache. Wenn man in diese Welt mit ihren Aneinanderreihungen von durch Menschen verursachte Katastrophen schaut, dann kann man konstatieren, dass diese Ansicht ihre Berechtigung hat. Verpflichtend ist sie deshalb natürlich nicht.

Welche Misanthropen gibt es?

Paradoxerweise mögen einige Verächter der Menschheit dann doch einer Gemeinschaft angehören... und zwar der der Misanthropen. Oft liest man in den Kommentaren so etwas widersprüchliches wie: "Ich bin erleichtert zu lesen, dass ich zumindest nicht allein dastehe mit diesem beklemmenden Gefühl das ich gegenüber meine Mitmenschen hege." Hier zeigt sich, dass unter dem vermeintlichen Hass doch so etwas wie eine Sehnsucht nach Dazugehörigkeit schlummert. Schopenhauer hat das mit seinem Gleichnis der Stachelschweine beschrieben: 
"So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab." (Die Stachelschweine)
Jenseits der Bedürfnisse der Stachelschweine gibt es noch ganz handfeste und jeweils verschiedene Motivationen, die Menschheit zu verachten oder sie mindestens zu meiden. 

1. Schüchterne Einzelgänger und Introvertierte

Keine wirklichen Misanthropen sind die unter uns, die es einfach schwer haben, sich anderen zu öffnen, weil sie schüchtern sind oder aus anderen Gründen der Persönlichkeit den gesellschaftlichen Erfordernissen des Zusammenseins nicht genügen können, die den Smalltalk fürchten und der Überstimulation durch Gruppen aus dem Weg gehen wollen. So schreibt beispielsweise eine Leserin:
"Ich finde es bemerkenswert, dass hier viele schreiben, dass sie aus moralischen Prinzipien und philosophischen Überlegungen zum Misanthropen geworden sind [...] Letztendlich läuft es aber für mich darauf hinaus, dass ich den Menschen nicht mag, weil es mir unangenehm ist mit ihm zu interagieren, da mir die Sicherheit und die sozialen Fähigkeiten dazu fehlen - es zu kaschieren erfordert Schauspiel, ist anstrengend, aufreibend und wie viele schon geschrieben haben schlichtweg nervig."*
Hier wird ganz klar gesagt, dass keine weltanschaulichen oder philosophischen Gründe für eine Verachtung der Menschheit vorliegen, ja dass es gar keine Verachtung gibt, sondern dass eine sich selbst zugeschriebene Unzulänglichkeit zum Rückzug aus der Gesellschaft führte. Solchen Menschen fehlt die Wut, der Hass, sie sind eher ängstlich und es liegt ihnen fern, andere zu verachten. 

2. Existentialisten in schwarzem Pullover, mit Zigarette und Kaffe

Ganz anders die Möchtegern-Philosophen unter den Verächtern der Massen. Sie sind elitär und stolz auf ihr Einzelgängertum. Auch ihrer Einstellung mag eine charakterliche Disposition (z.B. Introversion) zugrunde liegen. Aber sie sind nicht ängstlich oder schüchtern, sondern grenzen sich selbstbewusst von der als durchschnittlich empfundenen Masse ab. Da sie über allem stehen, durch und durch elitär sind, würden sie auf einem Blog auch keine Kommentare hinterlassen, also kann ich keine Beispiele bringen. Sie sehen sich selbst als Nihilisten und meinen, dass im Menschen die kosmische Sinnlosigkeit zu ihrem eigenen Bewusstsein gekommen ist. Sich dazu zu äußern, würde diese Sinnlosigkeit nur noch toppen. Also rauchen sie ganz allein noch eine und hoffen, dass bald das Licht ausgeht.

3. Misanthrop statt Naturschützer

Für mich absolut nachvollziehbar ist die Positionen derer, die sich um die Natur als unsere Lebensgrundlage sorgen oder auch um die Natur um ihrer selbst willen, weil sie schön ist und göttlich. Sie werden wütend und verzweifeln, weil die Menschheit als Ganzes diese Schönheit nicht achtet oder gar nicht erst sieht. Ein Beispiel:
"Unendlich wichtiger als alles, was unser fürchterliches Miteinander unter Unseresgleichen angeht, ist der Planet, auf dem wir leben. Und die Mitlebewesen, die diesen Planeten mit uns teilen müssen. Diesen atemberaubend schönen Planeten Erde, mit seinem perfekt harmonierenden, natürlichen Gleichgewicht, in dem jedes dieser vielen, unglaublichen, faszinierenden Lebenwesen seinen Platz und seine Funktion hat, in dem keines schädlich ist und sich perfekt in dieses grossartige System einfügt und einbringt, in diesem endlosen, wunderbaren Kreislauf des Lebens.

So war das, bis wir kamen. Wir, diese unsägliche Seuche, die wir mit inzwischen fast 8 Mrd. zerstörerischen und sich immer weiter vermehrenden, parasitären Einzelorganismen die Oberfläche dieses Planeten überziehen, zubetonieren, ihm restlos alles aus den Eingeweiden reissen, pumpen, saugen, alles töten, verdrecken, zerstören, unersättlich und gefrässig an ihm schmarotzen, und nichts als Gift, Dreck und Tod hinterlassen."*
Der Mensch als Parasit ist ihr Leitbild. Und was mit Parasiten geschieht - zumindest aus der menschlichen Perspektive - ist auch klar: Sie werden exterminiert. Hier zeigt sich wieder die latente Widersprüchlichkeit in der Argumentation. Dem Naturschutz-Misanthropen fällt nichts besseres ein, als eine ganz legitime natürliche Funktion im Ökosystem, nämlich die des Parasiten, zu diskreditieren und ihr mit Ausrottung zu drohen. Damit befindet sich dieser Misanthrop ganz im Einklang mit den Impulsen der Menschlichkeit, die er eigentlich ablehnt. Er ist noch nicht im letzten Stadium der Trauer, in der Akzeptanz des großen Ganzen angekommen. Erst dieses Ankommen würde ihn befähigen, seinen Zustand der Verachtung in etwas Produktives zu verwandeln und Verbesserungen herbeizuführen. Statt dessen nur Ohnmacht, Wut und Verachtung:
"Der Mensch ist unwürdig zu leben, denn er weiß, dass er schlecht für diese Welt ist und hat trotzdem nicht den Mut zu gehen. Ein einzelner Mensch bringt dabei gar nichts. Alle Menschen müssen ausgerottet werden und hätte ich eine Art Bombe, die alle Menschen und deren Errungenschaften auf einmal von der Welt fegen könnte, würde ich sie sofort einsetzen. Nur der Tod bietet Erlösung!"*
Diesen einen Schritt weiter gehen solche Ökofaschisten wie Pentti Linkola. Sie steigern sich in ihre Wahnvorstellungen hinein und suchen eigentlich nur nach dem roten Knopf, auf den sie drücken können, damit die gesamte Menschheit oder wenigstens die Mehrheit von ihnen von diesem Planeten verschwindet. Linkolas Sehnsucht war es, die Menschheit durch einen dritten Weltkrieg so stark zu reduzieren, dass sie als eine Handwerker-, Fischer- und Bauerndiktatur mit strenger Geburtenkontrolle nachhaltig auf diesem Planeten leben kann. Irgendwie ein verführerischer Gedanke, der aber gar nicht kompatibel mit unserer liberalen und demokratischen Auffassungen von Menschenrechten ist.

4. Tierschützer und Vegetarier

Etwas anders gestrickt sind die Tierschützer. Ihnen geht es nicht um Verschmutzung oder die Natur oder gar die Erhaltung unseres Ökosystems als Lebensgrundlage des Menschen. Ihnen geht es um Leid. Ein Kommentar einer Leserin als Beispiel:
"Auch ich war im Tierschutz tätig, konnte aber die Ohnmacht, die Wut und den Hass nicht mehr ertragen. Ich sondere mich so gut es geht ab von dem, was ich an Menschen hasse. Ich lebe vegan.. aus Schuldgefühl dafür, was wir den Lebewesen auf der Erde antun, versuche das zu vermeiden, was ich an der Menschheit so hasse, einfach anders sein."*
Interessant daran finde ich immer die Verengung der Betrachtung auf das Leid der Tiere. Das Leid der vielen Menschen in Krieg, Krankheit, Verbrechen und Armut ist nicht ihr Thema. Ich vermute, das liegt an der Mithaftung aller Menschen an der Tierquälerei. Überall nutzen Menschen Tiere zur Arbeit, als Kleidung, als Nahrung oder nur so zum Spaß und quälen sie dabei. Außerdem schreiben sie den Menschen - zurecht oder nicht - immer noch genug Macht zu, sich aus ihrem Elend zu befreien, während Tiere ihrem Schicksal, also uns ausgeliefert sind. Der Tierschützer als Misanthrop hasst die Menschheit und liebt die Tierwelt und bewegt sich damit in genau der Trennung, die der Menschheit zur Grundlage dient, alles auszunutzen, das nicht zur Menschheit zählt.

5. Die letzten Bildungsbürger

Auf der linken wie rechten Seite gibt und gab es unter den Bürgern, Intellektuellen und Philosophen immer solche, denen der Untergang des Abendlandes bevor zu stehen schien. Denken wir an zum Beispiel an Theodor W. Adorno oder Arnold Gehlen. Solche Bildungsbürger sehen ihre Geisteswelt in der antiintellektuellen Beliebigkeit einer Gesellschaft der Brot und Spiele verschwinden. Sie zweifeln daher ganz grundsätzlich an der Wertigkeit der sich abzeichnenden Gesellschaft und an ihrer Zukunftsfähigkeit. Müsste man das aus heutiger Perspektive beurteilen, so kann man nur sagen, dass sie die Kompensationsfähigkeit der Wirtschaft, Technik und Wissenschaft unterschätzt haben. Natürlich geht das Bildungsbürgertum unter, aber nicht, ohne ganz neuen und nicht weniger anspruchsvollen Entwicklungen Platz zu machen. Bildungsbürgerliche Misanthropen und Gesellschaftspessimisten wie Adorno und Gehlen verstehen nicht, dass die Segnungen, Gewohnheit und Geschichte einer bestimmten Epoche (sagen wir seit Gutenberg bis Goethe) keinesfalls ausschließen kann, das nach ihr nicht etwas von ganz eigener Wertigkeit und Größe kommt. Gutenberg wäre vom Internet begeistert gewesen.

6. Soziopathen: Abschaum!

Völlig verwirrt scheinen mir solche Menschen zu sein, die einfach nur alle anderen hassen. Sie sind aber keine Misanthropen, sondern schlichte Soziopathen. Denn sie verabscheuen nicht die Menschheit, sondern sie verabscheuen Menschen als Individuen. Solche Menschenhasser sind zwanghafte Persönlichkeiten, die eine Vielfalt der Wünsche, Ideen und Lebensentwürfe fern ihrer eigenen Präferenzen nicht ertragen können. Sie haben keine Toleranz gegenüber der Unvollkommenheit, in den Kommentaren sagen sie Dinge wie "ich verachte Euch alle alleine schon wegen der ganzen Schreibfehler". Mehr gefällig? Hier sind noch ein paar Beispiele:
"und wie ich sie hasse! [...] allein wenn ich sie dumm lachend zusammensitzen sehe. wie sie dumm das leben genießen obwohl sie eher den tod verdient hätten. dieses ekelhafte unselbstständig sein, dieses nur auf sich achten [...] wie sie sich geben, wie sie ihre gierigen mäuler stopfen, fressen und saufen. wie sie daher reden in einer (sowohl grammatikalisch als auch geistig) unmöglichen form [...] wie sie wie die schweine in massen auf die straßen rennen, etwas haben wollen ohne zu wissen was. wie sie einfach gierig sind. angst etwas zu verpassen. hysterie, panik und wahnsinn! wie sie immer dümmer werden! sich manipulieren lassen. keine eigene meinung mehr haben. geschweige denn einen eigenen stil. es sind minderwertige lebensunwerte dreckige kreaturen! wie gerne würde ich 99% der menschheit eigenhändig den ofen aus machen!"*
Solche Psychopathen sind keine Misanthropen, es sind Menschenfeinde, die dringend Hilfe benötigen, damit sie nicht eines Tages Amok laufen oder in sich selbst und ihrem Hass ertrinken.

Gemein haben sie jedoch mit allen Misanthropen, nicht nur den Hass auf die Mitmenschen, sondern den starken Wunsch, sie mögen alle bestraft werden (vergl. Bernhard Sorgs Der Künstler als Misanthrop, S. 2).

7. Der Misanthrop als Humanist

Wie wir oben schon sahen: richtige Misanthropen sind gute Menschen. Sie haben Beziehungen zu anderen Menschen, lieben den einen oder anderen Menschen, haben Freunde und trauern, haben Mitleid und helfen. Natürlich überkommt sie hin und wieder die Wut, aber eigentlich sind sie die waren Humanisten. Sie versuchen, bessere Menschen zu sein, weil sie sich selbst an dem messen, was ihre Abscheu der Menschheit gegenüber verursacht: Prinzipien der Menschlichkeit, der Würde und der Weisheit.
"Manchmal bin ich angeekelt von der Gier einiger Menschen, von ihrem Egoismus, ihrer Kurzsichtigkeit, ihrem Konsumwahn. Ich messe sie alle an einem Ideal, gleichzeitig wissend, dass ich exakt genauso bin - fehlerbehaftet. Deswegen hasse ich keinen Menschen, ich verabscheue aber die Abgründe der menschlichen Natur. Auch wenn sich dieses Gefühl am Höhepunkt seiner Intensität in gedankenlosen Hasstiraden äussert, handle ich nicht menschenfeindlich."*
Hier wird sehr deutlich, dass der Misanthrop sich gerade gegen alles menschenfeindliche richtet. Vielleicht genießt er sogar sein Leben und weiß, welches Potenzial der einzelne Mensch in seinen Beziehungen hat. Und gerade weil dieses Potenzial nicht genutzt wird, weil die Menschheit als ganzes hinter dem guten zurückbleibt, zu dem sie fähig ist, verachtet er sie. Ich glaube, dass sich die Misanthropie dort auflöst, wo sie auf die Weisheit stößt. In den Kommentaren schreibt ein Leser:
"In jedem der vorab geschriebenen Kommentare finde ich mich wieder, selbst bei den überaus extremen Varianten würde ich noch manch schmackhafte Erweiterung hinzufügen können. Aber wofür das Ganze? Diese Frage stellte ich mir lange Zeit. Negative Gemütsregungen schaden in allererster Hinsicht nur mir selbst, meinem Körper, meiner Seele. [...] 'Strebe nicht danach, die Welt (und die Menschen) zu verändern, sondern verändere Deine innere Einstellung zur Welt (zu den Menschen).' [...] Es macht mich krank und unglücklich - der Hass. [...] Die Zeit rinnt mir davon. Es gibt so vieles zu schreiben, so vieles zu denken. Besinnt Euch Eurer Werte, seid Stolz auf Euch und eben diese. Belächelt die aufgesetzten Lügenfratzen, Ihr wisst. Sie nicht. Lasst Sie leben und genießt euer Leben."*
Es scheint, dass hinter dieser Schilderung ein Misanthrop steckt, der erwachsen geworden ist. Jemand, der seinen romantischen Hass in eine pragmatische Weisheit verwandeln konnte. Gewichen ist die naive Enttäuschung darüber, dass alle ganz böse und egoistisch sind. An ihre Stelle trat die Erkenntnis der Begrenztheit und Endlichkeit des eigenen Lebens, des eigenen Einflusses, aber auch der Fähigkeiten eines jeden einzelnen Menschen. Hier ist der Misanthrop zu einem eigenbrötlerischen und weisen Humanisten geworden. Ist es nicht das, was man einem jeden Verächter der Menschheit wünschen kann?

Wie geht es Ihnen? Sind Sie Misanthrop? Aus welchen Gründen? Kommentare sind willkommen.


* Diese Zitate sind Kommentare zum Artikel Misanthropie. Ich habe sie gekürzt und grobe Rechtschreibfehler korrigiert, um die Lesbarkeit zu gewährleisten. Danke an alle Kommentierenden, die sich hier so offen und doch zivil äußern!

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Kommentare:

  1. Meine intuitive Vermutung beim Lesen: Wenn man etwas nicht bekommt, das man eigentlich bräuchte, gibt es zwei realistische Reaktionsweisen: Entweder, man fängt an, es anderen zu geben, quasi gerade aus Trotz. Oder man fängt an, die anderen dafür zu hassen. So stelle ich mir das für all die (Zwischen)Menschlichkeit vor, die der Misanthrop gerne finden würde. In einer immer individualisierteren Gesellschaft tritt möglicherweise auch immer mehr ein Mangel zutage: Ein Mangel an Gemeinschaftsgefühl, an Dazugehörigkeit, an Solidarität. Mittendrin diese Selbstliebe-Prediger, boar nee, auch noch lieben soll ich mich selber, das ist ja quasi die Onanie der Seele. Und wenn dann noch alle paar Wochen ein neuer Krieg begonnen wird, da fällt es doch schwer, die Lösung darin zu sehen, die Welt liebend umarmen zu wollen. Dieser Hippie-Scheiß frustriert doch nur!

    Doch man erntet, was man sät, deswegen finde ich den Hippie-Scheiß die bessere Lösung. Love, peace and happiness, los geht's!

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    1. Toc6, ein schönes Bild: "Onanie der Seele"! Ich denke, damit hast du auch ein Problem angesprochen, dass sich für viele Misanthropen stellt: Unser Leben, unsere Selbstbilder und unser Tun sind nicht wahrhaftig, sie kommen ihnen verlogen und deshalb verabscheuungswürdig vor. Am Ende kann man nur sagen: Richtige Misanthropen sind enttäuschte Moralisten und im Grunde müsste es viel mehr von ihnen geben. Ich denke schon, dass sie auch Sympathisanten von Hippies sein können. Ich sympathisiere jedenfalls mit beiden ;)

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    2. Die Menschen sind wie Spatzen im Winter,Sie Blustern sich auf und wärmen sich gegenseitig an diesem riesengroßen Illusionären Selbstbild von sich und dem anderen.

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  2. Mein erster Gedanke ist: "Wie kann man etwas hassen, was man selbst ist?"

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    1. Wer das tut, hat sicherlich jeden Glauben an sich selbst verloren. Wer Menschen hasst, hasst auch sich selbst. In Anbetracht dessen scheint Misanthropie mehr eine Form von Selbstverachtung zu sein. Anders könnte ich mir das gar nicht vorstellen.

      Ich bin von diesem Artikel sehr fasziniert und davon, wie unterschiedlich sich Misanthropie äußert, obwohl jeder für sich selbst glaubt, ihr Anhänger zu sein.

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    2. Na ja, "hassen" ist eben nicht das richtige Wort, wie ja hier auch immer wieder gesagt wird. Ich verwende lieber Worte wie "Abscheu" und "Menschheit", denn es geht ja eben nicht um Individuen. Man selbst ist immer Mensch und nicht Menschheit. Man kann Menschen lieben, aber die Menschheit verabscheuen.

      Meine Aufzählung von möglichen Motiven ist natürlich unzulänglich. Es wird viele Gründe geben, warum jemand die Menschheit verabscheut. Ich wollte aber zeigen, dass nicht jedes Gefühl von Abscheu oder gar Hass mit Misanthropie gleichzusetzen ist.

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    3. Vielen Dank für die Antwort, ich sehe das genauso.

      Maria S.

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    4. Ich bin erst 15 und wenn Ich ehrlich bin Ich verstehe Menschen nicht ,da Sie sich komisch verhalten(Bettler anspucken ). Kann mir bitte jmd. erklären wer würde solche Menschheit nicht hassen?

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    5. Das war ein Arschloch, deswegen alle in einen Topf schmeissen? Das ist nicht gesund für dich so zu denken.

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    6. Dieses "Arschloch" ist aber nunmal in jedem von uns

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    7. Es geht nicht um das eine Aloch sondern um die 80%.
      Die Naivität des Misanteophen muss ich bestätigen. Naja ich hoffe immer auf das beste im Menschen und werde stets enttäuscht. Oftmals agieren Menschen so unnatürlich abwägig, dass mir der Handlungsdrang oder der Entscheidungsprozess auf ewig ein Rätsel bleibt.
      Misantrophie ist das Resultat tiefster Enttäuschung.
      Die Enttäuschung in einen selbst weil man unnmächtigt die Welt zu verändern und sich von der Gesellschaft erdrückt fühlt. Dann diese über den grossteil der Menschheit nach dem man sieht wie sie von ihren hohenrössern fallen und ihre versprechen nie ei hielten.
      Auch das ewige selbstglorefizieren, die endlose suche nach seöbstbestätigung und das unendliche Getue und Gelüge, der Wunsch nach Materialistischer unvergänglichkeit, dass anhäufen von Dreck und Zertifikaten, das einen dazu erhebt andere Leute niederzumachen.
      Auch die enntäsuchung in das Vermächtnis unserer Vorgänger, uns wurde als Kindern verkauft das die Welt wunderbar sei. - Pah!
      Wie veiel Tausend generationen hat die Erde schon bewirtet und haben Wie weit haben wir uns geistig ebtwickelt? Gertrieben von Gier und Gößenwarn, die seleben Kretine wie vor 100.000 Jahren statt Stein und Stengel servieren wir heute Waffen und Vieren.
      GRAUSAM! Und wir nennen uns civilisation.
      Ich bin auch dieses ständige avancieren von Triebbefeiedigung leid, wie geossebabies aber notgeile grosse babies. Rücksichtslos krabbeln wir auf alles und jeden zu, zertreten und zerstampfen alles was uns in die Quere kommt, "Wir können ja nicht anders, wir sind darauf peogramiert, wird noch!".
      Wie marjonetten ferngesteuert machen wir den Hampelmann vis wir krepieren. Kultur, die Kunst und die Freundschaft mit dem Wissen, haben keinen platz mehr. Hochmut macht sich breit, jeder weiss alles doch denkt nichts.
      Likes und eine augeblähte Freundschaftsliste ersetzt gute Freunde, Empathie und Socialisation? Wer braucht das schon mit einem Klick bist du weg vom Fenster.
      Heut ist u d kann jeder ein Adonis oder eine Venus sein, bei so viel Schminke und Ästhetik, bleibt kein platz mehr für Hirn und Herz.

      Ich mag Menschen nicht weil sie mir Angst machen.
      Interaktionen mit den meisten Menschen ist ein Kampf, macht man einen Fehler, eine schlechte Einschätzung so wird mit früher oder später dafür büßen.

      Ihr versteht uns nicht weil ihr die Welt nicht mit unseren Augen seht.
      Die Rote Pille schlucken heisst, dass man die Wahrheit erkennt, aber nicht das man sie ändern kann.
      Das beste was mir zur Misantrophie einfällt sind die 5 Szerbephasen nach Kübler-Ross: Verleumdung, Agression/Zorn, Verhandlung, Depression, Akzeptanz des Schicksals.
      Eigentlich sind wir arme Idioten , die geboren wurden um zu trauern, trauern um unser willen, trauern der Welt wegen, derer die wie lieben und jener die wir verabscheuen.
      Es tut mir Leid.
      Und ja! Misanteophen werden zu dem geboren was sie später werden.

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    8. sehr schön zusammengefaßt. und ja - "misanthropie ist das resultat tiefster enttäuschung..."

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  3. Lieber Gilbert Dietrich, ich darf mich sicherlich zu deiner interessanten, aber meiner Meinung nach doch etwas einschichtigen Analyse zu diesem doch sehr komplexen Thema mit seinen noch viel komplexeren Hintergründen äussern, da du zu dieser auch einen ein wenig aus seinem Kontext gerissenen Ausschnitt aus meinem Kommentar verwendet hast (der mit dem Planeten Erde ... der Ausschnitt darunter "Der Mensch ist unwürdig zu leben,..." stammt nicht von mir).

    Zuallererst möchte ich sagen, dass mir das Wort Menschen"hass" übehaupt nicht gefällt, denn Hass ist ein irrationales, unreflektiertes, meist aus persönlicher Verletzung geborenes Gefühl, das in vielen Fällen hier überhaupt nicht passt. Auch der Begriff Menschenverachtung gefällt mir nicht, denn Verachtung setzt immer den eigenen Blick von oben auf den oder die 'Verachteten' herab voraus. Auch das trifft sicherlich in vielen Fällen nicht zu.

    Nun zu deiner Analyse. Du teilst die verschiedenen Misanthropie'typen' in scharf voneinander abgegrenzte Kategorien ein, welche einer psychologischen Analyse unterzogen und schliesslich mit einer entsprechenden Diagnose bedacht werden. Das kann der Sache sicherlich nicht gerecht werden, zum einen, da dir sowohl für eine psychologische Analyse als auch für eine Diagnose Hintergrundwissen zu den Kommentatoren fehlt, und zum anderen, weil die Gründe bei vielen sicherlich auch deutlich vielschchtiger sind, als man es einem Kommentar, der sich vielleicht auch nur auf das für Wesentliche beschränkt, um nicht in einen umfassenden Roman auszuarten, entnehmen kann.

    So zum Beispiel trennst du scharf zwischen Menschenrechtlern, Tierschützern und Naturschützern. Es gibt Menschen, die sind alles in einem, und jedes einzelne dieser Anliegen gibt ihnen ausreichend Grund, gerade deshalb zu einem misanthropischem Gesamtweltbild zu gelangen. Es ist sogar gerade so, dass die meisten Menschen, die sensibel für das Leid anderer Lebewesen sind, davon kein leidendes Lebewesen ausschliessen. Das hat etwas mit Empathiefähigkeit zu tun. Daher einem Tierschützer zu unterstellen, er wäre immun gegen menschliches Leid, halte ich für sehr gewagt. Deutlich wahrscheinlicher ist der umgekehrte Fall, dass ein Mensch, der immun gegen tierisches Leid ist, sicherlich ganz generell ein Empathieproblem haben wird.

    Auch setzt du voraus, dass ein Misanthrop einfach nur tatenlos dasitzt, über die Menschheit jammert, in heillosen Menschausrottungsphantasien schwelgt, selbst aber nichts tut, um wenigstens im Rahmen seiner eigenen Möglichkeiten etwas zu tun, um die Dinge irgendwie zu verbessern. Auch das ist eine unbegründete Unterstellung, denn gerade Menschen, die sich so sehr für eines oder alle diese Themen interessieren sind auch meist diejenigen, die überhaupt etwas tun. Die im Tierschutz aktiv sind, Naturschutzorganisitionen unterstützen und für Menschenrechte auf die Strasse gehen. Die sorgfltig ihren Müll trennen, auf umweltfreundliche Produkte achten, einen herrenlosen Hund bei sich aufnehmen und dem Bettler auf der Strasse etwas Geld zustecken, damit er sich wenigstens was zu Essen oder einen wärmenden Schnaps kaufen kann.

    … weiter …

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    1. Danke, lieber anonymer Leser. Du hast völlig Recht: Es ist eine grobe Vereinfachung eines komplexen Themas. Die Zitate sind exemplarisch und nicht als Rückschluss auf einzelne Menschen zu sehen oder gar als deren Psychologisierung. Und natürlich gibt es keine scharf von einander abgegrenzten Typen, gibt es nie! Typologien setzen diese Grundannahme voraus. Aber richtig: Es kann nichts schaden, das noch einmal deutlich zu sagen.

      Vielen Dank für diese Ergänzungen und Differenzierungen!

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    2. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  4. Wie passt das alles mit Misanthropie zusammen? Ganz einfach: setzt du dich im Tierschutz ein, wirst du unweigerlich dem riesigen Ausmass an Greueltaten und unsäglichem Leid, welche Menschen an ihren Mitlebewesen zufügen, ausgesetzt. Und siehst die tiefsten Abgründe des menschlichen Seins in den Augen der unzähligen, gemarterten Kreaturen.

    Das Gleiche geschieht, wenn du dich für Menschenrechte, Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Du siehst, dass im 21. Jhd jährlich 8,8 Mio. Kinder auf der Welt an purer Armut sterben, 3,5 Mio davon VERHUNGERN (das sind 300.000 jeden Monat!), während 1% der Weltbevölkerung (das angesehendste) 50% des gesamten Reichtums der Erde seelenruhig auf ihren Konten hortet. Dass nach mehreren tausend Jahren vermeintlicher "Evolution" aktuell gerade über 400 gewalttätige Kriege auf der Welt toben, wo Menschen Menschen köpfen, kreuzigen, zusammenschiessen, zusammenbomben und zu Tode foltern. Diese bluttriefende Liste kann hier beliebig fortgesetzt werden.

    Und wenn man sich obendrein auch noch für den Planeten Erde und seine Natur und Tierwelt interessiert und die ungeheuerliche Katastrophe sieht, die da grad ihren Lauf nimmt (darauf bin ich in meinem Kommentar etwas ausführlicher eingegangen, da das m.M.n. von allen Verbrechen das allergrösste ist), da kann der eine oder andere bei alledem durchaus schonmal auf den Gedanken kommen, dass wir trotz vieler guter Eigenschaften des Individuums, als Spezie vielleicht doch nicht "die Krone der Schöpfung" sind. Und auch der Meinung sein, diese so unsäglich grausame Welt wäre in jeder Hinsicht ein schönerer Ort ohne uns.

    Wenn einen all das nicht interessiert, dann hat man sicherlich auch ein insgesamt netteres Bild.

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    1. Aus diesen Gründen werde ich langsam zum Misanthrop. Ich kann noch nicht einmal mein unmittelbares Umfeld auf diese Greueltaten aufmerksam machen. Ich muss mir dann immer anhören, ich sei ein Querulant. Und das dies eben mal so sei. Und viel kann "man" da sowieso nicht ändern. Ich würde mich nur verrückt machen. Ich sollte doch das Leben geniessen! Jetzt frage ich mich, wie man das ohne schlechtes Gewissen kann. Ich engagiere mich ja trotzdem
      bei PETA, Foodwatch, change.org, usw. Es wird trotzdem immer schlimmer...

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    2. Ich errinert mich gerade an den gemarterten Blick mit dem mir mein Schuldirektor mein Abizeugnis übergab; "Welcome to the Real world" sagte er.
      Damals verwirrte mich der Satz heute verstehe ich ihn nur zu gut.

      Ich hoffe einfach das wir in nächster Zeit unsere komplette Spezies endlich ausrotten. Wer tot ist kein nicht leiden oder anderen leid zufügen. Ich will dieses endlose Horrorbuch, "Homo sapiens sapiens" endlich abschließen bevor wir noch zu der Fähigkeit kommen andere Planeten zu besudelen.

      Naja ohne Leute wie dich säh die Welt noch schlimmer aus. Aber egal was wir tun wir sind nur Tropfen auf dem heißen Stein ohne wirkliche macht.
      Die Masse ist träge, denkt nicht gern und folgt viel lieber, eben wie Bello! Wenn er brav ist gibt es Leckerli und ansonsten begattet er mal eben alles was nicht auf bei 3 auf einem Baum sitzt.
      Die Erde ist ein Irrenhaus ... Gnade! GNADE! BITTE! HOLT MICH HIER RAUS!!!

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  5. Korrektur: [...] über 400 gewalttätige Krisen und Kriege auf der Welt toben ...

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  6. Lieber Gilbert, ganz richtig, Typologien gehen von dieser Grundannahme aus. Aber auch Typologien können nur unter Berücksichtigung aller Faktoren und nicht aufgrund einzelner, aus dem Gesamtkontext gehobener Statements erstellt werden, die dann zu unterschiedlichen Schlüssen fürhren wie: der tierschützerische Misanthrop ist in sich widersprüchlich, der naturschützerische Misanthrop ist Misanthrip STATT Naturschützer, ein in tatenloser Ohnmacht feststeckender, von zerstörerischen Weltkriegen träumendes Wesen, das noch nicht 'im letztenStadium der Trauer' angekommen sei, und der menschenrechtlerische Misanthrop sei der gute, der erwachsene Misanthrop, weil für ihn dann doch (wer sonst?) der Mensch an erster Stelle steht. Sehr vereinfachte und für mich sehr schwer nachvollziehbare Schlussfolgerungen, das muss ich doch mal sagen.

    Die beiden vorangegangen, längeren Kommentare gehören übrigens zusammen ...es kann nur ein solch langer Text hier nicht auf einmal versendet werden.

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  7. Danke für den Artikel.
    ich glaube, dass beim Misanthrop eine gesellschaftskritische Haltung auf eine menschenkritische (der Mensch als unvollkommenes Wesen) trifft und möglicher Weise auch auf die Ablehnung konkreter Individuen oder Gruppen. Dabei fallen die Fehler der Gesellschaft, Menschheit und Menschen so stark ins Gewicht, dass eine Identifizierung mit diesen oder ein toleranter Umgang mit deren Fehlern nur sehr eingeschränkt möglich ist.
    Ich würde auch sagen, der Misanthrop ist ein menschfixierter Pessimist, sein Hass eigendlich mehr Verzweiflung.
    Für den Misanthrop ist das Dilemma "1. Gesellschaft=schlecht, 2. Menschen=schlecht,
    3. Ich=Mensch und Teil der Gesellschaft, bin mir aber bewusst über 1. und 2." und daraus resultiert das Denken und Verhalten, das du in dieser Typologie beschreibst.
    Die misanthrope Weltsicht kann hier als Unterschied zwischen den Blinden und den Erleuchteten gesehen werden, also ist der Misanthrop elitär, weil das Bewusstsein um die menschlichen Fehler die Möglichkeit zur Verbesserung bietet (zumindest theoretisch, sein Pessimismus wird das wieder relativieren).
    Ok, genug der Theorie.
    Mir war wichtig zwischen menschenscheu(Typ 01) und menschenverachtend(Typ 06) noch menschenskeptisch darzustellen als Teil des misantropen Spektrums.

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    1. Danke für die schöne Ergänzung, Frau oder Herr Typ02 :)

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  8. Genau das ist meine Ansicht, ich hasse nicht immer meine Mitmenschen aber ich verachte ihre Art zu leben. Das Konsumverhalten, das ständige streben nach einer Besserung des eigenen Seins. Wir erheben uns über allem Anderen und vergessen dabei das wir doch die grössten Tiere und Nutznießer sind.
    Wir zerstören alles um uns herum und nehmen dabei keine Rücksicht auf Verluste.
    Ich lebe nicht Vegan oder Vegetarisch, ich liebe Fleisch aber verachte die Massenhaltung und das ausrotten der schönsten Arten unserer Erde.
    Ich verachte auch Tierschützer die meinen Alles besser machen zu wollen und dabei doch das Gleichgewicht der Natur zerstören. Ich verachte Vegetarier und Veganer, denn es war schon immer so auf dieser Welt, das man Ißt um zu überleben. Aber das lief eben aus dem Ruder und dadurch wurden wieder Extreme geschaffen, nämlich Vegetarier und Veganer, ein Beispiel unter Vielen. Aber hauptsache von allen Anderen Abgrenzen und so tun als wäre man der gütigste und beste Mensch aller Zeiten und doch geht man nur den Weg, den viele Andere auch gehen. Soviel zum Thema Anders sein.
    Es ist mir auch ein Graus, wenn ich sehe das es im Tierschutz mehr Mitglider als im Kinderschutzbund gibt. Da sollten wir anknüpfen und unsere Kinder zu einem besseren Menschen erziehen, der weiß mit der Umwelt umzugehen ohne dabei Zerstörrerisch zu sein.
    Das werden wir aber ganz sicher niemals schaffen, denn dazu sind wir zu sehr Mensch.

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  9. Ich weiß nicht, ob ich Misanthrop, introvertiert, einfach depressiv oder psychisch gestört bin. Zu viele Einflüsse von aussen lassen die bereits bereitstehenden Antworten im Inneren verschleiern. Zu oft frage ich mich, ob ich nach einem Prinzip handel, .oder durch Erfahrungen aus der Vergangenheit verachtende Bilder auf fast jeden Menschen projeziere, der sich äusserlich schon bemerkbar macht, dass er im Zeitgeist tolerant dem Strom nachschwimmt. Der Unterricht in der Schule macht mich wahnsinnig. Zu gerne würde ich aufschreien und allen meine Verachtung mit der möglichsten Lautstärke, die ich besitze verkünden. Dem Lehrer in sein Ohr schreien, dass mir Appelle, Verhaltensphilosophien von Autoritäten am Arsch vorbei gehen. Ich will mich nicht solch einem System fügen, ich fühle, wie alle einer Manipulation ausgesetzt sind, doch mich lässt Wut aufkommen, weil sie es nicht wahrhaben wollen, sich der Masse zugeordnet haben, sich für intelligent halten, weil sie diszipliniert das Engagement beherrschen, um ihrer erfolgskarriere näher kommen zu können, das wichtige Geld in der Hand zu halten, mit dem sie sich den neuesten Trend erkaufen und ihn verkörpern. Ich halte es nicht mehr aus, das einzige, was ich sehen kann, ist eine Masse, die immer das gleiche zu sagen hat, die ewig selben wertevorstellungen teilen. Leider erkenne ich zu oft das Problem, dass wenn ich mich gegenwärtig ausdrücken möchte, mir jegliche Worte fehlen, doch die unglaubliche Wut, die raus will dennoch besteht. Doch äussere ich meine Lage, habe ich Angst abgestempelt zu werden. Durch häufiger Beobachtung wurde mir bewusst, dass ich verstanden werden will, bestätigt werden will, Anerkennung erhalten.. Letztlich Liebe ich meine bösartige, menschenverabscheuende Art, die am liebsten jedem dümmling, der mir begnegnet, eine erziehungsmassnahme erteilen möchte. Niemand wird meine Tendenzen, meine der sozialen normdressur konträren Vorlieben, die nie ans Tageslicht gelangen durften. Etwas läuft in diesem System schief und ich weiß davon. Mir kommt deshalb ständig die Frage auf, wie ich endlich frei sein kann, wenn meine Wut nicht raus darf, da mir es Menschen vorschreiben. Woher nehmen die sich das Recht, mir Verhaltensmuster angewöhnen zu müssen? Warum sind Polizisten die einzigen berechtigten, die Gewalt ausführen dürfen? Ich hasse Polizisten über alles, ich hasse die gesamte Idee der Autorität, die Idee der Kontrolle.

    Iich will gute Menschen, doch ertrinke selbst in ständiger Wut. Ich will niemanden töten, aber ich will jedem, den ich verurteile, eine Lektion erteilen. Eine Lektion der Wahrheit, dass oberflächliche Werte mir zum Hals hängen. Ich bin Angst, Wut, Verzweiflung, Trauer, Depression. Ich brauch keinen Therapeuten, solange er nicht in meinen Schuhen gelaufen ist.

    Die einzige Zuflucht bietet mir die Unterhaltung, das Alleinsein in der Natur, die Musik und besonders videoaufnahmen von jiddu krishnamurtis Gesprächen.

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    1. Moin.
      Auch wenn ich diesen "jiddu" nicht kenne:
      Du bist nicht allein mit Deiner Wut. Ich nenne dies die heilige Wut der Gerechten. Wir sind viele, jeder an seinem Platz. Habe Vertrauen in diesen Gedanken, alles was ich Dir geben kann ist das tiefe Wissen daß dem so ist.
      Wenn Du da rausgehst, mit offenen Augen und Ohren, mit Deinem unvorstellbar starkem Herzen, in dem Wissen daß Du Teil derer bist, die SEHEN und FÜHLEN daß hier ein System gegen uns, gegen die Menschen, gegen das LEBEN läuft... dann ziehst Du uns an und wir Dich... es ist hohe Zeit sich zu vereinen und Rat zu halten. Vergeßt die Angst vor der Fratze der verdrehten Allgemeinheit, es geht um das Leben selbst

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    2. Du bist kein Fall für Jiddu Krishnamurti, sondern für U.G. Krishnamurti. ;)

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  10. Hallo Gilbert Dietrich,
    als ich den ersten Artikel "Misanthropie - Bin ich ein Menschenhasser?" gelesen habe dachte ich mir, dass ich nicht komplett in das Schema passe oder es sehr verschiedene Arten von Misanthropie gibt.
    Wie ich hier lesen kann gibt es auch verschiedene Arten und sie unterscheiden sich extrem!
    Ich habe mich selbst zuerst als Soziopathen eingeschätzt, doch am Schluss ganz klar als (enttäuschter) Humanist.

    Sie sollten wohl wissen dass ich noch sehr jung bin (16 Jahre). Dazu möchte ich noch sagen, dass der einzige Grund warum ich noch hier bin und mich noch nicht umgebracht habe der ist, dass ich auf ein Leben bestehend aus Freizeit und Spaß mit meinen "geliebten" (Freunden/Freundin) hoffe.
    Ich habe hier noch sehr viel weggelassen da ich sonst viel zu viel schreiben würde.

    Doch meine Frage ist jetzt, an sie oder vielleicht auch andere hier: Wie soll ich mit der Misanthropie/Soziopathie umgehen?

    Ich würde ja wirklich ein sehr produktiver Mensch sein, doch das ist ziemlich anstregend! Und da frage ich mich lohnt es sich wirklich sich so anzustrengen wenn ich fast 50% Steuern abgeben muss und der Staat so viele unnötige Sachen damit macht. Meine wertvolle Arbeit wäre völlig umsonst, da der Staat und die restlichen Menschen durch ihre Dummheit so viel "Arbeit" oder Geld zum Fenster herausschmeißen.

    zum Beispiel: Sollte ich für MICH ein erfolgreiches Leben führen und Geld haben, da ich den ANDEREN nicht helfen kann oder einfach Hartz 4 beantragen?

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    1. Hallo jojo jaja,

      wie sollst du umgehen mit dem Gefühl der Misanthropie? Mit dieser Frage bist du bestimmt nicht alleine. Auch ich habe mir diese Frage schon oft gestellt. Vielleicht kennst du im Zusammenhang mit der Misanthropie auch Gefühle von innerer Zerrissenheit, Ohnmacht, oder die Frage nach dem Sinn des Lebens im Allgemeinen??
      Ich denke, eine Art Anleitung, wie man mit diesen und anderen Gefühlen am Besten umgehen kann, wird es vermutlich nicht geben. Es gibt durchaus Möglichkeiten, durch eine Änderung des eigenen Verhaltens auch die eigenen Gedanken und Gefühle zu beeinflusen bzw. zu ändern. Das ist in der Theorie aber auch sehr viel einfacher gesagt, als in der Praxis umgesetzt.
      Aber was den Sinn des Lebens und die suizidalen Gedanken angeht, kann ich dir vielleicht den Tipp geben, wie ich damit umzugehen versuche.
      In der Vergangenheit hatte ich auch schon Suizidgedanken, aus verschiedenen Gründen. Dann habe ich aber immer wieder daran gedacht, was eine Freundin vor vielen Jahren mal zu mir gesagt hat: "Du willst doch sicher wissen wie es in deinem Leben weitergeht. Auch wenn es im Moment schwierig ist, vielleicht wird es ja irgendwann wieder richtig schön, vielleicht sogar noch viel besser als es bisher je gewesen ist."
      Und dann gibt es noch etwas, was ich in den letzten Jahren erkannt habe. Zwar glaube ich nicht an Gott oder sonst irgendein höheres Wesen. Aber wenn ich mir diese vielen chemischen, biochemischen, physikalischen Prozesse anschaue, die nötig sind, damit Leben in jeder Form überhaupt entstehen konnte:
      > Himmelskörper, die explodieren und erst dabei die extrem hohen Temperaturen entstehen lassen, die nötig sind für die Entstehung der vielen verschiedenen chemischen Elemente.
      > Die unzähligen Reaktionen und Verbindungen dieser chemischen Elemente zu den vielen Molekülen, die wiederum miteinander reagieren
      > Die Art und Weise wie aus dem Zusammenspiel dieser vielen Moleküle die ersten einfachste Lebensformen entstanden sind, und die Weiterentwicklung dieser Lebensformen.
      > Die vielen komplexen Stoffwechselvorganänge, die so genial aufeinander abgestimmt sind und nur so überhaupt möglich gemacht haben, dass die vielen wunderschönen und einzigartigen Geschöpfe auf diesem Planeten, und leider halt auch wir Menschen entstehen konnten.
      Das alles kann doch nicht nur Zufall gewesen sein!! Da wird schon irgendein Sinn dahinter stehen! Genauso wird es sicher auch einen Sinn geben, dass gerade Du und ich geboren wurden. Auch wenn wir diesen Sinn zur Zeit noch nicht kennen oder verstehen. Vielleicht ist es auch gar nicht wichtig diesen Sinn zu kennen. Vielleicht ist es einfach nur wichtig daran zu glauben, dass es einen Sinnn geben wird!!
      Vielleicht sind du und ich und möglicherweise auch ein paar andere Menschen auf dieser Welt, um irgendetwas zu tun, um diese Welt und dieses Leben für alle, für Tiere, Pflanzen, die Natur als ganzes und auch für unsere Mitmenschen ein kleines bisschen besser zu machen, und das alles eben nicht nur den vielen bösen Menschen zu überlassen, die wir für ihre brutalen, zerstörerischen, egoistischen, macht-gierigen und anderen schlechten Lebensweisen so sehr hassen.
      Also bleib einfach noch ein Weilchen am Leben und sei neugierig, was dich in Zukunft noch alles erwartet ;)
      Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen.
      LG Inga

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    2. Hallo Inga,

      danke für diese tollen Worte! Mich haben sie an etwas erinnert, das mir hilft, wenn ich es brauche:

      Über das unmögliche Glück, am Leben zu sein: "Seit dem Anbeginn der Zeit hat jeder deiner Vorfahren überlebt. Jede einzelne Person auf Seiten deiner Mutters und deines Vaters hat dafür gesorgt, dass jemand aufwuchs und Leben an dich weitergeben konnte. Ist das nicht ein Ding der Unmöglichkeit?" Mike Skinner

      Viele Grüße!

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  11. Interessanter Artikel, auch wenn sie wahrscheinlich eher Psychopathen meinen.

    Soziopathen sind weder zu eigenen Gefühlen noch zu Empathie gegenüber Mitmenschen fähig, also können sie auch keine Verachtung gegenüber anderen Menschen empfinden, was der von ihnen zitierte aber definitiv tut.

    Ich bestreite keinesfalls das es genügend Soziopathen gibt die einen Drang zum töten verspühren (Serienkiller, etc.) aber dies geschieht nicht aus Gründen der Verachtung der Menschheit, da wirkliche Soziopathen zu Verachtung gar nicht fähig sind und andere Menschen Soziopathen schlicht und ergreifend egal sind. Sie machen das schlicht und ergreifend zum Selbstzweck. Das ist das einzige was Soziopathen tun, ohne Rücksicht die eigenen ziele zu verfolgen, und das durch das fehlende Gewissen oftmals sehr brutal

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  12. Ich fand diesen Artikel äußerst interessant und informativ.
    Mir wurde, während ich ihn gelesen habe, auch bewusst, dass es viele verschiedene Formen von Misanthropie gibt und sich auch viele Menschen irrtümlicherweise als Misanthrop bezeichnen. Am Anfang dachte ich mir noch, dass ich ebenfalls zu jenen Menschen gehöre, gerade deswegen, weil ich schüchtern und introvertiert bin und ich daher generell eher Abstand halte. Jedoch ist mir am Ende dieses Artikels klar geworden, dass dem nicht so ist. Ich mag zwar schüchtern sein, aber ich hasse die Menschen nicht aus diesem Grund. Ich hasse die Menschen grundsätzlich nicht und genieße es auch, in Gesellschaft zu sein. Es ist die Menschheit die ich verachte und zwar dafür, dass sie sich scheinbar nicht mehr daran erinnert, was wirklich wichtig im Leben ist. Jedoch würde ich die "Vernichtung der Menschheit" nie in Betracht ziehen, um Gottes Willen. Ich versuche ein besserer Mensch zu sein, um so vielleicht eines Tages etwas ändern zu können. Natürlich kommt auch in mir ab und zu die Wut hoch und auch Trauer, dass ist aber völlig normal, denke ich. Man muss einfach das Beste daraus machen und wenn der eigene "Hass auf Menschen" wirklich so groß ist, sollte man versuchen selbst etwas zu bewegen und zu ändern, anstatt dem Wahnsinn zu verfallen und zu denken, das Problem könne sich nur durch den Tod der gesamten Menschheit lösen.

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    1. Vielen Dank, liebe/r Leser/in. Menschen mit Ihrer Einstellung, zu versuchen, ein besserer Mensch zu sein, müsste es milliardenfach geben. Viele Grüße!

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  13. Was ist Hass? Angst, Enttäuschung, Abscheu, Mißtrauen? Wenn ja, dann fallen mir vielfach mehr Gründe dafür als dagegen ein, die Menschheit zu hassen.

    Ist es aufgrund unserer Reflektionsfähigkeit angesichts all der Greueltaten gegenüber Mitwesen nicht folgerichtig, menschliches Verhalten als kurzsichtig, brutal, rücksichtslos, aggressiv und äußerst parasitär anzusehen?

    Das Entsetzen und die Scham darüber, solch einer Spezie anzugehören kapituliert in mir vor der ohnmächtigen Trauer um das vergeudete Potential, das wir nicht nutzen, Frieden zu schaffen und Verantwortung zu tragen, achtsam zu sein.

    Als naiv und weltfremd belächelt, oft unter Vielen einsam und unsagbar traurig bleibt nur, in tiefer Demut um die eigene Moral zu ringen und dieses skurrile Dasein so anständig wie möglich einst hinter mir zu lassen.

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  14. Wieso nehmen Sie, als Verfasser sich das Recht, zu urteilen was ein "richtiger Misanthrop" ist?

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    1. Wieso überhaupt noch etwas sagen, wenn man nicht ganz allgemein das Recht hat, zu versuchen, die Welt zu beschreiben. Urteilen ist etwas anderes.

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  15. Misanthropie bezieht sich auf die Menschen, auf ihre Gesamtheit.
    Sie hat nicht das Verlangen in sich, etwas ändern zu wollen. Der Wahn etwas ändern zu können, zu müssen, ist eher mit ursächlich.
    Misanthropie ist die Ahnung davon, dass die Menschheit eben trotz ihres vermeintlichen Wissens um ihr Treiben und der Folgen aus diesem eben nichts ändert, nichts ändern kann. Sie, die Misanthropie, wertet nicht und schließt das so empfindende Individuum mit ein. Es weiß darum, selbst Teil dieser Spezies zu sein.
    Vielleicht ist die reine Misanthropie nur ein Bewusstseinszustand.
    Zynismus im Übrigen, ist nicht mit Sarkasmus zu verwechseln. Philosophisch ist Zynismus ebenfalls so, dass er den Zyniker in seinen Spott mit einschließt. Zynismus ist nicht verachten. Sarkasmus sehr wohl. Viele der selbsternannten Misanthropie sind Sarkasten, welche sich und ihr Elend aufwerten, indem sie sichberhöhen. Etwas, was einen eher misanthropisch werden lässt.
    Misanthropie ist eher ein Gefühl, welches mit Gottfried Benn's Beschreibung der Resignation verwandelt ist. "Resignation ist kein Nihilimus; Resignation verlagert ihre Perspektiven an den Rand des Dunkel, aber sie bewahrt Haltung auch vor diesem."
    Resignation enthält Misanthropie, Pessimismus, aber auch ein Ja zum Ganzen.
    Sobald Hass, Neid, Missgunst, Ekel, Erniedrigung anderer eine Rolle spielt, ist es etwas anderes...vielleicht eine sehr aggressive Form der Soziopathie. Nihilimus.

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    1. Danke, Alexander Rubner, für diese Gedanken. Ein "Ja zum Ganzen" trotz alledem erinnert mich auch an Camus' Sisyphos: Die Sinnlosigkeit des Lebens. Vielleicht ist das auch interessant?

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  16. Es ist also nicht ganz schlecht, dass wir diesen schweren Stein der Sinnlosigkeit vor uns herschieben, das ist besser, als nichts. "Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen", sagt Albert Camus.

    Die Sinnlosigkeit ist kein schwerer Stein.
    Ich weiß auch nicht. Ob es eine völlige Sinnlosigkeit gibt. Zumindest was Mensch als Sinn annimmt ist letztlich sinnlos, da sehr wahrscheinlich lediglich Projektion des Individuums ins Sein, um sein zu können. Das Ganze folgt einer Gesetzmäßigkeit, welche sich uns jedoch im Verständnis entzieht. Es gibt für den Menschen den Sinn, welchen er nötig hat, um zu sein. Der entsteht wahrscheinlich aus der Gesetzmäßigkeit des Ganzen. Das Ergebis der Deutung ist dann Glauben jeglicher Art. Mit dem Verschwinden der Menschen wird auch jeglicher Glaube verschwinden. Das Erkennen dieser Sinnlosigkeit muss nicht zwangsläufig dazu führen, sich als sinnlos zu empfinden. Man hat eine Aufgabe. Welche auch immer. Sonst gäbe es einen nicht. Alles was existiert hat allein durch die bloße Existenz seine Berechtigung dazu. Was Bei Sisyphos beschrieben ist vielleicht die Annahme des Schicksals und die völlige aufgabe der Illusion des Freienwillen. Man ist und tut weil man einfach ist. Diese Erkenntnis ändert am Ganzen nichts, außer die Perspektive. Man erlebt alles weiter wie bisher, dies aber mit Gelassenheit. Die scheinbare Widersprüchlichkeit Nietzsches ist wahrscheinlich lediglich Ausdruck des Erkennens dir unzähligen Sinngebungen durch die Menschheit.
    (Das nutzen Nietzsches Gedanken um die Dummheit der Übermenscheninterpretation des 3. Reichs zeugt eher für die unsäglich Dummheit, zu der Menschen fähig sind.) Vielleicht ist der Übermensch der Mensch, der ist, wenn der Anspruch auf Sinn keine Rolle mehr spielt, der Wegfall der Illusion des Freienwillen stattgefunden hat. Eine Widerkehr der erhaltenden Instinkte.

    Aber es sieht eher so aus, als wird es immer Einzelindividuen geben, welche in einem.solchen Zustand sind.

    Die Menschheit ist ein Blumenfeld, das nach dem Sennsenmanne bellt.

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  17. Hi
    Auch ich bedanke mich erstmal wirklich für diesen Artikel, sowas finde ich nicht besonders oft und ich bin froh, dass es offensichtlich doch noch selbstreflektierte Menschen gibt.
    Ich selber habe generell in Kommentaren gelesen, dass manche sagen, dass nur solche, die schon immer Abstand zu anderen Menschen suchen, Misanthropen sind.
    Bei mir ist das alles ein wenig kompliziert, da ich mich nicht wirklich als Misanthrop sehen würde. Ich war bis zum Alter von neun Jahren sehr kontaktfreudig und aufgeschlossen, habe in allen Menschen nur das gute gesehen etc. (jedenfalls beschreiben mich so Menschen,die mich bereits lange kennen) mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ich einfach den Blick für das 'Gute' verloren habe. Es ist mir Anfangs aufgefallen, dass ich ständig, wenn ich jemanden traf, auch solche, die ich schon länger kannte, erst die Negativen Eigenschaften dieser Personen gesehen habe. Besonders bei meinen langjährigen Freunden war das für mich schwer, da meine Freunde für mich meine Welt sind und ich auf einmal begann, nur das Schlechte in ihnen zu sehen. Meine Freunde sind keinesfalls diese Oberflächlichen Mädchen, die man im Überfluss an den Schulen findet, sondern wirklich Menschen, die sich um ihre Mitmenschen kümmern (oder wenigstens über sie nachdenken und sich von der Masse abspalten wollen). Aus diesem Grund bin ich sofort dagegen vorgegangen und habe mir die guten Eigenschaften meiner Freunde vor Augen geführt und versucht, mich mit der neuen Sicht der Dinge zu arrangieren.
    Meine Umgebung habe ich davor schon nicht besonders gemocht, einfach, weil die meisten Menschen (hauptsächlich in der Schule, aber auch einfach in der Stadt) einfach wirklich schei*e zu mir waren. Daher rührt wahrscheinlich auch mein zerstörtes Menschenbild. Ich weiß, dass nicht alles an der Menschheit schlecht ist. Dummerweise weigert sich mein Unterbewusstsein (oder einfach ein Teil meines Verstandes, den ich nicht so richtig beeinflussen kann), das einzusehen. Und ganz ehrlich, es ist recht schwer, die Menschheit zu lieben, während es auf der Welt geschätzt 400 Kriege gleichzeitig gibt, Menschen überall schwächere (sowohl Tiere als auch Menschen) ausnutzen (und sei es nur, um regelmäßig die Hausaufgaben abzuschreiben) und noch dazu die Umwelt verpesten (Siehe Asien/USA)...
    Ich denke, ich kann mich mit Teilen aus den oben genannten "Kategorien" identifizieren...
    Einerseits den Umwelt Teil, aber eben nicht so krass, dann den Tier und auch den Humanistischen Teil. Mein Problem ist halt, dass mein Verstand bzw. mein Geistiger Zustand mich teilweise ziemlich vera*scht und ich ziemliche Stimmungsschwankungen habe, z.b. bin ich im einen Moment noch (relativ) glücklich, dann könnte ich jeden anfahren, nur weil er es wagt, etwas zu sagen und dann bekomme ich ne Panikattacke + Heulkrampf, total super, echt.
    Okay, ich schweife ab.
    Ich finde wirklich, dass Misanthropen, die in ihrer Misanthropie auch wirklich glücklich sind und gleichzeitig auch noch z.b. Humanisten (etc.) in geregeltem Maße sind, wirklich bewundernswert. Ich selber verbringe täglich meistens mehr als eine Stunde damit, meine eigenen Gedanken und mein Verhalten zu reflektieren, ebenso meine Gefühle und meine Wirkung auf andere. Das rührt wahrscheinlich einfach daher, dass ich viele Eigenschaften der Menschheit bzw. der Menschen als Allgemeinheit (Nicht als Individuen!) verabscheuenswürdig finde und mich davon differenzieren möchte. Ob ich daher ein "guter" Mensch bin? Ich denke nicht. Ich versuche mich bloß so zu verhalten, wie sich jeder Mensch verhalten sollte.
    LG

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    1. Danke für deine Schilderungen. Ich weiß nicht, ob es dir was bringt, aber ich sage mal, dass ich mein eigenes junges Ich in dir sehr gut wiedererkenne und dass es mit der Zeit einfacher wird, weil man selber klarer sieht, das wichtige vom unwichtigen unterscheiden lernt und allgemein einfach "lebensklüger". Viel Glück und Erfolg!

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  18. Ich danke für diesen Artikel. Ich habe mich selbst oft darin wiedergefunden und einige eigene Lebenssituationen so entdeckt in denen diese Einstellung mich im Leben behindert oder herabgeworfen hat. Ich habe mir vieles selbst verbaut indem ich durch irgendwie bewußt-unbewußt-passive Selbstzerstörung mich auch selbst strafe indem ich mich geißle durch z.b versäumte Mahnungen obwohl ich weiß wie sowas endet und ich es besser wissen müsste (und vielleicht sogar das Geld hatte und es trotzig einfach für Luxusartikel oder sinnlose Genüsse ausgab und dies die ganze Zeit mit vollem Bewußtsein wie tiefer man sich in die Scheiße reitet. Oder das absichtliche Provozieren einiger Kündigung weil man die Leute auf der Arbeit verachtet und man eben genau der stille introvertierte Einzelgängertyp ist der sich nicht durchsetzen kann (und sich wieder dafür hasst, im Grunde ein Teufelskreis) , während man dies viel eleganter hätte lösen können (das kann man interpretieren wie man will *schwarzer Humor ist auch vorhanden*. Nunja wie auch immer, jedenfalls spiegelt dies mein Seelenleben wieder und eine Haltung die eben sowohl durch persönliche Ereignisse im Leben und eben einem irgendwie jämmerlichen Weltschmerz, bedingt durch die Politische und allgemeine Lage auf der Welt, der Raubtierkapitalismus , Katastrophen, Kriege, Herabsenken des Niveaus in den Medien und allgemein, eigene Hoffnungslosigkeit im Bezug auf die Rente und Berufliche Ausbeutung etc. All sowas halt, das prägt einen und irgendwie übernimmt man diesen Charakterzug beinah unbewußt. "Ich habe Zynismus" wie es in einer South Park Folge mal hieß und es stimmt es ist irgendwie auch eine Krankheit die z.b bei mir wie ich mal annehmen möchte nach eigenem Empfinden einer Depression einhergeht. Die Lethargie und das fehlende Vermögen das Leben in die eigenen Hände zu nehmen lassen einen immer weiter herabsinken. Man wird wirklich zum zynischen Arschloch, verprellt die wenigen Freunde mit teils unsensiblen und feindlichen Kommentaren und ist trotzdem stolz auf diesen seltsame Eigenschaft, Gefühle nicht an sich heranlassen zu können und andere für ihre Schwächen und ihren Hang zum Gutmenschentum und Zueinander belächelt und dabei selbst derjenige ist der vom Pfad abgekommen ist, aber eben durch eigenes Dazutun und auch den Hang zur Selbstzerstörung wahrnehmend. Ich habe seitdem es sich manifestiert hat mit 28 zu rauchen angefangen (was ich all die Jahre vorher nie tat , auch nie paffte um cool zu sein) und einem eigentlich alles egal ist mit einem selbst, dennoch aber Dinge aktiver und auch selbstbewußter angehen zu können weil man ja der elitäre Misanthrop mit dem sozial-kritischen punkigen Hang zur Selbstzerstörung hat und eben deshalb über allem steht und es eh einfach nicht mehr viel zu verlieren gibt. Es ist keine gesunde Einstellung, sie macht dich einsam und auch krank (habe z.b eben bedingt durch das rauchen und eine allgemein ungesunde Lebensweise und auch einem stressigen Beruf 10 Kilo abgenommen, wirklich jeder lag mir in den Ohren wie ich doch abgenommen hätte und ich solle doch mal zum Arzt gehen. Aber ich gefalle mir so, fand mich wirklich immer schon zu dick. Naja und der ganze Hass kann einem zwar zunächst Stärke und Antrieb geben, aber nach einigen Jahren merkst du wie leer du eigentlich bist in ruhigen Stunden und wie sinnlos alles eigentlich ist, wie kaputt dein Leben geht. Das bestärkt noch deine Haltung aber mittlerweile ist man von Depris und anderem so ausgelaugt dass man nur noch müde ist und resigniert. man kennt es nicht mehr anders und redet sich ein man will es auch gar nicht mehr anders, man kann auf Leute verzichten. ^^

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    1. Hi Konkalit,

      Vielen Dank für deine offenen Worte. Du bist ja enorm ehrlich, auch zu dir selbst und hast offenbar den Durchblick. Das sind doch die richtigen Schritte. Mach doch weiter, geh in die Richtung, die dir zusagt, auch wenn das natürlich Energie kostet. Aber so ist es im Leben, alles Gute ist schwer.

      Ich habe noch einen Tipp für dich: Hard Rock Gehirn: Musik und Persönlichkeit.

      Viele Grüße!

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  19. Ich denke ich finde mich in dieser Beschreibung der Misanthropie gut wieder. Denn die Gesellschaft ist es, die ich verachte. Einige der aufgezählten "Typen" treffen wohl auf mich zu.
    Ich bin Veganerin, liebe die Natur und habe Mitleid mit den armen Menschen in der 3. Welt.
    Ebenso bin ich Autistin. Von daher bin ich ohnehin ein Mensch, mit großen Schwierigkeiten im Bereich soziale Interaktion.
    Aber wenn ich an die meisten Menschen denke, sehe ich das nicht immer als Nachteil an. Es ist z.b.schon manchmal ärgerlich, dass ich Menschen, die ich mag, ungewollt vor den Kopf stoße und es nicht merke. Aber dann wiederum möchte ich mit den meisten Menschen auch nichts zu tun haben. Ich bin wohl auch in gewisser Hinsicht elitär. Wenn ich an den gemeinen 08/15 Menschen denke, der sein einfaches, stupides Leben lebt und sich nur mit den Dingen beschäftigt, die um ihn herum passieren, gerne zu allem eine Meinung hat, aber von nichts Ahnung, dann überkommt mich einfach nur noch diese enorme Verachtung.
    Ich habe es oft einfach nur noch satt, mit Leuten zu diskutieren, die ihre Ignoranz und Dummheit derart auszustrahlen scheinen und gar nicht merken, was sie oft für eine zynische Doppelmoral leben. Nehmen wir doch beispielsweise das Thema Veganismus. Wenn nur zufällig mal ein einzelnes Wort zu dieser Thematik entweicht, kann man sich schon auf typische "Witzchen", blöde Sprüche und Fragen gefasst machen, die ich alle schon gefühlte 100x widerlegt habe, inzwischen auswendig kenne und einfach nicht mehr hören kann. Es macht mich krank.
    Und dann wird einem Intoleranz vorgeworfen. Ich soll also tolerant gegenüber einem Menschen sein, der willentlich die Folter von massenhaft Tieren, den exorbitanten Co2 Ausstoß der Fleischindustrie, den Hunger in der 3. Welt, dadurch, dass das Getreide usw lieber an die dekadente 1. Welt geliefert wird, damit diese ihre Tiere mästen können und mittlerweile auch die Verschmutzung unseres Grundwassers durch die Massentierhaltung, unterstützt, nur weil er nicht auf sein Schnitzel verzichten kann, an das er sich klammert, wie ein Ertrinkender an einen treibenden Ast? Na entschuldigung, dass ich so intolerant bin. Es ist ja nicht so, dass ich den Menschen die Wurst auf dem Brot madig rede, aber ich kläre eben auch über dieses Thema auf, weil sich sonst nie etwas ändert. Aber auch das sonstige Verhalten untereinander ist kaum erträglich. Da begehen homosexuelle und transidente Jugendliche Suizid, nur weil die ach so tolle Gesellschaft sie nicht versteht, oder gar ächtet. Da gehen tausende auf die Straße um gegen sogenannten Genderwahnsinn zu demonstrieren. Dass man diesen eben erwähnten Jugendlichen damit das Leben retten könnte, ist ihnen egal. Oder unsere latent rechten Freunde aus der "bürgerlichen Mitte", mit ihrem Lieblingszitat "Ich habe ja nichts gegen Ausländer/Homosexuelle/sonstige Randgruppe aber.....". Das turbokapitalistische System fährt unsere Gesellschaft früher oder später auch an die Wand, wie es teilweise bereits in den USA der Fall ist. Ich könnte ewig so weiter schwadronieren. Aber unter all diesem Elend, habe ich einige wenige Menschen kennenlernen dürfen, die anders sind, die mir etwas bedeuten und die da sind, wenn man sie braucht. Und dafür bin ich verdammt dankbar

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  22. Ich will so wenig wie möglich etwas mit Menschen zu tun haben ,weil sie sich einfach komisch verhalten .Ich würd mir am liebsten einen Bogen schnappen und in einen sehr großen Wald rennen ,so tief wie möglich dass wäre für mich das Paradis , allerdings wenn jmd.(egal welches Lebewesen ) am Boden liegt würd ich Ihm auch helfen , denn es hat ein Recht zu Leben und in der Schule rede ich nur mit 4 Personen (Hallo und Tschüss gilden nicht als gespräch) . Auf jeden Fall Ich verachte Menschen (Nicht Alle) ,weil Sie sich EXTREM beschissenes Benehmen (Mobbing,(Tier-)Qüalerei, Sie halten sich für die Klügsten, Sind meistens Pseudo gut Beispiel A:ich bin so froh Ich Spende jetzt 50$ nach Africa (5min. später) Schmeisst diese Person 5 Kilo Fleisch Und 3 Wasserflaschen weg,gehen mit 15 auf 1 los (Die 15 18Jährige auf mich 14), Ich weiß ,dass alle nicht so sind aber bitte es geht um meine Lebenserfahrung ich hab auch respekt vor allem Leben, Ich will nur mit meinen Eltern, Brüdern und Hund Leben ,früher als ich noch wie ein Soziopath dachte mit ,,Freunden'' habe Ich wirklich Hass gehabt den Ich zum Glück los bin.

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    1. Bitte antworten bin schon gespannt auf antworten

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    2. Das Ding ist warscheinlich so, ohne eine idiologie zu unterstützen, dass die meisten jetzigen Leute aus unterenschichten abstammen. Die armen und ungebildeten sind ja bekannt dafür dich in Massen zuvermehren. Ich sprechen jetzt auh nur bedingt von der genetischenseite, aber diese Familien vererben ihr brutales egoistische verhalten über Generationen weiter. Das tolle ist das die "Warmongrels" Asoziale verhalten auch noch fördern durch Medien. Die ganze selfie Kultur, schon amüsant wie sich Leute an sich selber aufgeilen. Ich bin es leid mir dieses Massaker anzusehen es deprimiert mich, ich hasse Menschen aus dem einfachen Grund weil sie mir angst einjagen. Sie stehen gegen all das für was das Wort Menschlichkeit steht. Als Kind Word einem gepredigt von der Offenheit und Chancen Gleichheit aber desto älter du wirst desto zinischer wirst du. Ich meide es auch mit leuten zureden weil sie so oder so nicht in der Lage sind meine gedanken zu peocessieren. Das lustige ist das egal was man tut Mund halten oder Gedanken aussprechen sie Leute einen stets verurteilen. Ich mein ich ewatte wirklich kaum was von anderen, trotzdem bleibe ich mir selber treu zb. helfe ich manchen Leuten gerne und verlange auch nichts dafür. Ich mach das einfach weil es mir Spaß macht. Uns trotzdem wird man dafür bestraft, ich glaube langsam das die Menschen jene Menschen die noch ein Feuer in sich tragen beneiden, wie eine Herde von gollums die meinen Schatz geifern und stehlen wollen. Misantrophie ist keine vollwertige Definition sondern ein Syndrom bei denen viele Aspekte das selbe Bild ergeben. Ich glaube ein soziopath bin ich immer noch. Mir fällt es oft schwer die emotionalen Ausbrüche von Menschen nachzuvollziehen, ich kann die Emotionen zwar voraussagen, aber nicht logisch nachvollziehen warum man so abartig reagiert. Die Menschen will keine Harmonie, nein sie wollen den Neid und den Hass. Mitlerweile sind mir eh alle scheiß egal, manchmal verspüre ich immer noch dieses jucken wenn mich einer nervt, jedoch durchschauen ich Mitlerweile oftmals das krankhafte Geplänkel dieser sehr sehr Kranken Wesen. Was zeichnet den modernen Menschen aus? Imponiert Gehabe in sozialen Situationen, triebgesteuertheit, Neid, gier, Hass, selbstverliebtheit und Feigheit. Ich wünschte einfach all dieser Wahnsinn würde enden.

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    3. Man hofft halt immer, obwohl man weiß was dabei rauskommt wenn man andere vertraut. Irgendwie armselig. Menschen machen mich krank. Darum will ich meine ruhe von ihnen. Jeder der die Menschheit nicht hasst für was ekliges fakes dreckiges sie sind ist wahnsinnig. Man muss der Tatsache He einfach ins Gesicht sehen. Da kan man die Worte noch so oft verzerren und drehen, dass ändert nichts and dem Akt das menschen sich boshaft verhalten ohne gewissen und Herz. Fakt bleibt Fakt. Die Welt zeugt jeden tag davon.

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    4. Und zu dem letzten dummen Satz. Herr Autor von diesem Artikel, wollen sie uns dazu auffordern uns selbst aufzugeben uns selbst zu elügen und genauso scheiße tu weder wie diese Biester? Oft Nein danke darauf kann ich verzichten bevor ich eine egoistische Schwein werde scheide ich liebe mit Ehre und verbittertheit von dieser Welt. Schon lustig wie sie über Misantrophie das Maul aufreißt wobei sie selbst überhaupt keine Ahnung haben scheint es mir und sich nur die Zitate rauspicken die ihnen passen. Statt sich das Maul über die Trauer und den Schmerz andere oftmals gleich gesinnter, die sich evtl in den Kommentaren der eigenen Frustration hingegeben habe, ihre eiserne verschlungen öffneten und all ihr leicht und Schmerz ausgeschüttet haben, zu zerrissen hätten sie den Artikel nicht so radikal SOZIOPATISCH verfassen können. Entweder haben sie keine Ahnung von dem ganzen Thema oder sie glauben auch nur etwas zu sein was sie nicht sind.
      Ich Nina uch der Meinung das Misantrophie Herzens gute Menschen sind. Aber leute die sich diesem grau sein schließlich unterwerfen sind keines Wegs "Erwachsen" geworden sie waren einfach zu schwach den reizen zu widerstehen und haben schließlich einen teil wenn nicht sich selbst aufgegeben um genauso wie diese grauen Monster zu werden.
      Brüder und Schwestern bleibt euch selbst treu. Die rotepille zu schlucken ist sicher kein zuckerschlecken aber jetzt einen Rückzieher zu machen ist feige und aufdauer auch keine Lösung. Man muss einfach lernen es auf eine spezielle weiße zuakzeptueren und vlt. Auch seinen Spaß an der dümmlickeit der anderen zu finden. Und auh wenn das diesig leben endet man weiß nie ob es etwas nach diesem Leben gibt und ob das ganze doch irgendwo einen Sinn hatte.

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  23. Mir ist es egal ob ich ein misanthrop oder sonst was bin. Warum ich menschen verabscheue ist simpel, sie verhalten sich wie wilde Bestien ohne Rücksicht auf andere, quälen, morden die Triebe befriedigend ist ihr ei zugeschnitten Ziel. Der Großteil aller Menschen labt sich an dem Schmerz seiner Umwelt absolut eingenommen von sich selbst dem Ego das ICH als Individualist. In einer Gesellschaft in dem das Wort Geselligkeit, also miteinander, existiert das Ego kann das Ego nur begrenzt existieren. Ansonsten bricht die Gesellschaft zusammen. Ja aber unsere Gesellschaft funktioniert doch einigermaßen. Ja, weil wir uns gegenseitig geißeln mit Geld und das Gemeinwohl mit der Gier nach noch mehr Individualität die es nur durch Geld zuerlangen ist ersetzt haben. Eigentlich sind wir doch alle wahnsinnig, die einen wurden so geboren und die anderen von jenen in den ahnsinn getrieben und die jenen die noch klar im Kopf sind entwickeln früher oder später eine Aversion gegen das was sie schädigt

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  24. Ich weiß, dass mich viele Menschen für meine persönliche Einstellung nicht mögen oder sogar hassen. Dennoch bin ich der Meinung, dass das egozentrische Verhalten und das argumentierte/berechtigte Morden seine Daseinsberechtigung hat. Ich sage nicht, dass die Menschheit deswegen ach so toll ist. Aber um für das eigene Leben einen Vorteil zu schaffen finde ich es okay FAST immer unmoralisch zu handeln.
    Bin ich ein Soziopath, eine Art Psychopath oder ein Misanthrop? Ich weiß es nicht. Ich nehme meine Verwandten und meine Freunde ernst. Aber die Menschheit an sich finde ich weder besonders, noch nehme ich sie allzu ernst.

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    1. Für mich ist die Menschheit auch fad, da Unbildung mit Empathielosigkeit gleichgesetzt wird.
      Nu weil man empathielos ist, heißt das nicht, dass man keine Bildung hat. Und nur, weil man ungebildet ist, heißt das nicht, dass man keine Empathie hat.

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    2. @ Ann-Marie Ciossek

      Im Endeffekt muss man auf Weitsicht und Intelligenz vertrauen.

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  25. Kann man den auch anders als die Gesellschaft zu verachten!? Ich für meinen teil bin von der gesellschaft regelrecht angewiedert. Ich meine seht euch doch mal die menscheitsgeschichte an! Tausende jahre nichts als mord, krieg, hass, selbstliebe, Egoismus, leid und habgier... verdammte scheise! Wach auf menschheit! Erkennt ihr den nicht das sich nichts geändert hat!? Menschen lügen, betrügen, morden und hassen nach wie vor einander. Und als ob das nicht schon genug des ganzen wäre, schliest sich die westliche gesellschaft in eine künstlich geschaffene, rosarota seifenblase ein in der es nur darum geht möglichst in unterwürfiger weise zu arbeiten, zu konsumieren uund dabei das eigene denken zu unterlassen. Genau das ist es nämlich was für den hippen menschen des 21. Jahrhunderts vorgesehen ist. Und jeder von euch ist ein Rädchen im system das wie geschmiert läuft. Und für was tut ihr das!? Für arschlocher die von einem korrupten Komitee mit dem friedenspreis ausgezeichnet werde, weil sie krieg im namen des friedens führen. Für hass, krieg, und die unaufhörlich steigende geilheit nach reichtum!? Was soll das!? Wollt ihr weiter in einer welt leben in der menschen nur noch diener des kapitals sind!? In der der mensch zum produkt, zur ware deklariert wird!?
    MENSCHEN BITTE WACHT AUF UND SEHT DIE WELT DURCH DIE AUGEN EINES AUSENSTEHENDEN.. erkennt die welt wie sie ist und nehmt ee nicht hin das korruption, geldgier, hass, krieg und mord auf unserem planeten länger zum alltag gehören.
    Hasst die Gesellschaft im Kollektiv aber liebt eure Mitmenschen! Auch wenn euch das zwiespältig erscheinen mag so ist es doch der Schlüssel zur geistigen Weiterentwicklung der Spezies Mensch.
    Wacht auf und verändert diesen planeten. Schafft euch eine welt in der die primitiven Eigenschaften der menscheit nicht mehr existieren.

    -Ein Wissender-

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    1. Naiv, typisch Misanthrop! :-)) Der Mensch wird sich nicht ändern, er will leben! Wir sind immer noch Tiere! :-) Nur weil wir reden und nachdenken können macht uns das nicht zu heiligen Wesen, im Gegenteil, dadurch können wir ja beispielsweise erst lügen! Eine ganz eigene Ebene der Scheisse! Vielleicht sollte man die Sprache abschaffen?!? Damit wäre die Welt viel schöner, ruhiger und lügenfrei! :-)

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  26. Mal ehrlich, Misanthropie ist einfach eine undifferenzierte und selbstablehnende Geisteshaltung. Sie enthält den Anspruch der Perfektion. Die Welt ist nicht perfekt, ausserdem ist bekanntlich Perfektion selbst Ansichtssache. Der traurige Wüterich Hitler hatte eine andere Form von Perfektion im Kopf als manch anderer hier. Versucht doch die Unterschiede der Menschen zu geniessen, nennt sich Toleranz! Perfektion ist Perversion und langweilig obendrein! Klar Gewalt ist beängstigend, aber gabs schon immer! Ist leicht aus der Ferne zu verurteilen, wenn jedoch dir jemand Nahestehender getötet wird, tja, dann siehts anders aus. Paradox finde ich einerseits Aussagen, wie zum Beispiel die Massenfleischverarbeitung zu verurteilen und dann gleichzeitig auf Vegetariern rumzuhacken, das ist doch nur Faulheit. Das ist so scheinheilig, einerseits schön weiter fressen, andererseits dann aber meckern, nur um das eigene schlechte Gewissen wieder zu beruhigen, um dann wieder beruhigt weiter zu fressen! Entweder ihr akzeptiert euer eigenes Konsumverhalten und steht dazu, oder ihr ändert es und fühlt euch dann besser, aber glaubt dann ja nicht ihr seid plötzlich die ultimativen Helden. Gott werdet erwachsen, sehts ein der Mensch ist was er ist! Dann diese übertriebene Tierliebe, ja ich mag Tiere auch! Ich streichel gern Katzen, obwohl sie eigentlich extreme Killer sind. In Australien jagen die Aborigines heute Katzen, weil selbige wiederum die gesamte Vielfalt der Fauna dort ausgerottet haben. Tja, soll ich jetzt plötzlich alle Katzen hassen und die Aborigines auch gleich und die bösen Briten oder wer auch immer die teuflische Brut der Katzen dort eingeschleppt hat, och aber die sind doch sooo süss! Wenn ihr unglücklich seid, dann ändert etwas, riskiert etwas! Was ist das Schlimmste, das euch passieren kann? Der Tod? Vielleicht ist der Tod gar nicht schlimm? Ihr sterbt sowieso irgendwann. Es iRespekts nur in deinem Kopf! :-) Hab euch alle lieb! :-) Ich versuche den Tod als was Schönes zu sehen, zuerst verwese ich, davon können Tiere, Bakterien und und und profitieren, die haben Hunger danach entsteht aus meinen Kohlenstoffatomen vielleicht eine Blume oder was auch immer. Vielleicht klaut ein Hund einen meiner Knochen ist doch toll! Wieviele Hühnerknochen hab ich denn abgenagt, ohne schlechtes Gewissen? Tausend bestimmt schon! ;-) Ich geh heute Abend ins Bordell! Warum? Weil ich Single bin, Geld habe und Lust zu ficken! Bin ich deswegen krank? Nein, ich bin was ich bin, ein Mann, der Lust auf Sex hat. Ich bin zu faul und genervt in die Disco zu gehen und mir 10 Körbe einzufangen von Frauen, die ihre eigenen körperlichen Unsicherheiten auf mich projizieren. Bin ich deswegen böse? Nein, ich bin einfach nur geil und stehe dazu! Ich bring jedesmal eine Blume mit, um ihr eine Freude zu machen, bin höflich zu ihr und behandle sie mit Respekt. Ich verurteile sie nicht und sie mich nicht, so einfach ist das. PS: Macht Sport, das ist soooo befreiend, nicht um abzunehmen, nicht um super darin zu sein, einfach weils glücklich macht! :-) Always look on the bright sihide of life.... ;-)

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  27. Zuallererst bist du mal ein Mensch, mit allen solchen Schwächen und Fehlern. Von deiner Geburt bis zum Tode ein Parasit der sich an verschiedenen Wirtskörpern nährt. Allgemein am Planeten Erde z.b, Du Konsumierst und Existierst = und zeitgleich zerstörst du damit, Lebewesen, Plätze , Natur whatever. Und es ist ganz unerheblich wie vegan und gesund du lebst. Und ich verurteile hier z.b gar niemanden. Ich weiß dass ich selbst schwach und ein Parasit bin und damit lebe ich. Aber ich weiß auch dass eh jedes Aufbegehren gegen Ungerechtigkeit, jede selbstlose Tat, jeder fromme Gedanken ein Fliegenschiss im Gedärm des großen Wahnnsinns ist. Egal wieviele Tiere durch 1 Mio Veganer gerettet werden. Jeden Tag verrecken zehnmal soviele Tiere , auch an anderen Dingen wie zum Zeichen der Schlachtung, für Mode, zum Sport, aus Sadismus oder aus Forschungszwecken. Klar nutze ich auch die Medizin die daraus z.b resultiert aber irgendwann seh ich es kommen dass ich als kleines Licht gegen die perfiden Methoden der Reichen und Mächtigen nicht mehr ankomme und mir irgendwann in der Zukunft keine Medikamente mehr werde leisten können , vermutlich ebenso wie bedenkenlose Lebensmittel ohne Gefahr irgendeiner Krankheit, Mutation, Antibiotika oder sonstigem, gibt's die eigentlich heute noch? Und dann werde ich verrecken und das ist unausweichlich, das hab ich erkannt und drum scherts mich auch nicht mehr. Wenn die Menschheit irgendwann weit genug geht und alles den Bach runter geht, wird dies die erste gute Tat der Menschheit sein. SO sehe ich die Dinge. ich glaube du hast das Prinzip der Misanthropie nicht wirklich verstanden. Klar bin ich genauso schuldig wie jeder andere, aber z.b ziehe ich daraus meine Konsequenzen indem ich z.b mich so gut wie möglich von der Welt da draußen zurück ziehe. Die meisten Menschen die vielleicht eine ähnlich kritische Sichtweise haben können das Alleinsein jedoch nicht vertragen, der Mensch ist halt ein Herdentier und so kommt zusammen was zusammen gehört und zerstört sich ebenso. Egal ob Beziehungen, Gruppierungen, Banden was auch immer. Ich bin nicht unglücklich, vielleicht war ich das im Alter von 15-20 Jahren als ich erkannte wie die Welt tickt und noch so naiv und ideell war etwas ändern zu wollen oder zu können. Aber mittlerweile habe ich erkannt dass das der bekannte Kampf gegen Windmühlen ist. Überall herrscht Chaos, Gewalt, Korruption, Armut, Hass, Sadismus, Egoismus, Hedonismus. Alles ist schmutzig, dreckig, widerlich. Noch nie war ein Leben weniger wert.

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  28. Teil II meines Geschwätzes


    Der Tod ist keinesfalls schlimm, klar trauert man wenn Verwandte sterben - sofern es wirklich halbwegs vernünftige Menschen waren. Aber wie stehts Leuten deren Familie alles andere als ideal war, wo es Misshandlung, Missbrauch, Emotionale Kälte gab? Da wird dann keine Träne nachgeweint. Und aus deinem Körper wachsen keine Blumen, es bleibt eine organische Hülle die nach und nach verrottet und deren Fremdkörper die Erde auch noch verdauen muss. Und was hat dein Sexualleben mit dem Thema zu tun? Deine Sichtweise dürfte sogar der eines Misanthropen relativ nahe kommen da du erkannt hast dass Liebe und Geborgenheit in 99% der Fälle eine Illusion und non-existent sind und deshalb wählst du eben den leichten Weg der schnellen Befriedigung. Kann man nachvollziehen, Was deine Tiertheorie angeht, geb ich dir auch teilweise recht. Ich bin ebenfalls ein Tierliebhaber , besitze eine Katze (Klischee erfüllt) und behandele auch andere Tiere gut und sofern es in meiner Macht steht helfe ich auch Tieren in Not. Und stell dir vor sogar Menschen, das gehört zu meinem Beruf. Doch dies eben nicht aus Nächstenliebe sondern weil ich a) meine Rechnungen bezahlen und b) einen absoluten Scheissjob mache der mit Undank, übermäßig anstrengenden Tätigkeiten , viel Elend und minimaler Bezahlung honoriert wird. Auch wieder dank Menschen. Ich versuche zumindest für meinen Teil den Schaden den ich auf meinem Leidensweg gehe in Grenzen zu halten, aber jedoch ohne dabei die Moralkeule zu schwingen, dazu müsste ich die Lust oder das Bedürfnis haben die Menschheit zu erretten und zu verbessern, aber ich eben Misanthrop und im Grunde scheiss ich drauf was anderen passiert,. wenn ich involviert bin und anderen helfen kann tu ich es weil ich damit meine Sichtweise für mich rechtfertigen kann. Aber es ist im Grunde bedeutungslos. Wenn du ein Psychopath ohne jede Emotion , Mitleid oder Empathie bist, dich auf Kosten anderer bereichern und gnadenlos deine Ziele verfolgen kannst, dann bist du ein glücklicher Mensch...eigentlich denn du besitzt genau die Eigenschaft die dir in dieser Welt (nicht nur heute ,eigentlich schon immer) weiterhilft. Nettsein und Frömmigkeit predigen füllt dir bei Hunger nicht den Magen, dem dicken Metzger an der Ecke eine vor dem Kopf zu hauen und dir die Würste zu schnappen schon. Merkste was? Das ist das Prinzip des Lebens, das Recht des Stärkeren, wie im Tierreich als auch bei uns. Doch erst wie Menschen haben dieses Prinzip missbraucht indem wir immer mehr nehmen und wollen, als wir brauchen und dabei alles andere gnadenlos untergehen lassen. Wer nicht so stark ist (und ich bin es weissgott nicht) der geht halt auf die eine oder andere Weise unter. Also egal wie schön du dir das alles redest. Die Welt ist schlecht und die zwei drei Leute die noch halbwegs denken können und das erkennen schaffen es meist nur sich irgendwie ihr Gewissen zu beruhigen oder zu betäuben, ich bevorzuge da die zweite Alternative, damit zerstöre ich vielleicht mich aber da ich allein bin auch nicht so sehr meine Umwelt und es ist bei weitem nicht so heuchlerisch.

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  29. Mit meinen gerade mal 16 Jahren mag ich vielleicht noch kaum was von diesem komplexen Thema verstehen aber ich finde es hat etwas (aus meiner Sicht) Melancholisches, ja, sogar Tragisches an sich. Wenn ich mich selber in die oben genannten Kategorien einordnen müsste, würde ich mich als eine Mischung aus "stolzem" und humanistischem Misanthropen sehen, worauf ich widersprüchlicherweise nicht gerade stolz bin. Ich bin es dennoch leid die Menschheit so zu sehen, wie ich sie sehe. Viele Gleichaltrige um mich herum denken an einfache Dinge wie was sie am Wochenende tun sollen, ob ihr Schwarm sie heute bemerkt hat oder w/e. Ich denke natürlich auch an völlig einfache Dinge, trotzdem würde ich gerne einfacher denken und nicht solch ein pessimistisches Gör' sein, dass sich selbst als tragische Protagonistin in einem schlechten Film sieht. Ich könnte mich manchmal regelrecht ohrfeigen wenn ich auf andere hinabschaue aber selber eben nicht besser bin. Es scheint einfach nur eine von vielen Dingen zu sein die uns oder vielleicht nur mich ausmachen/ausmacht. Oder ist es doch nur die Pupertät die mir zu schaffen macht? Wer weiß. Zuletzt möchte ich noch die lockere und optimistische Denkweise der Person über mir loben da ich nur selten von mir behaupten kann solchen Optimismus auszustrahlen. Ich hoffe er/sie weiß dass das sehr erstrebenswert ist.

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    1. Das sich selbst*

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    2. Ich möchte noch hinzufügen, dass ich nicht Konkalit meine sondern die Person über ihn.

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    3. Stimmt, da ist etwas Melancholisches darin. Die "besten" Misanthropen sind Melancholiker, wenn du mich fragst. Danke für deine ehrlichen Worte! Wenn ich mir was wünschen könnte, dann dass mehr in deinem Alter wären, wie du. Alles Gute!

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    4. Auch wenn ich das schon öfters zu hören bekommen habe, haben Sie mir jetzt aber doch richtig geschmeichelt, danke. c:
      Ich habe mich in meinem Kommentar zwar irgendwie versucht gehoben auszudrücken aber ich bin wie die meisten Jugendlichen auch. Und mann ist es schwer hier keinen Internet slang/jargon und smileys zu benutzen da ich mir zu 99% sicher bin, dass diesen niemand verstehen würde.

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  30. Ich bin ein Misanthrop, wegen des Verhaltens der Menschen. Und ja ich stecke fast alle in einen Topf, weil z.B. sehr viele Menschen ein ekelhaftes Sexleben haben (Bordellbesucher, Betrüger, usw.). Aber ich merke auch langsam, dass es eine Art von Verzweiflung ist, weil ich diese Menschen niemals ändern werden kann. So ein Leben wie meines ist einfach ziemlich traurig und kann man niemandem empfehlen.

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  31. Ein sehr interessanter Artikel über das Thema "Misanthropie". Keine Vorurteile und trotzdem eine kleine eigene Meinung, ohne Menschen damit beeinflussen zu wollen.
    Wie dieser Artikel schon sehr, sehr gut beschreibt gibt es viele Formen von Misanthropie.
    Dennoch denke ich: ist es nicht völlig selbstverständlich, wenn man viel von seinen Mitmenschen verlangt? Wir leben im 21. Jahrhundert, den modernen Menschen gibt es seit mehreren Jahrtausenden... Darf man da nicht Weitsicht, Verantwortung und Eigeninitiative verlangen?
    Mit anderen Worten: Jeder darf von mir aus tun, was sie/er möchte... aber dann auch bitte Verantwortung dafür übernehmen.
    Allgemein bin ich liberal aber Ich denke, da fängt auch meine (kleine) Misanthropie an. Ich kann es nicht leiden, wenn Menschen wegrennen ohne zuzugeben, dass sie nicht weiterkönnen. Sie laufen lieber weg anstatt das sie sich erklären und Verantwortung zu übernehmen.
    Meiner Meinung nach darf man schon etwas von der Menschheit verlangen. Aber viele Beispiele zeigen, dass wir mental immer noch nicht reif sind. Klar, wir verbrennen keine "Hexen" mehr. Aber das macht uns gewiss nicht besser und/oder reifer.
    Ich stehe auch auf dem Standpunkt: Wir können uns selbst ernst nehmen... Aber wir dürfen nicht denken, dass das Universum uns braucht. Sonnen, Monde, Asteroiden/Meteoriten, Moleküle etc. existieren. Und diese werden auch weiterhin existieren, wenn die Menschheit nicht mehr existiert. Das muss uns (meiner Meinung nach) klar sein.
    Ich kann auch Pro-Lifer nicht verstehen, denn der Tod gehört zum Leben.
    Ich denke auch, dass der Körper allgemein nur eine Hülle ist. Meiner Meinung nach gibt es kein Argument, wieso es nicht eine EXISTENZ nach dem Tod geben sollte. Aber "Existenz" ist etwas anderes als '"Leben". Ich bin ein Kind der Wissenschaft. Wenn es Dinge gibt, die man wissenschaftlich nicht erklären kann, dann ist es eben so
    Ich denke, es hat nichts damit zu tun, dass man anderen Menschen die Leviten liest. Es ist einfach selbstverständlich.
    Ich habe Reptilien als Haustiere. Mit denen fühle ich mich mehr verbunden, als mit Menschen.
    Ich habe Familie und Freunde. Aber diese können mir nie so viel geben wie selbstbewusste Tiere.
    Ich kann auch Pro-Lifer nicht verstehen, denn der Tod gehört zum Leben.
    Für ein Leben nach dem Tod gibt es keine Beweise, aber ich glaube (wissenschaftlich) an eine EXISTENZ nach dem Tod.
    Nun...
    Es gibt verschiedene Arten von Misanthropie. Es gibt Misanthropen, die religiöse Demut zeigen.
    Es gibt Misanthropen, die wissenschaftlich orientiert sind.
    Es gibt misanthropische Agnostiker.
    Es gibt allgemeine misanthropische Menschenhasser..
    Und so weiter,,,
    Fakt ist: Die Welt in der man lebt ist niemals perfekt. Man hat immer bessere Ideen, man möchte oft woanders sein und es wird immer Menschen geben, engstirnig-radikal-kontrollierend und "dumm" sind.

    Nebenbei bemerkt: Ich bin (seit Jahren) ärztlich anerkannte Asperger-Autistin.
    Menschen sind grundsätzlich seltsam für mich...

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  32. immer wieder ... immer und immer wieder

    da setzt man sich für dinge ein, beteiligt sich an projekten im netz, gibt sich mühe keine fehler zu machen, und sie suchen nach fehlern. nehmen banale dinge daher, denken nur von 12 bis mittag. sie können es nicht lassen, sie müssen alles bis zum erbrechen hinterfragen, verwickeln einen in sinnlose diskussionen. und es gelingt ihnen einen einzuwickeln und ... oh ja, es gefällt ihnen. endlich finden sie etwas an dem sie sich aufgeilen können. sie schliessen sich im kollektiv zusammen und jahre später ... ups ... er hatte doch recht, aber wir tun so als hätten wir es nicht mitbekommen. business as usual.

    dieser ständige versuch die beweislast umzukehren, diese ständige nötigung seine unschuld beweisen zu müssen. sie ist mir zuwider. eine frage stellen: unmöglich. es könnte ja sein dass man etwas illegales vorhat.

    es fällt mir schwer überhaupt noch etwas zu fragen. stunde um stunde vergeht um selbst eine antwort zu finden. weil es nicht möglich ist etwas zu fragen. unmöglich etwas zu fragen ohne sich einer diskusion auszusetzen.

    wie spät ist es? warum willst du das wissen? damit ich nicht zu spät komme. ja, hoffentlich kommst du zu spät.

    ich erinnre mich an den witz mit dem geisterfahrer über den im radio berichtet wird. einer? hunderte.

    und von offizieller stelle die frage, ob nicht vielleicht ich der geisterfahrer bin anstelle all der anderen. warum ich gegen den strom schwimme.

    ich und arbeiten. näää. ganz bestimmt nicht. bei der angeblich so sicheren rente die mich erwarten wird? seit meiner kindheit wird mir ständig alles weggenommen. ich lege die füsse hoch. solange ich nihcts habe kann man mir nichts wegnehmen. höchstens noch den tisch auf den ich meine füsse lege. meine verantwortung liegt drin mit wenig bis nichts auzukommen. ein bischen job hier, ein bischen job da. da "repariere" ich computer. schön. rufen mich an, fragen ob ich das nicht mal gerade eben kurz erklären könnte. welch ein witz. nein, erklären werde ich nichts, ich arbeite nur gegen bezahlung. was tun die leute: gehen in den laden und kaufen sich ein neues gerät um nicht zugeben zu müsssen dass sie aus vershen eine wichtige datei gelöscht haben die das system lahmlegt. 5 minuten arbeit, 15 euro, nein, zuviel. wir gehen lieber in den laden um nicht als blöder endbenutzer dazustehen und geben 500 euro für eine neue kiste aus. bravo. wenn nicht 15 euro mit ehrlicher arbeit dann lieber der umweg über steuern und ergänzende sozialleistungen. soll mir recht sein.

    der mensch ist dämlich. er macht kaputt und zerstört aber gibt es nicht zu. wie im film matrix. der mensch ist ein geschwür. mir völlig zuwider.

    freunde? soziale netzwerke? sozial? lädt man freunde ein um eine kiste bier alle zu machen sind sie alle die ersten die sich melden. lädt man sie ein um beim umzug zu helfen: huch, keiner da.

    im supermarkt an der kasse, eine zweite macht auf. plötlich sind die, die am ende der schlange standen die ersten. die müssen es ja so eilig haben. vielleicht gibt es ja etwas zu gewinnen wenn man erster ist. genau, das geschwür. es bleibt nicht mehr viel zeit. und sie rempeln und sie schubsen, sie bekommen den hals nicht voll.

    sie fressen und sie saufen, wie die tiere. fette menschen, wie ich sie hasse. sie keuchen und sie stöhnen, kommen die treppen nicht mehr hinauf. wo ist der fahrstuhl. ja, ich bin ja nur neidisch.

    ja, macht ihr mal, hetzt ihr mal, ich mache auf gemütlich.

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    1. Ist doch alles gut! Warum so defensiv? Musst dich doch für dein Leben und den Stil, den du bevorszugst nicht rechtfertigen. Alles im grünen Bereich. Toleranz ist eine Tugend.

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    2. defensiv wohl nur an der stelle an der ich zu verstehen gebe weshalb ich mich mit meiner schlecht laufenden nebenberuflichen selbstständigkeit zufrieden gebe und keinen schlecht bezahlten vollzeitjob ausübe.unter dem strich käme dasselbe heraus.

      selbst die wirtschaftsunternehmen, diese konstrukte, diese objekte, geleitet von menschen, sind an schlechtigkeiten nicht zu überbieten. da gibt es mich und die anderen.sie beuten sich gegenseitig aus, jammern und vergessen. und am nächsten tag tun sie sich selbiges wieder an. erinnert mich an masochisten die auf schmerzen stehen. mir tut es allein vom zusehen weh.

      ja, die sehnsucht, nicht allein zu sein. aber ich kann diese makel alle nicht übersehen. aber ich mag da nun nicht weiter drauf eingehen. das ist hier schon wieder alles viel zu viel.

      nur soviel: in 2010 meinte ein psychologe zu mir: herr ... ich bin mir sicher, sie schaffen das schon.

      ich bin mir auch sicher. augen zu und durch.

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  33. Wenn es einen Gott geben sollte, wäre jetzt der Zeitpunkt für ein 2. Sinnflut...
    Jedenfalls für all die blinden Geister...
    Die Erde würde aufatmen...
    Dennoch glaube ich noch an einige wenige Menschen, die so sind wie wir, man muss sie nur finden...

    Macht das beste draus...
    Anonym 17 Jahre

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    1. --> Und der Grund warum es soviel Misanthrop sind erklärt folgendes Lied am besten:
      Astronaut von Sido,
      egal ob ihr ihn/die nicht mögt, die Botschaft und das bewegende Video ist es wert.

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  34. ich bin 15 jahre alt und ich hasse nichts so sehr wie über den schulhof zu laufen und anderen dabei zuzusehen wie sie ich über andere mitschüler unterhalten, mitschüler von denen sie gestern noch behaupteten sie seien beste freunde. der gesprächsinhalt fällt hierbei leider selten positiv aus.
    Die typischen Gesprächsinhalte meiner aus meiner sicht "dummen" mitschüler sind "dieser blonde da aus unserem englischkurs ist bi, voll eklig" (<-- das ist keine tatsache sondern eine als tatsache verpackte vermutung dieser "dummen" mitschüler") über "maaaan ich hab kein bock auf schule" bis hin zu "alllllterr am wochenende war ich wieder soooo blau". das alles in der kombination und konstellation kann mich manchmal zur weißglut treiben. tatsächlich gibt es auch welche von ihnen die ich mag nur haben sie selten eine meinung die sich in ihren handlungen widerspiegelt. so sagen sie mir erst dass sie absolut meiner meinung sind, am nächsten tag höre ich sie mit anderen leuten über mitschüler lästern und noch zwei tage später schreiben sie mir eine nachricht: "am wochenende war ich mit freunden (?) draußen und ich hab einfach sooooo viel getrunken ich war komplett weg". versteht mich nicht falsch ich habe freunde und natürlich hab ich auch schon mal ein paar über den durst getrunken aber ich renn dann nicht am nächsten tag in die schule und schrei den leuten förmlich ins gesicht dass ich mir die seele aus dem leib gekotzt hab.
    leider verstehen die wenigsten leute in meinem alter mein problem mit dieser art der gemeinschaft sodass sie mich entweder als aussenseiter abstempeln oer aus purem desinteresse wieder behaupten "ja stimmt schon was du sagst das regt mich auch auf".
    Das Problem daran wiederum ist dass ich nichtmal den leuten denen ich mal vertraut hab noch irgendwas sage ausser eben smalltalk in form von "was hast du jetzt? achso coll... bei wem? ist der nett? naja ich muss weiter". Ich kann leuten einfach nur schwer vertrauen wenn ich merke dass sie bei nächstbester gelegenheit übereinander (also auch über mich) herziehen. wenn ich so darüber nachdenke beschleciht mich der verdacht dass dieses ganze achso freundschaftlich vertrauensvolle kommunikationssystem an meiner schule auf misstrauen eines jeden gegenüber den anderen beruht. nur so lassen sich aus meiner sicht die stupiden oberflächlcihen gesprächsinhalte erklären in denen es wohl darum geht möglichst viel zu plappern ohne etwas zu sagen (schon gar nicht vn einem perönlich). das ganze macht mich irgendwie traurig und wütend da ich denke dass ein mindestmass an vertrauen einfach notwendig ist um miteinander umgehen zukönnen, ohne nahezu krampfhaft darauf zu achten nichts von sich preiszugeben.

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    1. Ich bin 16 und teile eigentlich deine Ansichten.

      Aber sieh es doch mal von der anderen Seite. Schau sie dir doch morgen einmal an diesen hoffnungslosen Haufen. Sie werden irgend wann einen Beruf annehmen , Kinder bekommen und sterben und nichts erreicht haben.
      Doch diese Menschen sehe ich als mein Kapital an, sie sind berechenbar und manipulierbar. Sie sind die die einst ein Denkmal für dich bauen können wenn du es zu etwas bringst in dieser Welt. Das nennt sich Selbstverwirklichung, probiere es einmal aus.

      Dieses Gefühl, zu wissen das man besser ist als der Großteil der Anderen, ist das nicht erhaben und wunderschön? Arbeite daran dich selbst zu perfektionieren. Es gibt so viele Stufen die du über ihnen stehen kannst, besteige sie und fühle was Macht ist.

      Aber denk immer daran. Vertraue niemandem , egal ob Freunde , Familie und besonders Frauen, am Ende des Tages kannst du dich nur auf dich selbst verlassen. Sei dir selbst dein bester Freund und halte daran fest. "Wer jetzt auf dich herabsieht, kann schon morgen dein loyaler Diener sein." Spiele deine Karten nur richtig aus ;). Es ist eine besondere Gabe die wir haben....

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    2. freut mich dass ich nicht der einzige jugendliche bin der dieses "problem" hat. tatsächlich hast du recht, eigentlich ist es gar kein problem sondern eine art vorteil die masse von außen zu betrachten.
      das ganze hat mich manchmal einfach rutergezogen aber jetzt wo du das sagst fühl ich mich ganz gut. ich habe schon oft klassenkameraden manipuliert um mir einen vorteil zu verschaffen und seis nur um mich zu unterhalten weil mir langweilig war.
      ich wäre zwar irgendwo gerne teil dieser masse, gleichzeitig weiß ich aber dass ich auf keinen fall wie sie werden will. aus der von die geschilderten perspektive bin ich froh, dass ich diese masse von außen betrachten kann, ich lerne viel über menschen und strukturen.
      danke also für deinen kommentar, ich habe zwar schon öfter so gedacht aber wirklich glücklich hat mich das bis jetzt nie gemacht...

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    3. Ich kann sehr gut nachvollziehen, was du beschreibst. Allerdings muss man hier auch das Alter deiner Mitmenschen beachten. Da ist es normal, das solch ein Verhalten zu Tage kommt, da das Gehirn noch nicht ausgereift ist und sich in der Pubertät in einer extremen Umstrukturierung befindet (Google das mal... Jungendliche, Frontallappen, Mitgefühl).
      Andererseits scheinst du reifer zu sein als deine Mitmenschen und das ist doch eine feine Sache. Da kannst du dich drüber freuen. Ansonsten arbeitet die Zeit für dich und auch deine Mitschüler werden sich verändern und reifer werden.

      Dieses vertraue niemandem, ist etwas zugespitzt wie ich finde. Wir Menschen sind nunmal (leider) soziale Wesen und brauchen den Kontakt. Sei es auch nur eine Person, die dir sehr wichtig ist.

      Ich wünsche dir alles Gute :)

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  35. Ich habe einen starken verdacht, dass ich das Asperger Syndrom habe/hatte. Ich kann mich noch genau daran errinern wie ich schon mit 2-3 jahren misanthropisch in meinem Bett lag und die Licher vorbeiziehend, in Fensterform als "negative Schatten" von den Autos draußen, zusammen mit den Fahrgeräuschen, an die Wände geworfen wurden. Und wie ich extrem viele soziale Kontakte mein Leben lang mied, weil ich den Sinn darin nicht erkannte.
    Jetzt mit 20 jahren und nach einer psychodelischen Erfahrung habe ich erst verstanden warum sich die Menschen so verhalten wie sie es tun, z.B. habe ich auch verstanden, warum Menschen manchmal Lügen, allerdings findes ich es trotzdem übelerregend. Allerdings habe ich durch jene Erfahrung auch gelernt positive Gefühle mit dieser misanthropischen Stimmung zu verbinden (meiner Freundin sei dank). Allerdings ist es trotzdem auch immernoch ein Gefühl der "third person perspektive", in der mir Menschen wie Affen vorkommen, obwohl ich die positiven Intentionen meiner Freundin und unsere glückliche Stimmung genau wargenommen habe, war mir dieses Gefühl extrem Fremd.
    Aristoteles sagte dazu übrigens, dass ein Misanthrop entweder eine Bestie oder ein Gott sein müsse. Ich frage mich ob nicht in Wirklichkeit Autisten nur Menschen sind, die mit dem Extremum des negativen misanthropischen Gefühls geboren sind, darauf nicht klarkommen und gleichzeitig einen extrem überempfindlichen Körper haben und gerade weil sie dadurch nichts verstehen können sie nicht mit der "Matrix" agieren/ agieren können, eventulen könnte man die Therapie mit Dopamin ausschüttenden Medikamenten verbessern.
    Wenn ich mal wieder in einem starken misanthropischen Rausch bin, z.B. wenn meine Überempfindlichkeit aus Krankheitsgründen wieder mal einen Zenit erreicht, dann fang ich sogar an die menschliche Sprache nichtmehr zu verstehen. Das sind auch zwei der wichtigsten Diagnosekriterien für Autismus, quasi aufgrund des Fremdheitsgefühles z.B. soziale Defizite zu entwickeln.
    Jetzt fühle ich mich aber fast wie geheielt, nachdem ich die Misanthropie akzeptiert habe, kann ich auch auf einmal vollkommen einfach simple Konversationen und Smalltalk sogar mit Fremden führen, allerdings hat man dann eine "Soziale-Maske" auf, was ich damal immer als "Sünde" empfand, es tut aber auch manchmal gut und ich weiß warum es Menschen machen.
    Mir ist auch aufgefallen, dass man sehrwohl logische Gedanken ohne Worte haben kann, bei einem Geistesblitz formuliert man es dann halt noch schnell, um etwas Greifbares zu haben.
    Letztens in einer Linearen Algebra Vorlesung in der Uni habe ich auch zuerst überhaupt kein Wort verstanden, dann als alle Puzzelteile da waren viel mir die Logik wie Schuppen von den Augen: "OMG das ist ja alles das Gleiche (Muster), ich habe lediglich Probleme, das in die mathematische Sprache umzuformatieren".
    Ich habe erst eben diesen Begriff für dieses Gefühl gelernt, zuvor dachte ich es wäre Depersonalisation/Derealisation, es ist wohl lediglich eine frage der Wortwahl, bei der Google-Suche viel mir aber sofort auf, dass dieser Begriff ganzschön negativ belastet ist.
    Und auch ich bin erleichtert, dass es wohl auch Menschen gibt, die das, hier in Frage stellen, ich habe mir sogar schon davor überlegt ein Buch zu diesem Thema zu schreiben (wenn schon, dann darüber), allerdings zeigte mir dieser Artikel auch wie viel ich nocht nicht über dieses Thema weiß, der Titel "God walking amongst mere mortals" wäre dann ja ziemlich ironisch, wobei das Buch sich kaum auf die negativen Seiten der Misanthropie konzentrieren würde, denn dann wäre es ja die Bestie unter den Menschen(affen), am besten ich mach einen Zweiteiler.
    Ich werd schon wieder misanthropisch wenn ich daran denke, dass mir ein Mensch jetzt diese Idee klauen könnte, naja ich machs einfach besser :D

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    1. Wer meine 3 Fehler (wenn nicht sogar noch mehr), wie ich im nachhinein, entdeckt hat und sie verbessern wollte, der ist kein wahrer Misanthrop, moment diese Aussage ist gegensprüchlich, wenn ich mich doch selbst grade verteidige, der Sinn dessen liegt aber wieder darin Misanthropie zu definieren. Man kann wohl kein humanistischer Misanthrop sein, wenn man die Fehler der Menschheit und die eigenen Fehler nicht akzeptiert, man könnte aber auch sagen man sieht nur Fehler. :)

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  36. Bin ich ein Misanthrop, auch wenn die stärksten Abneigungen den Menschen in meiner unmittelbaren Umgebung gelten? Sicher, ich hasse auch sonst jegliche Uneinsichtigkeit, Küchenpsychologie sowie Stammtischgequatsche, aber der geballte Hass zeigt sich meist im Alltäglichen Leben und der häufigste Grund ist fehlende Mitmenschlichkeit. Seien es die Nachbarn, die abends total laut sind, obwohl sie wissen, dass sich kleine schlafende Kinder im Haus befinden (und hier wohnen keine 10 Parteien im Haus), oder seien es andere Teilnehmer im Straßenverkehr.
    Mache ich mir hier etwa zu viele Gedanken um andere, während diese das nicht tun? Dies wäre dann allerdings wirklich fehlende Mitmenschlichkeit/Umsichtigkeit.
    Auf jeden Fall wird mein Eindruck immer stärker, dass fast jeder nur an sich selbst denkt.

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    1. Ich muss noch ergänzen... Ich würde sehr gerne denken "ich steh drüber, sollen sie doch dumm sein, ich bin es nicht etc.", aber da es meine unmittelbare Umgebung ist, die mich nervt und wo ich auch in der Summe involviert bin geht das schlecht.

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  37. Allgemein finde ich hat kein Mensch das Recht über andere zu urteilen, die er gar nicht oder nur oberflächlich kennt. Wie kann man dann über die "Menschheit" im allgemeinen urteilen? Ich denke, dass es zu einfach ist, der Menschheit allgemein Schuld zu geben für das Leid der Welt.
    Z.b.: Kriege werden durch Reiche und Politiker ausgelöst und von Menschen geführt. Wie kann man von dieser Minderheit, die diese Kriegen wollen über das große Ganze urteilen?

    Es wird beim Urteil einiger Menschen vieles nicht berücksichtigt. Kein Kind wird rassistisch geboren, sondern erzogen und das obwohl die Gesellschsft selber Fremdenhass nicht tollerieren kann. Also haben auch hier wieder nur die Eltern versagt, die ihren Hass vllt aus Erfahrungen zieht. Wie kann ich das Kind, dass mit so einem Gedankengut großgezogen wird hassen?
    Natürlich stammt auch der Fremdenhass vom Menschen, aber ihre Wurzel ist schon immer die Furcht oder ein leicht manipulierbar Geist.

    Natürlich greifen wir auch viel in die Natur ein, aber wir sind nach wie vor auch biologisch betrachtet Tiere, denn wir sind Teil eines Systems. Wir sind eine eigene Art und müssen unsere Existenz genauso sichern wie andere Arten auch. Wir entstammen selber der Natur, auch wenn wir die einzigen sind, die sich nicht mehr an die Umwelt anpassen, sondern die Umwelt an uns anpassen. Aber die Natur ist wein Gleichgewicht, zu dem wir genauso gehören und wir stören es nicht mehr oder weniger, sondern auf unsere Weise. Ich verstehe daher nicht, wie man Menschen hassen/verachten/verabscheuen oder sie als Störfaktor von außen betrachten. Wir sind in diesem Gleichgewicht und wenn wenn es nicht mehr funktioniert, dann findet die Natur eine Lösung dafür, wie sie es bisher immer tat.

    Ich bin auch keiner, der den Menschen nurnin Schutz nehmen will. Ich denken wir haben ein großes Potenzial, aber nur als Gemeinschaft. Durch den heutigen Drang nach Individualität geht auch vieles verloren und die Welt wird Gefühlskalt. Ich denke abe, willst du, dass sich die Welt ändert, dann mach es in kleinen Schritten und zeig deinem Umfeld, dass es auch anders geht. Auch wenn ich keinem Menschen so recht traue, ich verzichte lieber mal, als das ich egoistisch bin und wenn jeder Gelegentlich so agiert und man sich öfter Hilfe anbietet, dann machen wir die Welt gemeinsam zu einem besseren Ort und vllt verschwindet die Ansicht, dass die Menschheit es nicht wert wäre zu existietrn mit der Zeit von selbst.

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    1. Sehr schöne Gedanken! Hinzu kommt noch, dass wir mit dem Drang des Abgrenzens gegenüber anderen Gruppen und auch Individuen geboren wurden. Wir können also oft gar nicht, als anderen gegenüber "feindschaftlich" gesinnt zu sein, gerade, wenn wir "das Tier" in uns sprehen lassen. Deswegen sind solche Reflexionen wie vom Leser/der Leserin über mir so wertvoll: Wir müssen das Tier in uns selbst in Schach halten, durch Reflexion und Bewusstwerdung.

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    2. Bin nochmal der Autor auf den Du jetzt eingegangen bist. Ich heiße Onur S.
      Ich würde gar nicht soweit gehen und sagen, dass wir mit dem Drang des Abgrenzens geboren sind. Eigt. ganz das Gegenteil. Kinder fragen, wenn sie etwas nicht verstehen, sie freunden sich mit jedem an, sei er schwarz, Jude oder sonstwas. Als Kind schaut man nicht auf das wie das Kind kuluturell geprägt wird. Es gibt nur nett und nicht nett. Kein Kind sagt: "Das ist ein Mädchen, sie kann nicht das gleiche wie ich als Junge".
      Wenn wir älter sind haben wir "unsere Gruppe" unsere Wohlfühlzone. Wir sind vorsichtiger was neues angeht, weil wir wissen, dass es auch schlechte Menschen gibt. Diese handeln aber entweder durch eine psychische Störung so, sei es ein Unfall oder angeboren oder wie du sagtest Menschen "die sich nicht im Zaum halten". Es ist ein rein natürlicher und evolutionärer Vorteil skeptisch Fremden gegenüber zu sein und nicht sofort einen Fremden in den Vertrauenskreis zu ziehen ohne die Absichten zu kennen. Kein Mensch wird schlecht geboren.

      Was ich nicht verstehe ist, wie man die Menschheit im allgemeinen ablehnen kann, wenn man selber aber das Leben liebt und einen guten Freundeskreis hat. Das hattest Du in deinem Artikel geschrieben. Denkt man dann, dass dieser Kreis sich der allgemeinen Menschheit empor hebt? Wieso erkennt man in diesem kleinen Kreis nicht, dass die Allgemeinheit genauso wss möchte, wenn nicht sogar hat?

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    3. Hallo Onur,

      es ist, wie du selbst sagst: "Es ist ein rein natürlicher und evolutionärer Vorteil skeptisch Fremden gegenüber zu sein und nicht sofort einen Fremden in den Vertrauenskreis zu ziehen ohne die Absichten zu kennen."

      Ich meine, dass wir eben für kleinere Gruppen "gemacht" sind, in großen Gruppen (mehr als 200 Leute) können wir nicht mehr alle kennen, können kein so starkes Mitgefühl und Verständnis aufbauen. Das meine ich mit angeborenem Drang zur Abgrenzung. Aber es kann sein, dass die Sozialisation eine größere Rolle spielt.

      An irgend einem Punkt kommt aber jedes kognitive System an seine Grenzen. Für Menschen ist es dann eine Kulturleistung, trotzdem freundlich zu sein.

      Viele Grüße!

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  38. Du und dein Schaffen bringen mich zum weinen. Misanthropie und Erfolg bringst du scheinbar mühelos auf einen Nenner. Toll. Wow. Jemand, der bewegende Ergebnisse selbstgewählt produziert und gesehene Wichtigkeiten voran treibt, und der in der sozialen Betrachtung Menschen erreicht, dem gönne ich automatisch diesen Erfolg und rechne ihm zu, Urteile fällen zu können. Nein, zu dürfen! Wenn dem aber nicht so ist, dass jemand diesen Radius der Erreichbarkeit vorweisen kann, haha, ja, also wie bei mir, dann kritisiere ich mein eigenes Denken und legitimiere es erst, wenn ich auf Texte von (den mir) angesehenen Autoren stoße, die das gleiche sagen, was sich bei mir im Kopf festgebissen hat, was ich aber weder abweisen noch unterstützen kann. Wie kann ich diese Welt gleichzeitig hassen und lieben? Wie kann ich den auf mir lastenden Druck verabscheuen aber absolut verstehen, dass er erstens von mir gesehen und damit projeziert wird, und gleichzeitig auch die Unfähigkeit meinerseits widerspiegelt, mit ihm umgehen zu können? Natürlich hasse ich die Menschen. Aber natürlich liebe ich sie auch so sehr! Was ist das denn??? Was lerne, schließe ich daraus? Für mich sind deine Worte eine Verkündung der Wahrheit, weswegen ich nur hassen kann was du schreibst weil ich mich selbst darin so wiedererkenne .. und doch eigentlich denke, dass wenn ich schon erkannt hab, was mich an meiner Betrachtungsweise stört, weil es für mein Leben und meine Seele ungesund ist, dennoch mit diesen Augen mich und die Welt sehe. Immer wieder. Ohne darüber zu kommunizieren, weil ich es selbst als falsch erachte .. Menschen mit Themen dieser, meiner Meinung nach, anstoßenden Thematik zu belasten .. Wenn ich schon so untergründig/negativ denke, dann soll es doch bitte meine Mitmenschen nicht belasten .. und du thematisierst es! Und ich finde es so richtig und wichtig! Und am liebsten würde ich dich dafür umarmen, wie ich auch den Rest der Welt umarmen kann, weil ich jedes Individuum so verstehen und mögen kann .. und doch immer wieder zu dem Schluss komme, dass der Mensch nur ungesund ist. Für den Planet. Für sich selbst. Ich merkte, ich lebe nach Logik. Aber neulich ist mir aufgekommen, dass es sehr unlogisch ist, als Mensch, dem Emotionalität nun mal einverleibt ist, nach Logik zu streben. Zumal ich eh nicht weiß, was das denn bringen soll.
    Und hier präsentiert sich meine Verwirrtheit über das Leben und das Streben der Menscheit, dass ich krampfhaft versuche zu verstehen und mitgehen zu können, obwohl ich schon lange erkannt habe, dass die Menscheit noch mehr als 1000 Jahre braucht, um sich wirklich selbst zu verstehen.
    Was sage ich dir mit diesem Schreiben? Tja. Also erstmal, dass es mein Inneres sehr aufwirbelt. Aber vielleicht ist es auch viel wichtiger für mich zu schauen, was dieser Text eigentlich mir selbst sagt .. Obwohl ich aus meiner Schleife der Betrachtung der Welt und Menschen nicht ausbrechen kann, solange mich jemand mit seinen Augen nicht tief in der Seele zum wackeln bringt.
    Also dann, Kopf oder Zahl.

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    1. Danke für deinen tollen Kommentar! Freut mich, dass die Texte so zu dir sprechen. Und was du sagst, ist doch schon 99% dessen, was man als Mensch lernen kann: Es gibt keine Klarheit im Leben, es ist widersprüchlich und Hass und Liebe brauchen einander. Heute hassen, morgen lieben und so weiter. Irgendwann stirbt man und bis dahin hat man hoffentlich alle Seiten mal gekostet.

      Warum viele Leute damit nicht zurecht kommen, ist weil sie meinen es muss doch ein Entweder/Oder geben, es muss doch richtig und falsch geben und wenn mir was nicht gefällt, ist es eben falsch. Schön, dass du nicht so denkst. Weiter so und stecke so viele Menschen wie möglich an mit deinem Lebensgeist.

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  39. Hallo Herr Dietrich,
    die unterschiedlichen Wege, ein Misanthrop zu werden, auf diese Weise gerafft darzustellen, hat mir persönlich in Ihrem Artikel gefallen.
    Gestatten Sie mir bitte an dieser Stelle einfach ein paar Gedanken zum weiten Thema, die mir während des Lesens durch den Kopf gegangen sind.
    Ich selbst war immer mal wieder nahe dran, mich als Misanthropen zu bezeichnen. In einer philanthropischen Umgebung aufgewachsen, fühlte ich mich mit den Jahren immer enttäuschter. Diese Enttäuschung hatte aber nicht die kleinen Unvollkommenheiten zur Basis, die jeder Mensch nun mal so hat, sondern den Schaden, den viele anrichten. Das große Leid. Erkennt ihn einer nicht, sollte Aufklärung folgen. Ja, und ab da wird es fürchterlich kompliziert. Allen hier sicher bekannt. Ist auch nicht der Grund, weshalb ich mich entschlossen hatte, hier mal zu schreiben.
    Misanthrop besitzt stets einen negativen Touch. Weil davon ausgegangen wird, dass der Mensch die Krone von allem wäre. Mit einem Wort: gut. Oder „besser“, das Beste überhaupt - was aber einen Bezugspunkt verlangt.
    Insofern hat mir Ihre Betrachtung hinsichtlich der Erwartungen gefallen.
    Da ich in einem menschlichen (beinhaltet aber auch wieder eine Wertung) Umfeld aufgewachsen war, erwartete ich nicht das, was mir später begegnet war. Als naiv würde ich es aber nicht bezeichnen, weil auch dieses Wort schon wieder eine Art Wertung darstellt, sondern eher als irreal.
    Die Realität sieht so aus, wie wir sie fast alle kennen. Der Mensch ist nicht nur klug, sondern leider oft ziemlich dumm. Er ist nicht nur freundlich zu anderen Lebewesen seiner Umgebung, sondern vielfach ziemlich gemein. Er schafft nicht nur Werte, sondern zerstört sie auch oft. Und schon in diesen Formulierungen ist etwas enthalten, was ich für äußerst wichtig halte: einen Bezugspunkt – die Masse.
    Ein solcher ist nötig, um Aussagen treffen zu können. Um das zu können muss einer, hinsichtlich Menschen, sehr vielen begegnet sein, weitreichende Erfahrungen sammeln. Aber auch bewusst darauf geachtet und der Meister Zufall nicht nur einseitig gestreut haben, mit einem Wort: aufmerksam ein reiches und buntes Leben führen sowie nahezu an seinem Ende stehen, denn nur dann ist das auch einigermaßen gegeben.
    Die meisten älteren Menschen, denen ich begegne, halten vom Menschen (an sich) nicht viel und meinen damit nicht die kleinen Unvollkommenheiten, sondern den Schaden, den sie anrichten. Sehr oft eben wissentlich, sogar zielgerichtet. Und: die meisten. Nach deren und meinen Beobachtungen ja, leider.
    Ein Philanthrop, so meine Ansicht, verzeiht ihnen das. Der Misanthrop nicht.
    Ich meine, das Verzeihen wäre daher noch ein weiter Aspekt und erneut ein weites Feld.
    Meine eigene (bunte und reiche) Lebenserfahrung in einem schon fortgeschrittenen Alter betrachtet „den Menschen“ als ein ziemlich kompliziertes Wesen, welches zu sehr auf sich fixiert ist. Ich sehe ihn mehr als Individualisten (spezialisiert) als jegliche andere Lebensform. Ihm scheint in seiner Entwicklung der Bezug als winziger Teil des großen Ganzen abhanden gekommen zu sein. Manche kehren da hinein ganz bewusst wieder zurück. Und die sind dann eher „frei von Wertung“. Sie handeln nur, je nach Anforderung und entsprechend einer freiwillig gewählten Moral, die einfach darauf beruht, Schaden für andere, anderes, aber auch sich selbst zu vermeiden. Ich finde, der Mensch ist weder alles noch nichts. Damit aber auch nicht der Maßstab jeglichen Beurteilens.
    Ich wünsche Ihnen schöne und geruhsame Festtage!

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  40. Ich würde von mir nicht behaupten, dass ich jeden Menschen hasse... aber ich hasse den großteil der Menschheit...
    Aus so vielen unterschiedlichen Gründen.
    Es gibt einfach Charaktereigenschaften die nur auf den Menschen zutreffen.
    Profitgier... immer mehr haben zu wollen als man hat oder braucht ohne Rücksicht auf diejenigen, die es besser brauchen könnten zum Beispiel.
    Oder Schadenfreude... nicht die, wenn der beste Kumpel gegen einen Baum gestolpert ist und selber lacht, sondern die Freude an des anderen Leid solange es zum eigenen Vorteil ist.
    Oder dieses Verlangen nach Macht... Andere Lebewesen unterdrücken oder Gewalt an ihnen verüben um selber "mächtiger" zu wirken oder sich "überlegener" zu fühlen.
    Mode und Trends hinterherzujagen um einen Status zu bekommen und in der Gesellschaft anerkannt zu sein... "Mitläufer sein" aus Angst nicht akzeptiert zu werden...
    Natürlich treffen diese einigen Beispiele (sind noch lange nicht alle) nicht auf jeden Menschen zu... aber trotz allem ist es die Mehrheit... und in so einer Gesellschaft will ich garnicht anerkannt sein... und schon garnicht will ich mich dieser anpassen.
    Wie will man diese Menschheit auch lieben?

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    1. Was bei mir die Frage aufwirft: Ist man überhaupt ein Misanthrop, wenn man nur die Mehrheit der Menschen nicht mag, einige wenige aber durchaus? Oder muss man, um dieses zu sein, die Menschen insgesamt verachten?

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  41. Ich hasse die Menschheit nicht, dafür ist sie mir zu gleichgültig. Aber ich verachte sie, für so viele Dinge. Auch viele von euch, die meinen die meisten wären wie die Tiere und sich somit über alle Lebewesen stellen. Wir sind Tiere.
    Auch verachte ich die, die meinen das Leben eines Tieres wäre mehr wert. Natürlich sollte man kein Lebewesen quälen, aber deswegen Vegetarier werden? Fleisch Fresser zerreißen ihre Beute, so ist die Natur. Wir sind alles Fresser, also frisst euch voll mit dem wonach euch ist. Und was würdet ihr erst sagen, würde man Chemische Stoffe/Medikamente an Menschen testen? Ob ihr das wirklich besser finden würdet..
    Solche Aussagen wie "ich hasse Babys und Tiere sind mir lieber" begreif ich schon mal gar nicht. Ich liebe Kinder, ich liebe Tiere und ich liebe meine Freunde und Familie, wobei ich ihre Taten und Entscheidungen wiederum oft verachte. Wahrscheinlich aber auch nur weil ich sie nicht verstehe, weil ich nicht in ihrer Haut stecke und man die Fehler besser von der Seite erkennt, ohne Einflüsse von Gefühlen. In vielen Situationen bin ich wohl nicht besser.
    Am aller schlimmsten sind aber die Strukturen die wir geschaffen haben. Einzelne Menschen die über Massen entscheiden, wie in der Politik und Wirtschaft.
    Jeder macht jedem das leben schwer und urteilt über den anderen. Wozu? Am ende endet jeder unter der Erde und dann ist es auch egal was wir geleistet haben oder auch nicht. Allerdings hätte ich auch keine Idee wie man es besser machen könnte.

    Also kurze rede, gar kein Sinn.
    Kümmert euch um euch selbst und lasst dem leben ihren Lauf, scheiß egal was kommt.
    Besser wird es eh nicht. Wir sind und bleiben scheiße.

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  42. Ich denke viel nach in meinem Leben.
    Ob es richtig, falsch, gut, schlecht, etc. ist, das kann ich nicht sagen, ab er ich weiß, dass es mein Leben sehr kompliziert macht.
    Ich mag die Menschen, denen ich gestattet habe in mein Leben zu treten.
    Sogar empfinde ich Liebe für meinen Mann und meine Familie.

    Doch der Rest meines Umfeldes ist zu konfus für mich.

    Warum vergewaltigt ein 50-jähriger Mann ein Kleinkind?
    Warum Häuten andere einen Hund bei lebendigem Leibe?
    Warum wird Öl in einen Fluss gepumpt, wenn es andere Möglichkeiten gibt dieses zu entsorgen?

    Dieses warum schwirrt ständig in meinem Kopf.

    Auch persönliche Erfahrungen erschweren meine Zuneigung zum Menschen:
    Personen, die ich als meine Freunde betrachtet habe, haben mich Enttäuscht, da ich zu viel Menschlichkeit von ihnen erwartet habe?

    Erst gestern wurde ich wieder als schlechte Person dargestellt, weil mich meine Gefühle geleitet haben.

    Meine Gefühle scheinen immer ein Problem darzustellen.
    Ich muss verstehen, verzeihen, die mit dem klarem Verstand sein.
    Andere dürfen Fehler machen.
    Muss man Egoist werden, um ein Mensch zu sein?

    Ich möchte mich nicht gut und andere schlecht darstellen.

    Aber was ist der Mensch?
    Der Parasit der die Erde zerstört?
    Das Wesen das Liebe empfindet?
    Ein Missgeschick? Laune der Evolution?

    Was nur?

    Ich habe mein Leben lang versucht den Menschen zu begreifen.
    Ich dachte, meine Taten seien menschlich.
    Zu menschlich?

    Dieses "keinen Bock auf alles", das hatte ich auch.
    Irgendwann habe ich mir nur gedacht: handle gegen den Menschen.
    Mach einfach was zu willst.
    Rauchen. Kiffen. Trinken. Pöbeln. Cooler Punk.
    Der naive Teenager.

    Das ist aber nicht der Weg.

    Trotz hilft nicht.

    Auch ist Hass gegenüber sich selbst kein Ausweg.

    Hass gegenüber meiner Mitmenschen ist jedoch groß.
    Aber trotzdem hasse ich sie nicht.
    Es ist nicht ihre Schuld, dass sie Gefühle haben.

    Ich weiß, dass Gefühle einen starken Einfluss auf den Charakter und das Verhalten haben.

    Aber was treibt den Menschen zur Unmenschlichkeit?





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  43. Generell kann ich sagen, dass diese Kategorisierung an sich; das Schubladendenken und Pauschalisierungen menschenverachtend ohne Ende sind.
    Auch wenn ich kein Fan von Schubladendenken bin, fehlen noch 2 weitere Typen. Und zwar sind subjektiv betrachtet die größten Menschenfeinde, diejenigen, die über Andere ein Urteil bilden ohne ihre Geschichte zu kennen. Menschen, die ignorant und egoistisch durch's Leben gehen, das Leid verschweigen und über Andere herziehen ohne sie zu kennen. Das würde auf den Autor des Textes treffend passen - vermutlich wird wegen meiner Meinung der Kommentar zensiert.
    Der Text ist schon denunzierend geschrieben und veranlasst dazu, dem Autor gegenüber abgeneigt zu sein.
    Dann gibt es noch 'nen weiteren Typus:
    Menschen, die wie ich - anderen Menschen ihr Weltbild aufzwingen wollen oder sich erst gar nicht mit Menschen abgeben, die dasselbe Weltbild teilen. Natürlich ist das mit fehlerbehafteten Denkweisen bestückt, aber resultierend aus der Vergangenheit möglicherweise nachvollziehbar.
    Zugegebenermaßen wurde ich von dieser abartigen Gesellschaft zu dem gemacht was ich bin - könnte theoretisch einen anderen Weg einschlagen, aber ich möchte nicht. Sexuelle Nötigung, Pein haben meinen Geist zerstört, meine Seele zerfetzt und wenn ich solches ignorantes, inakzeptables Pseudogeschwafel lese, dann bestätigt mich dies in meinem Hass. Verzeihe, aber der Auto beweist, dass er keinerlei Menschenkenntnis besitzt, Humanisten hochfeiert, aber dabei selbst nur widerliches Stück Dreck ist.

    Brenn' in der Hölle.

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    1. Hallo unbekannter Leser!

      Es tut mir Leid, dass dir so schreckliches widerfahren ist. Ich hoffe, du bekommst die Hilfe, die du brauchst! Schätze für dich selbst ein, ob es dir hilft anonym andere Menschen zu beschimpfen und zu bedrohen oder ob das nicht nur ein weiterer Weg ist, mit dem du dir selbst nun Schaden zufügst.

      Alles Gute für deine Zukunft.

      Gilbert

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  44. Danke für diesen Artikel, Herr Dietrich.
    Ich habe nun endlich einen Namen für dieses Gefühl, welches mich innerlich auffrisst und gegenüber der Gesellschaft ausgrenzt.

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  45. Interessanter Artikel. Ich bin wohl ein humanistischer Misanthrop.

    Ich habe wegen schlechter Erfahrungen angefangen, Menschen zu meiden und meine Freizeit alleine zu verbringen. Ich war im Umgang mit Menschen unabsichtlich zynisch und leicht reizbar.

    Allerdings habe ich dies als meinen Fehler erkannt, der mir den Spaß am Leben raubt und meinen Geist vergiftet.
    Ich bin über das Leid, welches mir zugefügt worden ist, hinweg gekommen und lebe ein ausgeglichenes Leben mit konstruktiven Bekanntschaften. Auch wenn ich keine allzu intime Loyalität aufbauen kann oder will, da meine Unabhängigkeit mein Gesicht ist, habe ich schon vielen Menschen viel Freude bereiten können.

    Mein einziger Schmerz rührt von den Brücken her, die mein Hass und mein Misstrauen zerstört haben. Gerne würde ich mich mit alten Freunden und Freundinnen in Verbindung setzen, um alles zu berichtigen, aber jetzt geht jeder seinen eigenen Weg.

    Grüße
    Anonym

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  46. Der erste Punkt ist Bullshit. Aus Angst hassen? Wenn man Angst hat ist man so gehemmt, das man überhaupt nichts fühlen kann. Das ist doch unlogisch! Genau das gleiche mit der Introversion. Man kann sich zurückziehen, weil man Energie tanken möchte, aber das begründet noch lange keinen Hass. Weiß nicht, ich finde der erste Teil sollte gestrichen werden, ergibt einfach keinen Sinn, sorry.

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  47. Ich bin Misanthrop.

    Ganz einfach, weil die Menschheit sich selbst, Tiere und den Planten wahllos zerstört.

    Ich kämpfe trotzdem für Menschlichkeit. Ich möchte es eben besser machen als das, was andere tagtäglich schlichtweg falsch machen.

    Ich sehe mich somit als Tierrechtler und Humanisten. Ich hasse mich auch nicht selbst, schließlich ist es keine Krankheit, sondern eine Geisteshaltung - auch wenn so mancher dafür kein Verständnis hat, aber das ist ja deren Problem. Get over it.

    Ansonsten ein schöner Artikel, der sachlich und vielschichtig das Thema aufgreift. OHNE anzugreifen.

    Gruß

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  48. Ich fand den Artikel wirklich ziemlich interessant. Vielleicht bin ich auch Misanthrop, vielleicht auch nicht. Ich könnte mich jetzt keiner der aufgeführten Schubladen eindeutig zuweisen. Ich erkenne Teile von mir in mindestens 3 der "Schubladen" wieder. Wahrscheinlich sogar mehr.

    Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass aus der Menschheit noch irgendwann mal etwas gutes entsteht. Ich würde der Menschheit nicht nachtrauern, wenn jemand auf den großen roten Knopf drücken würde, würde selbst aber wohl nie auf jenigen Knopf drücken wollen. Eigentlich bin ich stikt gegen Gewalt, aber der Gedanke an den Exitus von 8 Milliarden Menschen lässt mich absolut gleichgültig.

    Ausserhalb meines kleinen aber sehr engen Freundeskreises habe ich nicht viele Kontakte und lebe in einer Hunderttausenderstadt fast schon isoliert mitten unter der unverständlichsten Spezies, die mir je begegnet ist : homo sapiens.

    Ich habe allerhand hinter mir, auch die anfängliche Naivität. Ich habe dunkelste Täler durchwandert, ich hatte aber auch gute Zeiten. Ich habe menchliche Abgründe gesehen und auch ein paar wenigen menschlichen Lichtblitze. Viel zu wenig, sonst wäre ich jetzt vielleicht nicht so.

    Ich weiss ich hätte es selbst einfacher, würde ich nicht so negativ über den homo sapiens parasitis denken. Und vor allem hätten es meine Lieben einfacher, wenn es mit mir mal durchgeht und sich allerhand über die sich selbst so schätzende Krone der Schöpfung anhören müssten. Sie müssen sich wirklich allerhand anhören. In der Regel nie gegen sie selbst gerichtet, aber ich glaube schon, dass sie sich als Teil der Menschheit fühlen.

    Wenn ich aber ehrlich zu mir bin, kann ich aber einfach nicht zu einem besseren Urteil über die Menschenrasse kommen. Ich wünschte, die Menschheit hat es verdient, dass ich besser über sie denke, sie hat es aber leider nicht, von wenigen Sternstunden einzelner abgesehen. Wirklich besser bin ich selbst nicht, als die anderen, das weiss ich selbst. Lange Zeit habe ich mich dafür selbst gehasst, aber das brachte mich genauso wenig weiter.

    Vielleicht wärs einfacher für mich, wenn ich einfach ein Vogel wäre, der durch die Luft fligt ohne über Gut und Böse nachdenken zu müssen. Bis ich dann eines Tages vielleicht in ein Flugzeug-Triebwerk geraten würde.

    Vielleicht!

    vielleicht habe ich jetzt aber auch genug geschwurbelt.

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  49. Aber warum immer so negativ, Freunde ? Um´s völlig zu überdrehen: Welchen Nutzen zieht ihr denn daraus misanthropisch zu sein ? Keinen ? Dann lasst es sein. Ausser ihr steht drauf, mehr tot als lebendig zu sein. Warum identifizieren mit dieser "Rolle" ? In erster Linie seid ihr Menschen aus Fleisch, Blut, Gehirn & Bewusstsein. Die verschiedenen Ideologien sind bloß Geisteskrankheiten. Und Misanthropie würde ich auch nur wieder als solche einordnen. Oder ist es eine Philosophie, eine Religion ? Im Grunde alles dasselbe. Warum sind wir stolz auf diese Geisteshaltungen ? Wie die Schweine, wenn die ihr Gefängnis im Schlachthof als heiligen Tempel verehren würden, bloß dass die sich ihres nicht selbst aussuchen. Schaut man ohne Scheuklappen in diese Welt, sicher, dann versteht man sie nicht. Aber alles in allem ist alles genau so wie es nun mal ist. Alle Jammerlappen dürfen sich ausheulen und dann selbst aufwischen. Habt ihr damit irgendwas für eine Welt getan, wie ihr sie euch vorstellt ? Habt ihr überhaupt eine Vorstellung von einer besseren Welt oder begnügt ihr euch damit die jetzige scheisse zu finden ? Für mich hat dieser misanthrope Blick bedeutet, erwachsen zu werden. Das war und ist nicht lustig, aber kein Grund diese "die Menschen sind scheisse"-Leier rauf und runter zu beten, es geht doch allen gleich. Der Umgang mit diesen Problemen entscheidet über die eigene Qualität. Konzentriert euch auf euch selbst, und werdet die geilest möglichen Menschen. Hängt nicht auf Youtube ab, um euch Paranoia und Endzeitstimmung aufzuhalsen. Seid euch selbst der Freund, den ihr euch immer gewünscht hat. Auch "selbsterfüllende Prophezeiung" drängt sich mir bei dem Thema immer auf. Wir reden und handeln uns die Welt so schlecht, wie wir sie uns auch vorstellen. Wer versucht, den Menschen den Spiegel all zu penetrant vorzuhalten, bekommt ihn früher oder später zurück in die Fresse geschleudert. Überhaupt erscheint mir das ganze weltliche Leben und Treiben mehr als eine Art Spiegelkabinett, dessen Regeln wir noch nicht ganz begriffen haben. Holt euch euer Gehirn von den Medien zurück und verbreitet nebenher den nötigen Optimismus, uns gegenseitig hoch zu ziehen und nicht runter zu drücken.
    Desensibilisiert euch gegen schlechte Nachrichten, dann bleibt mehr Energie übrig um vielleicht selbst mal für positive Schlagzeilen zu sorgen.
    "Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist..."
    Greetz

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  50. -Der glückliche Misanthrop-

    Erst einmal ein großes Dankeschön, für diesen Artikel, auch wenn meine Dankbarkeit sie erst 21 Monate nach der Veröffentlichung ihres Artikels erreicht.

    Warum ich gerade heute das Netz nach den Schlagwörtern "Misanthropie" und "Misanthrop" durchsucht habe, habe ich schon wieder vergessen. Meine Suche aber führte mich über etliche Blogs, geschrieben von den verschiedensten Charakteren, die ich alle ihrem Beitrag zuordnen könnte.

    Mich selbst als Misanthrop zu bezeichnen wagte ich nur in den Anfängen meiner Wut und meiner Verachtung. Es klingt für mich wie eine arrogante Selbstdiagnose und wie sie schon feststellten, lässt sich der Begriff des Misanthropen zur Genüge dehnen.

    Ein Schlimmes für mich, ist die Doppelmoral. Etwas zu kritisieren, und es dann selbst nicht besser zu machen, ist ein Graus für mich, dem ich gelernt habe, aus dem Weg zu gehen.

    Am Anfang (vor fast 10 Jahren) stieß ich auf den Begriff des Misanthropen, der mich faszinierte, da ich endlich ein Wort, eine Bezeichnung, für diese schier unerträgliche Wut gefunden hatte. Mit meinen 16 Jahren folgte ich blind diesem "Leitbild". "Wer anders sein will, muss anders aussehen." dachte ich mir und lies meine Haare wachsen, trug T-Shirts und Pullover mit provokanten Aufschriften und konnte mich endlich vom ausgegrenzten Introvertierten, zum selbst ausgrenzenden "Kaffeetrinker" entwickeln.

    Doch schnell wurde mir klar, dass auch das nicht mein Ziel ist. Natürlich war mir die liebste Gesellschaft die, die den gleichen "Look" wie ich pflegte. Leider merkte ich schnell, dass sich diese "Außenseiter" jedoch nur durch ihre "Außenseite" von allen anderen abhoben. Ihr Verhalten, ihr Wesen, ihre Ziele und und und, blieb gleich. Mir wurde klar, dass man sich nicht durch Äußerlichkeiten von der "gehassten Masse" abhebt. Mein Äußeres wurde wieder unauffälliger und die Haare kürze, das sparte Arbeit am Morgen. Mir wurde bewusst, dass es das Verhalten, der Charakter, die Neugier, das Ziel, einfach gesagt, das ICH ist, das den Unterschied macht. Dieser Unterschied lässt mich das Menschsein, den Menschen an sich, verachten, ohne einer Doppelmoral auf den Leim zu gehen.

    Ich benötigte 10 Jahre um dieses Verhalten zu formen und ich vermute, dass ich noch etliche Jahre brauche um es zu vervollständigen, wenn dies überhaupt möglich ist.

    Immernoch entdecke ich Teile meines Denkens in ihrem Artikel. Den Menschen für seine Verschwendung zu verachten, für seinen Drang, sich als oberste Schöpfung zu sehen, "Menschlichkeit" zu vergessen für Religion, Mode oder Luxus, und auch für seinen Umgang mit der Natur. Aber ich habe gelernt mein Leben in die entgegengesetzte Richtung zu lenken. Liese ich mir das Leben durch diese Wut trüben, so wäre ich ein armer Tor.

    Ich habe gelernt, mir durch meine Wut eine Lebensart zu schaffen, die mich glücklich macht. Ein jeder, den ich kritisiere, klagt über seine Umstände, doch mehr als ihm lieb ist. Sie suchen das Glück in Gift und Syphilis und wundern sich, dass sie das Leben verpassen. So reden sie sich ein, es SEI das Leben; doch sie jammern weiter. Und ich ziehe daraus meine Schlüsse für ein glückliches, zufriedenes Leben. So habe ich gelernt, mir meine Verachtung, zur Lehre zu machen.

    gez.
    Der glückliche Misanthrop

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    1. Danke für die Zeilen und das Lob. Solange man glücklich ist, ist auch das Misanthrop sein eine Gnade.

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  51. Hallo Gilbert,
    dein Beitrag hat mich einige Tage beschaeftigt und ich habe auch die meisten Reaktionen darauf gelesen. Einerseits finde ich, dass es hilfreich ist, diese ambivalenten Ansichten, die unter dem Begriff Misanthrop zusammengefasst werden, in Typologien eingeteilt wiederzufinden. Kategorien dienen ja in erster Linie der Orientierung und der sog. Vereinfachung, dieser Umstand hat dementsprechend auch Reaktionen der Gegenwehr unter den Lesern hervorgerufen. Als Soziologin bin ich mit dieser vermeintlichen Vereinfachung der GEgebenheiten vertraut und kann diese, selbst wenn ich nicht denselben Standpunkt vertrete, nachvollziehen. Die meisten unter uns wollen nicht der Verallgemeinerung zum Opfer fallen, das ist klar herauszulesen. Doch allein diese Haltung vereint uns alle, die wir uns von diesem Thema angesprochen, betroffen oder beruehrt fuehlen.Selbst die Menschen, die mir am naechsten und wichtigsten sind, sind vor meinen veraechtlichen und herablassenden GEdanken nicht sicher, wobei diese nur in extremen Situationen tatsaechlich verbalen Ausdruck finden und mir diese aber zugleich wieder leid tun, denn eigentlich finde ich nicht, dass meine Ansichten besser, richtiger oder konstruktiver sind als die der anderen. Eher erschrecken mich diese ungefragt aufkommenden GEfuehle der Ablehnung und mein Rueckzug, welcher diese Haltung zwangslaeufig bestaerkt und kultiviert. Im Grunde steckt doch in jedem von uns ein Misanthrop, was nicht bedeuten soll, dass wir alle gleich sind, jeder Mensch ist ein undurchschaubares und geheimnisvolles Wesen, auch wenn wir uns in unserer Misanthropie bisweilen ueberlegen, ausgegrenzt oder einfach nur hoffnungslos und machtlos oder maechtig fuehlen. Wir grenzen uns alle ab, die einen extrem die anderen weniger, manche aeusserlich, andere nur innerlich...es ist auch nicht unbedingt an Aeusserlichkeiten festzumachen oder klar erkennbar, denn fuer den einen ist der Anblick einer baertigen Frau vielleicht das ungewoehnlichste der Welt, doch fuer andere keiner Erwaehnung wert.Womoeglich schweife ich ab, das ist eine meiner speziellen Gaben und mit Sicherheit wiederhole ich, was schon jemand vor mir geschrieben hat.Oft gehen mir dieselben GEdanken durch den Kopf, dann finde ich Menschen im Allgemeinen unausstehlich und unertraeglich, gleichzeitig reflektiere ich, nicht immer, in solchen Momenten mein eigenes Denken und handeln und stehe dann vor der Wahl, mich ebenfalls als widerwaertiges Lebewesen anzusehen oder mir vor Augen zu fuehren, dass etwas Nachsicht mit mir selbst vor allem auch meinen Mitmenschen zugute kommt. Das kommt natuerlich darauf an, worum es gerade geht, ob es lediglich jugendliches sinnloses GEprahle ist oder ob es um bsp. Fremdenhass geht, was ja eindeutig sehr unterschiedliche Aufreger sind.Jedenfalls sind wir doch letztlich alle subjektiv in unseren Annahmen und sich selbst und die Ueberlegenheit der eigenen Ansichten kontinuierlich zu hinterfragen gehoert doch auch zur Misanthropie, denn irgendwie versuchen wir doch auch immer wieder Abstand von uns selbst zu nehmen und das ist im Idealfall immer eine Gelegenheit uns persoenlich zu entwickeln und unsere Mitmenschen und die Menschheit mit anderen Augen zu betrachten. Es gibt nicht DEN Misanthropen, denn auch hier spielen Kultur, Sozialisation etc.... eben viele Faktoren eine Rolle. WIe man es dreht und wendet...wir gleichen uns in unserem Wunsch nach Einzigartigkeit so sehr und kaempfen aus diesem Grund so hart dagegen an, mit den ANDEREN in einen Topf geworfen zu werden, weil uns ihre Namen, ihre Interessen oder ihre Ueberzeugungen gegen den Strich gehen vor allem aber die Tatsache, dass wir ihnen so aehnlich sind und das mit dem Spiegel wurde ja schon des oefteren erwaehnt.So schwankt man doch von Misanthropie zur Toleranz und wieder zurueck, so ist es zumindest bei mir. zwei, drei...wer weiss schon so genau, wie viele Seelen da wohnen ach in meiner Brust...Bin ich jetzt am Thema vorbeigerauscht...na, jedenfalls vielen Dank fuer deinen Beitrag, Gilbert!

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    1. Liebe anonyme Soziologin! Vielen Dank für diese Reaktion, in der ich sehr viel von dem wiedererkenne, das auch mich umtreibt.

      Vielleicht sind wir auch gar keine Misanthropen, sondern einfach nur überfordert und verwirrt von der Mannigfaltigkeit all des Geschehens um uns herum, dem wir oft hilflos ausgeliefert sind. Diese Machtlosigkeit lässt und dann nach Kategorien suchen, in die wir uns einordnen können und die uns gleichzeitig eine Abgrenzungsmöglichkeit bieten.

      Ist es ein Alarmzeichen, wenn jetzt schon die Soziologen zu Misanthropen werden?

      Liebe Grüße,

      Gilbert

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  52. Authentische Misanthropie definiert sich durch die Eigene Strebsamkeit zum Höchsten, im Einklang,mit der Erkenntnis gegenüber der sich selbst degenerierenden Menschenmasse. Eine Pflanze die sich stets und ständig zurück zur Blüte kämpft, trotz dessen das immer wieder Parasiten ihre Blütentriebe abfressen,weil sie so schmackhaft sind, fängt irgendwann auch an die Parasiten zu verabscheuen. Eben weil sie sich immer an dem nähren,was das Strebende hervorbringt. -Wenn du glaubst das über eine Sache Gras gewachsen ist, kommt von irgendwoher ein blödes Vieh ,was das Gras dann wieder frisst- ... Misanthropie ist Schutz der Eigenfrucht! Könnte ewig so weiter philosophieren,aber ich denke ihr wisst was ich meine... Ich mag gute Gesellschaft, deshalb bleibe ich Alleine :-D

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  53. An alle Misanthropen: Ich muss etwas tun, ich kann nicht mehr,es macht mich krank. Als kleiner Anfang möchte ich versuchen über eine Gruppe bei Facebook möglichst viele Misanthropen zu finden. Bei Interesse kontaktiert mich über Facebook (Bertel Bertelinjo)oder sucht nach der Gruppe "Für Misanthropen"

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  54. Ich hätte eine Frage bezüglich (4) Tierschützer: Kann es sein, dass die Tierschützer dadurch versuchen die Konfrontation zum Menschen zu vermeiden und dadurch ggf. in Tierschutz(gebiete) flüchten?

    Vielen Dank für diesen sehr guten Artikel. Grüße.

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    1. Hallo Alex, ich weiß nicht, ob man das so einfach erklären kann und vor allem bin ich mir sicher, dass es viele verschiedene Tierschützer mit vielen verschiedenen Motiven gibt.

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