Von Umgang mit überzogenen Erwartungshaltungen in der Liebe
Liebe ist unmöglich und ohne geht es auch nicht. Denken wir mal an unseren letzten Streit in der Partnerschaft zurück. Ziemlich wahrscheinlich gab es einen Moment, wo wir uns erstens unzureichend gefühlt haben, zweitens den anderen als irgendwie völlig daneben und drittens als absolut unfair erlebt haben. Als Beispiel: Ich ging mit Freunden zu einem Konzert, es war laut, es war fröhlich und auch ein bisschen feucht. Ich trank vier Bier und war etwas angeheitert. Als ich zu Hause ankomme, geht es meiner Frau nicht besonders gut. Magenschmerzen, etwas Übelkeit, aber nach eigener Aussage nichts dramatisches. Am nächsten Morgen merke ich schon, die Stimmung ist mies und es entsteht ein Streit, in dessen Verlauf sich eine Hauptaussage herauskristallisiert: Du bist nicht für mich da, wenn ich dich brauche.
Überzogene Erwartungshaltungen? Enttäuscht werden wir nur, wenn wir uns zuvor täuschen. https://t.co/CLgSEQDuhg #Liebe @GeistGegenwart
— Geist & Gegenwart (@GeistGegenwart) December 21, 2015
Dagegen lässt sich schwer etwas sagen, wenn ich ja tatsächlich nicht da war, als es ihr nicht gut ging. Und dann war ich auch noch angetrunken, als ich endlich da war und konnte vielleicht nicht so verständnisvoll reagieren, wie normalerweise. Trotzdem fühlte ich mich unfair kritisiert. Was aber stimmte mit dieser Kritik an mir nicht?



