Ziemlich beschäftigt |
Erkenne dich selbst. Der Rest kommt (fast) von allein.
12. Dezember 2010
Multitasking und Unitasking
28. November 2010
Wie man die Glücksmuskeln trainiert
Konzentration, bitte!
Was macht glücklich? Sex haben, ein Buch lesen oder Staub saugen? Vor allem die Konzentration auf das, was man eben gerade macht. Das wundert den Coach gar nicht (siehe "Schuld und Angst: Vergangenheit - Jetzt - Zukunft"). Die Harvard-Psychologen Matthew Killingsworth und Daniel Gilbert haben in ihrer Studie "A Wandering Mind Is an Unhappy Mind" (etwa: ein abschweifender Geist ist ein unglücklicher Geist) folgendes belegt:- wir denken viel öfter daran, was nicht ist, als daran, was ist
- daran zu denken, was nicht ist, macht typischerweise unglücklich
Was immer die Befragten gerade taten, sie waren am glücklichsten, wenn sie sich auf ihre Tätigkeiten konzentrierten. Der Ort, an dem der Körper ist, sei sehr viel weniger wichtig für das Glücksempfinden, als der Ort, an dem der Geist ist. Killingsworth: "Wir sehen Beweise für die Annahme, dass das Schweifen der Gedanken ein gemindertes Glücksempfinden verursacht, nicht jedoch, dass gemindertes Glücksempfinden ein Abschweifen von Gedanken verursacht."
Mit dem "Flow" oder der Konzentration auf eine Tätigkeit stieg das angegebene Glücksempfinden. Auf einer Skala bis 100 kam der Durchschnitt der Angaben während (oder kurz nach) sexueller Aktivitäten auf 90. Danach ging es erst ab 75 weiter mit Aktivitäten wie Unterhaltungen, Musik hören, spazieren gehen, beten oder meditieren, dann kochen, einkaufen, auf die eigenen Kinder aufpassen und lesen. Ganz unten waren Aktivitäten, die zum Gedanken abschweifen einladen, weil sie weniger Konzentration erfordern, wie zum Beispiel sauber machen, Körperpflege oder zur Arbeit fahren.
Was folgt daraus? Konzentration, bitte! Man trainiert seine Glücksmuskeln, wenn man Situationen aktiv wahrnehmen kann, sie schätzen lernt und die Dinge, die man tut, mit Hingabe veredelt. Und... klar: Mehr Sex und weniger sauber machen!
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Der New York Times Artikel "When the Mind Wanders, Happiness Also Strays" gab mir die meisten Informationen zu diesem Blog Post.
27. November 2010
Typenlehren: von Ayurveda's Dosha über Hippokrates bis zu Jung
Der antike Grieche Empedokles sah die Menschen von den Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft geprägt und Hippokrates entwickelte in diesem Zusammenhang die Viersäftelehre auf die folgende vier Temperamente zurückgehen:
Bereits in der weitaus älteren traditionellen indischen Medizin Ayurveda gibt es ein ähnliches Konzept: die drei Doshas (ursprünglich: Sünde), die als "Lebensenergien" interpretiert wurden: Vata (Luft/Wind), Pitta (Feuer) und Kapha (Erde). Sie korrespondieren ungefähr mit Sanguiniker, Choleriker und Phlegmatiker. Interessanterweise fehlt das Konzept des Melancholikers. Grund dafür ist, dass Kapha und Pitta nicht nur Erde und Feuer, sondern auch jeweils Wasser zugeschrieben bekommen, während Vata neben Luft/Wind auch Äther sei.
Verschiedene Coaching Werkzeuge, wie Insights bauen auf der Idee der Grundelemente auf. Den vier Temperamenten liegt auch der zu Verkürzung und Missbrauch einladende Gedanke zugrunde, dass zwischen Körper(bau) und Charakter ein Zusammenhang bestehe. Die Typenlehren von Psychiatern und Psychologen waren von diesem vierdimensionalen und ganzheitlichen Ansatz inspiriert. Ernst Kretschmer (1888-1964) hatte seinen Pyknikern (dick), Athletikern (muskulär), Leptosomen (dünn) und Dysplastikern (atypisch) die Psychosen manisch-depressiv, Epilepsie und Schizophrenie zugeordnet. Und auf Carl Gustav Jung (1875-1961) gehen die vier typologischen Begriffspaare Extraversion-Introversion, Sinnlichkeit-Intuition, Denken-Fühlen, Urteilen-Wahrnehmen zurück, auf die Typologie-Konzepte wie der Myers-Briggs-Typindikator (MBTI) aufbauen. Immer sind es vier Dimensionen in diesen Typologien, ganz nach dem antiken Grundsatz, dass alles Sein aus den vier Grundelementen Feuer, Wasser, Luft und Erde bestehe.
- die aufbrausende gelbe Galle (Choleriker)
- das spielerische Blut (Sanguiniker)
- der zähe Schleim (Phlegmatiker)
- die schwarze Galle (Melancholiker)

Bereits in der weitaus älteren traditionellen indischen Medizin Ayurveda gibt es ein ähnliches Konzept: die drei Doshas (ursprünglich: Sünde), die als "Lebensenergien" interpretiert wurden: Vata (Luft/Wind), Pitta (Feuer) und Kapha (Erde). Sie korrespondieren ungefähr mit Sanguiniker, Choleriker und Phlegmatiker. Interessanterweise fehlt das Konzept des Melancholikers. Grund dafür ist, dass Kapha und Pitta nicht nur Erde und Feuer, sondern auch jeweils Wasser zugeschrieben bekommen, während Vata neben Luft/Wind auch Äther sei.
Verschiedene Coaching Werkzeuge, wie Insights bauen auf der Idee der Grundelemente auf. Den vier Temperamenten liegt auch der zu Verkürzung und Missbrauch einladende Gedanke zugrunde, dass zwischen Körper(bau) und Charakter ein Zusammenhang bestehe. Die Typenlehren von Psychiatern und Psychologen waren von diesem vierdimensionalen und ganzheitlichen Ansatz inspiriert. Ernst Kretschmer (1888-1964) hatte seinen Pyknikern (dick), Athletikern (muskulär), Leptosomen (dünn) und Dysplastikern (atypisch) die Psychosen manisch-depressiv, Epilepsie und Schizophrenie zugeordnet. Und auf Carl Gustav Jung (1875-1961) gehen die vier typologischen Begriffspaare Extraversion-Introversion, Sinnlichkeit-Intuition, Denken-Fühlen, Urteilen-Wahrnehmen zurück, auf die Typologie-Konzepte wie der Myers-Briggs-Typindikator (MBTI) aufbauen. Immer sind es vier Dimensionen in diesen Typologien, ganz nach dem antiken Grundsatz, dass alles Sein aus den vier Grundelementen Feuer, Wasser, Luft und Erde bestehe.
Lieber den Spatz in der Hand...
...als die Taube auf dem Dach. Wieder so eine Redensart, die sehr zum protestantischen Lebensstil passt, wonach Bescheidenheit die größte Tugend sei. Viele unserer Redensarten stammen aus der Bibel, viele wurden durch Luther sprichwörtlich.
Im Satz steckt aber immerhin das Verlangen nach der "Taube". Es wird also anerkannt, dass es mehr gibt, als nur den mickrigen "Spatzen". Die Redensart rät jedoch davon ab, dem großen Glücksversprechen, für das die Taube steht, hinterherzujagen. Am Ende fällt man dabei noch vom Dach! Dann hat man weder das kleine noch das große Glück und steht am Ende mit leeren Händen da.
Aus lebenspraktischer Perspektive ist es so, wie meistens: Es kommt darauf an. Es wäre schlimm, wenn man sich selbst mit solchen Redensarten davon abhält, nach größerem zu streben und sich selbst zu verwirklichen. Wenn es jedoch um weniger wichtige Dinge geht, beispielsweise ein noch neueres Auto, als das eigene, dann kann es nicht schaden, sich klarzumachen, dass es auch kurze Zeit später wieder ein noch neueres Auto gibt. Solchen kurzen Glücksversprechen hinterherzujagen, trägt sicherlich wenig zu dauerhafter Zufriedenheit bei.
Bei der Partnerwahl ist es ähnlich: Bin ich eigentlich glücklich mit meinem Partner, plage mich aber dauernd mit dem Gedanken, dass andere noch attraktiver sind? Dann muss ich man an mir selbst arbeiten und erkennen, dass es auf Dauer nicht glücklich macht, wenn ich immer dem nächsten Kick hinterherjage. Bin ich jedoch dauerhaft und unkorrigierbar unglücklich mit meinem Partner und halte mich aus Verlustangst davon ab, eine glücklichere Partnerschaft anzustreben, dann sollte ich mir überlegen, woher die Angst kommt, allein zu sein. Manchmal ist es sogar besser, auch auf den Spatzen nicht zu bestehen, wenn man schon die Taube nicht bekommen kann.
In einem FAS-Artikel zur "Wissenschaft vom Seitensprung" las ich die folgende Ableitung: "Behalte den Spatz in der Hand, aber vergiss nie die Taube auf dem Dach." Auch eine Ansicht.
Im Satz steckt aber immerhin das Verlangen nach der "Taube". Es wird also anerkannt, dass es mehr gibt, als nur den mickrigen "Spatzen". Die Redensart rät jedoch davon ab, dem großen Glücksversprechen, für das die Taube steht, hinterherzujagen. Am Ende fällt man dabei noch vom Dach! Dann hat man weder das kleine noch das große Glück und steht am Ende mit leeren Händen da.
Aus lebenspraktischer Perspektive ist es so, wie meistens: Es kommt darauf an. Es wäre schlimm, wenn man sich selbst mit solchen Redensarten davon abhält, nach größerem zu streben und sich selbst zu verwirklichen. Wenn es jedoch um weniger wichtige Dinge geht, beispielsweise ein noch neueres Auto, als das eigene, dann kann es nicht schaden, sich klarzumachen, dass es auch kurze Zeit später wieder ein noch neueres Auto gibt. Solchen kurzen Glücksversprechen hinterherzujagen, trägt sicherlich wenig zu dauerhafter Zufriedenheit bei.
Bei der Partnerwahl ist es ähnlich: Bin ich eigentlich glücklich mit meinem Partner, plage mich aber dauernd mit dem Gedanken, dass andere noch attraktiver sind? Dann muss ich man an mir selbst arbeiten und erkennen, dass es auf Dauer nicht glücklich macht, wenn ich immer dem nächsten Kick hinterherjage. Bin ich jedoch dauerhaft und unkorrigierbar unglücklich mit meinem Partner und halte mich aus Verlustangst davon ab, eine glücklichere Partnerschaft anzustreben, dann sollte ich mir überlegen, woher die Angst kommt, allein zu sein. Manchmal ist es sogar besser, auch auf den Spatzen nicht zu bestehen, wenn man schon die Taube nicht bekommen kann.
In einem FAS-Artikel zur "Wissenschaft vom Seitensprung" las ich die folgende Ableitung: "Behalte den Spatz in der Hand, aber vergiss nie die Taube auf dem Dach." Auch eine Ansicht.
25. November 2010
Der Klügere gibt nach
Dies ist eine meiner Lieblingsredewendungen. Außerdem eine, die ich schon früh und oft zu hören bekam. Bereits im Kindergarten war das ein Konfliktlösungsmittel, dass die Erzieherinnen an wandten. Ob ich die Redewendung wohl deshalb so mag, weil ich sie so früh lernte? Kann sein. Auf jeden Fall zeigt mir meine Alltagserfahrung, dass es sich oft nicht lohnt, für jeden kleinen Keks zu kämpfen, immer Recht zu behalten oder die Vorfahrt zu bekommen.
Sicher kann es wehtun, wenn man etwas, das einem vermeintlich zusteht, nicht bekommt. Oft ist es jedoch nur das Ego, das da schmerzt. Warum ist nehmen wir es so ernst, wenn uns jemand die Vorfahrt nimmt? Im Grunde geht es uns ja nicht um die Sekunde, die wir anhalten und warten müssen.
Sicher kann es wehtun, wenn man etwas, das einem vermeintlich zusteht, nicht bekommt. Oft ist es jedoch nur das Ego, das da schmerzt. Warum ist nehmen wir es so ernst, wenn uns jemand die Vorfahrt nimmt? Im Grunde geht es uns ja nicht um die Sekunde, die wir anhalten und warten müssen.
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