Tim ist Student aus Berlin. Als Man Of Action und bei Du bist genug! schreibt er über das Selbstwertgefühl und möchte nichts weniger, als "das Leben von Menschen zum Besseren verändern". Außerdem schaut er gerne Profisport im Fernsehen, redet mit Spitzensportlern über Motivation und lernt daraus für das eigene Leben. Was genau? Lest selbst...
Erkenne dich selbst. Der Rest kommt (fast) von allein.
17. November 2013
10. November 2013
Lebenswege: Job gekündigt, losgelaufen und täglich ankommen
"Wenn du unzufrieden bist mit dem, was du gerade tust, dann verändere etwas!" Das ist der so fundamental einfache und unausweichliche Kerngedanke eines gelungenen Lebens, mit dem uns Katrin Linzbach vertraut macht. Klar, was verändern klingt gut. Aber was denn? Das muss wohl jeder selbst herausfinden, aber eines ist sicher: Man sollte dabei nicht zu klein und bescheiden denken. Kleine erste Schritte machen ist wichtig, aber irgend wann muss auch mal ein Sprung ins Ungewisse kommen. Katrin Linzbach erzählt, wie sie sich nicht von trügerischer Sicherheit und Angst zurückhalten ließ, sondern sich konequent auf die Suche nach ihrem Weg gemacht hat. Dabei scheint die Bewegung für sie das Wichtigste zu sein und nicht irgend ein fixes Ziel.
Ich bin lange einen Weg gegangen, von dem ich dachte, es sei meiner. Ich habe Abitur gemacht, bin im Ausland gewesen und habe BWL studiert. Ich habe nicht wirklich darüber nachgedacht, ob ich das eigentlich will. Wenn ich heute zurückblicke, dann gab es damals schon diese inneren Stimmen, die mich davon abhalten wollten. Doch ich habe sie getrost ignoriert. Im Studium hat mich der Ehrgeiz gepackt und eins war klar: Wenn jemand Karriere macht, dann ja wohl Katrin. Also habe ich mich auf den Karriereweg gestürzt – mit dem Ziel vor Augen, irgendwann mal im Top Management zu landen. Doch die leisen Stimmen der Unzufriedenheit wurden immer lauter. Ich habe immer öfter hinterfragt, was ich tue und wollte kündigen.
Warum es sich lohnt, seinen eigenen Weg zu gehen
So manches Mal habe ich mich gefragt, warum ich nicht ein "ganz normales" Leben führen kann, wie so viele andere Menschen. Ein sicherer Job, ein geregelter Tagesablauf, einen konkreten Plan vom Leben. Heute weiß ich – das passt einfach nicht zu mir. Und ich bin sehr froh, dass ich den Mut aufgebracht habe, mich für mein Leben zu entscheiden und nicht das der anderen: Vor vier Jahren hat mich mein Drang nach Selbstbestimmung dazu gebracht, meine sichere Festanstellung zu verlassen.| Einen langen Weg gegangen: Katrin Linzbach auf dem Jakobsweg |
Ich bin lange einen Weg gegangen, von dem ich dachte, es sei meiner. Ich habe Abitur gemacht, bin im Ausland gewesen und habe BWL studiert. Ich habe nicht wirklich darüber nachgedacht, ob ich das eigentlich will. Wenn ich heute zurückblicke, dann gab es damals schon diese inneren Stimmen, die mich davon abhalten wollten. Doch ich habe sie getrost ignoriert. Im Studium hat mich der Ehrgeiz gepackt und eins war klar: Wenn jemand Karriere macht, dann ja wohl Katrin. Also habe ich mich auf den Karriereweg gestürzt – mit dem Ziel vor Augen, irgendwann mal im Top Management zu landen. Doch die leisen Stimmen der Unzufriedenheit wurden immer lauter. Ich habe immer öfter hinterfragt, was ich tue und wollte kündigen.
3. November 2013
Wiedergeburt, Pessimismus und westlicher Buddhismus
"Es ist besser, wenn jeder Mensch seiner eigenen Tradition folgt. Sie im Westen haben einen jüdisch-christlichen Hintergrund, es ist besser, wenn Sie bei Ihren Wurzeln bleiben." Dalai Lama im Interview
Die Idee von Karma und Wiedergeburt, die im Westen zusammen mit dem Buddhismus aus noch zu klärenden Gründen irgendwie in Mode gekommen ist, interessiert mich schon seit einer Weile. Im Artikel Warum wir vom Buddhismus fasziniert sind und was da nicht passt habe ich versucht, mir selbst erste Erklärungen für die Attraktivität des Buddhismus zu geben. Nicht erklären konnte ich mir jedoch, wie es zu dieser geradezu märchenhaften und tragischen Idee der Wiedergeburt oder Reinkarnation kam. Tragisch ist die Idee, weil der Buddhist die ewige Wiederkehr des immer Gleichen nicht bejaht, nie würde er zum Augenblick sagen: Verweile doch, du bist so schön. In ihr finden wir also das Gegenteil zur Achtsamkeit, die doch den westlichen Mode-Buddhisten eigentlich heilig ist.
Im Rad der unerwünschten Wiedergeburten kann man eine Parallele zur christlichen Erbsünde sehen und das buddhistische Streben gegen die Wiedergeburt hat in seinem Motiv etwas mit dem Zölibat der katholischen Priester gemein. Von vornherein scheint hier klar: Das Leben und seine Reproduktion ist unbedingt zu vermeiden. Wenn man schon das Pech hatte, geboren zu werden, dann hat man nun die Pflicht, an weiteren Geburten zumindest unbeteiligt zu sein.
Die Idee von Karma und Wiedergeburt, die im Westen zusammen mit dem Buddhismus aus noch zu klärenden Gründen irgendwie in Mode gekommen ist, interessiert mich schon seit einer Weile. Im Artikel Warum wir vom Buddhismus fasziniert sind und was da nicht passt habe ich versucht, mir selbst erste Erklärungen für die Attraktivität des Buddhismus zu geben. Nicht erklären konnte ich mir jedoch, wie es zu dieser geradezu märchenhaften und tragischen Idee der Wiedergeburt oder Reinkarnation kam. Tragisch ist die Idee, weil der Buddhist die ewige Wiederkehr des immer Gleichen nicht bejaht, nie würde er zum Augenblick sagen: Verweile doch, du bist so schön. In ihr finden wir also das Gegenteil zur Achtsamkeit, die doch den westlichen Mode-Buddhisten eigentlich heilig ist.
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| Fakire und Sadhus sind die Künstler der Selbstauslöschung (Herbert Ponting, 1907) |
Im Rad der unerwünschten Wiedergeburten kann man eine Parallele zur christlichen Erbsünde sehen und das buddhistische Streben gegen die Wiedergeburt hat in seinem Motiv etwas mit dem Zölibat der katholischen Priester gemein. Von vornherein scheint hier klar: Das Leben und seine Reproduktion ist unbedingt zu vermeiden. Wenn man schon das Pech hatte, geboren zu werden, dann hat man nun die Pflicht, an weiteren Geburten zumindest unbeteiligt zu sein.
2. November 2013
Magnetische Menschen
Die zauberhaften Ursprünge der Hypnose
Dass Menschen mit wenigen Armbewegungen zu Handlungen verführt werden können, denen sie sich nicht mehr zu entziehen wissen, kollidiert mit der weit verbreiteten Vorstellung des selbstbestimmten Individuums. Das fantastische Kunststück der Hypnose führt vor Augen, dass das Bewusstsein stets mit inneren und äußeren Einflüssen um die Kontrolle seines Trägers ringen muss...| Hypnotisiert oder nur "planking"? (Foto von Marco Derksen via Flickr) |
Maybrit Hillnhagen ist nicht besonders magnetisch veranlagt. Das ergab zumindest eine spontane Versuchsreihe mit Büroklammern und Heftzwecken. Trotzdem hat sie diesen wunderbaren Text zur Geschichte der Hypnose geschrieben, der gerade in der neuen Epilog erschien. Die Epilog ist eine kleine ambitionierte Zeitschrift, deren zweite Ausgabe diese Woche mit dem wunderbaren Titel "Die Wiederverzauberung der Welt" am Bahnhof liegt und überall sonst, wo es gute Zeitschriften gibt. Natürlich kann man sie auch online bestellen oder ebendort erst mal darin rumblättern. Lesen Sie heute schon hier, über die Entwicklung der Hypnose vom Magnetismus in Leipziger Privatwohnungen über die Psychoanalyse bis hin zum leistungssteigernden Managercoaching:
1. November 2013
Erfindet euch neu!
"Keine Angst vor der Leere! Nur Mut." Michel Serres
In der intellektuellen Öffentlichkeit scheint eine neue Zeit des Imperativs angebrochen zu sein. Die Zeit des "anything goes", wo alles außer ein Imperativ akzeptabel war, ist vorbei. Peter Sloterdijk sagt uns: "Du musst dein Leben ändern", Stéphane Hessel ruft "Empört euch!", Alain de Botton gibt ein Manifest heraus, nach dem er uns zu leben empfiehlt und jetzt kommt Michel Serres und meint: Erfindet euch neu! Und er verbindet das mit einer Liebeserklärung an die vernetzte Generation.
Um ehrlich zu sein: Mir gefällt der Imperativ, am meisten natürlich der, den man an sich selbst richtet. Denn er macht einen Anspruch an uns kenntlich: Wir wollen im Leben mehr als nur vegetieren, wir wollen zumindest das Beste draus machen. Und das scheint mir auch das, worum es Serres geht: Das Beste aus einer Entwicklung machen, die alle nur beklagen.
| Zwischen gestern und heute: Typewriter Hammers (von Sara via Flickr.com) |
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