29. Februar 2012

INTP: Warum wir schizoide Hysteriker brauchen

"Die Zwanghaften sind die Traditionalisten, die Angst vor Veränderungen haben, und die Hysterischen sind diejenigen, die es nicht aushalten, wenn alles gleich bleibt." (Gunter Dueck im wirtschaftsblatt.at)
Sorglos dahin treibend: 'Hawaii, The Surf Rider', Holzdruck von Charles W. Bartlett, 1921

Nach meiner Kindheit - als ich in den Katakomben meines Schlafs noch von Dämonen verfolgt wurde - hatte ich nie wieder Alpträume. Aber wenn ich heutzutage unangenehme Träume habe, dann zeichnen sie sich durch eine Gemeinsamkeit aus: Banale Umstände, so zäh wie Klebstoff, halten mich davon ab, voran zu kommen. Ein ganz typischer Traum: Ich will meine Wohnung verlassen, muss irgend wo hin, und komme nicht los. Ich suche z.B. meine Schlüssel, die Brieftasche oder werde von jemandem in der Wohnung davon abgehalten, zur Tür hinauszugehen. Man braucht dafür keine komplizierte Traumdeutung: Ich habe Angst vor Stillstand, Stagnation und in letzter Konsequenz vor dem Tod.

22. Februar 2012

Die Welt wird gut und wir merken es nicht

Auf die Fortsetzung eines positiven Trends

Lediglich die Überzeugung, dass eine Verbesserung welcher Art auch immer möglich ist, lässt uns handeln. Peter Diamandis und Steven Kotler haben ein in diesem Sinne geradezu ketzerisch optimistisches Buch geschrieben: "Abundance". Sie argumentieren, dass die Welt entgegen unserer täglichen Wahrnehmung immer besser wird und dass es sich lohnt, das zu erkennen und daran mitzuarbeiten. Eine große Fülle, ein nie da gewesener Reichtum wird die Jahrtausende der Knappheit beenden, so die erfreuliche Aussicht. Dazu werden Trends zitiert, wonach z.B. die Armut innerhalb der letzten 50 Jahre stärker abgenommen hat, als in den 500 Jahren davor. Auch der stete Rückgang der Säuglingssterblichkeit, der Abbau der Unterschiede zwischen reichen und armen Nationen und unsere ganz alltäglichen Erfahrungen des Reichtums (Verfügbarkeit von Nahrung, Wohnung, Gesundheit, aber auch immer mehr Luxus für immer mehr Menschen) werden als Indikatoren angeführt. Die beiden Autoren sind damit in einer Tradition sehr optimistischer Technik- und Fortschrittsverfechter, die in der Moderne von Sigmund Freud bis Steven Pinker reicht.

Nun mag man das als über-optimistisch interpretieren oder dahinter ein dekadentes Menschheitsdämmern vermuten. Fakt ist aber, dass diese globalen und damit für viele Menschen positiven Trends beobachtbar sind:

20. Februar 2012

Fünf Tipps zum nachhaltigen Lernen durch Kontext

Ich habe in der Schule und Universität das Auswendiglernen gehasst und denke immer noch, dass es keinen Sinn macht, Dinge zu lernen, die man auch nachschlagen kann. Fähigkeiten und Denken - das muss man lernen, aber keine Fakten. Dennoch müssen wir alle in der einen oder anderen Lebenssituation auch Fakten auswendig lernen. Hier sind fünf Tipps, wie man so lernt, dass man das Gelernte möglichst lange erinnert.

  1. Kontext über Themen: Lerne verschiedene mit einander verbundene Themen simultan. Denn wir lernen am besten die Dinge, die sich in einen Kontext fügen. Zum Beispiel: Wenn du ein Geschichtsstudent bist, damm lerne nicht nur die Fakten zu einer bestimmten kriegerischen Auseinandersetzung, vergleiche diese auch mit den Daten anderer Auseinandersetzungen oder schaue die Fakten im Licht zeitgleicher Entwicklungen an. Je mehr gelernte Fakten im Gehirn kontextualisiert sind, desto einfacher können wir sie durch verschiedenste Assoziationen erinnern. Das funktioniert übrigens auch beim Sport: Lerne nicht nur einen Trick den ganzen Tag, sondern eine ganze Reihe von Bewegungsabläufen, so dass diese untereinander verbunden antrainiert werden und so auch wieder im Kontext verschiedenster Bewegungsabläufe abgerufen werden können.
  2. Kontext über Orte: Lerne nicht nur an einem Ort, wenn du die Informationen oder Fähigkeiten an anderen Orten abrufen möchtest. Lerne zu Hause, in der Bibliothek, im Park, in der Bahn und so weiter. Auch das stellt größere Kontexte her und verhindert, dass dein Gehirn so konditioniert wird, dass bestimmte Informationen nur an bestimmten Orten abgerufen werden können.
  3. Verstärkung durch Zeit: Lerne alles wiederholt und lass einige Zeit zwischen dem ersten Mal und der Wiederholung vergehen, wenn du das Gelernte länger behalten möchtest. Beim zweiten Mal stellen wir Verbindungen zu den Strukturen aus dem ersten Mal her. Wenn dazwischen mehr Zeit vergangen ist, ist es zwar schwieriger, diese Verbindungen herzustellen, dafür sind sie dann aber auch dauerhafter eingerichtet. Geht es dir nur darum, das Gelernte am nächsten Tag in der Prüfung zu wissen und dann wieder zu vergessen, kannst du diesen Tipp ignorieren und die Wiederholungen schnell aufeinander folgen lassen.
  4. Aktives Erinnern und Dokumentieren: Um möglichst viel aus einer Vorlesung zu lernen, solltest du keinesfalls während der Vorlesung mitschreiben. Höre genau zu, denke mit und nimm dir nach der Vorlesung die Zeit, das Gesagte zu rekapitulieren und zu dokumentieren. Durch die relativ harte Arbeit des Rekapitulierens und den physischen Akt des Aufschreibens ist ein großer Lerneffekt garantiert.
  5. Vergessen ist dein Freund: Wehre dich nicht gegen das Vergessen. Wir vergessen sowieso nichts, aber die Verbindungen zum Gelernten, dass wir nicht mehr nutzen, dünnen aus, sodass das Erinnern an das gespeicherte schwerer fällt. Dafür haben wir aber wieder mehr Kapazitäten, um das neu gelernte aktiv zu reproduzieren, sprich zu erinnern. Um etwas nicht "zu vergessen" hilft nur, es immer wieder zu nutzen.
Was sind Eure Tipps, für ein erfolgreiches Lernen?


Die Idee zu diesem Artikel stammt von Psychology Today: Everything You Thought You Knew About Learning Is Wrong

13. Februar 2012

Super-Affen auf Speed - Warum unsere Zukunft im Hirn-Doping liegt

Hoffentlich noch lange nicht am Ziel der Reise... Wie gehts weiter, Homo Sapiens?

Stellen Sie sich vor, Sie seien ein Wissenschaftler, ein Journalist, Schriftsteller oder ein Angestellter im Büro und Sie könnten sich ganz leicht auf ihre Aufgaben konzentrieren, ihr Gedächtnis würde zuverlässig funktionieren, Sie würden unter allen Umständen die Nerven behalten, bessere langfristige Entscheidungen treffen, effizienter lernen und viel schneller und genauer denken können. Mit anderen Worten: Sie sind eine Art zerebraler Super-Mensch... prinzipiell nicht anders als die anderen, nur eben viel besser und zwar zum großen Nutzen aller. Ein Idiot, wer das nicht wollte. Ich habe eine gute Nachricht: Es ist so weit. Die Primaten-Evolution hat eine neue Schwelle überschritten. Wir alle können dieser Super-Mensch sein, heute schon.

10. Februar 2012

Die Vermögenssteuer ins Jenseits

Unser Autor Erich Feldmeier macht sich heute Gedanken über die Zeit der Finsternis, auch bekannt als Ihre Zukunft. Ja, wir machen Ihnen heute Angst, zeigen aber auch, wo es lang gehen kann und welche Möglichkeiten wir haben, der Finsternis zu entrinnen. Aber lesen Sie selbst...

Zeit ist inflationsfrei... (Grannies von Banksy auf Goldmilk gefunden)

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