Alternative Geldanlagen |
Erkenne dich selbst. Der Rest kommt (fast) von allein.
31. Oktober 2011
Wie gutes Gewissen und Geld zusammenpassen
Eine Rezension von Max Demls und Holger Blisses Grünes Geld: Das Handbuch für ethisch-ökologische Geldanlagen 2012/2013, Stuttgart 2011. Und ein Exkurs zu Alternativen und der Zukunft der Banken.
Aus Mangel an Expertise schreibe ich in der Regel nicht über Wirtschaft oder gebe gar Tipps, wie man sein Geld vernünftig anlegt. Jedoch interessieren mich Wirtschaftsthemen vor allem aus der Perspektive der Nachhaltigkeit. Dieses Konzept - davon bin ich überzeugt - wird über unseren globalen und individuellen Fortbestand entscheiden. Ohne nachhaltigen Umgang sowohl mit den eigenen körperlichen und psychischen Ressourcen als auch mit den natürlichen Ressourcen unserer Erde, werden wir nicht mehr weit kommen. Dahinein spielt selbstverständlich auch der Umgang mit unseren individuellen und globalen ökonomisch-finanziellen Ressourcen. Jetzt fiel mir ein praktisches Buch in die Hand, das es verdient, in diesem Zusammenhang vorgestellt zu werden. Die Autoren Max Deml und Holger Blisse geben dieses Handbuch seit 1990 heraus und informieren darin nicht nur über einzelne ethisch korrekte Anlagemöglichkeiten, sondern beleuchten die diversen Möglichkeiten, die sich bieten, Geld statt in herkömmliche Immobilienfonds, Rohstoffe oder ewig krisenfeste Aktien der Rüstungsindustrie anzulegen.
26. Oktober 2011
Das Impostor-Syndrom trifft immer die falschen
Misunderestimated |
Überspitzt könnte man sagen, dass allzu oft diejenigen, die Geschicke dieser Welt lenken, die sich und ihre Fähigkeiten krass überschätzen. Erinnern wir uns zum Beispiel an G. W. Bush. Solche Menschen gehen unvernünftige Risiken ein und jagen den schnellen Kicks kurzfristiger Gewinne und Siege hinterher. Oft zum Schaden ganzer Staaten oder sogar der gesamten Welt. Sie sind natürlich nicht (immer) dumm, aber eben doch nicht so schnell und hell, wie sie selber denken. Man kann sie sicher nicht alle in eine Schublade stecken und behaupten, sie seien alle so oder so. Aber man kann sagen, was sie nicht sind: Nachdenkliche und auf Nachhaltigkeit bedachte Charaktere, die Risiken abwägen und sich um die Folgen ihres Handelns kümmern. Solche Leute würde man im Finanzrummel und der Politik Zauderer nennen.
24. Oktober 2011
Schicksal oder Eigenverantwortung?
Eine existentialistische Antwort
Der Existenzialsmus ist in vielerlei Hinsicht der erste große Versuch der Philosophie, das Wirklichkeitserleben (inklusive Angst, Glück, Sinsuche, Zweifel etc.) aus der Perspektive des Individuums zu betrachten. Der wichtigste Grundgedanke klingt bereits im Namen dieser Bewegung an: Das leiteinische ex sistere, aus dem unser Wort existieren wurde, bedeutet so viel wie ent-wickeln, auch heraus-stellen und deutet darauf hin, dass Mensch sein, kein statischer Zustand, sondern ein stetiger Fluss ist, eine Bewegung und Realisation von Potential.![]() |
Viktor Frankl hat die existentialistische Philosophie für die Psychologie fruchtbar gemacht |
Besonders nach den zwei Weltkriegen wurde es Zeit, sich von der Vernunft als Faszination des technischen Fortschritts zu lösen, der vor allem Massenvernichtung gebracht zu haben schien. Die brennenden Fragen lagen jetzt im Bereich des Selbstverständnisses des Menschen. Wie waren die Grausamkeiten möglich? Das Individuum war in einer Masse von Menschen und Maschinen von sich selbst entfremdet. Das konnte nicht die wahre Existenz sein und die Frage drängte sich auf: Wie kann ein Mensch in diesem Szenario zurückfinden zu einem authentischen Leben? Die Antwort war das Selbst, zu dem eine Beziehung wieder hergestellt werden musste. Das Selbst muss gerade auch im Angesicht und voller Akzeptanz der Sinnlosigkeiten und Härten unseres Lebens verstanden werden. Ohne Selbstverständnis keine Ex-Istenz. Also auch keine Zufriedenheit durch Selbsterfüllung und damit kein Erfolg im Zusammenleben und Wirtschaften mit anderen. Der Zusammenhang zwischen Selbsterkenntnis und Erfolg unter Mitmenschen ist leicht erklärt: Wer sein Selbst nicht versteht, der kann sich erst recht nicht in andere und ihre Gefühlswelten hineinversetzen. Ohne diese Sinn schaffende soziale Interaktion wiederum, kann man schwer ein Konzept von der eigenen Identität entwickeln. In einer Art Spirale führt das zu Sinverlust und Angst, gefolgt von noch mehr Isolation und Paralyse.
21. Oktober 2011
Gunter Dueck: Professionelle Intelligenz (Rezension)
Erich Feldmeier rezensiert Gunter Duecks Professionelle Intelligenz: Worauf es morgen ankommt, erschienen 2011 bei Eichborn. Ein Telefon-Interview mit Gunter Dueck finden Sie hier im Text.
Der berüchtigte Graf Dracula des zeitgenössischen Managements hat wieder ein scharfsinniges Buch geschrieben. Zwischen Wollen und Tun ist ein Unterschied, deshalb schreibt er gleich zu Anfang: "Ich sage hier nicht, dass wir Altenpflege oder Bildung als reinen Service zum Lebens-Change-Management auffassen sollten. Wir tun es." Insofern schließt Professionelle Intelligenz an Duecks vorheriges Buch Homo Oeconomicus an, in welchem über viele Seiten hinweg das Geiz-Dilemma samt Schaden und Ruin, die uns daraus erwachsen, dargelegt wird.
So heißt es nun in der Professionellen Intelligenz: "Ich hoffe, die Werte der Welt schwingen wieder zurück... Erwarte ich das? Nein" (S. 69). Dass Duecks Buch Lean Brain Management (Zitat: "der Verzicht auf Intelligenz birgt enormes Einsparpotenzial") als Satire von 2006 heute nahezu in die Realität umgesetzt ist, zeigt, mit welcher Vehemenz der Wandel über uns kommt. Unsere (Arbeits-)Welt ändert sich, nicht nur Industrie, auch Dienstleistungs-Jobs verschwinden in der Automatisierung. Mit den herkömmlichen Kompetenzen kommen wir nicht mehr viel weiter. Die Aufforderung, sich doch bitte auf die neue Zeit der "Digital Natives" (siehe Piratenpartei) einzulassen und nicht als dauerhafter Exilant darin zu wohnen, ist insofern schlau.
So heißt es nun in der Professionellen Intelligenz: "Ich hoffe, die Werte der Welt schwingen wieder zurück... Erwarte ich das? Nein" (S. 69). Dass Duecks Buch Lean Brain Management (Zitat: "der Verzicht auf Intelligenz birgt enormes Einsparpotenzial") als Satire von 2006 heute nahezu in die Realität umgesetzt ist, zeigt, mit welcher Vehemenz der Wandel über uns kommt. Unsere (Arbeits-)Welt ändert sich, nicht nur Industrie, auch Dienstleistungs-Jobs verschwinden in der Automatisierung. Mit den herkömmlichen Kompetenzen kommen wir nicht mehr viel weiter. Die Aufforderung, sich doch bitte auf die neue Zeit der "Digital Natives" (siehe Piratenpartei) einzulassen und nicht als dauerhafter Exilant darin zu wohnen, ist insofern schlau.
20. Oktober 2011
Impostor-Syndrom: Krankheit oder Anstand?
Menschen, die unter dem sogenannten Impostor-Syndrom leiden, können ihre eigenen Leistungen nicht akzeptieren und schreiben ihren Erfolg glücklichen Umständen und sozialen Netzwerken (dem sogenannten Vitamin B) zu. Je erfolgreicher jemand ist, desto größer ist die Gefahr, diesen Selbstzweifeln zu begegnen. Die erste Frage, die sich mir stellt: Sind diese Leute nicht vielleicht einfach Realisten, die anstatt sich selber für den Nabel der Welt zu halten, begriffen haben, wie wichtig glückliche Umstände, Zufälle, soziale Klasse und sogar Hautfarbe oder Geschlecht sind? Ich denke, da könnte was dran sein, auf der anderen Seite ist es wie immer: Die Intensität einer Einbildung oder eines Zweifels macht den Unterschied zwischen interessant und krank.
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Fake it till you make it! (gefunden auf These Americans) |
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